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Veröffentlicht am 26.07.2025

Ein Mädchen kämpft um das scheinbar Unmögliche

Durch das Raue zu den Sternen
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Es ist Anfang der 1990er Jahre und Arkadia Fink, genannt Moll, ist 13 Jahre alt und liebt die Musik. Sie lebt allein mit ihrem Vater, der grundsätzlich liebevoll ist, darum kämpft, wirtschaftlich über ...

Es ist Anfang der 1990er Jahre und Arkadia Fink, genannt Moll, ist 13 Jahre alt und liebt die Musik. Sie lebt allein mit ihrem Vater, der grundsätzlich liebevoll ist, darum kämpft, wirtschaftlich über die Runden zu kommen und dem aber auch manchmal „die Hand ausrutscht“.

Die Mutter ist ein Freigeist, unkonventionell und begabt passt sie nicht so wirklich in ein kleines bayrisches Dorf. Sie hat ihrer Tochter die Liebe zur Musik vermittelt, mit ihr schräge Abenteuer erlebt und sie in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Individualität bestärkt. Beethoven sei eine Frau gewesen, ist die Mutter überzeugt, und mit ihr die Tochter, für die Beethoven damit ein großes Rollenvorbild ist, denn auch Moll ist fest entschlossen, als Lichtgestalt in die Musikgeschichte einzugehen.

Leider ist die Mutter vor etwa einem Jahr „kurz weggegangen“, wie Moll sich immer wieder erinnert und auf ihre Rückkehr hofft. Immerhin schickt sie der Tochter in unregelmäßigen Abständen per Post einzelne Sätze einer selbst komponierten Symphonie zu. Dann gibt es auch noch Bernhardina im Altersheim, eine gute Freundin von Arkadia, mit der das Mädchen regelmäßig telefoniert und sie besucht.

Vor diesem Hintergrund werden an den bayrischen Schulen Talente für einen renommierten Knabenchor gesucht, dazu kommt eine Frau an die Schulen und lässt die Kinder vorsingen. Sie bemerkt Molls Talent, doch leider… es ist ein Knabenchor und dort werden keine Mädchen aufgenommen, so heißt es. Doch dabei wird die selbstbewusste und entschlossene Arkadia es nicht bewenden lassen. In dem humorvoll und berührend erzählten Buch erleben wir mit, wie sie darum kämpft, sich einen Platz in diesem Chor zu erobern, allen Widerständen zum Trotz.

Passend zum Thema ist das Buch in fünf Sätze einer Symphonie eingeteilt, die sich in Ausdruck und Tempo unterscheiden: von schnell, aber nicht zu schnell, über sehr lebendig bis zu langsam, dann wieder schneller und schließlich so, wie einem gerade ist.

Beeindruckt hat mich an diesem Buch ganz besonders das Selbstbewusstsein der gewitzten Arkadia, die von dem Autor sehr treffend und glaubwürdig porträtiert wird, sodass ich mich von Anfang an mit ihr zutiefst verbunden gefühlt und mit ihr mitgefiebert habe. Das aus der Ich-Perspektive geschriebene Buch hat sich für mich angefühlt, als wäre es tatsächlich die eigene Erzählung eines ganz besonderen, begabten und eigensinnigen Mädchens am Anfang der Pubertät. Hier ein zwei Zitate aus dem Buch zur Illustration:

„Ich war eine Sängerin des Knabenchors. Der Knabenchor wusste das nur noch nicht.“ (S. 42)

„Auf der Busfahrt zum Kurkonzert sprach niemand. Für manche Knaben aus dem Landkreis war es der erste Auftritt. Sie waren nervös. Ich nicht.“ (S. 176)

Insgesamt ist es ein humorvolles und unterhaltsames, dabei zugleich tiefgründiges Buch über die Liebe zur Musik und das unerschütterliche Festhalten an eigenen Zielen, den Umgang mit scheinbar unüberwindbaren Hindernissen, das Anders-Sein und die Suche nach Anerkennung und Zugehörigkeit sowie das Verfolgen der eigenen Träume. Dabei kommen die Lesenden der Ich-Erzählerin sehr nahe, erleben ihren Kampf im Außen genauso wie im Innen mit und können sich tief berühren lassen. Es ist auch ein Buch, das sich für Gleichberechtigung einsetzt und tief für das Thema Diskriminierung sensibilisiert. Ein Kompliment an den männlichen Autor, sich so gut in ein jugendliches Mädchen hineinversetzen zu können und sich diesem wichtigen Thema angenommen zu haben.

