Eichhörnchen sind fürchterliche Tiere. Sie buddeln im Dreck und sind so vergesslich, dass sie nicht mehr wissen, wo sie ihr Futter versteckt haben. Dass sie nebenbei auch super niedlich aussehen mit ihrem ...
Eichhörnchen sind fürchterliche Tiere. Sie buddeln im Dreck und sind so vergesslich, dass sie nicht mehr wissen, wo sie ihr Futter versteckt haben. Dass sie nebenbei auch super niedlich aussehen mit ihrem seidigen Fell, den Puschelöhrchen und ihren aufgeweckten Augen, ist Annikes Mutter völlig egal. Sie beschimpft alles und jeden, einschließlich ihrer Tochter, die nach dem Tod des Vaters nur widerwillig den Weg ins elterliche Heim gefunden hat. Doch ein Eichhörnchen-Notfall wird zum Rettungsanker für die Familie – und auch für die kleine Manou, die mit dem verwundeten Nager plötzlich vor ihrer Haustür steht.
„Eichhörnchenglück“ ist ein amüsanter, gleichzeitig aber erstaunlich ernsthafter Roman über Missverständnisse innerhalb einer Familie. Nur langsam gelingt wieder eine vorsichtige Annäherung zwischen Mutter und Tochter, doch unterstützt vom liebenswerten Ex-Lehrer Onkel Theo und Manou findet sich am Ende vielleicht doch eine Handvoll Nüsse…. äääääh, eine Handvoll Glück. 😉
Süße Feelgood-Lektüre mit durchaus ernsten Anklängen, viel Humor und einem tierischen Sidekick – genau das Richtige für den Herbst!
Die Idee an sich ist echt süß: Um den Mitarbeiter einer Buchhandlung kennenzulernen, hinterlegt April einen Brief in einem Buch. Eine wirklich niedliche Sache ...
Verwechslungskomödie mit kleinen Schwächen
Die Idee an sich ist echt süß: Um den Mitarbeiter einer Buchhandlung kennenzulernen, hinterlegt April einen Brief in einem Buch. Eine wirklich niedliche Sache - aber, wie sich jeder Leser denken kann, recht fehleranfällig. Und so kommt es wie es kommen muss. Statt dem Buchhändler Westley hält plötzlich Kundin Laura das Buch (und damit den Brief) in den Händen. Und so nimmt die Verwechslungskomödie ihren Lauf…
Aufgepeppt wird die Handlung noch durch den „Störfaktor“ Filmdreh. Just zu dieser Zeit finden in dem Buchladen Dreharbeiten für einen Independent Film statt und die Filmcrew macht den Mitarbeitern das Leben schwer. Zur grundsätzlichen Handlung trägt das eigentlich nichts bei, außer dass man einer Nebenfigur einen Love Interest beschert und noch ein bisschen Wirbel in den sonst eher ruhigen und gediegenen Buchladen bringt.
Deshalb wirkte die Story auf mich auch ein bisschen unausgegoren. Zwei Schwerpunkte, die aber eigentlich nichts füreinander tun und sich damit quasi parallel durch den Roman bewegen… hätte ich so nicht gebraucht.
Die Verwechslungsgeschichte an sich fand ich wirklich entzückend und könnte ich mir tatsächlich gut als Idee für einen Film vorstellen. April und Laura sind Figuren, mit denen man sich gut identifizieren kann. Beide haben so ihre Baustellen: April die Einsamkeit in ihrem Homeoffice-Job, Laura den Spagat zwischen Familie und Beruf als arbeitende Single Mom einer 7-jährigen. Dadurch werden sie sehr nahbar und sind als Figuren durch und durch sympathisch.
Durch die vielen Zwischenszenen zum Filmdreh zog sich die Verwechslung dann tatsächlich bis kurz vor Ende des Buches (was die Story dafür allein nicht wirklich hergab, das muss man einfach mal so klar sagen). Und letztlich wurde dann kurz vor Schluss nochmal ordentlich Drama generiert, bevor sich (natürlich! - Achtung Spoiler! ) alles auflöste und es schnellen Schrittes in Richtung Happy End ging.
