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Veröffentlicht am 26.08.2025

Kürbis mal in der Hauptrolle, mal in der Nebenrolle

Kürbis – 130 geniale Rezeptideen
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Kürbiszeit ist Soulfood-Zeit und ich suche immer neue Möglichkeiten, dieses Fruchtgemüse in meiner Küche zu integrieren. Da kommt mir dieses Kochbuch doch gerade richtig!

Das Kapitel mit der kleinen Kürbiskunde ...

Kürbiszeit ist Soulfood-Zeit und ich suche immer neue Möglichkeiten, dieses Fruchtgemüse in meiner Küche zu integrieren. Da kommt mir dieses Kochbuch doch gerade richtig!

Das Kapitel mit der kleinen Kürbiskunde gleich zu Beginn ist sehr aufschlussreich. Die Rezepte sind in die Kapitel Kleine Gerichte, Salate & Eingelegtes; Suppen; Hauptspeisen mit Fleisch, Geflügel & Fisch; Hauptspeisen vegetarisch; Beilagen; Desserts, Kuchen und Gebäck eingeteilt. Hier erkennt man schnell, dass der Kürbis nicht immer die Hauptrolle spielt, aber eben ein Teil des Rezeptes ist. Das hatte ich so nicht erwartet, aber schlecht finde ich es auch nicht. Vor dem alphabetischen Rezepteregister am Ende des Buches bekommt man noch Flammbiertipps, einen Glossar und eine Übersicht der Abkürzungen.

Die Rezepte selbst sind wirklich abwechslungsreich. Mich stört allerdings dann schon ein wenig, dass ich mich neugierig darauf stürze und dann feststelle, dass beispielsweise ein karamellisierter Kürbiskern auf einer kleinen Praline Grund genug ist, das Rezept in der Sammlung aufzunehmen. Das enttäuscht mich dann doch schon. Für mich müsste da schon viel mehr Kürbis im Spiel sein, um einem Rezept einen Platz in einem Buch mit diesem Titel zu geben.

Ansonsten sind die Rezepte übersichtlich gestaltet und gut beschrieben. Leider sind nicht alle mit Foto versehen. Das wünsche ich mir bei Kochbüchern immer am meisten. Auf Nährwertangaben kann ich verzichten, aber die bekomme ich hier auch nicht. Manchmal werden Zutaten verwendet, die man nicht unbedingt im Repertoire hat und die auch nicht ganz so einfach aufzutreiben sind. Zumindest bei uns im Umkreis lässt sich beispielsweise Dinkelreis nicht im Geschäft finden. Auch bei der einen oder anderen Kürbissorte muss ich länger suchen und werde nicht immer fündig.

Für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein. Das Zubereiten ist zumeist auch für weniger Geübte machbar. Dennoch sehe ich dieses Buch eher bei jenen, die schon länger leidenschaftlich gern kochen. Gerade habe ich zudem festgestellt, dass es bereits einen Vorgänger dieses Buches mit 120 Rezepten gibt. Von mir bekommt es vier Sterne.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Schnell und lecker

Quick & Tasty
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Man könnte sagen, dass niemand das Rad neu erfinden kann und ich einfach schon zu viele Kochbücher besitze, um neutral werten zu können. Doch man könnte auch sagen, dass gerade meine Kochbuchsammlung mich ...

Man könnte sagen, dass niemand das Rad neu erfinden kann und ich einfach schon zu viele Kochbücher besitze, um neutral werten zu können. Doch man könnte auch sagen, dass gerade meine Kochbuchsammlung mich zu einer Art Expertin macht. Dieses Buch richtet sich vermutlich an eine andere Generation, nicht meine. Deshalb wird sich diese auch weniger als ich an den inflationär genutzten englischen Rezeptnamen stören. Ich verstehe und spreche Englisch, frage mich dennoch, warum die Gerichte nicht einfach ihre deutsche Bezeichnung haben können. Ändert doch nichts am Geschmack!

