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Veröffentlicht am 23.08.2025

Für Kölner, Karnevalisten und/oder Liebhaber von historischen Stoffen ein Muss

Rosenmontag
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Inhalt: Köln 1823. Namhafte Kölner Bürger möchten den Karneval reformieren: Zum ersten Mal soll es einen Rosenmontagszug geben, dem ein Prinz Carneval vorsteht. Ein Umstand, der den preußischen Machthabern ...

Inhalt: Köln 1823. Namhafte Kölner Bürger möchten den Karneval reformieren: Zum ersten Mal soll es einen Rosenmontagszug geben, dem ein Prinz Carneval vorsteht. Ein Umstand, der den preußischen Machthabern ein Dorn im Auge ist. Kriminalkommissar Gustav Zabel, der jüngst aus Berlin nach Köln versetzt worden ist, steht dabei zwischen den Fronten: Einerseits möchte er sich - seiner Frau zuliebe - in die Kölner Bürgerschaft integrieren, engagiert sich dementsprechend im Festkomitee, andererseits darf er sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, um nicht den Groll seiner preußischen Vorgesetzten auf sich zu ziehen. Kurz vor Rosenmontag wird zudem die Leiche eines Mannes gefunden - und plötzlich steht die Reform des Karnevals mehr auf der Kippe denn je…

Persönliche Meinung: “Rosenmontag” ist ein historischer Kriminalroman von Lorenz Stassen. Es handelt sich um den ersten Band mit der Ermittlerfigur Gustav Zabel, aus deren personaler Perspektive die Handlung über weite Strecken erzählt wird. Zabel ist mit seinem Identitätskonflikt - ein preußischer Beamter, der sich in Köln integrieren möchte, ohne völlig seine Herkunft zu verlieren - sehr lebendig und vielschichtig dargestellt. Der Mordfall, der sich um einen windigen, erpresserischen Textilhändler dreht, der mehrere namhafte Kölner auf seiner Liste hat, hat mir besonders aufgrund des überraschenden Endes gefallen.
Neben der Aufklärung des Mordfalls spielt auch der historische Hintergrund des ersten Rosenmontagszugs 1823 eine große Rolle innerhalb der Handlung. Hier finden wir uns mehrfach bei Planungsgesprächen im Weinhäuschen an St. Ursula wieder, in denen der Kölner Karneval so ausgeschärft wird, wie wir ihn heute kennen. Gewürzt ist der Roman mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit: Man besucht den (noch nicht fertigen) Dom, spaziert durch (z. T. düstere) Gassen der Altstadt, lernt historische Persönlichkeiten kennen, die auch mal Kölsch schwaade, und trifft auf den berühmten Kölner Klüngel. Insgesamt ist “Rosenmontag” ein spannender, abwechslungsreicher Kriminalroman, der unterschiedliche Themen berührt - für Kölnerinnen, Karnevalistinnen und/oder Liebhaber*innen von historischen Stoffen ein Muss.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Eine fesselnde Geschichte, die mehrere Genres in sich vereint

Das Haus in den Dünen. Erzählung
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Inhalt: Frank Cassilis, ein junger Mann auf einsamer Wanderschaft, entdeckt auf einem seiner Streifzüge, der ihn in die Nähe des Hauses seines Freundes Northmour führt, Merkwürdiges. Das Haus scheint auf ...

Inhalt: Frank Cassilis, ein junger Mann auf einsamer Wanderschaft, entdeckt auf einem seiner Streifzüge, der ihn in die Nähe des Hauses seines Freundes Northmour führt, Merkwürdiges. Das Haus scheint auf den ersten Blick unbewohnt, doch nächtens irrlichtert eine Laterne durch die dunklen Fenster. Frank, einen Einbrecher vermutend, legt sich in der folgenden Nacht auf die Lauer und entdeckt nahe der Küste ein Schiff, aus dem ein hagerer Mann, eine junge Frau sowie kurze Zeit später sein alter Freund aussteigen - wobei letzterer ihn unvermittelt mit einem Messer attackiert…

