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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2024

Stimmungsvolle und emotionale Fortsetzung

A Spark of Time - Ein Date mit Mr Darcy
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Achtung: diese Rezension enthält Spoiler

Wie auch schon beim ersten Teil muss ich auch hier erneut die sehr detailreiche Recherche und die überaus detailgetreue Beschreibung der historischen Aspekte loben. ...

Achtung: diese Rezension enthält Spoiler

Wie auch schon beim ersten Teil muss ich auch hier erneut die sehr detailreiche Recherche und die überaus detailgetreue Beschreibung der historischen Aspekte loben. Kira Licht erweckt auch hier wieder mit ihrem einzigartigen Schreibstil die beschriebenen Zeiten zum Leben und erzeugt eine magische und abenteuerliche Atmosphäre.
Wie erhofft werden hier die Fäden aus dem ersten Teil aufgegriffen und zu einer stimmigen Geschichte verwoben, wenngleich ich negativ anmerken muss, dass zum Ende hin sehr viel Spannung aufgebaut wurde und dann aber das eigentliche Ende der Geschichte viel zu schnell kam und ehrlich gesagt auch etwas weit hergeholt wirkt. Aber immerhin gibt es ein relativ zufriedenstellendes Happy End, wenn auch nicht für alle.

Trotzdem hat mir irgendwie eine tiefere Hintergrundgeschichte für die Handlungen von Damiens Vater gefehlt, denn er erscheint einfach nur grausam, böse, machthungrig und größenwahnsinnig, aber man versteht nicht so richtig, wieso. Außerdem habe ich weitere inhaltliche Dinge zu bemängeln. So fand ich es zwar richtig, dass Lilly Damien lange nicht verziehen hat, aber die tatsächliche Versöhnung kam mir dann doch ein bisschen zu plötzlich und einfach so. Und dann noch die spicy Szene, die nicht hätte sein müssen, denn sie hat nicht wirklich zur Handlung beigetragen. Was mir aber gut gefallen hat, war, dass Lilly sich erneut als willensstarke, mutige, entschlossene, emanzipierte junge Frau mit einem tiefgehenden historischen Wissen bewiesen hat, die keinen edlen Prinzen braucht, der sie beschützt. Und ja, ich gebe es zu, am Ende habe ich mich gefreut, dass es für Lilly und Damien ein Happy End gab.

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Was wäre, wenn du der Mittelpunkt des Universums wärst?

Game Changer – Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen
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Diese Frage stellt Neal Shusterman in seinem Jugendbuch „Game Changer", eine Geschichte über die Komplexität unseres Lebens, über Vorurteile, Stereotype, Diskriminierung und Rassismus und am Ende die Erkenntnis: ...

Diese Frage stellt Neal Shusterman in seinem Jugendbuch „Game Changer", eine Geschichte über die Komplexität unseres Lebens, über Vorurteile, Stereotype, Diskriminierung und Rassismus und am Ende die Erkenntnis: in unserer bequemen Welt machen sich aus privilegierter Sicht nur wenige Gedanke darüber, was falsch läuft, bis sie dazu gezwungen werden, die Welt aus einem neuen Blickwinkel zu sehen. Und dann wird klar: Gar nicht weit unter der Oberfläche liegen Dinge versteckt, über die wir ungern nachdenken, die es aber bitter nötig hätten, endlich zur Sprache zu kommen und aufgearbeitet zu werden. Unsere Welt ist nicht perfekt, aber man kann sie besser machen – allerdings sind dafür auch (persönliche) Opfer nötig.

Inhalt:


Ash ist eigentlich ein ganz normaler, durchschnittlicher, amerikanischer, weißer, hetero, cis-Junge aus der Mittelschicht, spielt erfolgreich Football, ist beliebt, hat viele Freunde, einen nervtötenden kleinen Bruder und einen heimlichen Crush. Jedenfalls bis er zum Mittelpunkt des Universums wird, buchstäblich, denn als Subjective Locus (Sub-Loc) kann er in besonderen Momenten tatsächlich die Welt verändern und zwar nicht nur zum Guten, denn mit jedem Sprung schlüpft er in die Haut einer anderen Version seiner selbst und was er zu sehen bekommt, gefällt ihm von Mal zu Mal weniger, muss er doch erkennen, dass schlimme Dinge auf der Welt gar nicht so weit entfernt liegen, wie man vielleicht denkt ...

