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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2025

Zwei Zeiten, ein tödliches Geheimnis

Death at Morning House
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Maureen Johnson liefert mit Death at Morning House einen atmosphärisch dichten, spannenden Jugendthriller, der auf zwei Zeitebenen spielt: der Gegenwart und den 1930er Jahren. Im Zentrum steht Marlowe, ...

Maureen Johnson liefert mit Death at Morning House einen atmosphärisch dichten, spannenden Jugendthriller, der auf zwei Zeitebenen spielt: der Gegenwart und den 1930er Jahren. Im Zentrum steht Marlowe, die nach einem peinlichen Zwischenfall – eine explodierende Duftkerze ruiniert ihr erstes Date und setzt fast das ganze Haus in Brand – dringend Abstand braucht. Die perfekte Gelegenheit: ein Sommerjob auf Ralston Island, wo sie Führungen durch das leerstehende Anwesen Morning House geben soll.

Doch was wie eine ruhige Auszeit beginnt, entpuppt sich als gefährliches Rätsel. Schon bald stößt Marlowe auf Hinweise zu einem ungeklärten Mord in der Vergangenheit. Und auch in der Gegenwart braut sich etwas Bedrohliches zusammen. Die Story verwebt geschickt beide Zeitlinien, wobei sich die düstere Geschichte der Familie Ralston Stück für Stück enthüllt.

Johnson schreibt mit viel Tempo, Humor und einem feinen Gespür für Charaktere. Besonders Marlowe als Ich-Erzählerin überzeugt mit Witz, Unsicherheit und cleverem Blick für Details. Dazu kommt eine angenehm selbstverständliche queere Repräsentation – ihre Gefühle für ihre Exfreundin Akilah spielen eine echte Rolle, ohne ins Klischeehafte abzurutschen.

Das Setting bringt genau die richtige Portion Gänsehaut, Nebel und Geheimnisse. Der Spagat zwischen Grusel, Krimi und modernen Jugendthemen gelingt der Autorin beeindruckend. Auch die Rückblenden in die 30er Jahre sind fesselnd und atmosphärisch dicht erzählt.

Insgesamt ist Death at Morning House ein echter Pageturner für Fans von Rätseln, historischen Familiengeheimnissen und jungen Heldinnen mit Ecken und Kanten.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.08.2025

Zerrissen, poetisch, unvergesslich

Furye
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„Furye“ ist ein Hörbuch, das man nicht einfach nur hört, man fühlt es, man taumelt mit, man denkt lange darüber nach. Die Geschichte einer erfolgreichen Musikmanagerin, die aus ihrem scheinbar perfekten ...

„Furye“ ist ein Hörbuch, das man nicht einfach nur hört, man fühlt es, man taumelt mit, man denkt lange darüber nach. Die Geschichte einer erfolgreichen Musikmanagerin, die aus ihrem scheinbar perfekten Leben ausbricht und in ihre Vergangenheit zurückkehrt, entfaltet sich wie ein literarischer Sturm: intensiv, druckvoll und voller Sehnsucht. Der Titel ist Programm: Furye klingt wie eine Mischung aus Furie und Feuer, und genau das bekommt man auch.

Die nächtliche Reise zurück in die Stadt der Jugend bringt nicht nur Erinnerungen, sondern eine ganze Welle unausgesprochener Gefühle mit sich. Damals war sie Teil einer eingeschworenen Clique – Alec, Meg und Tess –, die als Furien durch einen einzigen, flirrenden Sommer tobten. Freundschaft, erste Liebe, Wut, Verlust, Identitätssuche ... alles kommt zurück, so roh und echt, als wäre es gestern gewesen.

Was das Hörbuch besonders macht, ist die Sprache: mal rau und direkt, mal poetisch und zart. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist nicht nur strukturell klug gemacht, sondern auch emotional präzise. Es geht um so viel mehr als nur um Nostalgie. Es geht ums Überleben, um das Sich-selbst-Wiederfinden, um das Durchbrechen alter Muster.

Die Sprecherin Alina Vimbai Strähler verleiht der Geschichte eine Stimme, die berührt. Mal zurückgenommen, mal explosiv, immer nuanciert. Ihre Interpretation trägt wesentlich dazu bei, dass man sich der Geschichte nicht entziehen kann. Jeder Satz wirkt ehrlich, jede Emotion sitzt.

„Furye“ ist kein Wohlfühlhörbuch, aber genau das ist seine Stärke. Es rüttelt auf, es schmerzt, es heilt ein bisschen. Es bleibt.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Kleine Spinne, große Träume

Selma, du machst das falsch!
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„Selma, du machst das falsch!“ ist ein visuell bezauberndes Bilderbuch, das Kindern ab etwa 4 Jahren eine simple, aber kraftvolle Botschaft vermittelt: Anderssein ist eine Stärke, keine Schwäche. Selma ...

„Selma, du machst das falsch!“ ist ein visuell bezauberndes Bilderbuch, das Kindern ab etwa 4 Jahren eine simple, aber kraftvolle Botschaft vermittelt: Anderssein ist eine Stärke, keine Schwäche. Selma ist eine ganz besondere Spinne. Statt Fliegen zu fangen, will sie die Pracht des Universums einfangen und spinnt Netze, die eher Kunstwerke als Fallen sind.

