Eher kein Thriller und doch fesselnd
Not Quite Dead YetMargaret Mason, Jet, ist die Tochter des Immobilienmoguls aus Woodstock in Vermont. Seit ihre Schwester vor siebzehn Jahren ums Leben kam, versucht sie ihren eigenen Weg zu finden, doch vieles verschiebt ...
Margaret Mason, Jet, ist die Tochter des Immobilienmoguls aus Woodstock in Vermont. Seit ihre Schwester vor siebzehn Jahren ums Leben kam, versucht sie ihren eigenen Weg zu finden, doch vieles verschiebt sie gerne auf Morgen. Nach dem Halloween Fest, das jedes Jahr von ihren Eltern veranstaltet wird, fährt sie allein nach Hause und wird gleich an der Haustür von jemanden überrascht, der sie mit einem Hammer niederschlägt. Als sie im Krankenhaus zu sich kommt, erhält sie zwei Nachrichten: die Gute: sie lebt, die Schlechte: Nicht mehr lange. Durch die Schläge auf den Kopf ist ein winziger Knochensplitter in eine Ader gedrungen, diesen zu entfernten birgt aufgrund einer Krankheit so ein großes Risiko, dass Jet diese Entscheidung fällen soll. Sie entscheidet sich für eine Woche, die ihr noch bleibt, bis ein Aneurysma zu ihrem Tod führen wird. Gemeinsam mit ihrem besten Freund aus Kindertagen, Billy, begibt sie sich auf die Suche nach ihrem Mörder.
Seit AGGGTM bin ich wirklich ein Fan von Holly Jackson, die es auch hier wieder sehr schnell schaffte, mich an ihr Buch zu fesseln. Sie schreibt flüssig, fesselnd, bildlich und trotz der Spannung auch noch mit einem gewissen Humor.
Das Setting, die Kleinstadt Woodstock, ist hier perfekt gewählt. Jeder kennt jeden, es gibt Vorurteile und Misstrauen. Doch wer ausgerechnet etwas gegen Jet gehabt haben könnte, bleibt ein Rätsel.
Der Fall ist spannend zu verfolgen, insgesamt rollen wir hier Jets Leben auf, beleuchten Familie und Freunde und finden dabei immer mehr über alle Zusammenhänge heraus.
Wer Jets Mörder letztlich war, habe ich mir ab einem Punkt denken können, was ich aber nicht weiter schlimm empfunden habe, da mich die ganze Geschichte drumherum fesseln konnte.
Die Story wird durch einen personellen Erzähler aus Jets Perspektive erzählt. Diese ist zu Beginn gar nicht so wirklich sympathisch, sie scheint mit nichts richtig zufrieden und stößt Menschen, die sie offensichtlich lieben, gerne mal vor den Kopf. Doch während sie mit Billy an ihrer Seite nach ihrem Mörder sucht, wandelt sie sich nach und nach, findet dabei mehr über sich selbst heraus und auch über ihre Familie. Letzten Endes wusste ich ja, wie es für Jet zu Ende geht, aber trotzdem liest man mit einem kleinen Körnchen Hoffnung.
Billy ist so eine Greenflag, so ein unglaublich netter, sympathischer Mann. Ich hätte Jet hier gerne manches Mal geschüttelt, doch sie merkt dann doch irgendwann, was sie da an ihrer Seite hat.
Ansonsten treffen wir auf einige interessante Nebencharaktere, die für die ein oder andere Wendung sorgen.
Mein Fazit: Auch wenn es in meinen Augen wieder eher ein Familiendrama denn ein Thriller war, so hat mich Jets Geschichte doch fesseln und berühren können. Gerade die Entwicklung der Protagonistin und auch deren eigene Erkenntnisse gingen nah. Das Buch war mitreißend erzählt und ich empfehle es gerne weiter.