Rezension:

(Achtung: dieser Teil kann Spoiler enthalten)

Ich dachte, ich probiere mich mal wieder an einem gesellschaftskritischen Werk, um mich zur Abwechslung zur Unterhaltung auch mal wieder zu bilden und was soll ich sagen, es war insgesamt eine gute Erfahrung.
Der Protagonist Ash ist eine angenehme Hauptfigur, mit der man sich schnell identifizieren kann und mitfiebert, wie er sich von Welt zu Welt mehr weiterentwickelt, auch wenn manche Welten mir zu lang beschrieben wurden mit zu wenig Inhalt. Allerdings ist es inspirierend zu sehen, wie die Erfahrungen jeder Welt Ash nach und nach die Augen öffnen, sodass er erkennt, wie privilegiert er eigentlich war und wie wenig er sich mit den Problemen der Welt auseinandergesetzt hat, bis sie ihn unvorbereitet überrollt haben, wie der Laster es bei seinem ersten Sprung fast getan hätte.
Dabei ist Ashs Geschichte durchaus spannend mit einer gesunden Portion Humor und regt auf einfühlsame Weise zum Nachdenken an. Obwohl Ashs Lebenssituation mir doch recht fern liegt, konnte ich mich gut in ihn hineinversetzen und fand es auch besonders gut, dass er der letzten Welt verstehen kann, warum eine Freundin von ihm mit ihrem, zugegebenermaßen relativ toxischen Freund, zusammen ist, denn Dinge sind oft nicht so einfach, wie sie für andere erscheinen.

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Cosy winterliche Young Adult Romance

Love in Winter Wonderland
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Es ist eine süße, winterliche Liebesgeschichte mit Bezug zur Liebe zu Büchern, witzigen Dialogen und einem magischen Schauplatz rund um einen Buchladen. Eine nette Geschichte zur Weihnachtszeit, aber eher ...

Es ist eine süße, winterliche Liebesgeschichte mit Bezug zur Liebe zu Büchern, witzigen Dialogen und einem magischen Schauplatz rund um einen Buchladen. Eine nette Geschichte zur Weihnachtszeit, aber eher kein Muss. Eigentlich hat es mir auch eher das Cover angetan. Trotzdem gefällt mir die gemütliche, winterlich-weihnachtliche Atmosphäre und der „Countdown“ für Weihnachten in den Kapitelüberschriften. An manchen Stellen war es mir ein wenig zu übertrieben und künstlich dramatisch (natürlich muss sich die „zurückhaltende Streberin“ in den „beliebten Typen“ verlieben und er verlässt seine beliebte Freundin, von der er merkt, dass er sie eigentlich gar nicht mehr liebt, aber dafür fühlt er für die „Streberin“ tiefe Emotionen, die er so noch nie hatte, und all diese typischen Rivalitäten und sich Gefühle nicht eingestehen wollen und so). Was ich aber sehr mochte, war, dass die Protagonistin Ariel keine typische Young Adult Protagonistin ist (hübsch, perfekt, beliebt, etc.), sondern ihre eigene Persönlichkeit hat. So ist sie etwas fülliger, liebt die Kunst und ist ein richtiger Familienmensch. Zu Beginn ist sie eher schüchtern und lässt sich manches gefallen, aber sie lernt mehr und mehr, für sich selbst einzustehen und sich zu behaupten und bleibt sich selbst dennoch treu. Und wenn ich ehrlich bin, dann habe ich mich doch sehr über das Happy End gefreut. Und auch die Geschichte rund um den Buchladen „Wonderland“ von Treys Familie gefällt mir, wenn ich auch sagen muss, dass ich zu Trey nicht so richtig eine Bindung aufbauen konnte.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Wie von Anna Savas gewohnt emotional, jedoch auch sehr anstrengend

Move On - New England School of Ballet
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Mit „Move On“ haben wir nun den letzten Teil der wunderbaren Reihe rund um die New England School of Ballett und ich muss sagen, ich habe mich sehr darauf gefreut, ein letztes Mal an die Ballettschule ...

