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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.12.2025

Seichter, solider Thriller

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Der Anfang war Spannung pur.

Bereits der Prolog sorgt dafür, dass man wissen möchte, wer die betroffene Frau ist und ob diese überlebt hat. Dies wird erst am Ende des Buches verraten. Erst dann offenbart ...

Der Anfang war Spannung pur.

Bereits der Prolog sorgt dafür, dass man wissen möchte, wer die betroffene Frau ist und ob diese überlebt hat. Dies wird erst am Ende des Buches verraten. Erst dann offenbart sich auch der Zusammenhang zu Natalie und Cara, den Protagonistinnen des Buches.

Natalie und Cara feiern in einem Club und Cara verschwindet mit einem gut aussehenden Mann, ihrem „Hauptgewinn“. Am nächsten Tag wird Cara bewusstlos an einer Bushaltestelle gefunden und sie ist kein Einzelfall. Durch Zufall entdeckt Natalie das Bild des Unbekannten auf dem Cover einer Zeitschrift. Es handelt sich um einen erfolgreichen, reichen Unternehmer. Natalie ergattert einen Job in seiner Villa und macht sich ans Ermitteln.

Dabei stellt sie sich abwechselnd ziemlich naiv oder clever an, was für mich teilweise unglaubwürdig wirkte. Dies trifft auch auf die Rolle der anderen Charaktere und den Schluss zu.

Das Buch ist in verschiedene Tage geteilt und erzählt die Story überwiegend aus der Perspektive von Natalie. Auch Nick und ein/e Unbekannte/r kommen immer wieder zu Wort, was die Spannung auf jeden Fall erhöht, die im Mittelteil etwas nachlässt.

Insgesamt ist das Buch „Der Boss“ solide Unterhaltung für Thrillerfans, ohne besonders hervorzustechen. Es lässt sich durch den angenehmen Schreibstil prima lesen, ich hatte mir aber vom Inhalt mehr erwartet.
Wer eine spannende, leichte Lektüre für zwischendurch sucht, ist damit auf jeden Fall gut bedient, sollte jedoch keinen blutrünstigen Thriller erwarten, den das Cover suggeriert.
Dieses hatte mir online nicht so gut gefallen, wirkt aber mit dem rotorangen Farbschnitt und dem eingeprägten Satz „Ist er ein Monster oder ein Genie“ toll.

Veröffentlicht am 26.10.2025

Teils spannend, teils enttäuschend

The Business Trip
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Zwei verschwundene Frauen: das Buch "The Business Trip" hat mich am Anfang sehr stark an das Buch von Julie Clark "Der Tausch" erinnert.
Stephanie und Jasmine sitzen im Flugzeug nebeneinander. Die beiden ...

Zwei verschwundene Frauen: das Buch "The Business Trip" hat mich am Anfang sehr stark an das Buch von Julie Clark "Der Tausch" erinnert.
Stephanie und Jasmine sitzen im Flugzeug nebeneinander. Die beiden könnten kaum unterschiedlicher sein. Stephanie, Karrierefrau und Chefin einer Fernsehredaktion, ist unterwegs zu einer Konferenz, Jasmine, die von Kindheit an kein glückliches Leben hatte, auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund. Die eine hat alles, die andere nichts.

Nach der Landung bekommen sämtliche Kontakte der beiden nur noch Nachrichten per SMS, bis beide spurlos verschwinden.

Das Buch ist aufgeteilt in Kapitel, die Bezug auf den Flugtag nehmen. Insgesamt schildern zehn verschiedene Personen in der Ichform ihren Eindruck vom jeweiligen Tag, was mir persönlich die Spannung etwas nahm, da bis zu fünf Personen einen Tag schilderten.

Der Schluss war mir zu unglaubwürdig und hat mich enttäuscht.
Ich fand das Buch zum Teil unterhaltsam und spannend, aber im Verlauf des Geschehens ließ die Spannung nach. Auf jeden Fall war der Schreibstil gut zu lesen. Auch das Cover fand ich sehr passend.
Ein Buch, das sich gut lesen lässt, aber keines, das man gelesen haben muss. .

Veröffentlicht am 25.07.2025

Wider des Vergessens

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
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Henning Sussebach geht in seinem Buch auf eine Frage ein, die sicher viele Menschen bewegt: Was bleibt von uns nach unserem Tod? Der Anfang seines Buches mit der These, dass jeder Mensch zweimal stirbt, ...

Henning Sussebach geht in seinem Buch auf eine Frage ein, die sicher viele Menschen bewegt: Was bleibt von uns nach unserem Tod? Der Anfang seines Buches mit der These, dass jeder Mensch zweimal stirbt, hat mir gut gefallen. Der erste Tod ist der biologische, der zweite, wenn die Erinnerung an einen Menschen vollständig erlischt. Das führt zur Frage, was von uns bleibt und was wir über unsere Vorfahren wissen.

Der Autor beschreibt das Leben seiner Urgroßmutter Anna, über die er kaum etwas weiß und die keiner von den noch lebenden Familienmitgliedern persönlich kennengelernt hat. Es gibt lediglich einen winzigen Nachlass von ihr.

