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Veröffentlicht am 08.09.2025

„Die allermutigste Handlung ist immer noch, selbst zu denken. Laut!“ (Coco Chanel)

Es könnte so einfach sein
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Ich durfte dieses Buch mit einem Schmunzeln anfangen, es gibt von den Fantastischen Vier eine Lied da heißt es im Text: „Es könnte so einfach sein“ und dann „ist es aber nicht..“, dieses Lied habe ich ...

Ich durfte dieses Buch mit einem Schmunzeln anfangen, es gibt von den Fantastischen Vier eine Lied da heißt es im Text: „Es könnte so einfach sein“ und dann „ist es aber nicht..“, dieses Lied habe ich immer wieder vor mir her gesummt, so lassen sich auch Dinge anfangen. Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen, zeigt es doch wie sehr Frauen übersehen und wie stark sie sich immer wieder in der männerdominierten Welt beweisen müssen. Jahrelang ist Vera Albach eigentlich schon eine erfolgreiche Autorin nur leider kennt sie niemand. Ihre Bücher sind schon lange nicht mehr aus der Verlagswelt wegzudenken, sie als Autorin wir aber verschwiegen zugunsten eines Männernamens unter dem die Bücher seit Anfang an verkauft werden. Die Frage kommt auf, lässt sich ein Buch einer Autorin zu der Zeit nicht verkaufen. Die Antwort war klar, nein, zu dieser Zeit hätte man kein Buch gekauft was von einer Autorin geschrieben wurde, erstaunlich. Ich denke das Frauen in vielen Bereichen noch ausgebremst werden Frauen im Beruf müssen sich oft mit Vorurteilen, mangelnder Anerkennung und der sogenannten gläsernen Decke auseinandersetzen. Sie kämpfen mit traditionellen Geschlechterrollen, die ihre Karrierechancen einschränken, und stehen vor Herausforderungen wie flexiblen Arbeitszeitmodellen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Gehaltsunterschieden. Wie gehen wir als Gesellschaft damit um, eine gute Frage eine Chancengleichheit, gleiches Gehalt und einige Dinge müssten einfacher sein und dürfen die Frau nicht mehr vor ein entweder oder stellen, das wird aber noch ein sehr langer Weg. Bei Vera und Leo sind die Rollen eigentlich anders gestellt, sie schreibt Bücher, er ist eher der ruhige im Hintergrund. Die von vielen als ganz natürlich vorausgesetzte Rolle der Mutter hat Vera nicht erfüllt, muss man das, kann man, darf man sich auch gegen Kinder entscheiden und dennoch Frau und Familie sein, wieder ein Gesellschaftsgedanke. Vera und Leo bekommen das hin, sie begegnen sich voller Respekt, Ehrlichkeit und einer gewissen Selbstironie, in einer Zeit wo es anfing, dass Ehen aus Liebe geschlossen wurden und somit eine ganz neue Art der Beziehung entstand. Ein schöner Satz im Buch der noch zu erwähnen ist, ist "Was genau haben Sie gegen Sonnenuntergänge?", fragte sie den Kritiker, "oder gegen Träume? Was genau ist falsch daran, wenn Menschen schwärmen, hoffen und lieben?" An diesem Buch hat mir eigentlich alles gefallen, das fängt beim Cover an, geht über die sehr warme gleitende Schreibweise mit all ihren Direktheiten und Endet in dem Gefühl hoffentlich kommt noch mehr. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Eine Familiengeschichte die viel Mut benötigt

Meine Mutter
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Eine Familiengeschichte die viel Mut benötigt, mit diesem Buch der Autorin Bettina Flitner „Meine Mutter“ geht sie ihren ganz einen Weg zurück in die Geschichte ihrer Familie. Aus dem Klappentext: Ich ...

