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Veröffentlicht am 23.07.2025

sehr aktuelles Gedankenexperiment

Gesellschaftsspiel
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Gesellschaftsspiel handelt von drei sehr unterschiedlichen Frauen einer Familie, die nach langer Zeit wieder zusammen kommen und sich nicht nur mit einem Todesfall auseinandersetzen müssen, sondern auch ...


Gesellschaftsspiel handelt von drei sehr unterschiedlichen Frauen einer Familie, die nach langer Zeit wieder zusammen kommen und sich nicht nur mit einem Todesfall auseinandersetzen müssen, sondern auch mit einer neuen App eines Tech-Milliardärs,die ihre Heimatstadt Weimar in ein gesellschaftliches Experiment verwandeln soll. Es soll eine Form der direkten Demokratie entstehen, die Bürgerbeteiligung per App ermöglicht.

Der Roman legt den Fokus vor allem auf die Reaktionen und die Konsequenzen dieses Experiments sowie die Vorbereitungsphase. Es geht weniger darum, ob eine solche Neuorganisation des demokratischen Systems tatsächlich umsetzbar wäre, sondern mehr um die gesellschaftlichen und philosophischen Fragen, die damit verbunden sind.

Dora Zwickau hat einen distanzierten, aber angenehmen Schreibstil, der auch eher trockene Themen aus Politik, Soziologie und Philosophie interessant macht und durchdringt, ohne dabei wie ein Lehrbuch zu wirken. Die normale Erzählform aus der Sicht einer der drei Protagonistinnen wird immer wieder durchbrochen durch Chatverläufe, Podcast-transkripte und Twitter-threads, was bei dem Thema des Romans sehr gut passt. Dadurch wirkt die ganze Geschichte auch noch viel realer.

Dagmar, Annika und Isabelle sind authentische Figuren und sehr unterschiedlich, obwohl sie aus einer Familie kommen. Ich hätte es allerdings auch interessant gefunden noch eine andere Sicht auf die App zu bekommen, die nicht aus der studierten Akademikerblase kommt.

Das Thema des Romans fand ich extrem interessant und es ist natürlich brandaktuell, obwohl ich durch den Titel und den Klappentext eigentlich erwartet habe, dass es auch um die wirkliche "Utopie/ Dystopie" geht und nicht nur um die Zeit davor. So lässt das Ende ziemlich viel offen, was aber wohl eindeutig so gewollt ist. Die Auseinandersetzung mit dem aktuellen Rechtsruck, der Macht der Superreichen und dem Einfluss der Technologie und gleichzeitig die Kritik an dem jetzigen, relativ starren System und der Schwächen bzw. Verbesserungsmöglichkeiten der Demokratie ist dennoch sehr gut gelungen, und hat mich an vielen Stellen zum Nachdenken gebracht. Die Randgeschichte der 3 Frauen war auch gut gelungen, aber hätte es meiner Meinung nach in dieser Form gar nicht gebraucht, sondern stattdessen hätte man noch tiefer in das Gedankenexperiment eintauchen können.

Ich würde dieses Buch allen empfehlen, die sich für Politik und die Probleme der Demokratie in der modernen Welt interessieren und die sich gerne über diese Themen Gedanken machen. Man braucht allerdings schon ein Grundinteresse und Wissen in diesen Bereichen, um den Roman zu genießen, denn es ist wirklich kein leichter, super spannungsgeladener Roman, den man einfach so weglesen kann.

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Veröffentlicht am 09.07.2026

Selbstbestimmung und Bindungsängste

Halbwach
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Die Protagonistin Zoe ist zwar hauptberuflich Autorin von Liebesromanen, hat aber in ihrem Privatleben so gar nichts mit Liebe und Romantik am Hut, sondern geht von einer unverbindlichen, rein körperlichen ...