Interessant fand ich, wie sie sich in einer von Männern dominierten Welt behauptet hat und ihren Mut, einen 19 Jahre jüngeren Mann zu heiraten.

Allerdings stellt mir der Autor zu viele Mutmaßungen und Theorien an, z.B. alleine drei Theorien, warum sie den jüngeren Mann heiratete. Hier wäre in meinen Augen die Romanform eine geeignetere Wahl gewesen.

Henning Sussebach vermischt die Schilderungen zu Annas Leben mit vielen geschichtlichen Informationen, die zwar interessant, aber für die Geschichte nur teilweise relevant sind und den Lesefluss stören. Diese Informationen hätte man auch im Anhang geben können.
Ein gut recherchiertes Buch über eine beeindruckende Frau, auch wenn mir die Umsetzung nicht zu 100 % gefallen hat.

Veröffentlicht am 25.07.2025

Trau keinem im Paradies

The Island - Auf der Flucht
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Lola muss schnell aus Hongkong und ihrem letzten Job verschwinden. Dank ihres ehemaligen Kollegen Moxham hat sie einen neuen Job als stellvertretende Hotelmanagerin auf einer Insel im Paradies. Ein Paradies ...

Lola muss schnell aus Hongkong und ihrem letzten Job verschwinden. Dank ihres ehemaligen Kollegen Moxham hat sie einen neuen Job als stellvertretende Hotelmanagerin auf einer Insel im Paradies. Ein Paradies auf Erden für Reiche scheint die Insel zu sein, nicht jedoch für die Angestellten, die in einer heruntergekommenen Unterkunft untergebracht sind.

Bereits der erste Satz des Buches lässt die Dekadenz ahnen, die auf der Insel herrscht, als Lola gleichzeitig mit Champagnerkisten und Trüffeln im Boot ankommt. Dass der Beluga-Kaviar nicht ankommt, ist ein Riesenproblem. Doch bald tauchen wirkliche Probleme auf. Moxham wird ermordet und Lola findet ihn. Sie versucht, gemeinsam mit ihrer Zimmerkollegin, den Mörder zu ermitteln. Moxham hat sie gewarnt: sei auf alles vorbereitet und trau keinem. Leider beherzigt Lola das nicht. Sowohl die Gäste als auch die anderen Angestellten sind nicht so, wie sie scheinen.

Den Anfang fand ich spannend, da die Frage, warum Lola so plötzlich aus Hongkong fliehen musste, zunächst offen blieb. Die Spannung flaut jedoch ziemlich ab und nach ca. einem Drittel des Buches war ich mir nicht sicher, ob ich weiterlesen sollte. Die Handlung nahm aber noch einmal Fahrt auf und wurde spannend, obgleich mich die Erzählung nicht so überzeugt hat. Lola war mir zu naiv und vertrauensselig.

Mein Fazit: Kein schlechtes Buch, aber auch keines, das man gelesen haben muss.

Veröffentlicht am 24.07.2025

Spannendes Thema, für mich etwas enttäuschend umgesetzt

Die feindliche Zeugin
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Der Anfang des Buches beginnt mit der Tat und der Festnahme des Schwarzen Emmett, der einen Weißen ermordet haben soll. Die junge und in Strafsachen unerfahrene ebenfalls schwarze Anwältin Rosa ist in ...

Der Anfang des Buches beginnt mit der Tat und der Festnahme des Schwarzen Emmett, der einen Weißen ermordet haben soll. Die junge und in Strafsachen unerfahrene ebenfalls schwarze Anwältin Rosa ist in derselben Gegend aufgewachsen wie der Angeklagte und bekommt den Fall, wohl als Gefallen, weil ihre Großmutter bei einem Rechtsberater geputzt hat.

Rosa kniet sich in den Fall und vernachlässigt darüber alles andere, besonders ihre Freunde und ihre familiären Verpflichtungen. Sie hat selbst jede Menge Probleme. Rosa hat ihr Leben überhaupt nicht im Griff, was nicht zum Bild der taffen Anwältin passt und meines Erachtens einen (zu) großen Raum im Buch einnimmt. Vielleicht wollte die Autorin damit zeigen, wie viel Zeit man investieren muss, um als Anwältin erfolgreich zu sein.
Im Gegensatz dazu wird der Angeklagt sehr positiv beschrieben. Er kümmert sich um seine Großmutter, seinen Gefängniszellengenossen, verrät seine "Freunde" nicht.

Das Thema des Buches fand ich sehr spannend, die Umsetzung hat mich jedoch enttäuscht. Mir fehlte das Hintergrundwissen zum englischen Rechtssystem, auf das nur kurz eingegangen wurde, der gewählte Titel erschließt sich mir nicht.
Gut fand ich, dass die Autorin gezeigt hat, dass sich ein Fall manchmal völlig anders zugetragen hat als der erste Anschein vermuten lässt.
Mein Fazit: ein Buch, das sich zwar flüssig lesen lässt, das man aber nicht gelesen haben muss.