„Sundbirds“ handelt von Anne, die bereits im siebenten Jahr ihren Sohn Torran sucht, der während eines Auslandsjahrs in Indien verschwunden ist. Ich bin selbst Mutter von 2 Söhnen und mein Herz schmerzt ...
„Sundbirds“ handelt von Anne, die bereits im siebenten Jahr ihren Sohn Torran sucht, der während eines Auslandsjahrs in Indien verschwunden ist. Ich bin selbst Mutter von 2 Söhnen und mein Herz schmerzt für sie! Sie ist völlig erschöpft, ausgelaugt und zutiefst depressiv aber plötzlich gibt es eine neue Spur, die ihre Nichte Esther, eine Journalistin, aufgetan hat. Anne und Esther verbindet eine seltsame Hassliebe. Neben der Suche nach ihrem Sohn geht es auch um die Suche nach sich selbst, der Frage nach dem „Warum“ und Neuanfängen.
Es ist aber auch eine Geschichte darüber, das Kriegsbeil zu begraben, die Vergangenheit neu zu betrachten und Liebe zu finden.
Penelope Slocombe ist es meiner Meinung nach gelungen, das Indien jenseits von Klischees einzufangen, etwas, das über die Exotik, den Duft der Gewürze hinausgeht. Ihre Beobachtungen über Westler in Indien finde ich sehr scharfsinnig und aufschlussreich. Trotz der bedrückenden Geschichte, ist „Sunbirds“ ein Liebeslied an Indien, an dseine Menschen, den Himalaya und die umliegende Region. Ich fand den Schreibstil poetisch, nachvollziehbar, besonnen und berührend. Die Charaktere sind gut gezeichnet.
Patricia Koelle-Wolken läd uns mit ihrem neuen Buch in den Garten nebenan ein. Sie läd uns dazu ein, die Wunder und Möglichkeiten eines solchen Stück Lands zu erkennen und zu erforschen und die Energie ...
Patricia Koelle-Wolken läd uns mit ihrem neuen Buch in den Garten nebenan ein. Sie läd uns dazu ein, die Wunder und Möglichkeiten eines solchen Stück Lands zu erkennen und zu erforschen und die Energie und den Mut, den das Empfinden von Farben, Klängen, Texturen schenkt, mitzunehmen.
Sie schreibt von Toja und Vica, die beide hochsensibel sind und ihr ganzen Leben lang vermittelt bekommen, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Es ist eine Ode an das Leise, Introvertierte und die Kernaussage des Buches ist die, dass jeder genauso richtig ist, wie er nun mal ist. Auch Vica und Toja finden Ihren Weg. Toja lebt zurückgezogen in ihrem Haus am Stadtrand, sie arbeitet als Illustratorin und liebt ihren Naturgarten. Dieser wiederrum wird skeptisch von ihrem neuen Nachbarn, einem alleinerziehenden Vater, beäugt, der eine Betonwüste mit getrimmtem Rasen sein stolzes Eigen nennt. Seine Tochter Vica dagegen ist angezogen von all der Wildheit und die beiden Frauen freunden sich an und erkennen verwandte Seelen ineinander. Beide können große Menschenansammlungen, Krach und Stress schlecht vertragen, brauchen vielmehr Ruhe und Platz zum Denken. Gemeinsam überzeugen sie Vicas Vater davon, dass es ok ist, anders zu sein. Der Garten wird dabei als Spiegel der inneren Prozesse genutzt, steht für Heilung, Rückzug und Wachstum. Denn auch der Nachbarsgarten wird umgekrempelt und in eine Naturoase verwandelt.
Ich mochte sehr, wie sich die Beziehung der beiden leise und natürlich entwickelt. Der Schreibstil ist ruhig und bildhaft, sehr gefühlvoll und poetisch. Die Geschichte wird feinfühlig erzählt und nach Beenden des Buches habe auch ich mich bereichert gefühlt.
Als die Mittvierzigerin Phoebe Stone nach 20 Jahren von ihrem Mann verlassen wird, nachdem sie mehrere künstliche Befruchtungen über sich ergehen lassen hat, immer wieder aufs neue akzeptieren muss, dass ...
