Profilbild von MissDaisy

MissDaisy

Lesejury Star
offline

MissDaisy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MissDaisy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2025

Wahnsinn

Station 22. Wo bist du sicher?
0

Die Patienten mögen Krankenschwester Ida sehr. Dann verschwindet eine Patientin. Alle denken, sie ist geflohen, doch Ida ist von etwas völlig anderem überzeugt. Sie will die Wahrheit ans Licht bringen. ...

Die Patienten mögen Krankenschwester Ida sehr. Dann verschwindet eine Patientin. Alle denken, sie ist geflohen, doch Ida ist von etwas völlig anderem überzeugt. Sie will die Wahrheit ans Licht bringen. Dabei soll ihr ein Kollege helfen, der sie in Hypnose führt, um die verschütteten Erinnerungen hervorzuholen.

Ida war mir sehr schnell sympathisch, auch dann noch, als die erste Andeutung kam, dass sie ein Geheimnis hat. Sie nennt sich selbst dick, hat Ecken und Kanten, macht Dinge, die vielleicht nicht sehr angemessen sind und wird damit sehr nahbar. Man hat das Gefühl, sie kann nur unter Qualen an ihre Vergangenheit denken, womit auch klar ist, warum der Leser oder Hörer zunächst selbst drauf kommen muss, wohin die Reise geht.

Die Geschehnisse sind von Anfang an sehr ergreifend. Von der Arbeit in der Psychiatrie über die Gefühle und Distanz, die Ida den Patienten gegenüber hat und halten muss, bis zum Umgang der Angehörigen mit der Situation ist alles enorm tiefgreifend. Ich denke, da ist nicht nur für mich jede Menge Potenzial für Triggerpunkte.

Anne Elvedal hat mich immer wieder aufs Glatteis geführt. Wie ihre Protagonistin verdächtige ich immer wieder jemanden anderes und finde alle Überlegungen stimmig. Doch dann ändert sich wieder alles. Das erhöht natürlich die Spannung und fesselt an die Story, ebenso dass im Raum schwebt, dass Ida ebenfalls in Gefahr ist.

Nach und nach kommen die Dinge ans Licht und hier fängt es mit den Szenen an, die für mich enorm starke triggernde Wirkung haben. Zarte Gemüter müssen hier vorsichtig sein. Schön sind diese Szenen definitiv nicht und auch für einen Thriller heftig. Leider kippt der Thriller gegen Ende ins absolut Absurde und Unglaubwürdige. Daher verliert die Autorin mich und einen Stern hier, sodass ich gerade noch vier Sterne geben kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.08.2025

Profi-Brote rund um die Welt

Die besten Brote der Welt
0

Für mich ist es etwas unglücklich gewählt, dass die theoretischen Hilfestellungen und die Anleitung für den Sauerteig erst nach den Rezepten, also am Ende des Buches, zu finden sind. Das fände ich am Anfang ...

Für mich ist es etwas unglücklich gewählt, dass die theoretischen Hilfestellungen und die Anleitung für den Sauerteig erst nach den Rezepten, also am Ende des Buches, zu finden sind. Das fände ich am Anfang wesentlich sinnvoller. Über die QR-Codes zu den sozialen Medien und Shops musste ich etwas schmunzeln. Bei vielen Texten gibt es weitere QR-Codes zu Videos zum Thema. Das mag für die junge Generation wichtig sein, mich persönlich stört es nicht gerade, aber ich finde es etwas nervig. Entweder online oder offline ist meine Devise. Nicht beides zusammen. Zwischen Theorie und Werbung findet man dann das alphabetische Rezeptregister.

Den Rezepten merkt man an, dass sie vom Profi stammen. Anfänger in der Küche und Backstube, besonders im Bereich des Brotbackens, werden hier schnell überfordert sein. Klar, die Begriffe sind am Ende des Buches gut erklärt, aber es ist dann eine wilde Blätterei und verdirbt meiner Meinung nach die Freude am Brotbacken. Nur wenige der Rezepte kommen mit einfachen Handgriffen und ohne Fachbegriffe aus. Das ist sehr schade, denn die Backwaren sind einfach toll.

