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Veröffentlicht am 08.08.2025

ruhige, warme Geschichte über Liebe und Leben in zwei Jahrhunderten

Wo die Moltebeeren leuchten (Die Norrland-Saga 1)
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Eine ruhige, warme Geschichte über Liebe und Leben in zwei Jahrhunderten

Die Autorin erzählt in ihrem Roman „Wo die Moltebeeren leuchten“ (im Original „multebær mosen“) die Geschichte zweier Frauen in ...

Eine ruhige, warme Geschichte über Liebe und Leben in zwei Jahrhunderten

Die Autorin erzählt in ihrem Roman „Wo die Moltebeeren leuchten“ (im Original „multebær mosen“) die Geschichte zweier Frauen in Nordschweden, die familiär verbunden sind. Siv arbeitet als 17jährige junge Frau in den späten 1930er Jahren als Köchin der Holzfäller im Wald. Eva (ihre Enkelin) lebt in der Stadt und arbeitet bei einem Forstunternehmen, das für die Abholzung von Wäldern mitverantwortlich ist. Als sie nun für ihre Firma nach Djupsele kommt, merkt sie schnell, dass sie mit diesem Ort ihrer Kindheit doch viel mehr verbindet, als sie dachte.

Ich mochte den fließenden, unaufgeregten Stil der Geschichte und auch den Wechsel zwischen den beiden Erzählebenen sehr gerne.

Zu erfahren, wie Siv in einer für sie prekären Lage einen Ausweg findet und sich mit ihrem Leben arrangiert, hat mich überrascht. Ich hätte mit Verbitterung gerechnet, stattdessen scheint sie zu ihrer Entscheidung zu stehen, ohne der Vergangenheit zu sehr nachzutrauern. Kann man mit dieser Lüge wirklich gut leben?

Aber auch Eva war mir- trotz ihres Jobs – ziemlich sympathisch und es hat mich gefreut, dass auch ihr Herz am rechten Fleck sitzt.

Gefallen hat mir die Tatsache, dass es hier keine plumpe „Schwarz-Weiß“-Malerei gibt und dass die Geschichte nicht ins Kitschige abdriftet. Eva bleibt sie selbst und auch realistisch, als sich ihre Sicht auf die Dinge ändert.

Sehr gelungen finde ich auch die Brücke, die Ulrike Lagerlöf zwischen den Erzählzeiten schlägt: Die Folgen von Waldrodung, territorialer Enteignung der Sami und staatlicher Landnahme finden sich im Schweden der Gegenwart wieder. Ich fand es spannend, mehr darüber zu erfahren.

Ich habe diesen ersten Band der Famliensaga sehr gerne gelesen und freue mich schon auf Mai 2026, wenn die Fortsetzung „Wo das Feuerkraut blüht“ erscheint.

„Das alles liegt in der Vergangenheit, und die Vergangenheit ist abgeschlossen. Es hat keinen Sinn, immer wieder darüber nachzugrübeln […]“

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Veröffentlicht am 08.08.2025

keine leichte Kost, aber sehr lesenswert!

Wie schwer wiegt ein Schatten
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Wie viel Geschichte steckt in unserer Traurigkeit?

In „Wie schwer wiegt ein Schatten“ von @christianeannamariawirtz begibt sich die Erzählerin Mia auf eine sehr persönliche Spurensuche durch ihre Familiengeschichte, ...

Wie viel Geschichte steckt in unserer Traurigkeit?

In „Wie schwer wiegt ein Schatten“ von @christianeannamariawirtz begibt sich die Erzählerin Mia auf eine sehr persönliche Spurensuche durch ihre Familiengeschichte, in der Depressionen und Suizide eine erschreckend große Rolle spielen.
Als Mia für einige Zeit in Tel Aviv arbeitet, nimmt sie Kontakt zu Ruth, der besten Freundin ihrer Mutter, auf, die ihr alte Briefe aushändigt. Durch deren Lektüre taucht Mia in die Vergangenheit ein und stellt nun Fragen, auf die sie schon lange Antworten sucht.
Außerdem begegnet sie David (gutaussehend, im Filmbusiness). Die beiden verlieben sich schnell und passen unbeschreiblich gut zu einander (obwohl David bereits verheiratet ist und auch eine Tochter hat).
Christiane Wirtz schreibt direkt, klar, durchdacht und ohne literarische Schnörkel –
ihr Stil ist journalistisch, der Ton oft eher sachlich. Trotzdem finde ich die Geschichte wunderbar erzählt.
Zwischen den Zeilen habe ich sowohl Zerbrechlichkeit, als auch eine enorme Stärke gespürt. Besonders stark finde ich ihre reflektierte und trotzdem irgendwie unaufgeregte Art, mit schwierigen Themen umzugehen. Christiane Wirtz hat es in ihrem Buch geschafft, nichts zu verharmlosen, aber dennoch eine Geschichte zu schreiben, die sehr selbstbestimmt und hoffnungsvoll daherkommt.
Offen und reflektiert fragt sie, wie seelische Belastungen über Generationen weitergegeben werden – und was das für die eigene Identität bedeutet.