Als die Mittvierzigerin Phoebe Stone nach 20 Jahren von ihrem Mann verlassen wird, nachdem sie mehrere künstliche Befruchtungen über sich ergehen lassen hat, immer wieder aufs neue akzeptieren muss, dass sie keiner Festanstellung als Literaturprofessorin wert ist (während ihr Mann selbstverständlich sofort eine bekommen hat) und sie mit dem Schreiben ihres Buches seit Jahren festhängt, bringt der Tod ihrer Katze das berühmte Fass zum Überlaufen und sie beschließt ihrem Leben ein Ende zu setzen. Sie verlässt das Haus nur bekleidet in einem grünen Abendkleid, dass sie für einen besonderen Anlass gekauft aber noch nie getragen hat und reist nach Rhode Island in ein Luxushotel, das Zimmer für 800 Dollar die Nacht vermietet. Dort trifft sie auf Lila, die eigentlich das gesamte Hotel für ihre Traumhochzeitswoche reserviert hat und dementsprechend nicht begeistert über Phoebes Anwesenheit ist.
Phoebe ist wirklich eine erstaunliche Protagonistin. Sie erkennt ihren Wert nicht (mehr), dabei hat sie so viele Talente (z.Bsp. ihr enzyklopädisches Wissen), sie steckt im Alltagstrott fest, glaubt nicht mehr an sich selbst und stellt die Bedürfnisse anderer in den Vordergrund.
Lila scheint auf den 1. Blick das komplette Gegenteil zu sein: perfektionistisch, kontrollierend, privilegiert und selbstsicher. Doch auch Lila trägt ihr Päckchen – sie trauert um ihren kürzlich verstorbenen Vater, ist genervt von ihrer exzentrischen alkoholabhängigen Mutter, die ihr ständig sagt, dass es ein Fehler sei, den deutlich älteren Gary zu heiraten und steht Garys Tochter, die sie offensichtlich abgrundtief hasst, völlig hilflos gegenüber.
Interessanterweise wird Phoebe zu Lilas Beraterin, denn eventuell ist diese Fremde die einzige wirklich ehrliche Person in der ganzen Hochzeitsgesellschaft. Nach und nach helfen die Gespräche mit Lila, ihrem Bräutigam und anderen Hochzeitsgästen Phoebe aus ihrer dunklen Phase herauszukommen. Bald ist der selbstgewählte Tod kein Thema mehr, was aber nicht heißt, dass es nicht zahlreiche andere Herausforderungen zu bewältigen gilt.
Was wäre, wenn Lila die Beziehung zu Gary noch nicht bis zum Ende durchdacht hat? Was, wenn Phoebe erkennt, dass das Leben ihr andere Chancen bietet?
Diese Geschichte ist eine perfekte Balance zwischen Drama, tiefgründigem Humor und skurrilen Momenten. Mir hat besonders der Handlungsverlauf, die aufkeimende Freundschaft zweier unterschiedlicher Frauen aber auch die gefühlvollen Momente, die Selbsterkenntnisse und der Mut, neu anzufangen, gefallen. Phoebes Figur hat sich großartig entwickelt und auch Lilas Verletzlichkeit haben mir sehr gut gefallen.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht das Herrenhaus von Sussex, das sich auf einem 400 Hektar großen Grundstück befindet. Dort kämpfen Philip Brooke und seine Tochter Francesca (genannt Frannie) seit 10 ...
Im Mittelpunkt des Geschehens steht das Herrenhaus von Sussex, das sich auf einem 400 Hektar großen Grundstück befindet. Dort kämpfen Philip Brooke und seine Tochter Francesca (genannt Frannie) seit 10 Jahren für die Natur. Nun ist Philip gestorben und wir begleiten die Familie durch 5 Tage rund um sein Begräbnis.
„Wo wir uns treffen“ von Anna Hope hätte ein „normaler“ Roman über Bedauern, Sehnsüchte und Feindseligkeiten zwischen Geschwistern sein können, die sich zur Beerdigung ihres Vaters versammeln - aber dies ist ein Roman, der tiefer und dunkler in eine Familie eindringt, die unter dem Schatten des patriarchalischen und egoistischen Philip Brooke - Erbe eines mehrere Generationen zurückreichenden Familienbesitzes und bekennender Partylöwe - sowie ihrer privilegierten Herkunft gelebt und gelitten hat.