Viele der Gerichte kennt man schon, macht sie selbst schon ewig immer mal wieder. Die sind dann auch nicht, wie sich das jetzt gern nennt, neu interpretiert. Für junge Familien sind sie allerdings sicher sehr viel interessanter als für mich alte Häsin. Daher haben sie ihre Daseinsberechtigung auf alle Fälle. Und obwohl sich das bisher etwas negativ anhören mag, hab auch ich hier einige neue Anregungen gefunden. Pumpkin Love, die Kürbislasagne, steht da ganz vorne. Die Idee ist im Grunde so simpel, aber der Geschmack ist schlicht genial. Mein Mann fand sofort die Spaghetti al Limone interessant und der Genuss gibt ihm Recht. Flammkuchen, Zucchini-Fritters, Lachs a la Oma, Potato-Pizza-Bites, Egg-Muffins und Zwiebel-Tarte liegen ganz genau auf unserer Geschmacks-Wellenlänge.

Beschreibung, Zutatenliste und Arbeitsschritte sind gelungen und verständlich. Die Zutaten sind nicht exotisch und gut zu bekommen. Portionsanzahl, Zubereitungszeiten, Nährwertangaben, Tipps und kleine Hinweise sind vorhanden. Bei den Zeitangaben könnte man diskutieren, aber ich habe inzwischen aufgegeben, mich von Rezepten unter Zeitdruck setzen zu lassen. Zudem kocht man ja Neues auch nicht unter Zeitdruck und probiert es nicht am Besuch aus, oder? Zumindest bei mir bekommen Gäste nur das serviert, bei dem ich weiß, ich schaffe es zeitlich und es schmeckt bombastisch. Eingeteilt sind die Rezepte in die Kapitel Pasta & Reis; Gemüse; Hülsenfrüchte & Getreide; Kartoffeln; Eier; Brot; Dips & Saucen. Die Rezepte sind bunt und ausgewogen, teils mit Fleisch, teils mit Fisch, teils vegetarisch, wenige auch vegan. Gekennzeichnet sind sie nicht. Dafür hält sich der Aufwand aber wirklich durchweg in Grenzen.

Die Fotos sind ehrlich und aussagekräftig. Seit mir ein KI-Kochbuch in die Hände gefallen ist, weiß ich echte Fotos noch mehr zu schätzen, als je zuvor. Weniger schön dagegen finde ich die vielen Fotos von der Autorin. Das schrappt haarscharf an Selbstdarstellung vorbei. Den Theorieteil am Anfang finde ich für Küchenneulinge nicht uninteressant, selbst brauche ich ihn aber eher nicht. Er nimmt leider auch fast ein Viertel des ganzen Buches ein. Da hätte ich weitere Rezepte doch bevorzugt, denn so viele sind 50 dann auch wieder nicht. Dafür findet sich am Ende neben dem Register nach Rezepten auch eines nach Zutaten. Das mag ich sehr.

Für mich ist dieses Kochbuch ideal für junge Familien und ungeübte Köche und Köchinnen. Auch für mich gab es das eine oder andere Rezept, das seinen festen Platz in unserem Speiseplan bekommen hat. Daher von mir vier direkt aus meinem Kochherzen kommende Sterne, trotz meiner Kritikpunkte.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Mit den eigenen Waffen geschlagen

Das Geschenk
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Kaum zu glauben, aber plötzlich tauchen wie aus dem Nichts mitten in Berlin Elefanten auf. Einer nach dem anderen, immer mehr! Schnell stellt man fest, dass sie aus keinem Zoo, weder öffentlich noch privat, ...

Kaum zu glauben, aber plötzlich tauchen wie aus dem Nichts mitten in Berlin Elefanten auf. Einer nach dem anderen, immer mehr! Schnell stellt man fest, dass sie aus keinem Zoo, weder öffentlich noch privat, ausgebrochen sind. Da meldet sich der Präsident von Botswana bei Hans Christian Winkler, dem Bundeskanzler. Fröhlich und überaus freundlich erklärt er sein Geschenk. Das stellt die Bundesregierung vor eine nie geahnte Herausforderung!