Mit „Move On“ haben wir nun den letzten Teil der wunderbaren Reihe rund um die New England School of Ballett und ich muss sagen, ich habe mich sehr darauf gefreut, ein letztes Mal an die Ballettschule zurückzukehren, alte Bekannte wiederzutreffen und in eine neue Geschichte einzutauchen.

Auf Skyes Geschichte habe ich mich sehr gefreut, denn sie war mir aufgrund ihrer einzigartigen Freundschaft mit Jase in Band 1 sowie ihrer Tanzvideos bereits aufgefallen und dort ehrlich gesagt etwas zu kurz gekommen, deshalb freue ich mich umso mehr, dass sie nun eine eigene Geschichte bekommen hat und ich noch so viel mehr über sie erfahren konnte. Sie ist ein sehr faszinierender und auch komplexer Charakter, eine gute Freundin, impulsiv und empathisch, neigt zum Perfektionismus, strahlt das pure Leben aus und ist gut in dem, was sie macht. Ihre Leidenschaft liegt nicht im Tanzen vor Publikum, sondern vor der Kamera. Dort fühlt sie sich wohler, denn sie kann Choreografien so oft tanzen, bis sie sie perfektioniert hat, und es muss nicht beim ersten Versuch gelingen. Das zeigt sich auch in den Videos, die sie von sich dreht und als Ventil nutzt, um sich auszudrücken. Daher erscheint ihr die Dokumentation, die an der Schule gedreht wird, wie die perfekte Chance, einen Durchbruch zu erzielen und an Bekanntheit zu gewinnen. Gerade dafür finde ich sie sehr inspirierend und eine starke Protagonistin. Mir gefällt es, wie sehr sie an diesem Traum dranbleibt und ihn nicht aus den Augen verliert. Auch wenn es schwierig wird, lässt sie sich nicht unterkriegen und weiß sich zu behaupten. Allerdings ist sie auch sprunghaft und scheint in manchen Momenten nicht so genau zu wissen, was sie will, und geht auch ständig auf Provokationen ein, obwohl sie es doch eigentlich besser weiß und sie genauso gut einfach ignorieren und weitergehen könnte. Diese Situationen fand ich etwas nervig und anstrengend, aber ohne würde der Trope ja nicht funktionieren. Ich kann zwar verstehen, dass es schwer ist, jemandem zu verzeihen, der sich nie entschuldigt hat, aber sie wollte eben auch lange Zeit nicht sehen, dass sie vielleicht auch nicht ganz unschuldig an der dramatischen Trennung war, die beiden sehr viel Herzschmerz zugefügt hat. Ebendieser Schmerz hält sie davon ab, sich einzugestehen, dass sie Gabriel nie hat vergessen können und noch immer Gefühle für ihn hat, denn sie hat Angst davor, erneut so verletzt zu werden. Im Laufe der Geschichte lernt sie dann jedoch zu verzeihen, eigene Fehler zu erkennen und erlangt den Mut, Gabriel die Wahrheit zu sagen.