Jetzt aber wirklich ein kleiner Spoiler, der allerdings für mich einen Kritikpunkt darstellte, deshalb muss es erwähnt werden: Auf den letzten paar Seiten wurden dann allen drei Hauptfiguren und auch einigen Nebenfiguren noch schnell neue Partner und damit ein ganz klassisches Happy End an die Seite geschrieben. Das ging mir deutlich zu schnell, war ein wenig klischeehaft und ich war nicht so ganz happy mit dem End.
Sollte jemand noch etwas Würze in der Liebessuppe suchen: Spice sucht man vergeblich in diesem Roman. So ist das Buch nicht konzipiert und das hätte auch an keiner Stelle wirklich gepasst.
Und zum Schluss mal noch ein Kompliment an diejenigen, die viel zu selten genannt werden: Cover-Designer. Ich finde, dieses Buch ist tatsächlich zur Zeit eines der schönsten auf dem Markt. Das Cover ist einfach nur wunderschön, verspielt und hat einen absoluten Wohlfühl-Look. Ich war hier ein richtiges Cover-Opfer und auch wenn das Buch mich nicht zu 100 % überzeugen konnte - die Gestaltung konnte es definitiv!
Zart besaitet sollte man nicht sein, wenn man diesen Roman liest, der in den Sümpfen Louisianas spielt. Denn so wild, unberechenbar und zuweilen auch grausam wie die Natur der Sümpfe ist auch dieser Roman. ...
Zart besaitet sollte man nicht sein, wenn man diesen Roman liest, der in den Sümpfen Louisianas spielt. Denn so wild, unberechenbar und zuweilen auch grausam wie die Natur der Sümpfe ist auch dieser Roman.
Während flirrende Hitze über der Landschaft liegt und die Luftfeuchtigkeit einem den Atem nimmt, rückt die Polizei von Jacknife aus, um eine Tote aus den Sümpfen zu bergen. Loyal ist als Vertreterin der Lokalpresse vor Ort, allerdings ist sie selbst gerade erst in ihren Heimatort zurückgekehrt. Und als sie sieht, wer die Tote ist, dreht sich ihr der Magen um. Ihre ehemals beste Freundin Marianne „Cutter“ Labasque liegt dort. Doch Loyal gibt sich nicht mit den vermeintlich einfachen Antworten zufrieden, die die Polizei findet. Sie gräbt weiter und tiefer - und stößt in ein Wespennest, was eine Spirale von Gewalt auslöst.
Die Autorin schafft es in diesem Roman unheimlich gut, die Sümpfe Louisianas zum Leben zu erwecken und die Stimmung in einem ländlichen Teil der USA, der geprägt ist von fast schon fanatischer Religion und einem mitunter fragwürdigen Werteverständnis, wiederzugeben. Der Ton ist rauh, genau so wie die Natur hier unerbittlich ist. Menschen leben von der Alligatorjagd - ein Knochenjob, und ein gefährlicher dazu. Menschen leben hier und Menschen sterben hier - und wer hier lebt, hat das Sterben akzeptiert. Deshalb sollte man als Leser hier auf keinen Fall eine Südstaatenromantik erwarten, denn die wird man nicht bekommen. Statt dessen spitzt sich die Geschichte immer mehr zu und die Hinweise verdichten sich, dass auch Personen, die vermeintlich eine weiße Weste haben sollten, das ganze Gegenteil von dem sind, was sie scheinen.
Hauptfigur Loyal war für mich aber leider kein Charakter, der mir dauerhaft in Erinnerung bleiben wird - denn ihr Sidekick, der junge Journalist Sasha, war dafür als Figur einfach zu überragend und zu schillernd. Er hat Loyal im wahrsten Sinne des Wortes überstrahlt, mit seinen pinken Haaren und den Strass-Steinen auf der Jeans. Die Szene mit den wieder angeklipsten Haaren nach einem schief gegangenen Versuch, sich selbst die Haare zu schneiden, wird mir definitiv in Erinnerung bleiben!