Die Illustrationen sind liebevoll, farbenfroh und fantasievoll gestaltet, und selbst das Cover ist ein kleines Erlebnis – die haptisch hervorgehobenen Linien des Netzes machen das Aufschlagen des Buches fast zu einem spielerischen Abenteuer. Die kurzen, prägnanten Texte sind eine ideale Mischung aus zugänglichem Erzählstil und tiefgründiger Message: Man muss nicht im Strom mitschwimmen. Wer an seine Visionen glaubt, kann Unmögliches möglich machen.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Authentizität: Selma zweifelt zwischendurch an sich ... ein Moment, der sie "menschlich" und nahbar macht. Das Buch lehrt, dass Mut nicht bedeutet, keine Zweifel zu haben, sondern weiterzumachen trotz der Zweifel. Perfekt für Kinder wie Erwachsene, um über Kreativität, Mut und Individualität ins Gespräch zu kommen ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit Charme und Fantasie.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Trennung auf die harte Tour

Die Rosenschlacht
7

Dieses Buch ist nichts für zartbesaitete Romantiker aber genau das macht den Reiz aus. Was als klassische Vorstadt-Ehe beginnt, verwandelt sich in ein gnadenloses Duell zweier Menschen, die sich einst ...

Dieses Buch ist nichts für zartbesaitete Romantiker aber genau das macht den Reiz aus. Was als klassische Vorstadt-Ehe beginnt, verwandelt sich in ein gnadenloses Duell zweier Menschen, die sich einst liebten und nun alles daran setzen, sich gegenseitig das Leben zur Hölle zu machen.

Barbara und Jonathan Rose sind das Paradebeispiel für „zu schön, um wahr zu sein“. Erfolg, Geld, Haus, Kinder ... aber dann: der Bruch. Kein dramatischer Betrug, kein großer Skandal. Einfach diese still wachsende Abneigung, die irgendwann explodiert. Adler schreibt das so pointiert, ironisch und bitterböse, dass man sich fast dabei ertappt, wie man beim nächsten Wurf mit der Bratpfanne innerlich applaudiert.
Der Humor? Schwarz wie die Nacht. Die Dialoge? Treffend wie Pfeile. Die Dynamik? Zwischenmenschliches Desaster aber auf literarisch unterhaltsamstem Niveau. Adler gelingt das Kunststück, aus einer hässlichen Trennung eine bitterkomische Satire über Macht, Besitz und Ego zu formen.

Wer gerne lacht, wo es eigentlich wehtut, wird hier auf seine Kosten kommen. Die Rosenschlacht ist ein echter Pageturner für alle, die sich für Psychologie, menschliche Abgründe und bissigen Humor begeistern können oder schlicht ein geniales Gegenstück zu herkömmlichen Liebesromanen suchen.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Intensiv und nachdenklich

Im Leben nebenan 
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"Im Leben nebenan" ist eines dieser Hörbücher, das sofort packt. Es geht um Themen, die Viele betreffen: Einsamkeit, Verstrickungen in Beziehungen, Kinderwunsch/Kinderlosigkeit und das Leben in einer Großstadt, ...

"Im Leben nebenan" ist eines dieser Hörbücher, das sofort packt. Es geht um Themen, die Viele betreffen: Einsamkeit, Verstrickungen in Beziehungen, Kinderwunsch/Kinderlosigkeit und das Leben in einer Großstadt, wo jeder in seiner eigenen kleinen Welt lebt und dennoch miteinander verbunden ist. Die Protagonistin, Antonia, findet sich mitten in einem überraschenden, aber viel zu realen Drama wieder, das sie aus ihrer Komfortzone herausreißt.

Das Besondere an diesem Hörbuch ist nicht nur die Story selbst, sondern auch die Art, wie sie erzählt wird. Die Autorin schafft es, alltägliche Situationen mit einem subtilen Humor zu versehen, was die ernsten Themen nie erdrückend wirken lässt, zudem sitzt jeder Satz perfekt. Mich haben so viele Sätze/Umschreibungen total abholen können. Anne Sauer schafft eine authentische Atmosphäre, in der man als Zuhörer direkt Teil der Geschichte wird. Es fühlt sich fast an, als würde man ein vertrautes Gespräch mit einer Freundin führen, die einem von ihrem Leben erzählt, mal nachdenklich, mal humorvoll, immer aber mit einer klaren emotionalen Tiefe.

Was mich besonders beeindruckt hat, war die Art, wie die Sprecherin, die das Hörbuch übernimmt, diese Gefühlslagen transportiert. Ihre Stimme passt perfekt zu der Stimmung der Geschichte und verstärkt die emotionale Wirkung der Szenen. In manchen Momenten wird die Erzählung fast zu einem intimen Erlebnis, bei dem man das Gefühl hat, dass jedes Wort aus dem Inneren der Charaktere herausgesprudelt kommt. Die Sprecherin hat es geschafft, eine Tiefe und Verletzlichkeit in den Figuren zu transportieren, ohne dass es zu dramatisch oder zu schmalzig wird.

Ein Hörbuch, das nachhallt. Die Geschichte hat etwas sehr Erdiges, das sich trotz seiner leisen Töne sehr präsent anfühlt.

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