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Veröffentlicht am 15.08.2025

Der gelungene Auftakt einer Trilogie

Willkommen auf Tuga
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Das Cover, farblich und bildlich eine Südseeidylle repräsentierend, versetzt den Leser leicht in Urlaubsstimmung. Diese tropische Szenerie im Südpazifik wirkt während der Hurrikan-Saison bedrohlich. Wetterbedingt ...

Das Cover, farblich und bildlich eine Südseeidylle repräsentierend, versetzt den Leser leicht in Urlaubsstimmung. Diese tropische Szenerie im Südpazifik wirkt während der Hurrikan-Saison bedrohlich. Wetterbedingt kann der Hafen dann nur saisonbedingt angesteuert werden, was gewissen Einfluss auf das Inselleben hat. Wie sich das Miteinander dortiger Bewohner, einer Mischung diverser Ethnien, abspielt, wird anschaulich beschrieben. In ihrer Abgeschiedenheit und monatelanger Abstinenz von der Außenwelt liegt ihr Fokus auf einem reibungslosen Miteinander, jeder mit all seinen Fähigkeiten. Die Hauptprotagonistin Charlotte Walker, introvertierte Wissenschaftlerin und Tierärztin aus London, plant nicht nur die Erforschung einer seltenen Schildkrötenart einschließlich ihrer Bedeutung für das dortige Ökosystem, für Mensch, Fauna und Flora, sondern sucht auch nach ihrem Vater. Als Tierärztin unterwegs auf der Insel, trifft sie nicht nur auf der Schiffsreise auf Dan, einem gebürtigen Inselbewohner, Mediziner. Die Irrungen und Verwirrungen rund um ihre Liebesgeschichte werden eingerahmt durch das liebenswerte Agieren mehrerer Nebenfiguren, meist sympathisch beschrieben in ihrer Eigenart mit all ihren Geheimnissen.

Nach diesem unterhaltsamen Roman erhofft man sich, mehr über Charlottes Forschungsergebnisse und Vaterfigur, über medizinische Nachsorgeprogramme und über das liebevolle Miteinander der Inselbewohner zu lesen.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Simon Elson’s Geschichte: »Ich hatte vor meinem eigenen Schatten Angst«

Geschichte der Unordnung
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Dieser sehr persönliche Roman erzählt von der Kindheit des Autors, dem zu frühen Tod des Vaters, von seiner Jugendliebe und seinem rauschhaften Leben in Berlin. Bis zu seinem 42-sten Lebensjahr lebt der ...

Dieser sehr persönliche Roman erzählt von der Kindheit des Autors, dem zu frühen Tod des Vaters, von seiner Jugendliebe und seinem rauschhaften Leben in Berlin. Bis zu seinem 42-sten Lebensjahr lebt der Autor begleitet von Angst und versteckter Trauer eigentlich um beide Elternteile in Scham und kämpft mit Panikattacken. Diese verborgenen Emotionen verarbeitet er nach Erstellung von fünf Sachbüchern in diesem ersten Roman in einfühlsamem, zartem Schreibstil. Sein Spannungszustand und seine Zerrissenheit der Gefühle und Bestrebungen kommen in klaren Bildern zu Tage. Sein extrem negatives Selbst- und Weltbild und die Scham, seine Minderwertigkeitsgefühle und sein Leben auf der Grenze zur Unordnung prägen seinen Berliner Alltag. Und diese Geschichte der Unordnung als Schutz-Strategie beginnt mit dem ständig unterdrückten Trauergefühl um den viel zu früh tödlich verunglückten Vater. Dass diese Geschichte trotz des Unglücks auch ganz anders hätte verlaufen können, wird nicht weiter reflektiert. Aber hätte man diese Unterdrückung der Gefühle von Trauer und Angst als starke Familie gemeinsam geschafft, wäre eine solche emotionale Katastrophe des Autors vielleicht ausgeblieben in seinem bisherigen ungeordneten Leben.

