„Mord auf der Insel Sordid“ ist kein rasanter Thriller, sondern ein ruhiger, fein erzählter Kriminalroman mit viel Atmosphäre. Die Schauplätze in der Provence sind lebendig beschrieben – man spürt förmlich ...
„Mord auf der Insel Sordid“ ist kein rasanter Thriller, sondern ein ruhiger, fein erzählter Kriminalroman mit viel Atmosphäre. Die Schauplätze in der Provence sind lebendig beschrieben – man spürt förmlich die Sommerhitze, das Meeresrauschen und den Duft französischer Küche.
Die Ermittlerfiguren Antoine Verlaque und Marine Bonnet sind angenehm unaufgeregt und menschlich, auch wenn sie manchmal etwas distanziert wirken. Der Kriminalfall selbst entwickelt sich langsam, fast beiläufig – wer Action und Tempo sucht, wird hier eher nicht fündig. Dafür punktet das Buch mit Stil, Charme und einem Gespür für zwischenmenschliche Feinheiten.
Ein Krimi für alle, die das französische Lebensgefühl lieben und gerne in Geschichten mit Tiefgang eintauchen – ohne Hetze, aber mit Stil.
She is a Star von She is a Star ist ein Roman, der eine ganz eigene, unangenehme und gleichzeitig faszinierende Stimmung erzeugt. Von der ersten bis zur letzten Seite liegt eine bedrückende, fast fiebrige ...
She is a Star von She is a Star ist ein Roman, der eine ganz eigene, unangenehme und gleichzeitig faszinierende Stimmung erzeugt. Von der ersten bis zur letzten Seite liegt eine bedrückende, fast fiebrige Atmosphäre über der Geschichte. Alles wirkt überdreht, angespannt und zunehmend chaotisch, als würde man dabei zusehen, wie jemand immer tiefer in eine selbst erschaffene Scheinwelt hineingerät.
Im Mittelpunkt steht Jessamyn, eine Figur, die bei mir vor allem Frust ausgelöst hat. Sie ist von dem Wunsch, berühmt zu werden, so besessen, dass sie jede Verbindung zur Realität verliert. Sie verhält sich schon früh so, als wäre sie ein gefeierter Star, obwohl sie eigentlich ganz am Anfang steht und weder das Talent noch die nötige Selbstreflexion besitzt. Gerade diese Diskrepanz erzeugt eine sehr unangenehme Spannung. Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, sie am liebsten schütteln zu wollen, weil sie sich jede Situation so zurechtbiegt, dass sie selbst immer das missverstandene Opfer bleibt.
Die Stimmung des Romans lebt stark von diesem Wechsel aus schwarzem Humor, Fremdscham und einer immer düsterer werdenden Beklemmung. Anfangs wirken viele Szenen fast absurd komisch, doch nach und nach kippt alles in etwas Verstörendes. Jessamyn steigert sich immer tiefer in ihren Wahn hinein, ignoriert Chancen, stößt Menschen von sich weg und zerstört durch ihre Besessenheit jede Möglichkeit, tatsächlich etwas aus ihrem Leben zu machen. Besonders intensiv ist dabei die Atmosphäre rund um das Theater – eigentlich ein Ort der Kunst und Verwirklichung, der hier immer mehr zu einer Bühne für Kontrollverlust und Eskalation wird.
Was das Buch stark macht, ist die konsequente Darstellung dieser inneren Zerrissenheit. Man spürt permanent diese fiebrige Rastlosigkeit, dieses Getriebensein. Gleichzeitig fehlt dem Roman für mich etwas, um wirklich zu begeistern. Jessamyn ist zwar eindrucksvoll geschrieben, aber ihre permanente Uneinsichtigkeit war auf Dauer eher anstrengend als fesselnd. Irgendwann wiederholen sich ihre Fehlentscheidungen, sodass der Roman emotional eher ermüdet als überrascht.
Am Ende bleibt für mich ein zwiespältiger Eindruck zurück. She is a Star ist atmosphärisch stark, bissig und stellenweise beklemmend intensiv. Meredith Hambrock schafft es, eine Figur zu erschaffen, die man kaum erträgt und gerade deshalb nicht vergessen kann. Trotzdem hat mich das Buch insgesamt nur mittelmäßig überzeugt, weil die beklemmende Stimmung zwar trägt, die Geschichte selbst aber irgendwann auf der Stelle tritt.
„Amalfi Mortale – Kein Urlaub ohne Mord“ beginnt mit einer eigentlich spannenden Grundidee: Eine erfolgreiche Bestsellerautorin wird erpresst und plant zum Jubiläum ihres zehnten Bandes eine exklusive ...
„Amalfi Mortale – Kein Urlaub ohne Mord“ beginnt mit einer eigentlich spannenden Grundidee: Eine erfolgreiche Bestsellerautorin wird erpresst und plant zum Jubiläum ihres zehnten Bandes eine exklusive Lesereise mit ausgewählten Fans von Rom an die Amalfiküste. Dort soll nicht nur gefeiert, sondern auch neue Inspiration für ihren nächsten Krimi gesammelt werden. Doch schnell kippt die Stimmung – erst gibt es Mordversuche, dann tatsächlich einen Mord an einem befreundeten Autor.
Die Ausgangslage klingt nach einem klassischen, atmosphärischen Krimi mit Urlaubsflair und psychologischer Spannung. Leider bleibt das Potenzial über weite Strecken ungenutzt. Statt klarer Spannungsentwicklung entsteht eher Verwirrung. Besonders störend waren für mich die vielen Fußnoten, die den Lesefluss immer wieder unterbrochen haben – eher etwas, das ich aus wissenschaftlichen Arbeiten kenne als aus einem Roman dieser Art.
