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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2025

Joan träumt von den Sternen - und der Liebe

Atmosphere
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Ich bin jedes Jahr auf neue gespannt, mit welcher Geschichte Taylor Jenkins Reid uns überraschen wird. Die Frau hat einfach ein Talent dafür, spannende Themen und Schauplätze zu finden, die bis dahin ...

Ich bin jedes Jahr auf neue gespannt, mit welcher Geschichte Taylor Jenkins Reid uns überraschen wird. Die Frau hat einfach ein Talent dafür, spannende Themen und Schauplätze zu finden, die bis dahin eher selten in Büchern eine Rolle gespielt haben.

Atmosphere entführt uns in die 1980er zur NASA und zu einer Frau, die von den Sternen träumt. Auf zwei Zeitebenen lernen wir vor allem unsere Protagonistin Joan kennen, wie sie als Astrophysikerin ihre Astronautinnen-Karriere bei der NASA startet, ihre Kolleginnen zu Freundinnen werden, sie die Liebe ihres Lebens trifft. Und wie sie dann, in der 2. Zeitebene als Missionskontrolle auf der Erde sitzt, während ein Shuttle mit ihren Freund*innen in ein Unglück verwickelt wird.

Das Buch beginnt also direkt sehr spannend und emotional, der Wechsel zwischen den Zeitebenen ist schlau gewählt und animiert zum Weiterlesen. Gleichzeitig ist das Buch aber auch slow burn – sowohl die Liebesgeschichte, als auch die Astronauten-Handlung bewegen sich nur sehr langsam vorwärts, und wie der Titel es verrät: es ist ein sehr atmosphärisches Buch. Man spürt ganz viel Sehnsucht und Verzweiflung, und das drohende Unglück erdrückt einen fast.

Nach der Hälfte hat für mich etwas die Spannung nachgelassen, da war es mir für kurze Zeit doch zu viel Atmosphäre und zu wenig Handlung.

Insgesamt hat mir das Buch aber gefallen. Neben dem Thema des Astronauten-Daseins und des Weltalls (was gerne noch mehr Platz hätte einnehmen können!), geht es auch um die 1980er Jahre, queere Beziehungen zu dieser Zeit und die Bedeutung von Familie. Mir hat die Geschichte um Joan, ihre Schwester Barbara und deren Tochter Frances fast noch besser gefallen als die Love Story.

Das Ende des Buches lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Einerseits habe ich auf den allerletzten Seiten geweint, und war richtig gefesselt, und gleichzeitig… wenn ich das so in mir nachwirken lasse, bin ich etwas unbefriedigt. Ich kann nur nicht genau sagen, woran es liegt.

Atmosphere kriegt von mir 4 von 5 Sternen – meine liebsten Bücher der Autorin bleiben Evelyn Hugo und Carrie Soto, aber ich bin trotzdem sehr froh, Joan und ihre Träume für eine kurze Zeit begleitet haben zu dürfen.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Healthy Romance über Chaos im Kopf und Selbstakzeptanz

Braver Than Ever
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Kurzmeinung: Band 1 mochte ich zwar lieber, aber auch das hier ist ein richtig tolles Buch. Es geht um Mut und Selbstakzeptanz, und neben einer Beziehung gibts auch wieder einen investigativen Fall für ...

Kurzmeinung: Band 1 mochte ich zwar lieber, aber auch das hier ist ein richtig tolles Buch. Es geht um Mut und Selbstakzeptanz, und neben einer Beziehung gibts auch wieder einen investigativen Fall für die London Lens, in dem es um Klimaschutz geht!

Danke an Lovelybooks, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Nachdem Stronger than Ever für mich letztes Jahr ein richtiges Jahreshighlight war, habe ich mich sehr gefreut, wieder zur London Lens zurückzukommen. Die chaotische Protagonistin Alice kennt man schon als beste Freundin von Josie, aber hier hatten wir die Chance, mal hinter das Chaos zu gucken und sie als Person kennenzulernen. Denn in ihrem Leben läuft vieles grade nicht so rosig. Im Verlauf des Buches lernt sie Josh kennen, der als Fotograf immer mal wieder mit ihrer Redaktion zusammenarbeitet. Josh, der sein Chaos besser im Griff hat – seit er die Diagnose ADHS hat.

Dieses Buch wird als „Healthy Romance“ beschrieben, und wie schon bei den Problemen von Josie und Ryan können sich Alice und Josh auf die Expertise der Unternehmenspsychologin Mrs. White stützen, und mit ihren Problemen (und der Verdachtsdiagnose ADHS) in einem sicheren Rahmen zu ihr kommen.

Die Stellen, in der psychologische Beratung relevant wird, wurden von der Psychologin Pia Kabitzsch begleitet, was für eine sehr realistische Darstellung sorgt. In meinen Augen wird auch keine Angst gemacht, sondern handfeste Tipps gegeben, sodass betroffene Leser*innen sich hoffentlich selbst besser verstanden und aufgehoben fühlen. Die Hilfsangebote bzlg. ADHS am Ende des Buches runden das Ganze auch nochmal ab.

