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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2025

Eine Geschichte wie man sie von Iny Lorentz erwartet - unterhaltsam und spannend

Ein verhängnisvolles Testament
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Die Bücher von Iny Lorentz sind nicht tiefschürfend, aber sie unterhalten sehr gut und das erwarte ich, wenn ich etwas von ihnen lese. Was in meinen Augen für ihre Bücher spricht, es sind immer starke ...

Die Bücher von Iny Lorentz sind nicht tiefschürfend, aber sie unterhalten sehr gut und das erwarte ich, wenn ich etwas von ihnen lese. Was in meinen Augen für ihre Bücher spricht, es sind immer starke Frauen , die die Handlung tragen und deshalb durchaus zum Vorbild taugen. Hier fand ich wieder gut dargestellt, wie rechtlos Frauen damals waren und wie ihr Schicksal vom Wohlwollen der Männer und der Kirche abhing.

Meine Lieblingsfigur war Anna von Rabenweiler - zweimal verheiratet und abgelegte Mätresse des Kölner Kurfürsten. Sie hat einen schweren Stand, da sie mittellos ist und vor der Alternative steht, sich einen neuen Mann zu suchen oder ins Haus ihres Bruders zurückzukehren. Beides erscheint ihr nicht erstrebenswert und so entschließt sie sich, ihre Base Elisabeth von Thannberg zu besuchen. Diese hat gerade ein Riesenproblem, da nach dem Tod ihres geliebten Mannes ihr Erbe aufgrund eines alten Vertrages an die Kirche zu fallen droht. Während Elisabeth betet und lamentiert, krempelt Anna die Ärmel hoch und sucht nach Dokumenten, die das Unglück vielleicht abmildern können. Auch als sich die Dinge weiter schlechter entwickeln, lässt sie sich nicht unterkriegen. Das habe ich wirklich bewundert. Natürlich fand ich Elisabeths Schicksal ungerecht, aber sie ging mir mit ihrem Gejammer auch immer mehr auf die Nerven und am Ende fehlte mir jedes Verständnis für sie. Auf jeden Fall darf in einer solchen Geschichte ein veritabler Bösewicht nicht fehlen. Dieses Mal ist es der Priester Erhard von Kellheim, der alles daran setzt, den Besitz Thannberg in seine Finger zu bekommen. Mit seinen Aktionen hat er mich richtig wütend gemacht und dabei für ein gutes Spannungselement im Buch gesorgt . Bis die Gerechtigkeit am Ende siegt, gibt es einige spannende Zwischenfälle und Entwicklungen, die ich nicht erwartet habe.

Ich wurde sehr gut unterhalten und bin völlig in das Geschehen eingetaucht. Gewürzt war die Handlung mit einer guten Brise Humor, so dass es auch Anlass zum Schmunzeln gab. Das Buch und die Autoren haben in meinen Augen die in sie gesetzten Erwartungen komplett erfüllt.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Fröhliches Morden im Wiener Sommer

Sunshine Killer
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Ich bin ein großer Fan österreichischer Krimis , auch gerne im Fernsehen. Aus diesem Grund wollte ich die Anthologie lesen und dabei möglicherweise neue Autoren für mich entdecken.
Nach Ende der Lektüre ...

Ich bin ein großer Fan österreichischer Krimis , auch gerne im Fernsehen. Aus diesem Grund wollte ich die Anthologie lesen und dabei möglicherweise neue Autoren für mich entdecken.
Nach Ende der Lektüre kann ich sagen : Mission erfüllt. Gleich im ersten Krimi nimmt die Autorin ein wenig Bezug auf meine Lieblingsermittlerduo Bibi und Moritz. Der Fall wird wird mit einem Augenzwinkern gelöst, wie auch die anderen Fälle. Immer ist ein wenig Wiener Schmäh und Lokalkolorit dabei. Bei manchen Dialektwörter hat sich mir die Bedeutung erst aus dem Zusammenhang ergeben. Das hat aber mein Kopfkino wunderbar in Fahrt gebracht und ich hatte tolle Bilder im Kopf. Die Fälle sind spannend und haben - wie der Titel erwarten lässt - einen engen Bezug zum Sommer und erfüllen somit meine Erwartungen. Schauplätze sind das Strandbad, eine schönes Lokal oder ein privater Garten mit Pool.
Auch eine Autorin habe ich für mich entdeckt, von der ich mehr lesen möchte. Das bedeutet aber nicht, dass die anderen nicht lesenswert wären. Meine Wahl ist nur meinen persönlichen Vorlieben geschuldet und lesenswert ist die Anthologie allemal.