Mit Gabriel bin ich leider nicht so richtig warmgeworden. Direkt zu Anfang fiel es mir schon schwer ihn zu mögen, denn die Geschichte startet mit der Trennung von Skye und Gabriel in der Vergangenheit und dieser Ausschnitt allein ließ mich Gabriel sehr unsympathisch finden, aber auch unbedingt mehr erfahren wollen. Als die Geschichte dann so richtig begann, fand ich ihn sehr nervig und anstrengend; er hat Skye ständig provoziert, er wollte alles wissen, obwohl ihn das nichts anging, und er war auch ziemlich arrogant. Mit der Zeit habe ich ihn dann aber besser verstehen gelernt. Tief in ihm liegt ein Schmerz vergraben, den er nicht so richtig überwinden konnte, denn durch einen unglücklichen Unfall musste er seinen Traum vom Ballett aufgeben und hat stattdessen ein Film-Studium in LA aufgenommen und das Tanzen durch Schwimmen ersetzt. Skye konnte er allerdings nie ersetzen und so trägt er noch immer ihre Haargummis als Armbänder. Als er dann für den Dreh der Dokumentation an die Schule zurückkehrt, ist sein Gedanken- und Gefühlschaos deutlich spürbar. Obwohl er sich oft unnötig provokant und wie ein Arschloch verhält, schlummert doch ein weicher Kern in ihm und im Grunde genommen ist er eigentlich ein lieber Kerl, hilfsbereit, aufmerksam und verlässlich, aber über die Jahre hat ihn der Schmerz hart werden lassen und so provoziert er Skye anfangs lieber, statt sich fernzuhalten. Auch er wirkte als Charakter sehr sprunghaft und schien nicht so recht zu wissen, was er wollte. Später hat er das dann erkannt. Es brauchte wohl einfach seine Zeit, bis auch er seine Fehler einsehen und zugeben konnte und erkannt hat, dass er es nochmal mit Skye versuchen möchte. Sie allerdings macht es ihm nicht leicht, ihr Vertrauen zurückzugewinnen.

Auch wenn das Wiedertreffen der beiden alte Gefühle weckt, haben beides doch einiges durchgemacht, das es ihnen erschwert, sich aufeinander einzulassen. Ihre gemeinsame Vergangenheit, die immer wieder in Rückblenden aufgearbeitet wird, war zunächst wunderschön und dann sehr schmerzhaft und hat bei beiden Wunden hinterlassen, mit denen sie zu kämpfen hatten. Und erst gemeinsam gelingt es ihnen, den Kampf zu gewinnen, den Schmerz hinter sich zu lassen und miteinander nochmal neu anzufangen.
Man hat von Anfang an gemerkt, wie sehr sich die beiden im Vergleich zu ihrer gemeinsamen Vergangenheit verändert haben, denn von ihrer früheren Liebe ist nur noch Hass übrig und doch kommen sie nicht voneinander los. Sie begegnen sich immer wieder und während ihrer Wortgefechte merken sie, dass da vielleicht immer noch etwas zwischen ihnen ist. Skye und Gabriel sind eine Wucht an geballten Emotionen, die aufeinanderprallen und die man durch den wunderbaren Schreibstil von Anna Savas, den ich jetzt schon so oft gelobt habe, hautnah miterlebt. Sie sind zwei gebrochene Herzen, zwei verlorene Seelen, die wieder aufeinandertreffen. Ihre Geschichte handelt von zerplatzten Träumen und zweiten Chancen, von Leid, Schmerz, Trauer, Hass und Liebe, zwischen denen der Grat ja bekanntlich schmal ist, aber auch von Glück und Vergebung, von Sehnsucht, Unsicherheiten und Hoffnung, von Wut, Verdrängung, in Erinnerungen schwelgen (nicht immer im positiven Sinne), Vertrautheit, Machtlosigkeit und so viel Leidenschaft, sich gleichzeitig wehzutun und zu heilen. Und dennoch oder vor allem aufgrund ihrer Vergangenheit, lebt ihre Geschichte von Missverständnissen, künstlichem Drama und fehlender Kommunikation in entscheidenden Momenten. Und gerade das macht ihre Geschichte manchmal sehr anstrengend, denn das ständige Aneinandergeraten zieht sich doch sehr in die Länge und es wird vermieden, Dinge einfach mal anzusprechen, was alles unnötig verkompliziert und die Story unnötig in die Länge zieht.
Letztlich merkt man einfach, dass Kommunikation der Schlüssel zu einer guten Beziehung ist, und das in jeder Hinsicht. Ihre gemeinsame Entwicklung fand ich dann auch sehr schön, das Reflektieren und Aufarbeiten ihrer Vergangenheit, den anderen verstehen zu lernen, sich wiederzufinden, gemeinsam zu wachsen und schließlich wieder zueinander zu finden.

