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Veröffentlicht am 22.07.2025

Der Charme der vermeintlichen Makel

Menschenhausen
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Bisher hatte niemand in Menschenhausen ein Problem mit den eigenen kleinen Eigenheiten oder denen der anderen im Ort. Niemand störte sich an den vermeintlichen Makeln. Jeder hatte welche und so war das ...

Bisher hatte niemand in Menschenhausen ein Problem mit den eigenen kleinen Eigenheiten oder denen der anderen im Ort. Niemand störte sich an den vermeintlichen Makeln. Jeder hatte welche und so war das normal. Doch dann kommt die Nichte von Mrs. Margret mit den kurzen Beinen und Mr. Perkins mit den schiefen Zähnen, Lady Betty, nach Menschenhausen. Sie ist perfekt, hat keinen Makel und alle Bewohner fangen an, sich selbst als fehlerhaft anzusehen und ihre Makel zu verstecken. Das führt zu Unbequemlichkeiten und schlechter Laune, die in einer unschönen Aktion endet.

Die Geschichte und die unterstützenden Zeichnungen und Illustrationen sind liebevoll und kindgerecht gemacht. Sie lernen mit der Geschichte, dass man weder bei anderen noch sich selbst zu sehr auf Äußerlichkeiten achten sollte, die den Charakter des Menschen doch gar nicht ausmachen. Ob es ein viel zu langer Hals ist oder viel zu kurze Beine, ganz egal. Man muss sich dafür weder schämen, noch andere dafür auslachen.

Die Bewohner von Menschenhausen zeigen sich irgendwann von ihrer schlechtesten Seite. Das ist jedoch so erzählt, dass die Kinder schnell merken, wie unfein das ist und wie verletzend. Das kleine, feine Happy End zeigt den Kids, wie ein friedliches, harmonisches und glückliches Miteinander ganz einfach möglich ist.

Die Altersempfehlung liegt bei 6-10 Jahren. Ich würde es eher bei 5-8 Jahren einordnen. Ich finde das Buch gelungen, störe mich jedoch an einem Logikfehler im Buch. Vermutlich werden es die Kids gar nicht merken, für mich ist der Fehler jedoch auffallend. Insgesamt daher vier Sterne.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Die GALS

Eine von uns
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Durch einen glücklichen Zufall sind Gina und Matt Dalton mit den Kindern Tommy und Gracie nicht im Haus, als ein Kurzschluss ein Feuer auslöst und das Haus abbrennt. Zum Glück können sie in das wunderschöne, ...

Durch einen glücklichen Zufall sind Gina und Matt Dalton mit den Kindern Tommy und Gracie nicht im Haus, als ein Kurzschluss ein Feuer auslöst und das Haus abbrennt. Zum Glück können sie in das wunderschöne, renovierte Gregorianische Haus von Ginas langjähriger Freundin Annie ziehen. Diese ist Schauspielerin und gerade länger weg, sodass ihr Anwesen frei ist. Als plötzlich Mary vor der Tür steht, denkt sich Gina nichts dabei, denn Annie schwärmt sehr von ihrer Haushälterin und bezahlt sie auch jetzt. Doch langsam verändert sich alles und Gina kämpft nicht nur mit Erinnerungen, sondern auch der Gegenwart.

Hier gibt es schon einige Figuren, sodass man genau aufpassen muss. Doch die wichtigsten Figuren heben sich deutlich ab. Samantha Hayes hat sie alle gut dargestellt. Mich hat Annie in ihrer Abwesenheit von Beginn an ein wenig stutzig werden lassen und natürlich sind mir die Geschehnisse rund um Mary und ihren Sohn Tyler suspekt vorgekommen. Wohl fühlt man sich da definitiv nicht und ich habe mehrfach überlegt, ob ich an Ginas Stelle nicht lieber in ein Motel ziehen würde. Matts Verhalten macht es nicht besser. So stellt man sich nicht einen liebenden Ehemann vor, der gerade zum zweiten Mal Vater geworden ist.

Ich bin davon überzeugt, dass ich ganz genau so habe fühlen sollen, also dass dies Absicht der Autorin war. So war ich immer angespannt und quasi übervorsichtig. Zwar war ich mir über einige Punkte sehr früh im Klaren und lag da auch richtig, dennoch hatte Samantha Hayes noch einige umwerfende Überraschungen für mich auf Lager. Sie hat wirklich gelungene Wendungen eingebaut! Keinesfalls konnte man sie alle vorhersehen, jedoch haben sie sich kurz vorher quasi immer angekündigt. Das ist in meinen Augen gut gelungen.

