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Veröffentlicht am 23.07.2025

Proteine im Mittelpunkt

Gamechanger Protein
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Eiweiß ist wichtig und mehr als ein Trend. Im Optimalfall solle jede Mahlzeit mindestens 20 Gramm Eiweiß enthalten, und zwar nicht hauptsächlich durch Fleisch, Proteinshakes und -Snacks, denn es reicht ...

Eiweiß ist wichtig und mehr als ein Trend. Im Optimalfall solle jede Mahlzeit mindestens 20 Gramm Eiweiß enthalten, und zwar nicht hauptsächlich durch Fleisch, Proteinshakes und -Snacks, denn es reicht nicht, nur die Proteine zu zählen, man braucht schon mehr Abwechslung in den Proteinquellen, um verschiedene Aminosäuren aufzunehmen und dazu auch Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien und gesunde Fettsäuren. Es wird ausführlich darüber informiert, wie viel Eiweiß man am Tag braucht und wie man seine Mahlzeiten gestalten sollte, um sich artgerecht zu ernähren und das Beste aus den Nährstoffen herauszuholen. Es wird über Mythen aufgeklärt und auch erklärt, wie insbesondere Proteine wichtig für die Gesundheit sind.

Ein bisschen Kritik: die Empfehlungen hier gehen weit über Proteine hinaus und es kommt viel zusammen, auch wenn der Autor selbst auch empfiehlt, sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen, mit seinem 20:80-Prinzip, wozu er auch ein Buch hat, "Abnehmen nach dem 20:80-Prinzip". Ich finde es auch schwierig, auf die nötigen Proteine zu kommen - nicht für mich persönlich, da ich mit geringem Körpergewicht auch insgesamt nicht so viel brauche, aber ich kann mir vorstellen, dass es für schwerere Menschen auch schwieriger ist. Ich hatte da das Gefühl, dass die Angaben im Buch nicht ganz zusammenpassen und dass es kleine Lücken in den Rechnungen gibt.

Nach den Tipps zur Ernährung geht es weiter mit den Rezepten. Sie passen auch zu dem, was der Autor im ersten Teil empfiehlt: Wenig Fleisch, viele verschiedene Proteinquellen und auch abwechslungsreiche Zutaten. Ich habe nur die Proteinquellen in jedem Rezept verglichen und hatte nicht das Gefühl, dass bestimmte Zutaten bevorzugt werden. Verschiedene Hülsenfrüchte und Nüsse, unterschiedliche Milchprodukte, etwas Tofu, Fleisch, Fisch und Ei. Außerdem viel Gemüse, allerdings eben nicht hauptsächlich wegen der enthaltenen Proteine, sondern auch für Vitamine und Co.

Dabei ist fast die Hälfte der Rezepte vegetarisch, knapp ein Drittel vegan - wenn ich nichts übersehen habe, enthalten nur zwölf Rezepte Fleisch oder Fisch. Außerdem sind auch die meisten Rezepte als glutenfrei gekennzeichnet und viele sind laktosefrei. Ich fand es ganz gut, dass die Rezepte in der Regel für zwei Personen vorgesehen sind, denn so musste ich auch nicht viel umrechnen. Neben der Angabe, wie viel Gramm Protein es pro Portion sind, sind auch Kalorien, Fett und Kohlenhydrate angegeben.

Ich habe natürlich auch ein paar Rezepte ausprobiert, weil ich finde, dass es bei Kochbüchern dazugehört: Die Fitness-Pancakes mit Beeren-Mix fand ich eigentlich lecker, besonders das Aroma der Zitronenzesten fand ich angenehm, allerdings hatte ich das Problem, dass der Teig in der Mitte immer ein wenig roh blieb. Bei den Reispapier-Pfannkuchen mit Rotkohlfüllung und Dip habe ich zum ersten Mal Nusstofu benutzt und war ganz zufrieden mit dem Geschmack, die Zubereitung war insgesamt auch sehr schnell und einfach, sogar schneller als die angegebenen 40 Minuten. Beim Dip hätte ich vielleicht nicht den gesamten Saft der Limette benutzen sollen, denn der war mir ein bisschen zu sauer. Und zuletzt den Hackfleischauflauf mit Kohlrabi und Paprika: Ebenfalls leicht zuzubereiten und geschmacklich top. Das werde ich auf jeden Fall wieder kochen.

Fazit:
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es ist sachlich und informativ, bietet viele hilfreiche Tipps, auch wenn ich ebenso wie der Autor einsehe, dass ich nicht alles sofort umsetzen kann. Die Rezepte finde ich vielversprechend, auch wenn ich als Picky-Eater doch einiges aussortiert habe, und die ausprobierten Gerichte waren auch einfach und mit wenig Aufwand zuzubereiten. Ich würde das Buch weiterempfehlen!

Veröffentlicht am 10.07.2025

Komplizierte Fernbeziehung und emotionale Achterbahnfahrt

Say You’ll Remember Me
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Nach nur einem einzigen Date wissen Samantha und Xavier, dass sie perfekt zusammen sein könnten - würde Samantha nicht direkt am nächsten Tag umziehen. Sie will sich in Kalifornien um ihre kranke Mutter ...