Persönliche Meinung: “Das Haus in den Dünen” ist eine Erzählung von Robert Louis Stevenson. Erzählt wird die Handlung aus der retrospektiven Ich-Perspektive Franks. Aufgrund der Kürze der Erzählung möchte ich inhaltlich zur Handlung nicht zu viel verraten, weshalb ich hier nur grobe Wegmarken skizziere. Der Beginn erinnert - durch das Geheimnis, das das Haus umgibt, sowie den ermittelnden Frank - an eine Detektivgeschichte, wobei insbesondere die schwierig einzuordnenden Geschehnisse im Haus für Spannung sorgen. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr wird die Erzählung auch zu einer Liebesgeschichte. Zudem treten deutlich typische Elemente einer Abenteuergeschichte hinzu: Die Bewohner des Hauses müssen sich einerseits gegen eine äußere Gefahr behaupten; andererseits brodelt es auch zwischen Frank und Northmour mehrfach (beide gingen in der Vergangenheit nicht im Guten auseinander und auch in der gegenwärtigen Situation findet sich Konfliktpotential; insbesondere Northmour strahlt dabei permanent eine unberechenbare Bedrohlichkeit aus). Erzählerisch ist die Kurzgeschichte perfekt austariert: durchdacht und schön konstruiert, kontinuierlich auf das große Finale zusteuernd. Insgesamt ist “Das Haus in den Dünen” eine fesselnde Erzählung, die mehrere Genres in sich vereint.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Ein fesselnder Thriller mit einer naiven Protagonistin, aber einer spannenden, durchdachten Handlung

Eine von uns
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Inhalt: Gina und ihrer Familie ist etwas geschehen, was man keinem wünscht: Ihr Haus, das sie liebevoll renoviert haben, ist abgebrannt. Glücklicherweise bietet Ginas alte Freundin der Familie an, während ...

Inhalt: Gina und ihrer Familie ist etwas geschehen, was man keinem wünscht: Ihr Haus, das sie liebevoll renoviert haben, ist abgebrannt. Glücklicherweise bietet Ginas alte Freundin der Familie an, während der Aufbauarbeiten bei ihr zu wohnen - sie ist ohnehin gegenwärtig verreist und hat in ihrer Villa genügend Platz. Gerade als Gina und ihre Familie sich in der neuen Übergangsbleibe einleben, klingelt es an der Tür: Eine junge Frau, Mary, die sich als Annies Haushälterin vorstellt, möchte ihre tägliche Reinigungsrunde machen. Zwar hat Gina sofort ein ungutes Gefühl bei ihr, doch da Annie keine Bedenken äußert, gibt Gina nach. Doch je länger Mary in der Villa ist, desto mehr Merkwürdigkeiten geschehen…

Persönliche Meinung: “Eine von uns” ist ein Thriller von Samantha Hayes. Erzählt wird die Handlung aus zwei Ich-Perspektiven: Mary und Gina. Zu Mary möchte ich gar nicht zu viel sagen. Nur: Sie umwabern Geheimnisse/Rätselhaftigkeiten, sodass die Figur für eine latente Spannung sorgt. Gina ist insbesondere durch ihre Ängste um ihre Kinder - sie kümmert sich quasi allein um ein Kleinkind und einen Säugling - und die Belastungen des Mutterseins lebendig gezeichnet. Gleichzeitig - und das fand ich recht anstrengend zu lesen - ist sie aber ungeheuer naiv: Deutliche red flags, die von Mary ausgehen, werden in den Wind geschossen, permanent findet Gina z. T. abstruse Gründe, um Marys Verhalten zu erklären. Kurz: Oft habe ich mich beim Lesen ertappt, wie ich in Bezug auf Gina unmerklich den Kopf schütteln musste. Unterbrochen wird die Haupthandlung um Gina und Mary durch Rückblenden. Hier reisen wir in die Jugendzeit Ginas und forschen einem traumatischen Ereignis nach: dem spurlosen Verschwinden von Sara, einer der besten Freundinnen Ginas. Insgesamt entsteht durch das undurchsichtige Verhalten von Mary sowie die Rückblenden eine fesselnde Handlung, die, wie insbesondere das Ende zeigt, perfekt konstruiert ist. Einzelne Wendungen sind zwar vorhersehbar, allerdings fand ich dies insgesamt nicht weiter tragisch, da die Auflösung am Schluss trotzdem einige Überraschungen bereithält. Der Schreibstil von Samantha Hayes lässt sich sehr flüssig lesen, sodass man durch die 400 Seiten des Romans fliegt. Insgesamt ist “Eine von uns” ein fesselnder Thriller mit einer etwas anstrengenden Protagonistin, aber einer spannenden, schön durchdachten Handlung.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Die perfekte Lektüre für Halloween

Halloween
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Inhalt: Es ist der 31. Oktober. “Süßes oder Saures”-suchend läuft eine Freundesgruppe durch eine amerikanische Kleinstadt. Geradezu magisch angezogen werden sie von einem schaurigen Haus, das versteckt ...

