Vom Drehbuch zum Roman oder andersrum
Sommer Ende (Steidl Pocket)»Dieses Buch geht nicht Seite für Seite voran, sondern Minute um Minute, wie in einem Film.« (Seite 5)
Ein Ehepaar, erst Claire und Emil, dann Romy und Daddy genannt, macht sich auf den Weg aufs Land. ...
»Dieses Buch geht nicht Seite für Seite voran, sondern Minute um Minute, wie in einem Film.« (Seite 5)
Ein Ehepaar, erst Claire und Emil, dann Romy und Daddy genannt, macht sich auf den Weg aufs Land. Auf dem Weg dahin erleben sie allerhand Dinge, die Reise wird zunehmend skurriler. Mehr kann ich zum Inhalt nicht sagen, weil mir die Worte fehlen.
»Daddy und Romy laufen zum Auto. Daddy startet den Motor und setzt den Facel in Bewegung. Die Frau im blaugelben Kleid hinterher. Georg übergibt die Dackelleine an Robin Hood, legt die Schrottflinte an, zielt und schießt. POW!« (Seite 40)
Dieses Buch ist toll, dieses Buch ist doof, es ist ungewöhnlich und bekloppt, es ist eigentlich total crazy und ich frage mich tatsächlich immer noch: Was zur Hölle las ich da und wenn ja, warum? Als hätte Quentin Tarantino beschlossen, einen Film zu beschreiben, statt ihn auf die Leinwand zu bringen, dann aber völlig vergessen, dass es keine Bilder gibt und beschlossen, dass das eigene Kopfkino völlig reicht. Wo war ich? Ach ja, beim Inhalt. Oder auch nicht. Nagelt mich nicht darauf fest. Ich weiß es doch auch nicht. Ich schwöre!
Diese Geschichte wird nicht jedem gefallen, das muss sie aber auch nicht. Wer gerne Nebenstrecken geht und nicht immer den kürzesten Weg, quasi die Norm verschmäht und Spaß am Ungewöhnlichen hat, für den dürfte dieses Buch eine Offenbarung sein. Logik sollte man hier aber nicht suchen, sondern sich einlassen auf eine total verrückte Welt. Wer dies mag, wird hier fündig. Ich wünsche viel Spaß dabei!