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Veröffentlicht am 04.08.2025

Ein Abenteuer!

Miss Taylor, das Wasser und die Liebe
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Wie das wunderschöne Cover des Buches schon vermuten lässt, dreht sich in diesem Roman alles um das Element Wasser. Insbesondere um das, was unter der Wasseroberfläche zu entdecken ist. Und das ist so ...

Wie das wunderschöne Cover des Buches schon vermuten lässt, dreht sich in diesem Roman alles um das Element Wasser. Insbesondere um das, was unter der Wasseroberfläche zu entdecken ist. Und das ist so einiges, wenn man diesem Roman Glauben schenkt. Großartige Schätze warten am Meeresgrund darauf, entdeckt zu werden!

 

Der Klappentext bezieht sich (leider) im Wesentlichen auf eine bestimmte Szene, die lediglich der Ausgangspunkt für das ist, was Heldin Milla Taylor in diesem abenteuerlichen Roman erlebt. Der Klappentext wird diesem ereignis- und abwechslungsreichen Buch aus meiner Sicht nicht gerecht. Der kurze Satz am Ende „Millas Liebe zum Tauchen wird sie um die ganze Welt führen.“ beschreibt das Buch eigentlich am besten.

 

Denn obwohl die Geschichte in einem Museum in Cambridge beginnt, ist sie ein riesiges Abenteuer und führt die Leser von England zunächst nach Mexiko, anschließend aber auch in die Provence sowie nach Kreta und Mykonos.

 

Und das ist der Grund, weshalb dieses Buch perfekt ist für den Sommerurlaub - die spannende Geschichte rund um Milla, die in den 1950er Jahren das Tauchen für sich entdeckt, wird zum stimmungsvollen Urlaubsbegleiter, wenn Milla in geheimnisvolle Höhlen in Mexiko abtaucht oder an der griechischen Küste versunkene Schiffe erkundet.

 

Gleichzeitig erzählt das Buch aber auch die Geschichte einer Freundschaft (zu Jack, ihrem etwas versnobten besten Freund) und einer Begegnung, aus der nicht nur Millas Liebe zum Tauchen erwächst, sondern auch eine Sehnsucht nach dem Mann, der ihr das Tauchen nahegebracht hat. Und wie man sich denken kann, sind in dieser Geschichte mit zwei Männern und einer Frau Missverständnisse, aber auch verletzte Eitelkeiten, vorprogrammiert. Doch Milla geht ihren eigenen Weg und lässt sich von nichts abbringen - sie ist eine Heldin, wie man sie bei einem solchen Tauchabenteuer möchte. Unerschrocken, mutig, und dennoch feinfühlig. Ihr folgt man gern unter die Wasseroberfläche, um die besondere Schönheit des Meeres zu entdecken.

Wer vorhat, in diesem Sommer Zeit am Meer zu verbringen (an welchem auch immer), sollte sich dieses Buch unbedingt einmal näher anschauen. Vielleicht darf Miss Taylor ja mit auf die Reise gehen!

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Wenn man dieses Buch liest, sollte man schwindelfrei sein...

Hier oben sind wir unendlich
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In den 1930er Jahren hat der Fotograf Lewis Hine Bilder vom Bau des Empire State Buildings veröffentlicht. Und wer kennt heutzutage nicht das ikonische Foto mehrerer Arbeiter, die hoch über der Stadt New ...

In den 1930er Jahren hat der Fotograf Lewis Hine Bilder vom Bau des Empire State Buildings veröffentlicht. Und wer kennt heutzutage nicht das ikonische Foto mehrerer Arbeiter, die hoch über der Stadt New York ungesichert auf einem Stahlträger sitzen? Das sieht zugegebenermaßen spektakulär aus - doch wie musste es sich anfühlen, permanent in einer solchen Höhe schwere körperliche Arbeit zu verrichten und an jedem Arbeitstag sein Leben aufs Spiel zu setzen?