Zudem hat das Buch noch einen kleinen Spannungsmoment, da das Magazin London Lens – der Arbeitgeber unserer Protagonisten – in einen neuen investigativen Recherchefall startet, bei dem es um die Marke Evergreen geht, die angeblich Kleidung aus Müll aus Afrika macht und sich gleichzeitig um Aufforstung kümmert. Angeblich, da es Vermutungen gibt, dass irgendwas an der Sache faul ist & die Charaktere im Buch gehen dem Ganzen nach. Das ähnelt Band 1, in dem es um einen Lebensmittelhersteller ging, bei dem auch irgendwas komisch war. Ich finde es toll, wie unaufgeregt die Autorin noch die Themen von Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Konsum (von Kleidung) mit in die Geschichte integriert.

Ansonsten hat mir vieles gut gefallen. Ich bin durch den tollen Schreibstil von Larissa Schira nur durch die Kapitel geflogen und habe besonders mit Alice richtig gut mitfühlen können. An den ersten Band kommt dieses Buch aber nicht so ganz für mich ran. Mir bleibt Josh etwas blass, und zum Ende hin wurde mir die Geschichte einfach viel zu schnell abgehandelt.

Trotzdem ein wirklich gutes Buch, mit einer sehr realistischen und Mut-machenden Darstellung von ADHS. Ich vergebe 4 Sterne und freue mich auf weitere Bücher der Autorin.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Brennende Reifen und Slow Burn Liebesgeschichte

Crushing Souls (Driven Dreams-Dilogie, Band 1)
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Ich liebs, wie die Autorin all ihre Reihen hier verknüpft: Karla und Henning aus Vielleicht, und die Royals aus Crumbling Hearts. Endlich kommt eine Dilogie nur übers Racing/Formel 1.
Ich hätte mir bei ...

Ich liebs, wie die Autorin all ihre Reihen hier verknüpft: Karla und Henning aus Vielleicht, und die Royals aus Crumbling Hearts. Endlich kommt eine Dilogie nur übers Racing/Formel 1.
Ich hätte mir bei der Beziehung etwas mehr Knistern gewünscht, und bei den Parts zum Rennfahren war ich manchmal etwas lost weil ich keine Ahnung von dem Sport habe. Aber es war trotzdem ein echt gutes & unterhaltsames Buch.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Auf den Spuren der Vergangenheit in Italien

Zypressensommer
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Danke an Vorablesen und den Rowohlt Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

„So viele Zypressen“, sagte Julia. „Auf dem Friedhof ...

Danke an Vorablesen und den Rowohlt Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

„So viele Zypressen“, sagte Julia. „Auf dem Friedhof stehen noch mehr davon. In Italien sind sie ein Symbol der Trauer, eine Idee aus der Antike, wo sie Tod und Unterwelt repräsentiert haben. Aber für mich haben Zypressen eine ganz andere Botschaft: Wir sind frei. Wir wachsen in den Himmel – so sehe ich diese wunderbaren Bäume.“

Ich finde, dieses Zitat von Matteo fasst die Atmosphäre des Buches sehr gut zusammen. In Zypressensommer geht es um Tod und Trauer, aber auch um Freiheit. Und beides existiert gleichzeitig.

Es ist 1998, und wir begleiten die Hamburgerin Julia auf Spurensuche in die Toskana. Im Dorf Lucignano möchte sie Antworten finden auf die verwirrenden Wörter, die ihr Nonno auf seinem Totenbett als Brief hinterlassen hat.

Von Seite 1 ist man mittendrin im italienischen Flair. Die ausführlichen Beschreibungen von Landschaft und Essen tragen zur wunderbaren Atmosphäre dieses Buches bei. Und wie schön ist es bitte, dass sich am Ende des Buches mehrere Rezepte befinden, die auch im Buch vorkommen? Da wird auf jeden Fall mal etwas nachgekocht!

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen und drei Perspektiven erzählt. Neben der oben bereits erwähnten Julia kommt auch ihr Großvater Gianni im Jahre 1943 selbst zu Wort, als er im 2. Weltkrieg von deutschen Soldaten gefangen genommen und zu Zwangsarbeit in einer Fischfabrik gezwungen wird. Die letzte Perspektive ist die von Guilia, die Geliebte von Gianni, die 1943 in der Toskana zurückbleibt und anfängt, sich bei der Resistenza einzubringen.
Wenn ich ehrlich bin, hat mir die Perspektive von Guilia am Anfang nicht wirklich zugesagt. Ich fand es schwierig, sie einzuordnen und die ganzen dort genannten Personen einzusortieren. Als dann in der Gegenwart die Beziehungen klarer wurden, fiel mir das Lesen deutlich leichter. Aber warum Guilias Kapitel in der „Ich“-Perspektive und die anderen beiden aus der 3. Person geschrieben sind, war mir nicht ganz klar – vom Klappentext her klingt es sehr stark nach der Geschichte von Julia und ihrem Großvater Gianni; Guilia scheint erstmal unwichtig. Ich kann hier nur sagen: dranbleiben lohnt sich, das wird im letzten Viertel der Geschichte aufgelöst!