Wie schwer der Schatten wiegt?
Vielleicht lässt sich die Frage ähnlich beantworten wie die ihrer Eselsmetapher.

Ein kluges, eindringliches Buch. Es ist kein leichter Stoff, aber genau deshalb wichtig. Auch über die Kultur und die Politik des Landes hab ich immer wieder etwas erfahren, nie aufdringlich, aber immer authentisch.
Auf jeden Fall eine Lektüre, über die ich noch länger nachdenken werde.

„Was wünschst du dir denn?“ […] „Dass die Zukunft offen ist“, sagte ich, „dass ich mein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann.“

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Veröffentlicht am 30.07.2025

eindringlich und erschütternd

Lilianas unvergänglicher Sommer
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Eine aufwühlendere Geschichte, als das Cover vermuten lässt.

In ihrem Buch „Lilianas unvergänglicher Sommer“ erzählt Cristina Rivera Garza die wahre Geschichte ihrer Schwester Liliana, die 1990 in Mexiko ...

Eine aufwühlendere Geschichte, als das Cover vermuten lässt.

In ihrem Buch „Lilianas unvergänglicher Sommer“ erzählt Cristina Rivera Garza die wahre Geschichte ihrer Schwester Liliana, die 1990 in Mexiko von ihrem Ex-Freund ermordet wurde.

Auf der Grundlage von Tagebüchern, Briefen und Erinnerungen rekonstruiert sie nicht nur das Leben ihrer Schwester, sondern auch ein gesellschaftliches Klima, das Gewalt gegen Frauen systematisch verharmlost. Das Buch liest sich als persönliche Trauerarbeit, feministisches Manifest und politische Anklage.

Rivera Garzas Stil ist nüchtern, reflektiert und literarisch dicht. Sie verzichtet auf Dramatisierung, was das Gelesene umso emotionaler und schmerzhafter macht.
Ihre Sprache sucht nicht nach Trost, sondern nach Wahrheit.

Ich fand das Buch schwer zu lesen – nicht wegen der Sprache, sondern wegen der emotionalen Wucht. Es geht unter die Haut, manchmal fast zu tief. Gleichzeitig ist es ein enorm wichtiges Werk, das eine klare Haltung gegen Femizid und patriarchale Strukturen einnimmt.

"Lilianas unvergänglicher Sommer" ist kein leichtes Buch, aber ein notwendiges. Es hallt nach – leise, wütend und klar.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

schnell und vielschichtig

Furye
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Was für ein temporeicher Roman von Kat Eryn Rubik!

In „Furye“ erzählt die Autorin die vielschichtige Geschichte der erfolgreichen Managerin Alec, die nach einer großen persönlichen Enttäuschung spontan ...

Was für ein temporeicher Roman von Kat Eryn Rubik!

In „Furye“ erzählt die Autorin die vielschichtige Geschichte der erfolgreichen Managerin Alec, die nach einer großen persönlichen Enttäuschung spontan in ihre „Heimatstadt am Meer“ fährt. Durch ihre Einträge in ihrem alten Notizbuch erfahren wir, was dort alles vor 20 Jahre passiert ist, als sie noch 17 und eine der drei „Furyen“ war. Tess, Meg und der Erzählerin Alec sind beste Freundinnen und verbringen gemeinsam ihre Zeit. Auf einer Party lernt Alec dann Romain kennen. Die beiden erleben eine wilde, tiefe, und außergewöhnliche Beziehung, die auch nach zwanzig Jahren noch ihr Handeln und ihre Entscheidungen bestimmt.