 

Gemma Tizzard fängt dieses Gefühl in ihrem Roman „Hier oben sind wir unendlich“ ein. Und auch wenn der Titel einen Hauch von Freiheit und Abenteuer vermittelt - der Ton des Buches ist deutlich ernster als ich das anhand des Covers und des Titels erwartet hätte. Und hat mich insofern positiv überrascht, denn es war eben nicht nur eine locker-leichte historische Liebesgeschichte hoch über den Dächern der Stadt, sondern vorrangig der Bericht über die Lebensumstände der Arbeiterklasse kurz nach dem großen Börsencrash von 1929. Und die sahen alles andere als rosig aus.

 

Man kann sich natürlich darüber streiten, wie realitätsnah oder -fern es ist, dass sich die Zwillingsschwester eines irisch-stämmigen Stahlarbeiters als dieser Bruder ausgibt und seinen Job ausübt. Hier habe ich anfangs beim Plot schon ein kleines Auge zudrücken müssen, um die Geschichte so anzunehmen, wie sie konstruiert ist.

 

Allerdings hat die Schilderung der harten Arbeitsumstände auf der Baustelle des Empire State Building schon einen sehr authentischen Eindruck auf mich gemacht und zeugte von guter Recherchearbeit (im Nachwort wird auch auf mehrere Bücher hingewiesen, aus denen die Autorin ihr Wissen gezogen hat). Ich selbst hatte zeitweise ein wenig Probleme, mir die Situation, die Arbeitsabläufe und das tatsächliche Umfeld auf der Baustelle bildlich vorzustellen. Wenn da von schmalen Balken in 100 m Höhe die Rede war und einer Stahlkonstruktion, auf der Vierergruppen von Arbeitern in bestimmten Arbeitsabläufen beschäftigt waren, überforderte das zeitweise meine konkrete Vorstellungskraft. Hier hätte es mir sehr geholfen, wenn ein paar der Fotos von Lewis Hine abgedruckt gewesen wären, damit man sich ein besseres Bild machen kann. Aber vielleicht war das auch ein lizenzrechtliches Problem. Ich habe das dann einfach parallel im Internet recherchiert und einige Artikel zum Bau des Empire State Building gelesen sowie Fotos angeschaut.

 

Das Buch vermittelt aber insgesamt einen guten Eindruck vom Leben und Streben der „einfachen“ Leute im New York der 1930er Jahre. Die Figuren fand ich größtenteils gelungen dargestellt, allen voran die italienische Familie Gagliardi, die sich mit ihrer Lebenslust und ihrem Hang zu kulinarischen Genüssen und großen Familienessen nie unterkriegen lässt, egal wie misslich die Umstände sind. Insbesondere Grace’s Besuch bei den Gagliardis zum Abendessen war eine Szene, die ich rundum gelungen fand und die das Lebensgefühl der italienischen „Sippe“ wunderbar eingefangen hat.

 

Fazit:

Auch wenn mich die Ausgangssituation des Plots noch nicht überzeugen konnte, hat sich die Geschichte schließlich doch in mein Herz geschlichen, weil sie eine so ungewöhnliche und wenig beschriebene Thematik hat und für mich zumindest in den Beschreibungen des Alltagslebens sehr authentisch rüberkam. Alles in allem ist es vorrangig Unterhaltung und so leicht liest sich das Buch dann auch - neben entspannender Feierabendlektüre hat man hier dennoch das Gefühl, seinen Horizont zu erweitern. Eine positive Leseüberraschung, für die ich gern 4,5 Sterne gebe.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Spannende Geschichte + Urlaubsflair = Lucy Clarke

The Surf House
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Marokko - das klingt geheimnisvoll und aufregend zugleich. Für Bea ist es nur ein weiterer Ort, von dem sie nicht viel sieht, obwohl sie dort arbeitet. Das junge Model ist ausgebrannt.

Eine Kurzschlussreaktion ...