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Die gnadenlose Macht der öffentlichen Meinung

Standing Ovations
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Das Buch wird beworben mit dem Hinweis, es handle von der Rache einer in ihren Gefühlen verletzten Frau und es sei witzig. Kann ich der erste Aussage nach der Lektüre gerade noch so zustimmen, so fand ...

Das Buch wird beworben mit dem Hinweis, es handle von der Rache einer in ihren Gefühlen verletzten Frau und es sei witzig. Kann ich der erste Aussage nach der Lektüre gerade noch so zustimmen, so fand ich die zweite deplatziert. Ich habe die Geschichte als traurig empfunden und als Spiegel unserer schnell lebigen Gesellschaft, die mit leichter Hand jemanden verurteilt und sich dann wieder anderem zuwendet, ohne sich Gedanken über einen möglichen verursachten Schaden nachzudenken.
Hayley hatte durchaus mein Mitgefühl. Ich war entsetzt, wie Alex seine Bedürfnisse auslebt, ohne sich groß Gedanken zu machen. Natürlich hätte er Hayley sagen müssen, dass er gerade einen vernichtende Kritik über ihren Auftritt geschrieben hat. Auch ich wäre in dieser Situation wütend und verletzt gewesen. Dass sie dann eine öffentliche Kampagne gegen ihn startet, fand ich in ihren Ausmaßen übertrieben . Denn die Menge schreit nur zu gerne "Kreuzigt ihn " Meine anfängliche Empörung wandelte sich rasch in Mitgefühl für Alex und eher Abscheu gegenüber Hayley.
Für mich erzählt die Autorin in der Hauptsache Sophies Geschichte, die auch als Ich-Erzählerin die Ereignisse schildert . Sophie ist Alex Kollegin. Gemeinsam wurden sie von ihrer Zeitung nach Edinburgh geschickt, um über das Festival The Fringe zu berichten. Alex öffentliche Hinrichtung erweist sich als Katalysator für Sophie, um ihre eigene Situation zu überdenken und zu hinterfragen. Ihre Gedanken kreisen um ihre Ehe , ihre Stellung und ob sie in ihrem Leben glücklich ist. Mit dem Ende des dreiwöchigen Festivals endet auch die Geschichte. Jede der drei Personen hat sich verändert. Zum Guten oder Schlechten vermag ich nicht zu sagen.
Ernüchtern waren die Einblicke in die Theaterwelt und dem Egoismus der Beteiligten. Was für mich besonders erschreckend war, wie bereitwillig die Masse Alex verdammt hat. Und wer ihn plötzlich an den Pranger stellt und wofür. Plötzlich war Alex für all das schlechte in ihrem Leben verantwortlich. Und genauso schnell wendet man sich anderen zu.
Der Roman war in meinen Augen unterhaltsam , aber nicht witzig. Ich fand, er regt zum Nachdenken an und legt den Finger auf Verhaltensweisen, die man nicht hinnehmen sollte.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Eine zufällige Begegnung wird zur tödlichen Gefahr

Das Stinktier von Hamburg
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Genauso ungewöhnlich wie der Titel des Buches ist der Einstieg in die Geschichte und der Fortgang der Handlung. Sylvia, vorbestraft, ohne festen Wohnsitz, wird auf dem Friedhof verfolgt. Sie spricht den ...