Die Rückblicke in die Jugendzeit der vier Freundinnen haben viel zu der Stimmung beigetragen. Inzwischen finde ich dieses Stilelement etwas arg strapaziert, aber der Effekt ist eben unbestreitbar. Es werden allerdings Themen behandelt, die triggern können und nicht jeder verkraftet. Ich möchte nicht spoilern, daher kann ich sie hier nicht aufzählen. Für mich war es ein Thriller, der harmlos, aber merkwürdig begann und dann ordentlich aufdrehte.

Die beiden Sprecherinnen Jutta Seifert und Mona Fischer haben ihre Rollen perfekt verkörpert und waren sehr gut auseinanderzuhalten. Das hat den Hörgenuss sehr gefördert. Ich gebe vier Sterne!

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Die Dramen hinter der Idylle

Gerächt sein sollst du
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Kristinestad ist ein idyllischer Küstenort in Finnland. Doch dann wird der 17jährige Jonas tot aufgefunden. Die Frage, ob es ein Unfall oder Selbstmord war, stellt sich nicht. Jonas wurde ermordet. Die ...

Kristinestad ist ein idyllischer Küstenort in Finnland. Doch dann wird der 17jährige Jonas tot aufgefunden. Die Frage, ob es ein Unfall oder Selbstmord war, stellt sich nicht. Jonas wurde ermordet. Die ganze Gemeinde ist zutiefst erschüttert. Die Journalistin Eevie Manner trifft bei ihren Recherchen auf ihren alten Jugendfreund Mats Bergholm, der nun Kriminalkommissar ist. Zusammen machen sie sich daran, diese unvorstellbare Tat aufzuklären.

Ich tue mich mit nordischen Thrillern immer ein wenig schwer. Daher höre ich sie lieber, als dass ich sie lese. Doch auch das hat mir hier nur marginal geholfen. Es ist anstrengend, den Ereignissen zu folgen und sie zu verbinden. Es gibt so viele einzelne Fädchen, die alle wichtig für die Lösung sind, aber zeitweise völlig irrelevant erscheinen. Entsprechend viele Figuren und Perspektiven gibt es. Mit jeder erscheinen neue unvorstellbare Gräueltaten. Und doch wird erst ganz am Ende klar, was zur Ermordung von Jonas geführt hat.

Dieses Buch ist nichts für Zartbesaitete. Es werden so viele Formen von Gewalt offenbart, dass man kaum schlafen kann, wenn man darüber nachdenkt, was im eigenen Umfeld davon möglich wäre, ohne dass man es bemerkt. Und man fragt sich, ob Idylle immer ein Deckmantel für die brutale Realität ist.

Evie und Mats haben, ganz typisch für das Genre, ihre eigene Last zu tragen. Man erfährt über beider Privatleben und die Last, die sie tragen. Das allein liefert schon viel Stoff. Dazu der Mordfall, der besonders berührt, weil es um einen Jugendlichen geht. Da ist enorm viel Potenzial vorhanden!

Keine leichte Kost. Aber ein packender Thriller, der wirklich unter die Haut geht. Ich bin gespannt, wie die Reihe weitergehen wird. Vier Sterne.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Einhundert Rezepte für den Schmortopf!

Cocotte
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Als begeisterte Hobbyköchin und Hobbybäckerin freue ich mich immer über schöne, gut bebilderte und überraschende Bücher zum Thema Genuss. Eins für Schmorgerichte befand sich bisher noch nicht in meiner ...

Als begeisterte Hobbyköchin und Hobbybäckerin freue ich mich immer über schöne, gut bebilderte und überraschende Bücher zum Thema Genuss. Eins für Schmorgerichte befand sich bisher noch nicht in meiner Sammlung. Umso begeisterter habe ich gleich losgeschmökert und mir Rezepte herausgesucht, die ich sofort ausprobieren musste. Den Theorie-Teil habe ich, ich gebe es zu, nur überflogen. Ich wollte ja sofort loslegen! Für weniger Geübte ist es aber ratsam, diese Seiten gut zu lesen! Nebenbei bemerkt, man kann all die Rezepte natürlich in jedem anderen Schmor- oder normalen Topf zubereiten. Es muss nicht das Original sein!