Nach nur einem einzigen Date wissen Samantha und Xavier, dass sie perfekt zusammen sein könnten - würde Samantha nicht direkt am nächsten Tag umziehen. Sie will sich in Kalifornien um ihre kranke Mutter kümmern, während Xavier in Minnesota eine Tierarztpraxis hat, die er nicht verlassen kann. Doch sie können einander einfach nicht vergessen.

Xavier braucht mehr Geld, wenn er Samantha besuchen will, und dafür muss er neue Prioritäten setzen. Nicht nur die Praxis liegt ihm am Herzen, er kümmert sich auch wirklich gerne um Tiere, aber in letzter Zeit kann er nur noch an Samantha denken und dann bekommt man schnell den Eindruck, dass die Praxis immer mehr zur Last wird.

Bei Samantha kann man auch fühlen, dass sie sich Xavier an ihrer Seite wünscht, nur ist sie nicht ganz so motiviert wie Xavier, es möglich zu machen, denn dafür ist sie auch einfach zu beschäftigt. Ihre Perspektive hat mich oft sehr mitgenommen, weil man gut nachempfinden kann, wie schwer es für ihre Familie ist, mit der Demenz ihrer Mutter umzugehen. Sie lieben sie und wollen für sie da sein, aber sie vermissen die Person, die sie einst gewesen ist, und es ist auch nicht leicht, eine demente Person zu pflegen und gleichzeitig sein eigenes Leben zu leben. Ich fand ihre Probleme und die vielen inneren Konflikte so nachvollziehbar und real - das hat das ganze Buch noch emotionaler gemacht.

Die Liebesgeschichte der beiden fand ich wirklich herzzerreißend, weil man so gut spüren kann, wie sie nicht ohneeinander sein wollen und trotzdem einfach keine Lösung finden können. Das Buch hat aber auch noch viel mehr zu bieten, denn es geht auch um Familie und Verantwortung, und trotz vieler ernster Themen gibt es auch etwas Humor, was die Geschichte schön abrundet.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Die weibliche Biologie - überhaupt nicht langweilig!

Viva la Vagina!
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Ich finde es interessant für alle Frauen, denen es dabei helfen kann, den eigenen Körper besser zu verstehen, sich auch mit ihm anzufreunden und zu lernen, wie man damit umgehen kann, z.B. was Hygiene ...

Ich finde es interessant für alle Frauen, denen es dabei helfen kann, den eigenen Körper besser zu verstehen, sich auch mit ihm anzufreunden und zu lernen, wie man damit umgehen kann, z.B. was Hygiene betrifft. Es sind aber auch alles wichtige Punkte, die man unabhängig vom Geschlecht wissen sollte und für mich war das Buch insgesamt eine Vertiefung in Sexualkunde mit dem Schwerpunkt weibliches Geschlecht.

Es ist etwa in folgende Kapitel unterteilt: Aufbau und Biologie, verschiedene Verhütungsmittel und zuletzt Krankheiten. Dabei werden öfter mal biologische Vorgänge mit vielen Hormonen und Körperteilen erklärt, aber durch gute Beispiele und passende Vergleiche kann man dem Inhalt gut folgen. Dabei findet man bekannte Themen in mehreren Kapiteln wieder, es werden aber unterschiedliche Aspekte behandelt und vertieft.

Auch wenn ich kein großer Fan von Sachbüchern bin, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Auch die unterhaltsame Umsetzung inklusiver kleiner Illustrationen hat dazu beigetragen, dass man noch Freude am Lesen und Lernen hat.

Veröffentlicht am 24.02.2024

Spannend, politisch, kompliziert - ziemlich perfekt!

Yellowface
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Die erfolgreiche Autorin Athena Liu stirbt vor Junes Augen und niemand außer June kennt Athenas bisher unveröffentlichtes Manuskript über chinesische Arbeiter während des Ersten Weltkriegs. Es ist viel ...

Die erfolgreiche Autorin Athena Liu stirbt vor Junes Augen und niemand außer June kennt Athenas bisher unveröffentlichtes Manuskript über chinesische Arbeiter während des Ersten Weltkriegs. Es ist viel zu gut, um nicht veröffentlicht zu werden und es zu überarbeiten fällt June viel leichter, als eine ganz neue Geschichte zu schreiben – und Junes eigene Bücher waren sowieso nie besonders beliebt. Aber da sie das Manuskript überarbeitet hat, ist es nun Junes Werk, und nicht mehr Athenas, oder?

