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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2025

Metallrösser

Heavenbreaker
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400 Jahre, nachdem die Erde gegen einen Feind aus dem Weltall gekämpft hat, haben nur wenige Menschen in Raumstationen weit entfernt überlebt. Sie sind trotz moderner Technik sozialtechnisch eher wieder ...

400 Jahre, nachdem die Erde gegen einen Feind aus dem Weltall gekämpft hat, haben nur wenige Menschen in Raumstationen weit entfernt überlebt. Sie sind trotz moderner Technik sozialtechnisch eher wieder im Mittelalter mit König, Adel und Pöbel. Synali ist die uneheliche Tochter eines Barons, der sie und ihre Mutter töten lassen will. Synali überlebt schwerverletzt und schwört dem Haus Hauteclare Rache. Es gelingt ihr, ihren Vater zu töten und einen Pakt mit einem verstoßenen Adeligen einzugehen. Doch dafür muss sie Heavenbreaker reiten, eine Art Mecha-Ross, mit dessem Geist sie verschmilzt, und sie muss an einem Turnier teilnehmen, wo sie auf Verwandte, Feinde und überraschenderweise Verbündete trifft.

Für einen Einstieg war das eine recht lange Lektüre, aber sie war dennoch kurzweilig. Anfangs ist man ein bisschen irritiert, weil man nicht weiß, in welche Richtung sich das Ganze bewegt, doch das legt sich schnell. Der Schreibstil ist locker und flüssig, ein bisschen genervt hat mich manchmal das dogmaartige Wiederholen, dass Synali sterben will/wird und ein paar pseudotechnische Begriffe, die auf Sci-Fi deuten sollten. Trotzdem konnte mich das Buch gut fesseln und ich bin gespannt, wie Synalis Der-Graf-von-Monte-Christo-Reise weitergeht.

Veröffentlicht am 23.08.2025

Ralston Island

Death at Morning House
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Marlowe Wexler trägt einen Namen, der zu einem düsteren Privatdetektiv passen würde, ist aber eine junge Frau von etwa 17 Jahren, die unsterblich in Akilah verliebt ist. Bei ihrem ersten Date schafft sie ...

Marlowe Wexler trägt einen Namen, der zu einem düsteren Privatdetektiv passen würde, ist aber eine junge Frau von etwa 17 Jahren, die unsterblich in Akilah verliebt ist. Bei ihrem ersten Date schafft sie es, durch eine explodierende Kerze ein Haus abzufackeln. Um auf andere Gedanken zu kommen, nimmt sie einen Sommerjob auf einem riesigen Anwesen an, auf dem Führungen gegeben werden, und das mit einer tragischen Geschichte aus den 30iger Jahren dienen kann. Sie und die anderen Ferienjobber werden von Dr. Henson beaufsichtigt, die das mit dem Beaufsichtigen allerdings nicht sehr genau nimmt. Während Marlowe sich einlebt, erfährt sie von Morden in der Vergangenheit. Doch auch in jüngster Zeit gab es einen Todesfall unter ihren neuen MitbewohnerInnen - und dann verschwindet auch noch Dr. Henson, während ein gewaltiger Sturm aufzieht ...

Ich mochte die Story von Marlowe, die zwar manchmal recht tolpatschig ist, aber doch irgendwie doch ziemlich cool. Was auch cool ist, dass hier quasi drei verschiedene Verbrechen miteinander verwoben werden. Wobei ganz zu Anfang, bei den Zeitungsausschnitten, mit den Daten der Todesfälle geschlampt wurde, das hat mich anfangs sehr irritiert. Weiß nicht, ob das ein Fehler durch die Übersetzung ist oder schon im Original vorkommt. Sobald die Story, nach einem etwas zähen Einstieg, Fahrt aufnimmt, breitet sich das gesamte dramatische Geschehen recht logisch aus, vielleicht ein bisschen bis auf den Schluss. Ist es wirklich logisch, dass alle Marlowe glauben, obwohl sich die anderen schon so lange kennen? So oder so, es war eine kurzweilige, interessante Geschichte, die mir gut gefallen hat.

Veröffentlicht am 31.07.2025

Feen und Dämonen

Das Mädchen aus der Schwebenden Welt (Floating World-Dilogie, Band 1)
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Ren lebt seit 10 Jahren unter fahrenden Artisten; sie gibt sich als normales Mädchen aus und versucht krampfhaft, ihre Magie zu verbergen. Doch dann werden sie bei einem Auftritt in einem Bergdorf von ...

Ren lebt seit 10 Jahren unter fahrenden Artisten; sie gibt sich als normales Mädchen aus und versucht krampfhaft, ihre Magie zu verbergen. Doch dann werden sie bei einem Auftritt in einem Bergdorf von einem Dämonen angegriffen, der mehrere Leute tötet und Lichtmagie bricht aus Ren hervor und tötet den Dämonen. Ihre Magie war so stark, dass sie noch weit weg gesehen wurde - und plötzlich sind viele Feinde und Assassinen hinter ihr her. Sunho, der vor zwei Jahren ohne Gedächtnis aufgewacht ist, wird ebenfalls angeheuert, sie zu finden. Inkognito treffen die beiden aufeinander und erkennen schnell, dass der wahre Feind jemand anders ist.