Nachdem er seine Frau (die immer noch allein auf dem Anwesen lebt) und seine Kinder verlassen hat und nach Amerika gegangen ist, gerät das Anwesen in Unordnung, bis Frannie, das älteste der Kinder, nach Hause zurückkehrt und sich daran macht, das Land in einen Ort der Wiederbegrünung zu verwandeln. Philip kehrt schließlich nach Hause zurück, um seine letzten Jahre auf dem Anwesen zu verbringen - ein Zustand der Buße für vergangene Taten - und arbeitet an der Seite von Frannie.
Frannies Bruder Milo hat die Vision, ein Vermögen zu machen, indem er einen Teil des Landes als Rückzugsort für einen Millionär nutzt, während die junge Schwester Isa ihre eigenen Gründe hat, auf das Landgut zurückzukehren, da sie in ihrer Ehe Probleme hat.
Der Roman wird aus der Perspektive und mit der Stimme jeder der Hauptfiguren erzählt, die alle durch die Handlungen von Philip geschädigt wurden. Die Spannungen, die Gier und das Streben zwischen den Figuren sind spürbar. Die Charaktere sind alle gut ausgearbeitet, wenn auch nicht unbedingt sympathisch. Einige haben Probleme, wie Milo, der viele Dämonen hat, Isla dagegen ist hin- und hergerissen und unsicher, während Frannie zielstrebig und rücksichtslos ist, wenn es darum geht, eine Vision zu verfolgen. Die herausragende Figur ist für mich Frannies neugierige Tochter Rowan, die nicht unbedingt wie ein typisches Kind in ihrem Alter denkt, aber in Wirklichkeit eine zentrale Rolle spielt, um das Ganze zusammenzuhalten.
Anna Hope hat einen großartigen Roman geschrieben, der sich mit weitreichenden gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt - allen voran mit dem Erbe, das wir hinterlassen (Umwelt/Natur, Klimawandel), aber auch mit den unausgesprochenen Faktoren der Vergangenheit und der Notwendigkeit, dass die Wohltäter vergangener Reichtümer die Wurzeln ihres Anspruchs und ihres Glücks anerkennen.
Insgesamt ist dies ein fesselnder und anspruchsvoller Roman, der mich überzeugt hat. Ich habe Anna Hope bisher noch nicht gelesen, werde mir nun aber als nächstes „Was wir sind“ vornehmen.
Das man auch in einer Großstadt zwischen vielen Menschen einsam sein kann, registriert Lucy Bredfort erst richtig, als sich ihr Leben bereits komplett ändert. Eigentlich will sie nur Weihnachten bei ihren ...
Das man auch in einer Großstadt zwischen vielen Menschen einsam sein kann, registriert Lucy Bredfort erst richtig, als sich ihr Leben bereits komplett ändert. Eigentlich will sie nur Weihnachten bei ihren Eltern verbringen und nutzt dazu die Mitfahrgelegenheit in Bens altem Auto. Die beiden geraten auf der Straße Richtung Norden in einen schlimmen Schneesturm und müssen die Nacht in einem kleinen Dorf im alten Hof von Dorle übernachten.
Im Frühjahr darauf erfahren beide zu ihrer großen Überraschung, dass die alte Frau ihnen ihren Besitz vermacht hat, unter der Bedingung, dort gemeinsam einzuziehen. Ben, der unglücklich als Arzt in einer Notaufnahme in Hamburg arbeitet und unter Panikattacken leidet und Lucy, die sich als Übersetzerin gerade an ihren ersten eigenen Roman gewagt hat, kennen sich zwar nur flüchtig, wollen das gemeinsame Abenteuer aber wagen.
Die beiden leben sich schnell in ihrem neuen Leben ein. Mit dem Hof haben sie die halbe Dorfgemeinschaft quasi mitgeerbt. Gemeinschaft wird in Bredenhofe noch groß geschrieben. Die symphatischen und teilweise kautzigen Nachbarn helfen, wo sie können und bringen die beiden neuen Dorfbewohner auch sonst ganz schön auf Trab. Nach und nach öffenen die Beiden sich und ganz leise und langsam (auf Zehenspitzen) schleicht sich die Liebe zwischen Lucy und Ben.
Die Figuren sind allesamt liebevoll beschrieben, die Sprache des Romans ist emphatisch und sehr charmant. Dieses Buch ist perfekt für den Sommer - humorvoll, leicht und locker und dennoch nicht oberflächlich.