Marokko - das klingt geheimnisvoll und aufregend zugleich. Für Bea ist es nur ein weiterer Ort, von dem sie nicht viel sieht, obwohl sie dort arbeitet. Das junge Model ist ausgebrannt.

Eine Kurzschlussreaktion führt allein durch die Straßen Marrakeschs - mit fatalen Folgen. Ihre Retterin in der Not nimmt sie mit in ihr Hostel am Meer und hier, unter Surfern und Aussteigern, findet Bea endlich etwas Ruhe. Doch diese währt nicht lange, denn sie spürt, das etwas nicht stimmt. Als dann noch ein junger Mann auftaucht, der nach seiner spurlos verschwundenen Schwester sucht, stellt sich Bea die Frage, auf wie vielen Lügen diese Gemeinschaft aufgebaut ist.

Die Bücher von @lucyclarke_author ziehen mich immer sofort mitten hinein in ein neues Land, eine Stimmung, eine spannende Geschichte - so auch hier wieder. Nachdem ihre letzten beiden Romane (leider) sehr ähnlich aufgebaut waren, konnte mich dieses Buch wieder richtig begeistern, weil es wieder etwas unvorhersehbarer konzipiert war. Ich habe das Buch in nur zwei Tagen verschlungen und wurde mit einer spannenden Geschichte und trotzdem einem gewissen Urlaubsflair unterhalten - das begeistert mich immer wieder bei Lucy Clarke. Tolles Setting, gute Story - ich hab es sehr gemocht!!!

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Urlaubsstimmung meets Spannung – toll umgesetzt!

Bad Tourists
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Ich glaube, so langsam werde ich zu einem Fan der sogenannten „Destination Thriller“. Spannende Plots treffen auf Settings mit viel Urlaubsflair und garantieren beste Unterhaltung. Ein gelungenes Beispiel ...

Ich glaube, so langsam werde ich zu einem Fan der sogenannten „Destination Thriller“. Spannende Plots treffen auf Settings mit viel Urlaubsflair und garantieren beste Unterhaltung. Ein gelungenes Beispiel hierfür ist nach meinem Empfinden dieses Buch.

 

Caro Carver lässt in diesem Roman drei Freundinnen eine Reise auf die Malediven antreten. Grund der Reise ist die Scheidung einer der Protagonistinnen – denn nicht nur bei einer Hochzeit gibt es etwas zu feiern, sondern auch, wenn man den mittlerweile verhassten Ehemann wieder losgeworden ist 😉

 

Und das tun Kate, Darcy und Camilla. In einem Luxusresort auf den Malediven wollen sie eine Woche lang die Korken knallen lassen. Doch dann werden sie von der Vergangenheit eingeholt – denn ein unschönes Jubiläum steht an. In die Zeit ihres Urlaubs fällt der 22. Jahrestag eines Verbrechens. Und das ist der Grund, weshalb sie sich überhaupt kennen. 22 Jahre vorher war Kate die einzige Überlebende eines Massakers in einem Gästehaus an der englischen Küste. Und Darcy und Camilla haben dabei jeweils nahestehende Menschen verloren. Das Verbrechen verbindet sie und scheint auch auf der Urlaubsinsel immer noch präsent zu sein…

Caro Carver strickt hier eine undurchsichtige Geschichte, die schon einen mysteriösen Ausgangspunkt hat. Denn die Beweisführung im damaligen Prozess gegen den mutmaßlichen „Gästehaus-Mörder“ war lückenhaft und man kann sich nicht richtig sicher sein, was damals wirklich passiert ist. Als Leser vermutet man schnell, dass alles anders gewesen sein muss, als es im Gerichtsprozess letztlich dargestellt wurde.