Das Elefanten-Geschenk ist magisch, mystisch und sehr klug, denn es ist die Antwort auf ein Gesetz, das Deutschland erlassen hat, dessen Auswirkungen aber in Botswana zu spüren sind. Natürlich ist es wichtig, den Elfenbeinhandel zu regulieren, doch die Folgen, wie in dieser Story beschrieben, sind für Botswana lebensbedrohend. Tierschutz hin oder her, das eigene Leben muss auch und zu allererst beachtet werden, findet der Präsident. Dass da eine Lektion erteilt wird, kann ich schon nachvollziehen!

Die Ereignisse überschlagen sich und wie Gaea Schoeter die Folgen und Folgen der Folgen beschreibt, ist gleichermaßen utopisch, wie auch komplett realistisch und nachvollziehbar. Das mag widersprüchlich klingen, ist es aber nicht. Mir hat die Story sehr zu denken gegeben, vor allem, weil alles logisch aufgebaut war und mir enorm viele Bereiche eingefallen sind, in denen wir, als Einzelperson sowie als Land, uns in Dinge einmischen. Und dabei gar nicht wirklich wissen, warum andere ihren eigenen Weg gehen, der uns falsch erscheint, von dem wir aber keine echte Ahnung haben. Das ist krass. Das ist beängstigend. Und das öffnet die Augen.

Das Buch zeigt auch, wie viele Themen da zusammenkommen. Dafür fand ich die Story dann zu kurz, zu komprimiert, zu gestrafft, sodass nicht alles, das meiner Meinung nach wichtig ist, wirklich zufriedenstellend behandelt wurde, sondern nur angerissen. Das ist sehr schade, denn das führte nicht zu mehr Spannung, sondern eher zu Langeweile. Wieder ein Paradoxon! Doch so, wie es ist, hat es nicht die Tiefe erreicht, die das Thema verdient hätte und wozu es Potenzial hätte. Der knappe, etwas distanzierte Erzählstil passt bestens zur Story, die schon fast eine Parabel ist. Es gibt jede Menge Humor, Situationskomik und Wortwitz im Buch, aber immer wieder bleibt einem auch das Lachen im Halse stecken. Von mir von daher insgesamt vier Sterne.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Der Charme der vermeintlichen Makel

Menschenhausen
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Bisher hatte niemand in Menschenhausen ein Problem mit den eigenen kleinen Eigenheiten oder denen der anderen im Ort. Niemand störte sich an den vermeintlichen Makeln. Jeder hatte welche und so war das ...

Bisher hatte niemand in Menschenhausen ein Problem mit den eigenen kleinen Eigenheiten oder denen der anderen im Ort. Niemand störte sich an den vermeintlichen Makeln. Jeder hatte welche und so war das normal. Doch dann kommt die Nichte von Mrs. Margret mit den kurzen Beinen und Mr. Perkins mit den schiefen Zähnen, Lady Betty, nach Menschenhausen. Sie ist perfekt, hat keinen Makel und alle Bewohner fangen an, sich selbst als fehlerhaft anzusehen und ihre Makel zu verstecken. Das führt zu Unbequemlichkeiten und schlechter Laune, die in einer unschönen Aktion endet.

Die Geschichte und die unterstützenden Zeichnungen und Illustrationen sind liebevoll und kindgerecht gemacht. Sie lernen mit der Geschichte, dass man weder bei anderen noch sich selbst zu sehr auf Äußerlichkeiten achten sollte, die den Charakter des Menschen doch gar nicht ausmachen. Ob es ein viel zu langer Hals ist oder viel zu kurze Beine, ganz egal. Man muss sich dafür weder schämen, noch andere dafür auslachen.