Nicht nur die Grundidee, auch mehrheitlich die Umsetzung und der Schreibstil haben mir gut gefallen. Mit Ren und Sunho gibt es zwei hochsympathische Hauptpersonen, die durch weitere Charaktere gut in Szene gesetzt werden. Solange es in der Geschichte keine Actionszenen gibt, macht die Autorin auch alles richtig: Poesie und Realität halten sich die Waage. Allerdings sind Ereignisse in Aufruhr und intensive Actionszenen nicht ihre Stärke. Da neigt sie dazu, Wichtiges zu schnell abzuhandeln und Unwichtiges auszuwälzen. Und solange es für gewisse Ereignisse noch keine Erklärung gibt, scheinen sich auch ein paar Logikfehler eingeschlichen zu haben. Trotzdem lässt sich das Ganze schön lesen und mich würde auf jeden Fall die Fortsetzung interessieren.

Veröffentlicht am 03.07.2025

Theorie vs. Praxis

Love, theoretically
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Elsie ist theoretische Physikerin und obwohl sie als Postdoktorandin an drei verschiedenen Unis lehrt, ist sie quasi unbezahlt. Deshalb arbeitet sie nebenbei für eine Agentur, die Fake-Date-Begleitungen ...

Elsie ist theoretische Physikerin und obwohl sie als Postdoktorandin an drei verschiedenen Unis lehrt, ist sie quasi unbezahlt. Deshalb arbeitet sie nebenbei für eine Agentur, die Fake-Date-Begleitungen anbietet. Dabei trifft sie ausgerechnet auf den berühmten Experimentalwissenschaftler Jonathan "Jack" Turner-Smith, den Bruder ihres derzeitigen "Dates". Dumm nur, dass er sie nur als "Bibliothekarin" kennt, aber ausgerechnet jetzt zu denjenigen gehört, die darüber entscheiden sollen, ob Elsie endlich einen gut bezahlten Traumjob bekommt. Schlimmer ist nur noch, dass sich Elsie von ihm angezogen fühlt. Und dann ist da auch noch die Sache, dass Jack die Theoretiker verachtet und der Erzfeind ihres Mentors ist ...

Ich finde Ali Hazelwoods Ideen und ihren Schreibstil, der viel Humor und Sarkasmus enthält, immer wieder mega. Auch dass sie die Gepflogenheiten, die Doktoranden gnadenlos auszunutzen, anprangert, ist typisch Ali und hoffentlich etwas, das endlich mal geändert wird im real life. Auch ihr Personal ist wie üblich top, eine bunte Mischung schräger Typen. Aber bitte ... bitte! Müssen es echt gefühlt immer 200 Seiten Spice sein? Ich mag Spice wie jeder andere auch, aber ich muss es echt nicht permanent lesen, das nervt mich irgendwann nur und bringt die Geschichte nicht weiter. Langsam finde ich echt, weniger wäre mehr, zumindest in Büchern, die keine reinen Pornos sein sollen. Ansonsten hat mich das Buch gut unterhalten, besonders Jacks Oma war mein heimlicher Liebling, wäre sie echt, würde ich sie einfach klauen.

Veröffentlicht am 29.06.2025

Feindliche Übernahme

Not in Love – Die trügerische Abwesenheit von Liebe
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Rue kommt aus einer schwierigen Familie, hat einen problematischen Bruder und ist socially awkward und zwar so sehr, dass eine Asperger-Diagnose nicht unbedingt falsch sein dürfte. Aber sie ist gut in ...

Rue kommt aus einer schwierigen Familie, hat einen problematischen Bruder und ist socially awkward und zwar so sehr, dass eine Asperger-Diagnose nicht unbedingt falsch sein dürfte. Aber sie ist gut in ihrem Job als Wissenschaftlerin bei einem Biotec-Unternehmen und sie liebt ihn. Umso schlimmer trifft es sie, dass die Firma in finanzielle Schwierigkeiten gerät und von einem Investor übernommen werden soll. Als wäre das nicht genug, erkennt sie einen der Investoren: Eli Killgore ist der Mann ihres letzten One Night Stands. Er war freundlich, ihr zugewandt, eine green flag - jetzt hingegen droht er alles zu zerstören, wofür sie lebt.

Ich wusste nicht, dass es sich bei diesem Buch um dieselben Leute handelte wie bei Problematic Summer Romance, quasi die Vorgeschichte, aber man kann beide Bücher unabhängig voneinander lesen. Zum Glück liegt hier der Fokus auch nicht auf Conor, der mir in dem anderen Roman schon dezent unsympathisch war. Mit Rue und Eli konnte ich gut leben und ich verstand ihre jeweiligen Probleme gut. Ich fand jetzt die ganzen Übernahmesachen nicht mega spannend und ich finde auch wirklich, dass man mindestens die Hälfte der Spiceszenen gern hätte streichen dürfen, aber alles in allem fühlte ich mich dank des guten Schreibstils und der oft humorvollen Dialoge wieder gut unterhalten.