Neben Skye und Gabriel tauchen während und durch die Dreharbeiten bereits bekannte Personen immer mal wieder auf und genau diese Nebencharaktere sind ebenso wichtig für die Geschichte. Das Wiedersehen mit ihnen hat mich sehr gefreut und auch, dass sie alle mit dem Epilog noch gebührend verabschiedet wurden. Ein gelungener Abschluss der Reihe.
Jase, Zoe, Mae, Easton, Rayne und die Band, Phoenix und Lia – sie sind wie eine Familie. Ihre Freundschaft, ihre Unterstützung und ihre eigenen Kämpfe machen die Welt der New England School of Ballet lebendig. Es ist, als würde man alte Freunde wiedersehen, wenn sie auf den Seiten auftauchen. Ganz besonders die Freundschaft von Mae, Jase, Zoe und Skye hat mir sehr gefallen. Die drei waren immer für Skye da und haben sie unterstützt. Und auch neue Charaktere runden das Bild ab. Skyes Eltern und Gabriels bester Freund zum Beispiel.

Mein Fazit: Ich habe mich wirklich auf die Geschichte gefreut, aber irgendwie hat sie mich nicht ganz gepackt, sondern zwischendrin sogar ziemlich genervt. Das lag vor allem an Gabriel und Skye, mit denen ich mich nicht so ganz anfreunden oder mitfühlen konnte und deren fehlende Kommunikation das Lesen manchmal sehr schwierig gemacht hat. Ihre Geschichte war, wie von Anna Savas gewohnt, sehr emotional, aber leider teilweise auch sehr anstrengend. Die Idee mit dem Filmprojekt fand ich interessant, denn es war mal was Anderes und brachte ein wenig Schwung rein. Aspekte wie diesen mochte ich, aber zusammenfassend war „Move On“ für mich leider doch eher ernüchternd. Da ist wohl bei mir nicht so richtig der Funken übergesprungen.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Hochemotional, schmerzhaft, aber auch heilsam

Stay Here - New England School of Ballet
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Es hat mir gefallen, an die New England School of Ballett zurückzukehren und die Charaktere aus Band 1 wiederzutreffen, aber leider bin ich mit der Geschichte von Rayne und Easton nicht so richtig warm ...

Es hat mir gefallen, an die New England School of Ballett zurückzukehren und die Charaktere aus Band 1 wiederzutreffen, aber leider bin ich mit der Geschichte von Rayne und Easton nicht so richtig warm geworden. Vielleicht war es einfach nicht das richtige Thema, vielleicht lag es an den Charakteren, vielleicht auch daran, dass der Bezug zum Ballett ein wenig verloren gegangen ist, aber leider hat es mich nicht so gepackt wie Band 1.

Der Schreibstil war nach wie vor wunderschön, bildreich, gefühlvoll und so intensiv, dass ich die Emotionen der Figuren fast schon selbst spüren konnte. Besonders Raynes Emotionen waren so intensiv und sie so voller Schmerz, dass ich sie manchmal einfach gerne umarmt hätte. Manchmal war das aber für mich als Leserin auch schwer zu ertragen. An dieser Stelle nur die Empfehlung, lest euch auf jeden Fall die Triggerwarnung durch, denn auch gerade dieses Buch behandelt sehr intensive und schmerzhafte Themen. Es ist eine Geschichte über Verlust, die Verarbeitung von Trauer, eigene Wünsche, Mental Health, schmerzhafte Selbstfindung und die heilende Kraft von Freundschaft und Vertrauen. Und das alles ist von Anna Savas und ihrem Schreibstil sehr gut eingebaut. Die Autorin schafft es einfach mit ihren Worten und Charakteren tief zu berühren.