 

Doch die Autorin versteht es geschickt, (falsche) Fährten zu legen und immer wieder neue Ansätze ins Spiel zu bringen. Dadurch werden auch die Protagonistinnen zu unzuverlässigen Figuren und man kann auch gegen jede der drei ein gewisses Misstrauen hegen…

 

Aus unterschiedlichen Erzählperspektiven, einschließlich einer weiteren Frau, die gerade ihre Flitterwochen auf den Malediven verbringt, lernt man immer wieder neue Details die es zu bewerten und zusammenzufügen gilt. So entsteht ein spannender Thriller zum Miträtseln.

 

Die Auflösung hat für mich zwar nicht zu 100 %, sondern nur zu 90 % alle Fragen beantwortet. Aber das Gesamtpaket war einfach so gut, so stimmungsvoll und so unterhaltsam, dass ich hier gern 5 Sterne vergebe. Von solchen Thrillern würde ich definitiv gern mehr lesen!

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Vom Kulturschock zur neuen Heimat

Abroad in Japan
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Mittlerweile lebt der gebürtige Brite Chris Broad seit 13 Jahren in Japan und das Land ist zu seiner neuen Heimat geworden. Wie sich sein Leben in diesem Land entwickelte, kann man auf seinem YouTube-Kanal ...

Mittlerweile lebt der gebürtige Brite Chris Broad seit 13 Jahren in Japan und das Land ist zu seiner neuen Heimat geworden. Wie sich sein Leben in diesem Land entwickelte, kann man auf seinem YouTube-Kanal „Abroad in Japan“ verfolgen, wo er regelmäßig Videos postet. Jetzt hat er die Anfänge seiner verrückten Japan-Reise in Worte gefasst und zu einem Buch verarbeitet.

 

Denn der Beginn war gänzlich unspektakulär – er kam im Zuge eines Austauschprogramms für junge Lehrer nach Japan und hatte sich akribisch hierauf vorbereitet. Akribisch hieß in dem Fall, er hatte schon mal gehört, dass es die Städte Tokio, Kyoto oder Osaka gab. Und Sushi. Viel mehr wusste er nicht über Japan.

 

Als es dann tatsächlich klappte, dass er für den Job als Englischlehrer an einer japanischen Schule angenommen wurde, hatte er keine Ahnung worauf er sich einließ. Und so kam es wie es kommen musste – die Ankunft in Japan war begleitet von einem riesigen Kulturschock. Doch Chris-Sensei (wie ihn seine neuen Kollegen nannten („Lehrer Chris“) boxte sich durch und lernte dieses völlig fremdartige Land mit den merkwürdigen Traditionen und Gebräuchen lieben. Er blieb. Auch nachdem sein Lehrer-Programm endete und er auf sich allein gestellt war. Nicht alle Vorhaben waren erfolgreich, an vielen Punkten in seinem Leben zweifelte er. Doch immer wieder blieb er standhaft und kam wieder auf die Füße – auch dank weniger, aber sehr guter Freunde, die ihn in Japan auf seinem Weg begleiteten.

 

Für mich als Leser war es faszinierend, einzutauchen in diese fremde Kultur mit ihren für Mitteleuropäer zuweilen sehr merkwürdig anmutenden Sitten. Schon die klimatischen Bedingungen mit heißen Sommern und kalten, schneereichen Wintern waren mir so nicht bekannt und die Vielfalt der japanischen Küche war auch ein Thema für sich...

 

Am spannendsten waren aber die kulturellen Unterschiede, die es ja zuhauf gibt. Positiv beeindruckt war ich von dem Respekt vor Älteren, der sehr streng gelebt wird. Abgefahren fand ich die Love Hotels, die Kapsel-Hotels oder den Raketenalarm, der Chris eines Nachts aus dem Schlaf riss.

 

Man bekommt einen Einblick ins japanische Leben – natürlich aus der Sicht eines Menschen, der dies ebenfalls alles zum ersten Mal erlebt und das macht es so nachvollziehbar. Ich war gern mit Chris unterwegs und kann das Buch allen, die Japan ohne einen 12-Stunden-Flug kennenlernen wollen, nur empfehlen!

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