Ich kann dieses Buch einer breiten Leserschaft, angefangen von Jugendlichen bis zu Erwachsenen jeglichen Alters, nur wärmstens empfehlen! Für mich wird es ganz bestimmt nicht das letzte Buch dieses talentierten Autors bleiben.

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Veröffentlicht am 26.07.2025

Sehr spannend und gut konstruiert, mit Twists bis zum Ende

Not Quite Dead Yet
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Jet, Ende 20 und bisher im Leben nicht sonderlich erfolgreiche Tochter aus reicher Familie, die immer noch bei den Eltern wohnt, wurde ermordet. Aber noch stirbt sie nicht... erst in etwa einer Woche, ...

Jet, Ende 20 und bisher im Leben nicht sonderlich erfolgreiche Tochter aus reicher Familie, die immer noch bei den Eltern wohnt, wurde ermordet. Aber noch stirbt sie nicht... erst in etwa einer Woche, so sagen es die Ärzte voraus. Sie hat erst einmal überlebt, doch die Attacke auf sie hat irreparable Schäden in ihrem Gehirn hinterlassen, die sie voraussichtlich innerhalb weniger Tage umbringen werden.

Was würden wir tun, wenn wir nur noch so kurz zu leben hätten? Jet ihre Entscheidung schon getroffen: nichts ist wichtiger für sie, als ihren eigenen Mord aufzuklären. Dabei steht ihr ihr treuer Kindheitsfreund Billy, der in sie verliebt ist, zur Seite. Gemeinsam ermitteln die beiden, während die Polizei eher wegschaut und sich damit zufrieden zu geben scheint, schnell einen Verdächtigen gefunden zu haben: Jets Ex-Freund.

Je tiefer die beiden graben, desto mehr dunkle Geheimnisse aus dem Umfeld der Familie kommen ans Licht, und kaum etwas ist so, wie es scheint. Und dann gibt es ja noch eine zweite Tote, lange in der Vergangenheit: Jets Schwester Emily, die als Teenager im Familienpool ertrunken ist. Nun verliert die vom Unglück verfolgte Familie schon die zweite Tochter... aber wird es wenigstens gelingen, den Mörder zu finden?

"Not quite dead yet" ist ein sehr gelungener und spannender Thriller mit vielen Twists und Turns. Tatsächlich gibt es im Umfeld der Familie viele Personen, die durchaus nachvollziehbare Motive für den Mord haben könnten und mir war lange nicht klar, wer der tatsächliche Mörder sein könnte. Das hat das Lesen sehr unterhaltsam und interessant für mich gemacht. Das einzige, was etwas zähflüssiger für mich zu lesen war, war der Einstieg, vor dem Mord - vielleicht lag das aber daran, dass ich mich in das Buch erst einlesen und damit vertraut werden musste, und das waren nur die ersten paar Seiten. Danach hat mich die Geschichte gefesselt, sie ist lebendig erzählt und ich habe mit den Charakteren mitgefiebert und beste Thriller-Unterhaltung genossen. Eine Leseempfehlung für alle, die Thriller, Spannung und gute Unterhaltung schätzen!

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Humorvoll, authentisch und warmherzig

Die Königin von Dirt Island
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Wie geht eine Familie damit um, wenn eine ganz junge Frau ungeplant schwanger wird? Das ist das Thema, das sich durch das neueste Buch des irischen Autors "Die Königin von Dirt Island" zieht und anhand ...