Genauso ungewöhnlich wie der Titel des Buches ist der Einstieg in die Geschichte und der Fortgang der Handlung. Sylvia, vorbestraft, ohne festen Wohnsitz, wird auf dem Friedhof verfolgt. Sie spricht den Privatdozenten Patrick an, der gerade der Beerdigung eines Kollegen beiwohnt und bittet ihn um Hilfe. Der sagt spontan zu . So beginnt eine Geschichte mit vielen Lügen, Toten und einem unerwarteten, aber sehr befriedigenden Ende.
Ich gebe es zu, ich mochte Sylvia nicht. Sie erzählt eine wilde Geschichte von Entführung und Vergewaltigung, einem gestohlenem Laptop und einer abenteuerlichen Flucht,. Im Laufe der Ereignisse stellt sich heraus, dass Sylvia über eine blühende Phantasie verfügt und nur dann die Wahrheit sagt, wenn es nicht anders geht. Bedrohlich wird die Sache, als die beiden über die Leiche einer Bekannten von Sylvia stolpern. Die Polizei tut es als Tod in Folge einer Überdosis ab. und weitere Todesfälle in Umfeld von Sylvia und Patrick als Unfall oder Selbstmord. Obwohl selbst Patrick klar wird, dass vieles an Sylvias Geschichte nicht stimmen kann, hält er treu zu ihr. Ich war mir nicht sicher, ob ich ihn angesichts dieser Tatsache feiern sollte oder milde belächeln. Ein wenig naiv und weltfremd fand ich ihn schon. Was zur Gewissheit wird, das Duo schwebt in Lebensgefahr und wer und warum auch immer ihren Tod will, schreckt vor nichts zurück. Für mich das Highlight und damit auch auch schon fast der Schlusspunkt des Krimis ist der Moment, als der Täter seine Sichtweise auf die Morde erläutert. Das war ohne jede Empathie, grausam und irgendwie bestechend - einfach genial.
Der Krimi ist ungewöhnlich und dabei sehr spannend, weil er nicht in das übliche Schema "Polizei ermittelt " passt. Sylvia und Patrick sind keine strahlenden Helden, sondern versuchen einfach nur zu überleben und für ein klein wenig Gerechtigkeit zu sorgen. Um so mehr habe ich ihnen die Daumen gedrückt und mit gefiebert.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Zwei Morde und eine beängstigende Möglichkeit

Eisfeld – Dunkle Enthüllungen
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Dies ist meine erste Begegnung mit Kriminalhauptkommissarin Mara Eisfeld und ich fand es spannend mit ihr zu ermitteln. Gerade herrscht Unordnung in ihrem Privatleben, denn ihr Mann hat sich von ihr getrennt ...

Dies ist meine erste Begegnung mit Kriminalhauptkommissarin Mara Eisfeld und ich fand es spannend mit ihr zu ermitteln. Gerade herrscht Unordnung in ihrem Privatleben, denn ihr Mann hat sich von ihr getrennt und es gibt Probleme bei der Betreuung des gemeinsamen Sohnes. Auch das Verhältnis zu ihrem Vater ist nicht unbelastet. Sie mag die Frau an seiner Seite nicht, obwohl der Tod ihrer Mutter schon lange zurück liegt. Da sie sich mit diesen Baustellen nicht auseinandersetzen will, kommt der Mord an einem bekannten Investigativ - Journalisten gerade recht. Sein Arbeitgeber, der Verlag Argus, sieht den Täter bei der Tiznit-Gang , denn das Opfer hat zur Verurteilung des Kopfs der Bande wesentlich beigetragen. Die Annahme liegt nahe und trotzdem gehen Eisfelds Ermittlungen erstmal in alle Richtungen. Und je weiter diese fortschreiten, um so unwahrscheinlicher wird ein Mord aus Rache. Die Spur , die sie nun verfolgen, bringt Eisfeld private Konflikte. Der aufkeimende Verdacht ist ungeheuerlich und sie kann und will es nicht glauben.

Eisfeld war mir nicht unbedingt sympathisch . Sie hat sich aber auf jeden Fall meinen Respekt verdient mit ihrer Berufsauffassung Gefeiert habe ich sie für ihre Wortgefechte mit dem arroganten Chefjournalisten von Argus , dessen Verhalten in meinen Augen übergriffig und respektlos war. Die Einbeziehung ihrer privaten Probleme haben gut gepasst und mir die Ermittlerin als Mensch näher gebracht. Zudem war es eine überzeugende Erklärung für eine Unachtsamkeit, die schwerwiegende Auswirkungen auf die Ermittlungsarbeit hat. Mit der Richtung, die die Nachforschungen nehmen, habe ich nicht gerechnet, fand sie aber leider realistisch. Am Ende habe ich dann ernsthaft damit gerechnet, dass es Eisfeld letzter Fall gewesen sein könnte, was ich sehr bedauert hätte. Denn der Krimi hat mir sehr gut gefallen. Ich fand ihn fesselnd und den Fall durchaus realistisch. Die Darstellung des privaten Umfelds hat die Handlung gut ergänzt , ohne störend zu wirken und die Personen real erscheinen lassen.

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