Ich denke, die Story und die Zusammenhänge werden bei mir nicht soooo lange nachhallen - aber die Stimmung und die Bilder der Landschaft schon. Und dieses Gefühl von flirrender Hitze, Schwüle, Moskitos und der permanent latenten Gefahr von Alligatorangriffen. Diese Bilder im Kopf werden bleiben, und zwar lange.
Wenn ihr vor Spannungsromanen nicht zurückschreckt, die an der einen oder anderen Stelle ein wenig explizter in der Gewaltdarstellung sind und wenn ihr Bücher mögt, die unheimlich stimmungsvoll das Lebensgefühl einer Gegend vermitteln - hier des ländlichen Louisiana - dann könnt ihr mit diesem Roman nichts falsch machen! Und wer schon immer mal mal auf Alligatorjagd gehen wollte - ganz ohne die Gefahr, als Snack zu enden - der sollte diesem Roman ebenfalls eine Chance geben!
In diesem stimmungsvollen Roman werden wir auf zwei Zeit-ebenen nach Nordschweden entführt:
Zum einen erleben wir, wie die junge Siv im Jahr 1938 als 17jährige in einem Waldarbeitercamp als Köchin zu ...
In diesem stimmungsvollen Roman werden wir auf zwei Zeit-ebenen nach Nordschweden entführt:
Zum einen erleben wir, wie die junge Siv im Jahr 1938 als 17jährige in einem Waldarbeitercamp als Köchin zu arbeiten beginnt. Mitten im tiefsten Winter, für drei ewig lang erscheinende Monate. Zum anderen begleiten wir Eva, die bei einem Forstunternehmen arbeitet, in ihre alte Heimat nach Nordschweden, wo sie in einem Konflikt zwischen ihrem Arbeitgeber und Umweltschützern vermitteln soll.
Wie sich schnell herausstellt (und ich denke das ist kein Spoiler), ist Siv die Großmutter von Eva und anhand dieser beiden Frauen erleben wir die Gegend mit ihren Menschen und Problemen in zwei verschiedenen Jahrhunderten.
Während Eva sich heute mit radikalen Umweltschützern auseinandersetzen muss, die auch nicht vor Gewalt zurückzuschrecken scheinen, kämpft Siv mit den Widrigkeiten der Natur bei strengem Frost und muss sich unter 10 Waldarbeitern behaupten.
Die Geschichten beider Frauen spiegeln die Geschichte des Landes, die auch von Ausgrenzung und fehlender Chancengerechtigkeit zeugt. Außerdem zeigt sie auf wie schwierig es ist, zwischen den Bedürfnissen von Mensch und Natur zu gewichten. In Sivs zögerndem Kennenlernen eines jungen Sami wird auch wiedergespiegelt, wie schwierig die Bedingungen für die Ursprungsvölker im 20. Jahrhundert wurden und wie ihnen immer mehr ihrer natürlichen Lebensform abgerungen wurde, bis sie kaum mehr eine andere Chance hatten, als sich den Schweden anzupassen und ihre Kultur teilweise aufzugeben. Dieser Part der Geschichte ist mir besonders nahe gegangen.
Mit Evas Geschichte bin ich leider nicht so ganz warm geworden, obwohl die sogar einige Spannungselemente vorweisen konnte. Während Evas Aufenthalt in der nordschwedischen Kleinstadt will offenbar jemand, dass sie schnellstmöglich wieder verschwindet und versucht sie aus dem Hinterhalt einzuschüchtern. Dies treibt die Geschichte voran, da man wissen möchte, wer hier seine Finger im Spiel hat und aus welchen konkreten Gründen.
Insgesamt konnte mich der historische Teil des Buches deutlich mehr packen als der Handlungsstrang, der in der Gegenwart spielt. Ich hätte mir daher Sivs Geschichte als (durchgehend) historischen Roman gewünscht. Lesenswert fand ich beide, aber faszinierter war ich einfach von Sivs Geschichte. Aber es gibt ja sehr viele Leser, die Romane auf zwei Zeitebenen lieben - und die werden mit diesem Buch definitiv einen guten Griff tun!