Ich finde es sehr faszinierend, dass Rebecca F. Kuang bisher drei inhaltlich sehr unterschiedliche Projekte veröffentlicht hat, es aber jedes Mal geschafft hat, verschiedene Aspekte des Rassismus zu beleuchten und dabei auf eine spannende Art zu verpacken. Hier ist besonders kulturelle Aneignung ein Thema und ich fand es sehr interessant, Junes Gedanken und Rechtfertigungen zu den verschiedenen Vorwürfen zu sehen. Insgesamt gab es schon ein paar Punkte, bei denen ich auch mal fand, dass sie nicht unrecht hatte, aber gleichzeitig weiß man ja, dass ihre politische Meinung sich nur an ihrem persönlichen Vorteil orientiert, daher hat alles einen unangenehmen Beigeschmack. Natürlich ist sie in ihren eigenen Augen auch keine Rassistin, aber …

In einer Hinsicht war das Buch etwas anders als erwartet, denn June hat nicht wirklich viel getan, damit die Öffentlichkeit denkt, sie sei Chinesin. Zwar haben sie sich für ihren Künstlernamen entschieden, der wie ein asiatischer Nachname klingt, aber eigentlich ihr zweiter Vorname ist, aber darüber hinaus tut sie eigentlich nicht, um ihre Identität zu verschleiern. Wer sich nicht wirklich informiert, kann aber trotzdem annehmen, dass sie einen bestimmten ethnischen Hintergrund hat, was dann zu vielen komplizierten Situationen führt.

Interessant fand ich auch die Darstellung von Athena, auf deren Werk sich June nun ihre Karriere aufbaut. Natürlich rechtfertigt sich June innerlich für ihre Taten; sie sieht es nicht als Diebstahl, sondern redet sich schon ein, dass es zum größten Teil ihre Leistung ist. Trotzdem gehört es auch dazu, Athenas Fehler aufzuzeigen. Obwohl Athena hier das Opfer ist, vermitteln Junes Gedanken schon, dass Athena das auch verdient hätte, daher überzeugt June sich selbst, dass das alles irgendwie gerecht wäre, aber es ist und bleibt Diebstahl geistigen Eigentums.

Mir hat auch gefallen, wie gut moderne Themen eingearbeitet wurden, wie die Möglichkeit von Sensitivity Readern, um problematische Darstellungen anderer Kulturen zu vermeiden, und auch besonders, welche Rolle Social Media für Autoren spielt und wie wichtig es (für June) ist, dort Gesprächsthema zu bleiben.

Zum Ende hin war ich mir nicht ganz sicher, wo die Geschichte hinführen soll und war auch erst skeptisch, aber da war es dann wieder der Schreibstil, der mich überzeugen konnte, und dazu kamen noch ein paar letzte clevere Wendungen, die das Buch perfekt abgeschlossen haben.

Fazit
Insgesamt ist das Buch spannend durch Junes Geheimnis und durch die unberechenbaren Reaktionen der Öffentlichkeit, emotional mit jeder Menge Verleugnung und auch voller aktueller politischer Themen.

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Veröffentlicht am 14.02.2024

Spannende Zeitreisen und innere Konflikte

Never a Hero
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Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Joan ist es gelungen, die Zeitlinie zurückzusetzen und ihre Familie zu retten, auch wenn es sie viel gekostet hat. Doch plötzlich wird sie wieder gejagt und entkommt zusammen ...

Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Joan ist es gelungen, die Zeitlinie zurückzusetzen und ihre Familie zu retten, auch wenn es sie viel gekostet hat. Doch plötzlich wird sie wieder gejagt und entkommt zusammen mit Nick, der sich nicht mehr an sie erinnern kann und auch nicht mehr weiß, wer er selbst früher gewesen ist. Nun wird er aber wieder in die Welt der Monster gezogen und Joan hat Angst, was das für Folgen haben könnte.

Bei Nick hat Joan Angst, dass er wieder zum Helden werden könnte, gleichzeitig will sie ihn vor den anderen Monstern beschützen, weil sie noch tiefe Gefühle für ihn hat. Auch Aaron wiederzusehen ist sehr schmerzhaft für sie, denn ihm fehlen all die gemeinsamen Erinnerungen, sodass er nicht mehr als ein gefühlskaltes Monster zu sein scheint, das Joan vernichten möchte. Doch immerhin hat sie ein paar Menschen, denen sie immer vertrauen kann, und auch ein paar Monster, die sich an die andere Zeitlinie erinnern können.

Das Zeitreise-Abenteuer konnte mich wieder sehr gut mitreißen. Ich finde nicht nur die Zeitreisen unvorhersehbar und spannend, es sind vor allem die vielschichtigen Beziehungen zwischen den Charakteren und wie viel komplizierter sie dann auch noch durch die veränderten Zeitlinien werden. Feindschaften, Freundschaften, Familien und Verbündete: alles kann sich ändern. Und es steht so viel auf dem Spiel, da ist es ganz natürlich emotional und dramatisch. Man leidet mit Joan, verfolgt gespannt Nicks Entwicklung und beobachtet die anderen Monster dabei, wie sie mehr über ihre eigene Welt und ihre Fähigkeiten erfahren.

Fazit
Es war insgesamt eine großartige und spannende Fortsetzung. Trotz der gelöschten Erinnerungen gab es kaum Wiederholungen und die Handlung bietet neue Einblicke in die Welt der Monster und ihrer Zeitreisen.

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