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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2025

Verbotene Gefühle und ein Netz aus Lügen

Deceit
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Deceit, der erste Band um die Price Family von Ava Harrison bietet seinen Lesern eine Mischung aus knisternder Leidenschaft, Drama und dunklen Geheimnissen. Addison wird in eine Welt hineingezogen, in ...

Deceit, der erste Band um die Price Family von Ava Harrison bietet seinen Lesern eine Mischung aus knisternder Leidenschaft, Drama und dunklen Geheimnissen. Addison wird in eine Welt hineingezogen, in der Machtspiele, Familienintrigen und ein charismatischer Earl das Leben bestimmen. Zwischen Luxus und Geheimnissen kreuzen sich ihre Wege mit Oliver, der selbst zwischen Pflichtbewusstsein und Leidenschaft gefangen ist.

Die Geschichte entfaltet sich als intensives Spiel zwischen Anziehung und Misstrauen. Besonders Addisons Entschlossenheit, ihren eigenen Weg zu gehen, sorgt für starke Momente, während Oliver mit seiner Zerrissenheit für Drama sorgt. Manche Wendungen wirken vorhersehbar und nicht jede Entscheidung der Figuren überzeugt, doch genau diese Mischung aus Stärke, Schwäche und Emotion macht den Reiz aus. Die prickelnde Spannung zwischen den beiden trägt die Handlung und hält die Neugier bis zum Ende wach.

Ein Roman, der zwar seine Ecken und Kanten hat, aber mit viel Emotion, Dramatik und Romantik überzeugt. Ein Auftakt, der neugierig auf die weiteren Geschichten der Price-Familie macht.

Veröffentlicht am 21.08.2025

Sommergefühle zwischen Wellen und Sternen

The stars we reach - Emerald Bay, Band 1
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The stars we reach, der erste Band der Emerald Bay Reihe von Lorena Schäfer ist ein Wohlfühlroman, der sofort unter die Haut geht. Die Kulisse Australiens, entführt ins Herz einer Kleinstadt voller Herz ...

The stars we reach, der erste Band der Emerald Bay Reihe von Lorena Schäfer ist ein Wohlfühlroman, der sofort unter die Haut geht. Die Kulisse Australiens, entführt ins Herz einer Kleinstadt voller Herz und Sonne, macht Lust auf Van-Touren, Lagerfeuer und eine Portion Gilmore Girls-Feeling. Ivy taumelt nach ihrem Liebeskummer Richtung Down Under und landet in Emerald Bay. Dort findet sie nicht nur Ruhe, sondern auch Taylor. Keinen Sanften, aber einen sympathischen Mitbewohner, der überraschend warmherzig sein kann

Die Begegnung zwischen Ivy und Taylor entfaltet sich behutsam und echt. Gerade die leisen Momente zwischen den beiden, in denen nach und nach Vertrauen wächst, machen den Zauber des Buches aus. Nebenfiguren sorgen für Lebendigkeit und kleine Schmunzler, was die Geschichte zusätzlich auflockert. Die Geschichte verläuft stellenweise sehr glatt, manches wirkt vorhersehbar. Ivy reagiert stellenweise widersprüchlich, und dramatische Wendungen könnten subtiler sein. Doch diese Schwächen treten in den Hintergrund, weil die Stimmung so sommerlich leicht, die Figuren nahbar und die Botschaft von Selbstfindung und Freiheit so spürbar bleiben.

Ein Roman, der Herzkribbeln schenkt, Fernweh weckt und zeigt, dass manchmal der weiteste Weg der wichtigste ist.

Veröffentlicht am 20.08.2025

Ein gelbes Haus voller Brüche

Das gelbe Haus
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Das gelbe Haus von Mieko Kawakami erzählt auf leise, aber eindrückliche Weise von Hana, einer jungen Frau, die in Tokio in prekären Zeiten kaum einen Platz findet, bis sie eine bunte Gruppe Frauen trifft, ...

Das gelbe Haus von Mieko Kawakami erzählt auf leise, aber eindrückliche Weise von Hana, einer jungen Frau, die in Tokio in prekären Zeiten kaum einen Platz findet, bis sie eine bunte Gruppe Frauen trifft, die mehr verbindet als nur das Glück im Leben. Aus Fremden wird Familie, in einem windschiefen Haus, das sie selbst gelb streichen, in der Hoffnung, dass Gelb nach Feng-Shui Glück bringt.

Der Roman wirkt dabei wie ein stiller, intensiver Blick in ein Leben am Rand der Gesellschaft. Hana und die Frauen, die sich in diesem improvisierten Zuhause zusammenfinden, berühren durch ihre leisen Gesten und durch das, was zwischen den Zeilen passiert. Gerade die kleinen Szenen wie eine Zigarette, die wortlos weitergereicht wird, oder ein Essen, das ungefragt bereitsteht, schaffen Nähe und bleiben lange im Kopf. Doch so beeindruckend Kawakamis klare Sprache ist, manchmal wirkt die Erzählung auch sehr langsam. Wer auf große Wendungen oder Spannung hofft, könnte zwischendurch das Gefühl haben, etwas festzustecken. Der Roman verlangt Geduld und Aufmerksamkeit, belohnt aber mit einer eindringlichen Stimmung und dem Gefühl, ganz nah bei den Figuren zu sein.