Ja, sie sind putzig. Mit ihrem schwarz-weißen Fell, den schwarzen Ringen um die Augen und dem dicken, vollen Teddy-Gesicht sind Pandas trotz ihrer Größe der Inbegriff von Niedlichkeit. Und deshalb setzten ...
Ja, sie sind putzig. Mit ihrem schwarz-weißen Fell, den schwarzen Ringen um die Augen und dem dicken, vollen Teddy-Gesicht sind Pandas trotz ihrer Größe der Inbegriff von Niedlichkeit. Und deshalb setzten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts so einige darauf, sie zur Attraktion in Zoos zu machen. Andere fanden, dass sie auch ausgestopft beeindruckend seien und schossen sie ab. Ein Abenteurer wollte sie aber auf jeden Fall lebend in die USA bringen: Bill Harkness. Als er auf einer Expeditionsreise starb, setzte sich seine Witwe in den Kopf, sein Vermächtnis zu erfüllen und selbst einen der Bären aufzuspüren und in die USA zu bringen. Die „Panda-Lady“ war geboren.
Inwieweit Ruth Harkness‘ Motive wirklich Artenschutz war, mag dahinstehen – auf jeden Fall brachte es ihr ein riesiges Presse-Echo ein, als sie tatsächlich mit einem Baby-Panda namens Su Lin in Amerika eintraf. Während sie sich einerseits in dem Ruhm sonnte, das begehrteste Tier der Welt an die Öffentlichkeit gebracht zu haben, regte sich in ihr gleichzeitig der Beschützerinstinkt. Sie war keine Wissenschaftlerin, sondern „nur“ jemand, der gute Kontakte nach Asien und einen starken Willen hatte. Ob sie mir sympathisch gewesen wäre, wenn ich sie kennengelernt hätte? Ich weiß es nicht…
Ruth Kornberger erzählt in diesem Roman ihre Geschichte und damit gleichzeitig die der Pandabären. Lange Zeit galten sie als Mysterium (ähnlich dem Yeti) und als dann tatsächlich lebende Pandas in die USA gebracht wurden, verursachte das einen regelrechten Panda-Hype. Doch die nach Übersee verbrachten Tiere konnten außerhalb ihres natürlichen Lebensraums selten lange überleben und so war der Aufbau einer Zucht im Zoo ein utopisches Unterfangen. Und wie man so schön sagt: die Dosis macht das Gift. Je begehrter die Tiere waren, desto mehr setzte man ihnen nach. Und das hatte verheerende Folgen. Heute kennen wir das Ausfuhrverbot von Pandas – nur selten und nur an ausgewählte Staaten werden Tiere von China verschenkt. Dies alles nahm seinen Anfang in den 1930er Jahren und das ist der Plot, den Ruth Kornberger hier aufbereitet.
Ich habe den Roman gern gelesen und konnte mir die Expeditionen und Ruth als Person sehr gut vorstellen. Allerdings war sie mir in ihren Ansichten und ihrem Handeln nicht immer sympathisch. Dafür kann natürlich die Autorin nichts – sie hat Ruth so dargestellt, wie sie sie in ihrer Recherche kennengelernt hat. Sie war ein exzentrischer Mensch, der gern im Mittelpunkt stand und sicherlich auch manipulativ vorgehen konnte um zum Ziel zu kommen. Ihre Liebe zum Pandababy Su Lin hatte etwas Verzweifeltes und Vermenschlichendes, das dem Tier wohl nicht immer gut tat. Andererseits machte sie eine Entwicklung durch und lernte im Laufe der Zeit, dass weniger manchmal mehr ist – in welcher Entscheidung dies gipfelte, muss aber jeder selbst lesen.
Mit „Die Spur der Pandabären“ wird ein spannendes zoologisches Thema aufgegriffen, das mich mitnahm auf eine Reise in die tiefen Bambuswälder Asiens. Fernweh kuriert, entspannte Lesestunden erlebt und noch etwas dabei gelernt – ich fühlte mich gut unterhalten und empfehle das Buch gern weiter.