Wie geht eine Familie damit um, wenn eine ganz junge Frau ungeplant schwanger wird? Das ist das Thema, das sich durch das neueste Buch des irischen Autors "Die Königin von Dirt Island" zieht und anhand mehrerer Generationen betrachtet wird.

Doreen wird in den 1980er Jahren jung und ungeplant schwanger. Zwar kommt es noch während der Schwangerschaft zur Hochzeit mit dem Kindsvater, aber auch das kann nicht verhindern, dass sie von ihrer Herkunftsfamilie verstoßen wird und es auf Jahrzehnte zu keiner Versöhnung mit den Eltern oder dem Bruder kommt. Unglücklicherweise stirbt dann auch noch ihr Ehemann und der Vater des Kindes kurz nach dessen Geburt an einem tragischen Unfall und Doreen muss ihre Tochter alleine aufziehen... wobei... nicht ganz alleine, nur ohne Ehemann.

Denn es kommt zu einer tiefgründigen und wunderschönen, bis zu deren Tod andauernden Freundschaft mit ihrer Schwiegermutter, einer Frau mit drei Söhnen (von denen sie zwei noch zu ihren Lebzeiten tragisch verlieren wird), aber ohne Tochter. Diese ältere Frau, im Buch aus der Perspektive von Doreens Tochter Saoirse "Nana", eine liebevolle Bezeichnung für ihre Großmutter, genannt, wird Doreen zur Seite stehen, zeitweise auch mit ihr wohnen und mit ihr gemeinsam das kleine Mädchen großziehen.

Die kleine Saoirse wächst also mit Mama und Oma auf. So sehr Doreen ihre Tochter liebt, wünscht sie ihr doch eine gute und beruflich erfolgreiche Zukunft. Umso entsetzter ist sie erst einmal, als ihr Schicksal sich bei ihrer Tochter zu wiederholen scheint: von ihrer allerersten sexuellen Begegnung wird diese mit 17 Jahren schwanger, der angehende Vater weiß und erfährt nichts davon, es war eine einmalige Sache. Es ist unklar, wie es nun mit Saoirses schulischer Ausbildung und Berufslaufbahn weitergehen soll. Doch nach dem ersten Schock samt Beschimpfung der Tochter steht die Mutter ihr zur Seite, genauso wie Nana, und mit vereinter Frauenkraft lässt sich vieles bewältigen, auch das Aufziehen einer weiteren Tochter ohne Vater, der kleinen Pearl.

Von diesen warmherzigen Beziehungen zwischen den Frauen aus drei, später sogar vier Generationen lebt das Buch. Mit viel Humor und Herz werden deren Alltag geschildert, ihre Bemühungen, dem jeweiligen Kind eine gute Mutter zu sein, diverse Freundschafts- und Verwandtschaftsbeziehungen, Verliebtsein und Enttäuschungen, Bedrohungen und Für-Sich-Einstehen.

Ich habe während der Lektüre gar nicht darauf geachtet, wer es geschrieben hat. Umso überraschter war ich danach, als ich entdeckt habe, dass ein männlicher Autor ein so authentisch aus weiblicher Perspektive erzähltes Buch über vier miteinander verbundene und beeindruckende Frauen verfasst hat - das zeigt, was für eine Qualität dieses Buch in der Figurendarstellung aufweist.

Auch sprachlich finden sich viele weise Formulierungen darin, die nachdenklich machen, z.B. "Die Zeit vergeht nur, wie sie selbst es will. Wir haben keine Wahl, als mit ihr mitzuhalten. Unser Körper weiß, dass er alt wird, nur unser Herz muss manchmal daran erinnert werden." (S. 356 im E-Book).

Insgesamt ist es ein unterhaltsames, humorvolles und authentisches Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und einer breiten Leserschaft empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Ruhig und empathiefördernd - ein Juwel!