Die Rezepte sind nach Ländern unterteilt. Es finden sich hier Deutschland, Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Niederlande, Dänemark, Schweden, Großbritannien, Irland, Schottland, Türkei, Iran, Russland Indien, USA Mexiko. Zudem gibt es ein Rezept für ein Jüdisches Brot. Zu den meisten der aufgezählten Länder gibt es nur ein einzelnes Rezept. Die meisten kommen aus Deutschland.

Sehr schön finde ich die extrem gute Bebilderung der Rezepte. Nicht nur sieht man das fertige Produkt, sondern immer wieder auch Arbeitsschritte, z.B. für das Formen. Das ist wirklich vorbildlich! Vielleicht wäre es noch genialer, wenn sich nicht immer wieder Bilder vom Autor mit eingeschmuggelt hätten.

Insgesamt ist dies ein tolles Buch für alle, die gut mit Sauerteig klarkommen, wozu ich leider nach wie vor nicht gehöre. Die meisten Rezepte erfordern nämlich Sauerteigzugaben, nur wenige sind ohne. Das sollte man vielleicht beachten. Ansonsten ist dies auch ein tolles Geschenk für eine Brotweltreise für Backfans und Brotfans. Ich gebe vier Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 26.08.2025

Kürbis mal in der Hauptrolle, mal in der Nebenrolle

Kürbis – 130 geniale Rezeptideen
0

Kürbiszeit ist Soulfood-Zeit und ich suche immer neue Möglichkeiten, dieses Fruchtgemüse in meiner Küche zu integrieren. Da kommt mir dieses Kochbuch doch gerade richtig!

Das Kapitel mit der kleinen Kürbiskunde ...

Kürbiszeit ist Soulfood-Zeit und ich suche immer neue Möglichkeiten, dieses Fruchtgemüse in meiner Küche zu integrieren. Da kommt mir dieses Kochbuch doch gerade richtig!

Das Kapitel mit der kleinen Kürbiskunde gleich zu Beginn ist sehr aufschlussreich. Die Rezepte sind in die Kapitel Kleine Gerichte, Salate & Eingelegtes; Suppen; Hauptspeisen mit Fleisch, Geflügel & Fisch; Hauptspeisen vegetarisch; Beilagen; Desserts, Kuchen und Gebäck eingeteilt. Hier erkennt man schnell, dass der Kürbis nicht immer die Hauptrolle spielt, aber eben ein Teil des Rezeptes ist. Das hatte ich so nicht erwartet, aber schlecht finde ich es auch nicht. Vor dem alphabetischen Rezepteregister am Ende des Buches bekommt man noch Flammbiertipps, einen Glossar und eine Übersicht der Abkürzungen.

Die Rezepte selbst sind wirklich abwechslungsreich. Mich stört allerdings dann schon ein wenig, dass ich mich neugierig darauf stürze und dann feststelle, dass beispielsweise ein karamellisierter Kürbiskern auf einer kleinen Praline Grund genug ist, das Rezept in der Sammlung aufzunehmen. Das enttäuscht mich dann doch schon. Für mich müsste da schon viel mehr Kürbis im Spiel sein, um einem Rezept einen Platz in einem Buch mit diesem Titel zu geben.

Ansonsten sind die Rezepte übersichtlich gestaltet und gut beschrieben. Leider sind nicht alle mit Foto versehen. Das wünsche ich mir bei Kochbüchern immer am meisten. Auf Nährwertangaben kann ich verzichten, aber die bekomme ich hier auch nicht. Manchmal werden Zutaten verwendet, die man nicht unbedingt im Repertoire hat und die auch nicht ganz so einfach aufzutreiben sind. Zumindest bei uns im Umkreis lässt sich beispielsweise Dinkelreis nicht im Geschäft finden. Auch bei der einen oder anderen Kürbissorte muss ich länger suchen und werde nicht immer fündig.