Die Geschichte an sich konnte mich leider nicht so sehr mitreißen, denn die Romance war am Anfang nicht ganz meins und ich empfand es in der ersten Hälfte als etwas schleppend und unspektakulär, später dann als viel zu schnell und mit zu vielen spicy Szenen auf einmal (das ist wohl neuerdings Standard bei New Adult Büchern). Allerdings fand ich die Idee toll, die besondere Verbindung von Rayne und Easton mithilfe ihrer Chatverläufe aufzurollen, denn so lernt man die beiden, ihre Vergangenheit sowie ihre Überzeugungen und Probleme besser kennen und sie werden greifbarer. Gerade diese Verbindung macht das Buch zu etwas Besonderem, denn Rayne und Easton sind der Inbegriff von Vertrauen und ergänzen sich auf die beste Weise. Ihre Beziehung, erst freundschaftlich, dann romantisch, entwickelt sich langsam und baut auf gegenseitigem Vertrauen auf. Die beiden unterstützen sich gegenseitig und sind bald wahre Vertrauenspersonen füreinander, erst nur in ihren Chats, später dann auch in Real Life, als Rayne nach Boston zieht und sich überwindet, Easton zu besuchen und nach einer langen Zeit der Funkstille wieder Kontakt zu ihm aufzunehmen.
Besonders schön fand ich bei den beiden, dass sie kommuniziert haben. Sie reden miteinander, wenn es Probleme gibt und dadurch entstehen nicht so viel Streit oder Unverständlichkeiten, auch wenn jeder für sich meint, den Weg manchmal ohne den anderen gehen zu wollen. Ich finde es immer gut, wenn Sorgen und Probleme angesprochen werden und es dadurch nicht zu Missverständnissen kommt, was unnötiges Drama heraufbeschwört. Das gibt es hier alles nicht und das fand ich wirklich erfrischend.

Rayne hat wirklich eine schwere Zeit und muss viel durchmachen. Der Verlust ihrer Eltern und der Schmerz, mit dem sie zu kämpfen hat, werden so eindringlich geschildert und haben mich tief berührt. Außerdem hat sie außer ihrer Großmutter, zu der sie kein besonders enges Verhältnis hat, keine Verwandten mehr. Das muss wirklich schlimm für sie sein. Mit Eastons Hilfe begreift sie aber, dass es nichts bringt, sich in den Schmerz hineinzusteigern und lernt nach und nach, aus den Erinnerungen nicht nur Schmerz, sondern mehr und mehr auch Kraft zu schöpfen und ihre Eltern positiv in Erinnerung zu behalten. Den Schmerz zu überwinden war sicherlich nicht leicht. Umso beeindruckender ist ihre charakterliche Weiterentwicklung.

Eine Kleinigkeit, die mich gestört hat, ist, dass es nicht so sehr um Ballett ging, wie ich es erwartet hatte, denn der Fokus lag sehr stark auf der Musik und das Ballett wurde etwas vernachlässigt. Ich kann es zwar verstehen, weil Easton Teil einer Band ist und Rayne sich zwischen der Musik und dem Ballett hin- und hergerissen fühlt, aber ein bisschen schade fand ich es trotzdem, denn immerhin sollte das Buch eigentlich eine Ballettgeschichte sein. Auch das Gemeinschaftsleben an der Ballettschule hat mir etwas gefehlt, besonders, weil Zoe und Mae Rayne so liebevoll und unvoreingenommen in ihre Freundesgruppe aufnehmen und immer herzlich zu unterstützen versuchen. Solche Freunde sind wirklich wunderbar. Auch Raynes tänzerische Entwicklung kommt etwas zu kurz.

Schlussendlich muss ich sagen, dass mich der zweite Teil nicht so sehr abholen und überzeugen konnte wie der erste, aber die Thematik und die Emotionen machten dieses Werk dennoch zu einem besonderen Buch. Mir fehlte ein bisschen der Ballettbezug und ich konnte mich nicht so sehr in die Charaktere hineinversetzen, weil ihre Geschichte ziemlich intensiv ist, vielleicht ein bisschen zu sehr für meinen Geschmack. Trotzdem werde ich die Reihe weiterlesen, weil mir das Setting so gut gefällt und ich gerne an die Schule und zu den Charakteren zurückkehren möchte.

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