In Erwartung eines Glücks
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Die deutsch-französische Autorin Sylvie Schenk, mittlerweile über 80 Jahre alt, ist für ihre Romane mit einer autobiografischen Note bekannt, in denen sie ganz besondere, eindringliche Worte für die Beschreibung ...

Die deutsch-französische Autorin Sylvie Schenk, mittlerweile über 80 Jahre alt, ist für ihre Romane mit einer autobiografischen Note bekannt, in denen sie ganz besondere, eindringliche Worte für die Beschreibung menschlicher Lebenserfahrung findet. Dem wird auch ihr neuestes Buch "In Erwartung eines Glücks" vollends gerecht.

Ich selbst befinde mich erst am Anfang der Lebensmitte, somit ist die Geschichte der Frau, die in diesem Buch porträtiert wird und die wohl so einige Züge der Autorin selbst trägt (darauf gibt es auch im Buch den einen oder anderen Hinweis) altersmäßig noch viele Jahrzehnte von meiner eigenen Lebenserfahrung entfernt. Doch gelingt es Sylvie Schenk ganz wunderbar, mich für Irène, die Ich-Erzählerin einzunehmen, mich mit ihr mitfühlen zu lassen und mich für ihre Perspektive zu interessieren. So etwas ist großartige Literatur, der das gelingt, und die damit Menschen dabei unterstützt, Empathie für jene zu empfinden, deren Schicksale sie noch nicht einmal ansatzweise aus eigener Erfahrung kennen.

Irène, die Ich-Erzählerin, ist in einer der letzten Phasen ihres Lebens angekommen. Als junge Frau in Frankreich hat sie sich in den deutschen Austauschstudenten Johann verliebt, ist mit ihm nach Deutschland gegangen, hat geheiratet, mit ihm einen Sohn bekommen und über fünfzig Jahre an seiner Seite verbracht, bis er vor einiger Zeit gestorben ist. Auch wenn die Ehe ihre Auf und Abs hatte, wie wohl jede so lange Beziehung, fehlt er ihr sehr. Nun ist sie selbst im Krankenhaus, mit unklaren neurologischen Symptomen, deren Ursache abgeklärt werden soll. Immer wieder soll sie der Sprachtherapeutin zeigen, wie weit ihre kognitiven Fähigkeiten noch gehen, z.B. wie viele Wörter zum Thema Wasser ihr einfallen. Das Zimmer teilt sie mit einer jungen muslimischen Frau... geschätzt 17 oder 18 Jahre alt, so meint Irène. Die beiden sind sich anfangs noch fremd, nähern sich dann aber einander an, unterhalten sich stundenlang und Irène erzählt ihr von ihrer Leidenschaft für den politisch umstrittenen, aber gerade in Deutschland sehr erfolgreichen französischen Autor Houellebecq. Einen älteren Herren gibt es auch auf der Station, mit dem Irène sich anfreundet und Gedanken und Lebensgeschichten austauscht.

Vordergründig passiert in diesem Roman nicht sehr viel. Den Großteil des Romans nimmt Irènes Zeit im Krankenhaus ein und die Begegnungen mit den beiden genannten Personen. Dahinter spielt sich aber unglaublich viel ab: in Irènes Gedanken und Gefühlen. Sie nimmt uns mit auf eine rückblickende Betrachtung ihres Lebens, all das, was sie getan, erlebt, gedacht und gefühlt hat, und was das heute mit ihr macht.



Selten hat mir ein Buch so deutlich zu spüren gegeben, wie ähnlich ältere Menschen doch uns jüngeren und ihren eigenen jüngeren Versionen sind: oft mit körperlichen Einschränkungen, mit vielen erlittenen Verlusten und mit viel Reife und Lebenserfahrung, aber doch im Kern die gleichen Personen, die sie immer waren. Menschen mit Wünschen, Hoffnungen und Sehnsüchten, die nicht einfach nur noch als alte Menschen abgestempelt werden möchten, sondern als die vielfältigen Persönlichkeiten wahrgenommen werden möchten, die sie immer noch sind.