Für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein. Das Zubereiten ist zumeist auch für weniger Geübte machbar. Dennoch sehe ich dieses Buch eher bei jenen, die schon länger leidenschaftlich gern kochen. Gerade habe ich zudem festgestellt, dass es bereits einen Vorgänger dieses Buches mit 120 Rezepten gibt. Von mir bekommt es vier Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 23.08.2025

Schnell und lecker

Quick & Tasty
0

Man könnte sagen, dass niemand das Rad neu erfinden kann und ich einfach schon zu viele Kochbücher besitze, um neutral werten zu können. Doch man könnte auch sagen, dass gerade meine Kochbuchsammlung mich ...

Man könnte sagen, dass niemand das Rad neu erfinden kann und ich einfach schon zu viele Kochbücher besitze, um neutral werten zu können. Doch man könnte auch sagen, dass gerade meine Kochbuchsammlung mich zu einer Art Expertin macht. Dieses Buch richtet sich vermutlich an eine andere Generation, nicht meine. Deshalb wird sich diese auch weniger als ich an den inflationär genutzten englischen Rezeptnamen stören. Ich verstehe und spreche Englisch, frage mich dennoch, warum die Gerichte nicht einfach ihre deutsche Bezeichnung haben können. Ändert doch nichts am Geschmack!

Viele der Gerichte kennt man schon, macht sie selbst schon ewig immer mal wieder. Die sind dann auch nicht, wie sich das jetzt gern nennt, neu interpretiert. Für junge Familien sind sie allerdings sicher sehr viel interessanter als für mich alte Häsin. Daher haben sie ihre Daseinsberechtigung auf alle Fälle. Und obwohl sich das bisher etwas negativ anhören mag, hab auch ich hier einige neue Anregungen gefunden. Pumpkin Love, die Kürbislasagne, steht da ganz vorne. Die Idee ist im Grunde so simpel, aber der Geschmack ist schlicht genial. Mein Mann fand sofort die Spaghetti al Limone interessant und der Genuss gibt ihm Recht. Flammkuchen, Zucchini-Fritters, Lachs a la Oma, Potato-Pizza-Bites, Egg-Muffins und Zwiebel-Tarte liegen ganz genau auf unserer Geschmacks-Wellenlänge.

Beschreibung, Zutatenliste und Arbeitsschritte sind gelungen und verständlich. Die Zutaten sind nicht exotisch und gut zu bekommen. Portionsanzahl, Zubereitungszeiten, Nährwertangaben, Tipps und kleine Hinweise sind vorhanden. Bei den Zeitangaben könnte man diskutieren, aber ich habe inzwischen aufgegeben, mich von Rezepten unter Zeitdruck setzen zu lassen. Zudem kocht man ja Neues auch nicht unter Zeitdruck und probiert es nicht am Besuch aus, oder? Zumindest bei mir bekommen Gäste nur das serviert, bei dem ich weiß, ich schaffe es zeitlich und es schmeckt bombastisch. Eingeteilt sind die Rezepte in die Kapitel Pasta & Reis; Gemüse; Hülsenfrüchte & Getreide; Kartoffeln; Eier; Brot; Dips & Saucen. Die Rezepte sind bunt und ausgewogen, teils mit Fleisch, teils mit Fisch, teils vegetarisch, wenige auch vegan. Gekennzeichnet sind sie nicht. Dafür hält sich der Aufwand aber wirklich durchweg in Grenzen.