Inhalt: Es ist der 31. Oktober. “Süßes oder Saures”-suchend läuft eine Freundesgruppe durch eine amerikanische Kleinstadt. Geradezu magisch angezogen werden sie von einem schaurigen Haus, das versteckt in einer Schlucht liegt, und in dessen Garten ein Baum voller Kürbislaternen wächst. Als die Jungen erstaunt die Kürbisse betrachten, erwachen diese plötzlich zum Leben - und kurze Zeit später ist Pipkin, den jeder aus der Gruppe am meisten mag, verschwunden. Um ihn zu retten, begibt sich die Freundesgruppe auf eine Reise durch die Geschichte von Halloween…

Persönliche Meinung: “Halloween” ist ein phantastischer Kurzroman von Ray Bradbury. Erzählt wird die Handlung von einem allwissenden Erzähler. Wie der Titel schon nahelegt, ist der Roman die perfekte Halloweenlektüre: So finden sich typische Halloween-Motive wie Kürbislaternen, schaurige Wesen wie Hexen, Skelette oder Fledermäuse sowie der “Süßes oder Saures”-Gang, der von der verkleideten Freundesgruppe fast schon tumultuarisch begangen wird. Die Handlung selbst ist eher episodisch: Nach dem Einstieg am Halloweenbaum reist die Freundesgruppe auf der Suche nach Pipkin durch die Geschichte des Halloweenfestes: So treffen sie u.a. auf Mumien im Alten Ägypten, flüchten vor Wasserspeiern im mittelalterlichen Notre-Dame und wandeln über einen Friedhof am Tag der Toten in Mexiko. Man merkt schon: Es handelt sich um einen wilden, abenteuerlichen Ritt, den die Freundesgruppe erlebt. Im Fokus des Romans stehen dementsprechend die Handlungsorte, die auch sehr atmosphärisch und schön gruselig beschrieben werden. Etwas zurück treten vor diesem Hintergrund die handelnden Figuren. Die einzelnen Mitglieder der Freundesgruppe sind eher holzschnittartig dargestellt (eigentlich sind sie primär Kostümträger). Eine Ausnahme bildet lediglich Pipkin, der als der liebenswerteste und fröhlichste aus der Gruppe charakterisiert wird. Insgesamt ist “Halloween” eine atmosphärische Lektüre, die perfekt auf den 31. Oktober einstimmt.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Eine schöne Ergänzung der Hauptreihe

Eine Nachtigall in New York
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Inhalt: New York in den 1920ern. Nach kleineren magischen Fehltritten, die dem Folly nicht sonderlich gefallen haben, hat August Berrycloth-Young sich dazu entschlossen, England den Rücken zu kehren - ...

Inhalt: New York in den 1920ern. Nach kleineren magischen Fehltritten, die dem Folly nicht sonderlich gefallen haben, hat August Berrycloth-Young sich dazu entschlossen, England den Rücken zu kehren - was ihm richtig gut tut. Doch die Vergangenheit ist näher, als er denkt. Und zwar in Form von Thomas Nightingale, der unangekündigt bei ihm vorbeischaut und Augusts Hilfe bei einer geheimen Mission benötigt: Er ist auf der Suche nach einem magischen Saxophon, das gegenwärtig die Runde durch New York macht…

Persönliche Meinung: “Eine Nachtigall in New York” ist ein Urban Fantasy-Kurzroman von Ben Aaronovitch, der im “Die Flüsse von London”-Universum spielt. Da die Handlung in sich abgeschlossen ist, kann man den Kurzroman auch ohne Kenntnis anderer Bände der Reihe lesen, allerdings macht er ungleich mehr Spaß, kennt man sich etwas im Universum aus. Denn: Hier lernen wir eine leicht andere - menschlichere - Seite von Peter Grants unnahbaren Ausbilder Thomas Nightingale kennen. Erzählt wird die Handlung aus der Ich-Perspektive von August, einem etwas naiven Tausendsassa, der sein Glück in New York sucht. Die Handlung des Kurzromans folgt der Struktur eines Krimis: August und Nightingale fungieren als Ermittlerfiguren, die in New York der Spur des magischen Saxophons folgen - wobei natürlich mehr dahintersteckt, als man zunächst vermutet. Doch der Roman geht nicht allein in der Fantasy-/Krimihandlung auf: Er spricht zugleich gesellschaftliche Missstände an, die insbesondere im New York der 1920er zu finden waren, aber auch heute noch eine Relevanz besitzen. So ist August homosexuell, versucht dies, um Drangsalierungen und Diskriminerungen zu entgehen, zu verstecken, wodurch er aber in einen Identitätskonflikt gerät (was insgesamt eindrücklich im Roman dargestellt wird). Ebenfalls thematisiert wird die Diskriminierung der people of color, die mit Vorurteilen und Rückstufungen zu kämpfen haben. Der Schreibstil von Ben Aaronovitch ist anschaulich; zudem findet sich - trotz der ernsthaften Themen - auch eine Prise Humor in der Handlung (insbesondere durch die Figur August, die den Fall süffisant erzählt). Insgesamt ist “Eine Nachtigall in New York” eine schöne Ergänzung der “Flüsse von London”-Reihe, die sich nicht scheut, gesellschaftlich wichtige Themen anzusprechen.

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