Darüber hinaus verfügt das Buch über eine sehr schöne Sprache, die mich beeindruckt und berührt hat, und ist voll tiefgründiger Einsichten, hier ein paar Beispiele für beides:

"Sie wusste längst, dass Ängste sich nur im Zaum halten lassen, wenn man die Zukunft ignoriert, die Vergangenheit ausblendet und sich in der Gondel der Gegenwart schaukeln lässt: Ich bin da, noch atme ich." (S. 14)

"Schreiben war ein Festhalten im Sturm, die Buchstaben Felshaken, die Zeilen Seile. Oder ein Festhalten am Grashalm, die Buchstaben flüchtige Samen, die Zeilen fragile Spuren." (S. 48)

"Ihr Leben schien so viele Gesichter, Orte und Ereignisse in sich zu bergen, dass jeder Gedanke in dieser Fülle, in diesem Durcheinander, nicht mehr deutlich und einzeln aufgezeichnet werden konnte." (S. 80)

"Ihre Wut war längst verflogen. Es lohnt sich nicht, fremdzugehen, wenn man sich selbst fremd ist." (S. 108)

Damit ist das Buch für mich ein großartiges generationenverbindendes Buch, das sehr zum Nachdenken anregt, Empathie fördert und das ich Menschen aller Generationen nur wärmstens empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Ein spannender, moderner Thriller, der zum Nachdenken anregt

Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?
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"Eine falsche Lüge - wird es ihre letzte sein?" von Sophie Stava ist ein spannend erzählter, mehrperspektivischer und außergewöhnlicher Thriller. Wir lernen zuerst Sloane kennen, die meint, keine aufregende ...

"Eine falsche Lüge - wird es ihre letzte sein?" von Sophie Stava ist ein spannend erzählter, mehrperspektivischer und außergewöhnlicher Thriller. Wir lernen zuerst Sloane kennen, die meint, keine aufregende Lebensgeschichte zu haben und sich schon früh daran gewöhnt hat, ihren Klassenkameradinnen Lügen über ihre Familiensituation zu erzählen, um Mängel zu vertuschen und sich interessanter darzustellen. Und so ist Sloane mit der Zeit eine erfahrene Lügnerin geworden, doch ab und zu fällt ihr dieses auf den Kopf, und sie verstrickt sich immer mehr in ihre Lügen.

Als sie den extrem attraktiven und reichen Start-Up-Unternehmer Jay im Park mit seiner Tochter Harper kennen lernt, die von einer Biene gestochen wird, gibt Sloane sich kurzerhand fälschlicherweise als Krankenschwester aus, nennt sich Caitlin und versorgt das Mädchen. Danach wird sie sich zielstrebig und bewusst auch mit Jays Partnerin und der Mutter des Mädchens, Violet, anfreunden. Sloane/Caitlin genießt die Nähe zur reichen Familie und wird Harpers Kindermädchen. Doch ist sie die einzige, die hier nicht ganz mit offenen Karten spielt?

Interessanterweise lernen wir nach Sloanes eigener Perspektive etwa ab der Mitte des Buches auch die von Violet kennen und später auch noch die von Jay. Da können sich die Lesenden auf einige sehr spannende Überraschungen und plötzliche Wendungen gefasst machen. Ganz besonders überrascht das ungewöhnliche Ende.

In Summe ist es ein gut geschriebenes, unterhaltsames und leicht zu lesendes Buch, ein spannender Thriller mit plötzlichen Twists, der vieles, was man angenommen hatte, plötzlich wieder in Frage stellt. Besonders hat mir das Ende gefallen, das für so ein Buch überraschend modern ist. Auch wenn es bei einem Thriller hauptsächlich um Unterhaltung geht, mochte ich es sehr, dass das Buch auch die heutige Frauenrolle insbesondere in gehobenen Kreisen sehr kritisch hinterfragt und damit zum Nachdenken anregt.

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