Das gelbe Haus steht so für mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Es ist ein Symbol für Würde, Zusammenhalt und die Suche nach einem Ort, an dem man bleiben darf, auch wenn dieser Ort brüchig ist.

Veröffentlicht am 13.08.2025

Wenn das System zur Falle wird

The Hive – Wenn die Königin fällt
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The Hive – Wenn die Königin fällt von Anna February verbindet eine fesselnde Mordermittlung mit einer dystopischen Gesellschaft, die so faszinierend wie beklemmend ist. Der Hive, eine streng organisierte ...

The Hive – Wenn die Königin fällt von Anna February verbindet eine fesselnde Mordermittlung mit einer dystopischen Gesellschaft, die so faszinierend wie beklemmend ist. Der Hive, eine streng organisierte Monarchie nach dem Vorbild eines Bienenstocks, lebt nach klaren Regeln: absolute Loyalität zur Königin, Kontrolle über Leben und Tod, Unterordnung zum Wohl des Ganzen. In dieser Welt wird Feldspar, eine ausgebildete Schildwächterin, nach dem Mord an ihrer Prinzessin zur Hauptverdächtigen. Nur drei Tage bleiben, um ihre Unschuld zu beweisen. An ihrer Seite steht Niko, ein Außenseiter des Königshauses, der eigene Zweifel am System hegt. Was als Pflicht beginnt, entwickelt sich zu einer gefährlichen Jagd nach der Wahrheit, bei der jede Entdeckung das fragile Gefüge des Hive zu erschüttern droht.

Das Buch beeindruckt vor allem mit seiner Balance zwischen Spannung und emotionaler Tiefe. Feldspar ist keine unantastbare Heldin, sondern kämpft mit Schuld, Trauer und der Frage, wem in einem System voller Machtspiele noch zu trauen ist. Die Beziehung zu Niko bringt leise, glaubwürdige Wärme in die düstere Atmosphäre, ohne den Fokus von der Hauptgeschichte zu nehmen. Die Welt selbst ist detailreich und logisch durchdacht von den gesellschaftlichen Strukturen bis zu den strengen Ressourcenregeln. Man braucht am Anfang etwas, um alles zu verstehen, aber es macht die Story nicht nur spannend, sondern auch unheimlich greifbar. Neben dem Mordfall entfaltet sich eine Geschichte über Verlust, Freundschaft, Zweifel an festgefahrenen Glaubenssätzen und den Mut, eigene Wege zu gehen.

Ein packender Mix aus Kriminalfall, dystopischem Weltenbau und emotionaler Charakterentwicklung, der spannend und berührend ist und über den man noch länger nachdenkt.

Veröffentlicht am 04.08.2025

Urban-Fantasy mit Biss

When the Moon touches my Soul
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When the Moon touches my Soul von Maria Winter entführt in ein düster-schillerndes Los Angeles, in dem Werwölfe, Vampire und andere Nachtwesen zwischen alten Fehden, brutalen Morden und geheimen Sehnsüchten ...

When the Moon touches my Soul von Maria Winter entführt in ein düster-schillerndes Los Angeles, in dem Werwölfe, Vampire und andere Nachtwesen zwischen alten Fehden, brutalen Morden und geheimen Sehnsüchten leben. Im Mittelpunkt steht Skylar, toughe Securitychefin mit Wolfsgenen und eisernem Willen, deren Welt ins Wanken gerät, als der geheimnisvolle Ryan ihren Weg kreuzt. Zwischen ihnen knistert es, doch ob das Knistern wirklich brennt, bleibt ein leises Rätsel.

Maria Winter erschafft eine atmosphärische Parallelwelt, die klassische Urban-Fantasy-Elemente bedient, aber durch liebevoll gezeichnete Nebenfiguren wie Eli, Alisha oder Mason frische Impulse erhält. Die Mischung aus Spannung, Gefahr und versteckten Gefühlen trägt die Handlung mühelos, auch wenn die Lovestory zwischen Skylar und Ryan eher wie ein Funke wirkt, der nie ganz zum Feuer wird. Die Chemie bleibt dezent, die Spannung dafür umso präsenter. Gerade Ryans dunkle Vergangenheit und Skylars innere Zerrissenheit sorgen für einige packende Momente. Wer hier eine leidenschaftliche Romanze sucht, wird vielleicht nicht voll abgeholt, dafür gibt es aber jede Menge Intrigen, geheimnisvolle Andeutungen und einen spannungsgeladenen Blick auf die Schattenseiten der Nachtwesen-Politik. Der Schreibstil ist dabei flüssig und eingängig, die Seiten fliegen dahin, während sich zwischen Licht und Schatten eine Geschichte entfaltet, die Lust auf mehr macht. Besonders das offene Ende weckt die Hoffnung, dass Skylar und Ryan in einem weiteren Band die Gelegenheit bekommen, ihre Geschichte zu vertiefen, vielleicht dann auch mit mehr Herz und weniger Zurückhaltung.

Ein gelungener instieg in eine Welt, in der der Mond über gebrochene Herzen wacht und düstere Geheimnisse in den Schatten lauern.