Auch die Vielzahl an Figuren hat es mir schwer gemacht, wirklich hineinzufinden. Es werden viele Personen eingeführt, oft ohne ausreichende Erklärung, wer genau sie sind oder welche Rolle sie spielen. Dadurch musste ich ständig zurückblättern oder versuchen, selbst Ordnung in die Beziehungen zu bringen. Mit der Zeit war ich mir teilweise nicht mehr sicher: Spielt das gerade im Roman der Autorin oder „in der echten Welt“ innerhalb der Handlung?
Die Idee eines „Krimis im Krimi“, bei dem Realität und Fiktion verschwimmen, ist grundsätzlich interessant. Allerdings wurde dieser Ansatz für meinen Geschmack zu unklar umgesetzt. Statt Spannung zu erzeugen, hat der häufige Perspektiv- und Ebenenwechsel eher für Orientierungslosigkeit gesorgt.
Positiv hervorzuheben ist die Grundidee und das Setting – die Amalfiküste bietet natürlich viel atmosphärisches Potenzial, das stellenweise auch durchscheint. Doch insgesamt bleibt das Gefühl, dass hier deutlich mehr möglich gewesen wäre. Ich hatte anhand des Covers und der Beschreibung etwas anderes erwartet: mehr klare Spannung, mehr Fokus, weniger Chaos.
Fazit: Ein interessanter Ansatz mit schöner Kulisse, aber leider holprig umgesetzt und stellenweise schwer zu folgen.
Der Klappentext von Killers Crush klang vielversprechend und hat definitiv Neugier geweckt – leider bleibt es auch genau dabei. Die eigentliche Geschichte kann mit dieser anfänglichen Spannung kaum mithalten. ...
Der Klappentext von Killers Crush klang vielversprechend und hat definitiv Neugier geweckt – leider bleibt es auch genau dabei. Die eigentliche Geschichte kann mit dieser anfänglichen Spannung kaum mithalten. Shaylee Thomson setzt stark auf ihr Wissen über Filme und insbesondere Horrorfilme, was sich durch zahlreiche Anspielungen und Zitate bemerkbar macht. Für Leserinnen und Leser, die sich in diesem Genre gut auskennen, mag das durchaus reizvoll sein. Für alle anderen kann es jedoch schnell anstrengend oder sogar ausschließend wirken.
Die Handlung erinnert stellenweise eher an einen klassischen Horrorfilm als an einen tiefgründigen Roman. Die Hauptfiguren wirken dabei vergleichsweise simpel und bleiben in ihrer Entwicklung eher oberflächlich. Dadurch fällt es schwer, eine echte Verbindung zu ihnen aufzubauen. Besonders enttäuschend ist, dass trotz der interessanten Ausgangsidee wenig daraus gemacht wird.
Wer ein großer Fan von Filmreferenzen ist, könnte dennoch Gefallen an dem Buch finden. Für „reine“ Buchliebhaber hingegen, die sich eine intensive Geschichte und ausgearbeitete Charaktere wünschen, dürfte „Killers Crush“ eher enttäuschend sein. Insgesamt bleibt der Eindruck eines Buches, das viel Potenzial hatte, dieses aber nicht vollständig ausschöpfen konnte.
K.A. Lindes Royal Houses – Haus der Drachen entführt in eine faszinierende, vielschichtige Fantasywelt, die auf den ersten Blick alles bietet, was das Genre verspricht: Drachen, magische Fähigkeiten, politische ...
K.A. Lindes Royal Houses – Haus der Drachen entführt in eine faszinierende, vielschichtige Fantasywelt, die auf den ersten Blick alles bietet, was das Genre verspricht: Drachen, magische Fähigkeiten, politische Intrigen und eine komplexe Gesellschaftsstruktur mit verschiedenen Häusern. Besonders die Idee rund um die Hauptfigur Kerrigan, eine Halb-Fae, die scheinbar viele Kräfte in sich vereint, klingt zunächst äußerst spannend. Visionen, Elementebändigung und ihre besondere Herkunft machen sie zu einer Figur, die großes Potenzial für eine epische Entwicklung hat.
Allerdings liegt genau hier auch eines der größten Probleme des Buches. Statt sich auf den Aufbau der Welt und der Charaktere zu konzentrieren, wird man als Leser mitten ins Geschehen geworfen – ohne ausreichende Einführung. Die Vielzahl an Häusern, Figuren und Fähigkeiten wirkt schnell überwältigend und sorgt eher für Verwirrung als für Spannung. Kaum hat man begonnen, sich in der Geschichte zurechtzufinden, folgen schon die nächsten Informationen, neuen Charaktere und Handlungsstränge.
Dabei erinnert die Grundidee durchaus an große Reihen wie Game of Thrones, doch während dort die Komplexität langsam entfaltet wird, scheint hier alles gleichzeitig passieren zu müssen. Besonders schade ist, dass interessante Elemente wie Turniere, Drachen oder auch Aspekte wie Schule, Heiler und Gesellschaft nur angerissen werden und viel zu kurz kommen. Man hat das Gefühl, dass viele gute Ideen vorhanden sind, aber keine davon genug Raum bekommt, um sich wirklich zu entfalten.
Der Klappentext verspricht eine epische Geschichte – und das Thema hätte definitiv das Potenzial dazu gehabt. Doch die Umsetzung wirkt überladen und teilweise unausgereift. Statt Spannung entsteht oft Überforderung, und die emotionale Bindung zu den Figuren bleibt auf der Strecke.
Insgesamt ist Haus der Drachen ein Buch mit vielen guten Ansätzen, das jedoch an seiner eigenen Fülle scheitert. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen. Schade – denn das Potenzial für eine wirklich mitreißende Fantasyreihe war definitiv vorhanden.