Eine Familiengeschichte die viel Mut benötigt, mit diesem Buch der Autorin Bettina Flitner „Meine Mutter“ geht sie ihren ganz einen Weg zurück in die Geschichte ihrer Familie. Aus dem Klappentext: Ich holte die Fotos meiner Schwester hervor. Ich hatte sie ein paar Monate, bevor auch sie sich das Leben genommen hatte, fotografiert, vor sechs Jahren. 33 Jahre nach meiner Mutter, fast auf den Tag genau. Ich legte sie neben die Fotos meiner Mutter. Meine Schwester strahlt mich an, meine Mutter hingegen schaut mit einer radikalen Traurigkeit in die Kamera der anderen Fotografin. Aber beide wirken seltsam durchsichtig, als ob sie sich allmählich in der Umgebung auflösen würden. Meine Mutter, meine Schwester. Was ist eigentlich passiert? Warum? Wo ist der Ursprung für das alles? (Klappentext Ende) In einer warmherzig, offenen und berührenden Geschichte erzählt die Autorin behutsam von ihrer Herkunft, von Schuld, Erinnerung, Mut, Verlust, Vertreibung und Verfolgung und wie sie trotz der widrigen Umstände ihren eigenen Weg gegangen ist um nun die Kraft zu haben den Weg ihrer Familie Rückwertsgehend zu erleben und auszuhalten. Das Buch ist eine Verarbeitung und gleichzeitig eine Versöhnung mit der eigenen Geschichte. Das Foto auf dem Klappentext lässt erahnen wie groß das festhalten und loslassen der Familie war. Wieviel hält einen Familie und man selber aus, kann man verzeihen, darf man damit hadern, oder sich wie hier auf den Weg machen um die ganze Geschichte zu erfahren um letztendlich verstehen zu können. Das Buch ist nach „Meine Schwester“ ein weiteres sehr berührendes und privates Buch was ich mit großem Interesse gelesen habe und was es verdient gut bewertet zu werden, damit andere Leser den Mut finden sich in die Geschichte einzulassen, ich habe mich vorsichtig, weil ein Thema über Suizid immer sehr dunkle Seiten hat, aber gerne drauf eingelassen und am Ende konnte man spüren was wirklich geschehen ist und warum ihre Mutter und auch ihre Schwester diesen Weg gegangen sind. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

(Ichigo ichie) „Ein Leben, eine Begegnung“

Onigiri
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Dieser Debütroman „Onigiri“ (Onigiri sind gewürzte Knödel oder Klöße aus Reis der japanischen Küche) der Autorin Yuko Kuhn erzählt eine faszinierende deutsch-Japanische Geschichte, die Autorin selber wuchs ...

Dieser Debütroman „Onigiri“ (Onigiri sind gewürzte Knödel oder Klöße aus Reis der japanischen Küche) der Autorin Yuko Kuhn erzählt eine faszinierende deutsch-Japanische Geschichte, die Autorin selber wuchs zwischen diesen beiden Kulturen auf, ihre Mutter ist in den 1970er Jahren nach Deutschland ausgewandert. Die Mutter der Protagonistin ist auch nach Deutschland ausgewandert und lebt jetzt in einem Pflegeheim, sie ist dabei in die Demenz abzugleiten und damit ihr Leben nicht nur hier in Deutschland, sondern auch ihres in Japan zu vergessen, aber kann man ein Leben vergessen? Akis hat sich vorgenommen noch einmal mit ihrer Mutter in ihre Heimat nach Japan zu fahren, Akis Heimat ist Deutschland, hier leben die Großeltern, ihr Vater, ihr Bruder und ihre eigene Familie. Beide Frauen machen sich auf den Weg nach Japan und trotz der Demenz scheint ihre Mutter aufzublühen, die Kultur und ihre Familie dort lassen sie noch einmal ihr Japan erleben, eine Reise wo beide zwischen den Kulturen verloren zu gehen drohen, sich aber schließlich neu finden. Eine interessante Reise, Ichigo ichie, was so viel bedeutet wie „Ein Leben, eine Begegnung“. Es erinnert daran, dass jede Begegnung, auch innerhalb der Familie, eine einzigartige und kostbare Erfahrung ist, die man wertschätzen sollte. Ich glaube ein größeres Geschenkt hätte Akis ihrer Mutter gar nicht machen können. Ein sehr warmherzig und offener Roman, den ich sehr gerne gelesen habe und weiterempfehlen möchte, begeben Sie sich als Leser auf diese Reise und entdecken sie die Geschichte von Akis und ihrer Familie. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten

Der Sommer am Ende der Welt
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Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten, aber an was möchte man sich wirklich erinnern oder bleibt einiges besser ungesagt? Das Titelbild zeigt eine ganz ...

Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten, aber an was möchte man sich wirklich erinnern oder bleibt einiges besser ungesagt? Das Titelbild zeigt eine ganz anderes Bild, als das Buch erahnen lässt, ein Mädchen im weißen Kleid hat etwas von Unschuld, das Bild sieht nach Urlaub aus. Dieses Buch ist eine Reise, aber kein Urlaub, obwohl es rein fiktiv geschrieben ist hat es reellen Inhalte, eine Geschichte, vieler Kinder die in den 50er- bis 80er-Jahre zur Erholung in Kureinrichtungen häufig an die See, ins Mittelgebirge oder in die Alpen geschickt wurden. Diese mehrwöchigen Kinderkuren waren ein Massenphänomen der deutschen Nachkriegszeit. Jahrzehnte später berichten viele Menschen, die als Kind auf solche Kuren geschickt wurden, nicht nur von guten Erinnerungen, sondern auch von Demütigung, psychischer und physischer Gewalt und von Medikamentenmissbrauch. Viele Kinder von damals leiden noch heute unter den Folgen, ein Buch was eintauchen lässt in eine Geschichte die erzählt werden muss, damit so etwas nie wieder passiert oder vergessen wird und genau das möchte die Journalistin Hanna tun, deswegen fährt sie mit ihrer Tochter Katie nach Borkum. Hier scheint es allerding, dass sich über die dunkle Geschichte ein Art Mantel des Glanzes gelegt hat, das einstige Kinderkurheim ist heute ein Luxushotel. Je mehr Hanna in die Geschichte eintaucht desdo mehr taucht auf, was sicherlich lieber unausgesprochen geblieben wäre. Mit viel Empathie und Wärme schreibt die Autorin über menschliche Schicksale, darüber das nichts ungesühnt bleiben sollte und es doch ein Leben, eine neue Liebe nach all dem Schrecken geben kann. Was genau in diesem Buch alles geschieht lesen sie als Leser gerne selber, trotz der schwere Thematik ist es ein Buch, was wirklich bis zur letzten Seite spannend und ergreifend geschrieben ist und was ich sehr gerne gelesen habe und empfehlen möchte. Das Buch zeigt auch auf, wie wichtig die Arbeit von Autoren und Journalisten ist, die Geschichte nicht ruhen lassen, sondern hinterfragen und sie erzählen. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Auge um Auge, und die Welt wird erblinden

Das Beste sind die Augen
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Das Sprichwort "Das Auge isst mit" beschreibt die Tatsache, dass die Optik und Präsentation von Speisen einen großen Einfluss auf den Genuss und die Wahrnehmung des Geschmacks haben. Es geht nicht darum, ...

Das Sprichwort "Das Auge isst mit" beschreibt die Tatsache, dass die Optik und Präsentation von Speisen einen großen Einfluss auf den Genuss und die Wahrnehmung des Geschmacks haben. Es geht nicht darum, tatsächlich Augen als Speise zu essen, sondern darum, dass die visuelle Verlockung eines Gerichts die Vorfreude und das Geschmackserlebnis steigert. Für Ji-won bekommt diese Aussage eine ganz andere Bedeutung, aber wie kommt es dazu. Ji-won, eine koreanisch-stämmigen Familie, wohnt mit ihrer kleineren Schwester und ihrer Mutter zusammen, in den USA. Der Vater verlässt die Familie und Ji-Won gerät dadurch in einen Strudel, der sie letztendlich in eine ganz eigenen Welt abgleiten lässt. Die Mutter lässt sich auf einen fragwürdige Beziehung zu einem sehr unsympathischen weißen Mann ein, sie will ihn auch unbedingt heiraten, diese Beziehung scheint die Mutter blind zu machen, sie versucht an etwas festhalten, was es gar nicht mehr gibt. Feministischer Horror trifft auf gesellschaftskritischen Nervenkitzel wie es im Klappentext steht trifft es gut. Feministisch ja, weil Ji-Won quasi einen Rachefeldzug zu allem was männlich ist startet, gesellschaftskritischer Nervenkitzel auch, die gesamt Erzählung ist spannend geschrieben, der Leser bekommt die Chance mitzudenken und man ließt in Erwartung dessen was noch kommt gerne weiter. Und die Schwierigkeiten der koreanische Abstammung werden aufgegriffen, der ungewöhnlicher Erzählstiel, ist mal etwas ganz anderes. Klassischen Horror sehe ich hier allerding nicht. Der Verzehr von Augen, die Phantasien über das Morden und letztendlich die Umsetzung setzt für den Leser zwar einen starken Magen voraus, aber es wirkt fragwürdig ob Ji-won da so einfach davongekommen wäre, sie hat viel zu viele Spuren hinterlassen, nicht nur an den Tatorten, sondern auch an sich selber. Man hat den Eindruck sie hat eine Art Psychose entwickelt und kann wahr und nicht wahr nicht mehr unterscheiden, auch sie möchte damit erreichen, dass wieder alles so wird wie es einmal war. Das der Vater wieder heiraten möchte und ein drittes Mal Vater wird lässt Ji-won letztendlich vollkommen abgleiten zumal sein dritte Kind ein Junge wird, genau das wollte ihr Vater immer. Der eine bekommt was er sich gewünscht hat und die anderen gehen im Leben unter, so fühlt es sich an. Wenn Sie als Leser einfach mal etwas anderes lesen möchten, dann ist dieses Buch „Das Beste sind die Augen“ vom Monika Kim genau das richtige, gecatcht hat mich auf jeden Fall das Cover mit dem Farbschnitt, auch das mal etwas ganz anderes, ein Hingucker. Vielen Dank.

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