Die Bewohner von Menschenhausen zeigen sich irgendwann von ihrer schlechtesten Seite. Das ist jedoch so erzählt, dass die Kinder schnell merken, wie unfein das ist und wie verletzend. Das kleine, feine Happy End zeigt den Kids, wie ein friedliches, harmonisches und glückliches Miteinander ganz einfach möglich ist.

Die Altersempfehlung liegt bei 6-10 Jahren. Ich würde es eher bei 5-8 Jahren einordnen. Ich finde das Buch gelungen, störe mich jedoch an einem Logikfehler im Buch. Vermutlich werden es die Kids gar nicht merken, für mich ist der Fehler jedoch auffallend. Insgesamt daher vier Sterne.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Die GALS

Eine von uns
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Durch einen glücklichen Zufall sind Gina und Matt Dalton mit den Kindern Tommy und Gracie nicht im Haus, als ein Kurzschluss ein Feuer auslöst und das Haus abbrennt. Zum Glück können sie in das wunderschöne, ...

Durch einen glücklichen Zufall sind Gina und Matt Dalton mit den Kindern Tommy und Gracie nicht im Haus, als ein Kurzschluss ein Feuer auslöst und das Haus abbrennt. Zum Glück können sie in das wunderschöne, renovierte Gregorianische Haus von Ginas langjähriger Freundin Annie ziehen. Diese ist Schauspielerin und gerade länger weg, sodass ihr Anwesen frei ist. Als plötzlich Mary vor der Tür steht, denkt sich Gina nichts dabei, denn Annie schwärmt sehr von ihrer Haushälterin und bezahlt sie auch jetzt. Doch langsam verändert sich alles und Gina kämpft nicht nur mit Erinnerungen, sondern auch der Gegenwart.

Hier gibt es schon einige Figuren, sodass man genau aufpassen muss. Doch die wichtigsten Figuren heben sich deutlich ab. Samantha Hayes hat sie alle gut dargestellt. Mich hat Annie in ihrer Abwesenheit von Beginn an ein wenig stutzig werden lassen und natürlich sind mir die Geschehnisse rund um Mary und ihren Sohn Tyler suspekt vorgekommen. Wohl fühlt man sich da definitiv nicht und ich habe mehrfach überlegt, ob ich an Ginas Stelle nicht lieber in ein Motel ziehen würde. Matts Verhalten macht es nicht besser. So stellt man sich nicht einen liebenden Ehemann vor, der gerade zum zweiten Mal Vater geworden ist.

Ich bin davon überzeugt, dass ich ganz genau so habe fühlen sollen, also dass dies Absicht der Autorin war. So war ich immer angespannt und quasi übervorsichtig. Zwar war ich mir über einige Punkte sehr früh im Klaren und lag da auch richtig, dennoch hatte Samantha Hayes noch einige umwerfende Überraschungen für mich auf Lager. Sie hat wirklich gelungene Wendungen eingebaut! Keinesfalls konnte man sie alle vorhersehen, jedoch haben sie sich kurz vorher quasi immer angekündigt. Das ist in meinen Augen gut gelungen.

Die Rückblicke in die Jugendzeit der vier Freundinnen haben viel zu der Stimmung beigetragen. Inzwischen finde ich dieses Stilelement etwas arg strapaziert, aber der Effekt ist eben unbestreitbar. Es werden allerdings Themen behandelt, die triggern können und nicht jeder verkraftet. Ich möchte nicht spoilern, daher kann ich sie hier nicht aufzählen. Für mich war es ein Thriller, der harmlos, aber merkwürdig begann und dann ordentlich aufdrehte.

Die beiden Sprecherinnen Jutta Seifert und Mona Fischer haben ihre Rollen perfekt verkörpert und waren sehr gut auseinanderzuhalten. Das hat den Hörgenuss sehr gefördert. Ich gebe vier Sterne!

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