Ich mochte das Tempo, in dem die Geschichte erzählt wird. Die abwechselnden Erzählabschnitte aus der Vergangenheit und der Gegenwart ließen immer wieder Fragen offen, die erst sehr viel später beantwortet wurden (Stichwort „Unfall“)
Bei den Mädels wird viel getrunken und geredet. Vor allem Megs derbe Sprache, wenn es um Sex und Männer geht, ist gewöhnungsbedürftig, wirkt aber, bezogen auf ihr Männerbild, authentisch.

Die körperliche Anziehungskraft, die Romain und Alec erleben, ist bei der Lektüre deutlich spürbar, wenn auch ich einige Passagen ( Spuckefäden) ein bisschen too much finde.

Am Ende geht alles Schlag auf Schlag: Cleo, das Kind, die Geschäftsreise, der Tod von Tess, die Geschichte zum Stein- alles kommt sehr geballt und ist dadurch fast ein bisschen atemlos und hektisch erzählt. Da hätte ich auch gerne noch ein paar Seiten mehr gelesen, um der Geschichte mehr Zeit zu geben.

Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und mochte es gerne. Für mich hätte es gar nicht alle Erzählstränge gebraucht, aber das Leben selbst kann ja auch verworren und undurchsichtig sein. Auf jeden Fall sehr lesenswert!

„Das Leben ist porös.“

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Schöne Geschichte über Liebe und Ziele im Leben

Atmosphere
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Englische vs. Deutsche Ausgabe- extrem klarer Matchausgang!

Als großer „Carrie Soto is Back“-Fan hab ich mich schon super auf das neue Buch von Taylor Jenkins Reid gefreut!

In „Atmosphere“ erzählt sie ...

Englische vs. Deutsche Ausgabe- extrem klarer Matchausgang!

Als großer „Carrie Soto is Back“-Fan hab ich mich schon super auf das neue Buch von Taylor Jenkins Reid gefreut!

In „Atmosphere“ erzählt sie die Geschichte der Astrophysikerin Joan Goodwin und der Erfüllung ihres Traums: Als erste Frau fliegt sie für die NASA mit dem Space Shuttle ins All. Auf dem Weg dorthin erfahren wir einiges über ihre Beziehung zu ihrer Schwester und deren Tochter Frances, beobachten sie im Umgang mit ihren Crewmitgliedern und sind dabei, als sie Vanessa und damit ihrer großen Liebe begegnet. Die beiden Frauen können ihre Beziehung nicht offen leben, da dies für ihre Karriere bei der NASA das Aus bedeuten würde. Doch dann passiert etwas, das beiden zeigt, dass ihre Liebe trotz allen Widrigkeiten alles übersteht.
Ich liebe die Sprache von Taylor Jenkins Reid und deshalb kann hier nur dringend empfehlen, das amerikanische Original zu lesen. Die Übersetzung hat für mich noch nicht einmal den Countdown überstanden. Wiederholt wird Retention vermieden und stattdessen übersetzt. Das ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar: „Middle School“ wird zur „Mittelschule“, Hank erzählt den Kindern „Klopf-klopf-Witze“ und die „Mission Control“ wird zur „Missionskontrolle“. Good heavens!
Aber die Story gefällt mir auch dieses Mal sehr gut. Ja, die Ursache allen Übels ist eine offengelassene Luke- etwas, was bestimmt in der Realität eher nicht passieren würde. Mich hat es aber für die Geschichte nicht gestört und sie hat für mich auch gut mit diesem „Anfängerfehler“ funktioniert.
Es hat mir gefallen, von einer jungen Frau zu lesen, die Verantwortung übernimmt. Für ihr Leben, für das anderer und die in ihrer Zuverlässigkeit den Fokus sowohl auf sich selbst als auch auf ihre Mitmenschen legt und dabei eine gute Balance findet.
Die Autorin greift das Thema der Chancengleichheit und Gleichberechtigung immer wieder auf und nimmt mit ihrer Kritik auch eine renommierte Organisationen wie die die NASA ins Visier. Super!
Für mich ist das Buch in erster Linie aber eine wunderbare Geschichte über die Liebe zweier Menschen, die sich gesucht und gefunden haben, über Freundschaft und Familie. Und das macht es für mich zu einem Sommerbuch, das ich gerne weiterempfehle- im Original!!!

„Die Welt war voller Barbaras. Das war das ganze Problem.“

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