Eine berührende Geschichte des Aufwachsens mit Angst.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Verschiedene Ideologien zur Weltverbesserung

Ein sicherer Ort
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Die Hauptfigur Segismundo García der Zweite spricht als Erzähler in Du-Form mit seinem dementen Vater Segismundo dem Großen. Sein Sohn Sedis ist bereits als geschäftstüchtiger Oberschüler mit interessanten ...

Die Hauptfigur Segismundo García der Zweite spricht als Erzähler in Du-Form mit seinem dementen Vater Segismundo dem Großen. Sein Sohn Sedis ist bereits als geschäftstüchtiger Oberschüler mit interessanten Geschäftsideen ein ähnlicher Gauner mit Geldproblemen wie Vater und Großvater. Um diese drei Generationen und ihren individuellen Probleme ranken sich teils sarkastische Reflektionen. Über die Suche nach einem vergrabenen Schatz an einem sicheren Ort entfalten sich nicht nur Details über die beruflichen und privaten Gegebenheiten der Familienmitglieder und ihrem sozialen Auf- und Abstieg, sondern auch viele Gesellschaftsprobleme im gegenwärtigen Spanien werden aufgegriffen und regen je nach Ideologie zum Nachdenken an. Werben die Tonkrügler als idealistische Weltverbesserer und ökologische Aussteiger um Solidarität und Gemeinschaftsspirit, geht es bei Preppern und ihren Weltuntergangsängsten als Gegenentwurf um individuelle, egoistische Abschottung in Bunkern als sichere Orte. Wie man mit der Angst der Bevölkerung windige Geschäfte machen kann, wird ebenso scharf beobachtend beschrieben wie die ökologische Aussteigerbewegung in dieser Klassengesellschaft.
Vieles zum Nachdenken!

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Leben zwischen ausbeuterischen bis prekären Lebensverhältnissen

Mirmar
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Das Porträt von Mutter und Tochter zeigt in detailliertem Schreibstil eine zärtliche Beziehung voller angstvoller Atmosphäre. Die monatliche finanzielle Belastung zwischen unspektakulären bis zu zwielichtigen ...

Das Porträt von Mutter und Tochter zeigt in detailliertem Schreibstil eine zärtliche Beziehung voller angstvoller Atmosphäre. Die monatliche finanzielle Belastung zwischen unspektakulären bis zu zwielichtigen Jobs macht beide erfinderisch in ihrem kargen Lebensstil. Wie ihr Traum von einem erholsameren Dasein solidarisch umgesetzt werden könnte, zeigt sich in der kollektiven Frauenbewegung von zum großen Teil Arbeiterinnen, die sich einer Ausbeutung und Armut nicht nur im Rentenalter ausgesetzt sehen in ihrer Tätigkeit als Pflegekraft, Fabrikarbeiterin oder Aushilfsjobberin jedweder Art. Die harten Lebensweisheiten berühren.
Ist die Erprobung eines kollektiven Lebens unter solidarisch eingestellten Frauen außerhalb kapitalistischer Normen langfristig tatsächlich realisierbar?

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Veröffentlicht am 31.07.2025

In der Kürze liegt die Würze.

Reichlich spät
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Die Erzählung über den Büroangestellten Cathal spielt in Dublin. Seine bevorstehende Heirat mit Sabine, einer Halbfranzösin, nimmt auf nur 60 Seiten eine unerwartete Richtung an. Als fatale Ursache fallen ...

Die Erzählung über den Büroangestellten Cathal spielt in Dublin. Seine bevorstehende Heirat mit Sabine, einer Halbfranzösin, nimmt auf nur 60 Seiten eine unerwartete Richtung an. Als fatale Ursache fallen in dieser labilen Liebesbeziehung negative Äußerungen und Handlungsweisen von Seiten Cathal`s auf, die als frauenfeindlich eingestuft werden können. Sabine deckt misogyne Strukturen und überkommene Geschlechterklischees in dieser Beziehung auf. Reichlich spät erkennt Cathal schmerzhaft seine Prägung durch seinen frauenverachtenden Vater. In der verhaltenen Aufdeckung und Auslassung liegt die besondere Art des Schreibstils.

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