Die Protagonistin Zoe ist zwar hauptberuflich Autorin von Liebesromanen, hat aber in ihrem Privatleben so gar nichts mit Liebe und Romantik am Hut, sondern geht von einer unverbindlichen, rein körperlichen Beziehung zur nächsten.
Diese Prämisse des Romans "Halbwach" hat mir sofort zugesagt und insgesamt fand ich das Buch auch ganz gut. Zoes Leben in der Stadt, ihr Freundeskreis und die komplexen Dynamiken ihrer Familie haben mir gut gefallen. Besonders toll fand ich die Gespräche mit ihrer Therapeutin und wie sie im Laufe des Buches sich immer weiter entwickelt.
Leider hatte das Buch auch einige Schwachstellen für mich. Die meiste Zeit hat mir der Schreibstil wirklich gut gefallen und Zoes Gedanken wirkten authentisch, aber zwischendurch gab es immer wieder Sätze, die irgendwie nicht richtig passten, besonders was das Thema Feminismus angeht. Da hätte ich mir einfach noch mehr Tiefe gewünscht, da viele feministische Themen, die in dem Buch angeschnitten wurden, sehr oberflächlich blieben und es deswegen eher belehrend wirkte. Dazu kommt, dass Zoe, obwohl sie ja so befreit und feministisch sein soll, selber sehr viel für männliche Aufmerksamkeit tut, aber ihre Freundin und Schwester gleichzeitig genau dafür verurteilt, nur weil sie das gleiche auf einem anderen Weg tun. Da hätte ich mir noch mehr Reflexion über diese Widersprüche gewünscht. Außerdem habe ich leider die Verbindung zwischen Mael und Zoe nicht wirklich gefühlt, bzw. hätte auch da mehr Tiefe erwartet.
Trotzdem ein ganz gutes Buch, dass viele interessante Themen behandelt und besonders für junge Frauen am Anfang des Erwachsenenlebens wirklich empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 08.07.2026

Sehr süß und cozy

Cursed for Good – Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen.
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Die Idee des Buches finde ich wirklich super. Welcher Bücherfan träumt nicht davon, in einer verzauberten Buchhandlung zu leben?
So hat mir auch der Einstieg extrem gut gefallen und auch durch die gemütliche, ...

Die Idee des Buches finde ich wirklich super. Welcher Bücherfan träumt nicht davon, in einer verzauberten Buchhandlung zu leben?
So hat mir auch der Einstieg extrem gut gefallen und auch durch die gemütliche, zauberhafte Atmosphäre und das magische Setting ist es eigentlich das perfekte Märchen für mich als junge Erwachsene, die Bücher liebt. Leider konnte mich die Umsetzung nicht komplett überzeugen, obwohl ich den Anfang und die Prämisse so gut fand, weil es einfach zu vorhersehbar und langatmig war. Für mich wäre das Buch so viel besser gewesen, wenn es auf die Hälfte gekürzt worden wäre, z.B. mit nur drei statt sieben Prinzen, denn das hat sich wirklich immer wiederholt. Vielleicht ist Cozy Fantasy einfach nicht das richtige Genre für mich, weil zu wenig passiert, aber ich finde, dass dieses Buch noch so viel mehr Potential hätte. Auch die Charaktere außer der Protagonistin sind mir viel zu oberflächlich geblieben, besonders der Pirat.
Trotzdem war es ein nettes, leichtes Buch für zwischendurch mit einer wirklich schönen, gemütlichen Atmosphäre und ich habe das Lesen die meiste Zeit auch genossen.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Ruhig und tiefgründig

People in Love
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"People in love" thematisiert viele wichtige Themen, wie Verlust, Trauer, Schuld, Sehnsucht, verpasste Chancen und wie wichtig offene Kommunikation ist. Vor allem geht es auch darum, wie eine Entscheidung ...

"People in love" thematisiert viele wichtige Themen, wie Verlust, Trauer, Schuld, Sehnsucht, verpasste Chancen und wie wichtig offene Kommunikation ist. Vor allem geht es auch darum, wie eine Entscheidung oder ein Fehler das ganze Leben beeinflussen und verändern können.
Ich mochte Nora als Protagonistin sehr und auch Robin hat mir als Charakter gut gefallen, wobei ich mit Bren einige Probleme hatte. Am interessantesten fand ich aber Noras Mutter. Insgesamt waren aber alle Charaktere komplex und realistisch geschrieben.
Der Schreibstil ist auch wirklich sehr schön, besonders wie Gefühle beschrieben werden.
Leider hat mich die Story an sich nicht so ganz überzeugt, aber das ist wahrscheinlich Geschmackssache, denn ich bin einfach kein Fan von Geschichten, wo es durch ein einziges klärendes Gespräch der ganze Konflikt aufgelöst werden würde, auch wenn das nicht unrealistisch ist. Das ist einfach zu frustrierend zu lesen für mich.
Also hat es entgegen meinen Erwartungen einfach nicht so ganz meinen Geschmack getroffen, aber ich würde es dennoch auf jeden Fall weiterempfehlen.

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