Ich mochte sehr, wie die Autorin tolle Atmosphäre und eine romantische Liebesgeschichte mit den Schrecken der Vergangenheit kombiniert. So hat dieses Buch zwar einige wirklich schreckliche Momente, in denen die Brutalität der Nazis aufgezeigt wird, aber gleichzeitig auch leichte Momente, welche die Stimmung aufhellen.

Besonders spannend fand ich auch das Nachwort der Autorin, wo sie auf den „echten“ Kontext in Italien der 1940er Jahre eingeht, und zwar die italienischen Militärinternierten und die Resistenzia in Italien. Über beides wusste ich wenig Bescheid – und sie erklärt auch ausführlich, wieso das so ist. Auch gut fand ich, dass sie einen besonderen Fokus auf die weiblichen Wiederständlerinnen in Italien gelegt hat, die in der Geschichte am stärksten vergessen werden. Die historischen Gegebenheiten werden sehr akkurat verarbeitet, was einfach nur Sinn ergibt, wenn man weiß, dass die Autorin promovierte Historikerin ist.

Das Buch war in meinen Augen ein sehr gutes Buch, aber nicht perfekt. An manchen Stellen war mir der Schreibstil etwas zu einfach bzw. steif – die Beschreibungen sind für mich deutlich mehr gelungen als die Dialoge. Ansonsten fand ich es etwas schade, wie stark am Ende das Thema Blutsverwandtschaft als „echte Familie“ betont wurde. Ich will auf gar keinen Fall spoilern, deshalb bleibe ich mal wage. Aber besonders im Krieg ist es vorgekommen, dass Familien getrennt worden sind, und dann z.B. Cousinen als Schwestern aufgezogen wurden, oder leibliche Väter umgekommen sind und die Kinder mit einem Stiefvater aufgewachsen sind. Für mich ist das einfach Familie und ich hätte den das Buch gerne auf einer positiven „found family“ Note hinter mir gelassen.

Insgesamt komme ich auf 4 von 5 Sternen und kann euch das Buch empfehlen, wenn ihr auf Liebesgeschichten mit historischem Touch steht. Auch in das Hörbuch habe ich reingehört und habe es für gut empfunden – wenn ihr wissen wollt, wie die italienischen Sätze und Namen ausgesprochen werden, dann seid ihr dort an der richtigen Adresse!

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Rasanter Psychothriller

Don't Let Her Stay
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Vielen Dank an Vorablesen und HarperCollins, die mir ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Nachdem ich Wenn Sie Wüsste von Freida ...

Vielen Dank an Vorablesen und HarperCollins, die mir ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Nachdem ich Wenn Sie Wüsste von Freida McFadden im Oktober verschlungen habe, hatte ich richtig Lust auf ähnliche Thriller. Dieses Buch hat mich vom Cover und Klappentext her sehr daran erinnert, sodass ich es unbedingt auch lesen wollte. Und ich kann sagen: die Vibes sind ähnlich. Wer Wenn Sie Wüsste mochte, wird bei diesem Buch sicher auch auf seine Kosten kommen.

Es ist ein Psycho-Thriller voller Spannung und Gänsehaut-Momente, bei dem ich als Leserin zwischendurch auch nicht so genau wusste, wem ich trauen kann. Wir haben es mit sehr unsympathischen, manipulativen Charakteren zu tun, die für eine schaurige und beklemmende Atmosphäre sorgen. Für mich, die wenig Thriller liest, waren die Plot Twists echt verrückt und das Ende hat mich doch sehr schockiert, und ich fand es gar nicht offensichtlich. Je nachdem, wie viele ähnliche Bücher man aber bereits gelesen hat, könnte man weniger überrascht sein von der Auflösung.

Das Buch ist insgesamt echt kurz (vielleicht zu kurz?), und wir haben eine eher einfache Sprache. So ist die Geschichte auf jeden Fall ein Pageturner, durch den man auch mal gut und gerne an einem Abend fliegen kann. Mit dem Ende an sich musste ich erst etwas warm werden, da ich es auch anfangs zu abrupt und kurz gefunden habe, andererseits war es auch schlau von der Autorin, uns noch was zum Nachdenken mitzugeben und nicht alles komplett aufzulösen.

Dadurch fehlt dem Buch aber auch etwas an Tiefe, z.B. was die Beziehung von den Protagonisten Richard und Joanna angeht. Da hätte ich mir mehr Kontext und Zeit gewünscht, denn als Leserin wurde mir nicht so richtig klar, warum die beiden sich ineinander verliebt haben.

Trotzdem habe ich das Buch richtig gerne gelesen und gebe 4 Sterne. Ich denke, es ist ein richtig guter Einstieg ins Genre, mit viel Spannung und wenig Seiten. Für Kenner des Genres könnte es vielleicht etwas zu offensichtlich, da es ja auch im Thriller sich wiederholende Tropes gibt; aber die Umsetzung hier fand ich sehr gelungen.

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