Die Rezepte sind in die Kapitel Rind; Kalb; Lamm; Schwein; Geflügel und Kaninchen; Fisch und Meeresfrüchte; Vegetarische Gerichte und Beilagen; Schmortopf mal anders eingeteilt. Zudem findet sich am Ende ein Register nach Zutaten und davor eins, das die Rezepte in die Kapitel Klassiker der französischen Küche; Gute Ideen für jeden Tag; Aromen aus fernen Ländern; Sonntagsgericht und festliche Mahlzeiten einteilt.

Die Zutaten sind nicht besonders exotisch. Allerdings ist es gut, wenn man einen vertrauenswürdigen, guten Fischhändler vor Ort hat. Manche Rezepte haben eine erstaunlich kurze Zubereitungszeit für Schmorgerichte. Im Schnitt sind sie jedoch, z.T. durch Marinieren, recht zeitintensiv. Das kennt man ja aber vom Schmoren schon.

Bei jedem Kapitel sind zunächst alle Rezepte fortlaufend aufgezählt. Bei den Rezepten finden sich der Name des Gerichts, Zubereitungszeit, Garzeit, Personenanzahl, darunter die Zutaten nacheinander aufgezählt, also nicht in einer Liste, sowie die Zubereitungsschritte. Oft ist mittendrin eine große Lücke, denn hier wurden die Kochanweisungen quasi an den unteren Rand der Seite platziert. Angaben zu Nährwerten sind nicht aufgeführt.

Da ich weder Schweinefleisch noch Meeresfrüchte esse, fallen einige Rezepte für mich raus, oder ich ersetze das Fleisch durch Kalb, Rind oder Geflügel. Es sind Rezepte aus der ganzen Welt vertreten, wobei nicht viele aus altbekannten Klassikern bestehen. Die Anweisungen sind gut verständlich und was ich nachgekocht habe, hat gut geklappt und noch besser geschmeckt. Mein absoluter Favorit sind Gefüllte Tomaten und Zucchini aus dem Schmortopf, dicht gefolgt von Tagliatelle mit Kalbfleisch und Pilzen. Aber auch die weiteren 98 Rezepte sind verführerisch. Besonders schön finde ich, dass auch ein Brotrezept aufgeführt ist und es einige Desserts gibt. Ich gebe vier Sterne!

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Veröffentlicht am 28.06.2025

Realität und Fiktion

Perfect Crime
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Emilia Wards neuester Krimi soll bald veröffentlicht werden, da geschehen um sie herum sehr verstörende Dinge. Niemand möchte ihr glauben, denn all diese Dinge sind aus ihren bisherigen Büchern. Als Szenen ...

Emilia Wards neuester Krimi soll bald veröffentlicht werden, da geschehen um sie herum sehr verstörende Dinge. Niemand möchte ihr glauben, denn all diese Dinge sind aus ihren bisherigen Büchern. Als Szenen aus ihrem neuen Manuskript dazukommen, steigt die Panik. Emilia weiß schnell nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann.

Mir hat die Story sehr gefallen, obwohl ich fast durchgehend sehr verwirrt war. Die einzelnen Erzählstränge haben dazu nicht wenig beigetragen. Auch die Auflösung löst diese Verwirrung nicht komplett. Trotzdem mochte ich den Thriller, habe ich mich nicht gelangweilt und blieb ich geradezu an ihn gefesselt.

Ich gebe zu, ich bin, wie Emilia, auf die vermeintlichen Indizien hereingefallen. So habe ich eine verdächtige Person nach der anderen im Visier gehabt und wurde immer mehr verwirrt. Ein klein wenig trug dazu auch bei, dass ich die drei Sprecherinnen sehr schlecht auseinanderhalten konnte. Hier wären deutlich unterschiedlichere Stimmfarben sehr gut gewesen.

Die Autorin spielt die Trumpfkarte Kinder gekonnt aus. Das wirkt immer, das reißt jeder Frau das Herz aus dem Leib und zerrt an den Nerven. Es gibt insgesamt nicht gerade wenige Figuren und alle haben ihren eigenen Reiz. Das gibt natürlich Stoff für reichlich Twists und Wendungen!

Kurz und gut, dieser Thriller fordert den Leser oder Hörer doch schon arg heraus. Das Verwirrspiel ist gelungen, aber auch anstrengend. Spaß hatte ich auf alle Fälle, daher gebe ich vier Sterne!

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