Die Fotos sind ehrlich und aussagekräftig. Seit mir ein KI-Kochbuch in die Hände gefallen ist, weiß ich echte Fotos noch mehr zu schätzen, als je zuvor. Weniger schön dagegen finde ich die vielen Fotos von der Autorin. Das schrappt haarscharf an Selbstdarstellung vorbei. Den Theorieteil am Anfang finde ich für Küchenneulinge nicht uninteressant, selbst brauche ich ihn aber eher nicht. Er nimmt leider auch fast ein Viertel des ganzen Buches ein. Da hätte ich weitere Rezepte doch bevorzugt, denn so viele sind 50 dann auch wieder nicht. Dafür findet sich am Ende neben dem Register nach Rezepten auch eines nach Zutaten. Das mag ich sehr.

Für mich ist dieses Kochbuch ideal für junge Familien und ungeübte Köche und Köchinnen. Auch für mich gab es das eine oder andere Rezept, das seinen festen Platz in unserem Speiseplan bekommen hat. Daher von mir vier direkt aus meinem Kochherzen kommende Sterne, trotz meiner Kritikpunkte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 30.07.2025

Mit den eigenen Waffen geschlagen

Das Geschenk
0

Kaum zu glauben, aber plötzlich tauchen wie aus dem Nichts mitten in Berlin Elefanten auf. Einer nach dem anderen, immer mehr! Schnell stellt man fest, dass sie aus keinem Zoo, weder öffentlich noch privat, ...

Kaum zu glauben, aber plötzlich tauchen wie aus dem Nichts mitten in Berlin Elefanten auf. Einer nach dem anderen, immer mehr! Schnell stellt man fest, dass sie aus keinem Zoo, weder öffentlich noch privat, ausgebrochen sind. Da meldet sich der Präsident von Botswana bei Hans Christian Winkler, dem Bundeskanzler. Fröhlich und überaus freundlich erklärt er sein Geschenk. Das stellt die Bundesregierung vor eine nie geahnte Herausforderung!

Das Elefanten-Geschenk ist magisch, mystisch und sehr klug, denn es ist die Antwort auf ein Gesetz, das Deutschland erlassen hat, dessen Auswirkungen aber in Botswana zu spüren sind. Natürlich ist es wichtig, den Elfenbeinhandel zu regulieren, doch die Folgen, wie in dieser Story beschrieben, sind für Botswana lebensbedrohend. Tierschutz hin oder her, das eigene Leben muss auch und zu allererst beachtet werden, findet der Präsident. Dass da eine Lektion erteilt wird, kann ich schon nachvollziehen!

Die Ereignisse überschlagen sich und wie Gaea Schoeter die Folgen und Folgen der Folgen beschreibt, ist gleichermaßen utopisch, wie auch komplett realistisch und nachvollziehbar. Das mag widersprüchlich klingen, ist es aber nicht. Mir hat die Story sehr zu denken gegeben, vor allem, weil alles logisch aufgebaut war und mir enorm viele Bereiche eingefallen sind, in denen wir, als Einzelperson sowie als Land, uns in Dinge einmischen. Und dabei gar nicht wirklich wissen, warum andere ihren eigenen Weg gehen, der uns falsch erscheint, von dem wir aber keine echte Ahnung haben. Das ist krass. Das ist beängstigend. Und das öffnet die Augen.

Das Buch zeigt auch, wie viele Themen da zusammenkommen. Dafür fand ich die Story dann zu kurz, zu komprimiert, zu gestrafft, sodass nicht alles, das meiner Meinung nach wichtig ist, wirklich zufriedenstellend behandelt wurde, sondern nur angerissen. Das ist sehr schade, denn das führte nicht zu mehr Spannung, sondern eher zu Langeweile. Wieder ein Paradoxon! Doch so, wie es ist, hat es nicht die Tiefe erreicht, die das Thema verdient hätte und wozu es Potenzial hätte. Der knappe, etwas distanzierte Erzählstil passt bestens zur Story, die schon fast eine Parabel ist. Es gibt jede Menge Humor, Situationskomik und Wortwitz im Buch, aber immer wieder bleibt einem auch das Lachen im Halse stecken. Von mir von daher insgesamt vier Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere