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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2026

Raffinierter Thriller

Wer am Ende übrig bleibt
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Anne ist eine erfolgreiche Unternehmensberaterin, deren geordnetes Leben aus der Bahn gerät, als sie vom Tod eines ehemaligen Freundes aus Studientagen erfährt. Die Nachricht weckt verdrängte Erinnerungen ...

Anne ist eine erfolgreiche Unternehmensberaterin, deren geordnetes Leben aus der Bahn gerät, als sie vom Tod eines ehemaligen Freundes aus Studientagen erfährt. Die Nachricht weckt verdrängte Erinnerungen und führt sie zurück zu ihrer alten Clique. Gemeinsam brechen sie zu einem Segeltörn auf der Ostsee auf – eine Reise, die schon bald alles andere als harmlos ist und sich zu einem Kampf ums Überleben entwickelt.

Der Roman beginnt eindrucksvoll mit dem ersten Verhandlungstag vor Gericht: Anne sitzt auf der Anklagebank. Was geschehen ist und wie es so weit kommen konnte, bleibt zunächst völlig offen. Diese Ausgangssituation erzeugt von Beginn an eine dichte Spannung. In einem neun Jahre umfassenden Rückblick schildert Anne aus der Ich-Perspektive die Ereignisse von damals, ihre Beziehungen innerhalb des Freundeskreises und die Schuldgefühle, die sie bis heute begleiten. Ergänzt wird dies durch ihre Erzählperspektive in der Gegenwart, die die Geschehnisse an Bord des Segelboots begleitet.
Tag für Tag wird der Törn bedrohlicher. Zwischen Misstrauen, alten Konflikten und neuen Gefahren verdichten sich die Ereignisse, und Anne beginnt, an Zufälle nicht mehr zu glauben. Doch liegt sie mit ihrem Verdacht richtig? Der Autor spielt geschickt mit Erwartungen: Selbst als erfahrener Krimileser glaubt man, die Lösung zu erahnen, wird jedoch immer wieder zum Zweifeln gebracht. Der fesselnde Schreibstil hält die Spannung konstant hoch und lässt die Grenzen zwischen Lügen, Verrat und möglichen psychischen Erkrankungen zunehmend verschwimmen.
Erst ganz am Ende fügt sich das Puzzle vollständig zusammen und lässt einen weitere Person zu Wort kommen,die alles aufklärt und hinterlässt damit die Leserin oder den Leser schockiert und nachdenklich.

Fazit:
Ein psychologisch raffinierter Thriller mit ungewöhnlicher Erzählstruktur, der geschickt mit Wahrnehmung und Wahrheit spielt. Spannend, atmosphärisch und bis zur letzten Seite überraschend.

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Veröffentlicht am 22.11.2025

Spannender,historischer Thriller

Wer die Toten stört
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Edinburgh, 1828: Der junge Adlige James träumt davon, Arzt zu werden und stürzt sich mit Begeisterung ins Medizinstudium. Als er erfährt, dass in privaten Anatomieschulen an echten Leichen geübt wird, ...

Edinburgh, 1828: Der junge Adlige James träumt davon, Arzt zu werden und stürzt sich mit Begeisterung ins Medizinstudium. Als er erfährt, dass in privaten Anatomieschulen an echten Leichen geübt wird, ist er fasziniert – doch bald schon gerät er tiefer in die düstere Welt des Leichenraubs, als ihm lieb ist. Ehe er sich versieht, steckt er bis zum Hals in kriminellen Machenschaften.

Inspiriert von der wahren Geschichte der Mörder Burke und Hare, spinnt die Autorin eine fiktive, aber sehr atmosphärische Erzählung um den historischen Hintergrund des Leichenhandels im 19. Jahrhundert. Dabei gelingt ihr ein stimmiger Spagat: Die Sprache ist der Zeit angepasst, dennoch gut verständlich und gewürzt mit feinem, typisch britischem Humor. Besonders spannend ist, wie sie die damaligen gesellschaftlichen Tabus ,von Standesgrenzen bis zur moralischen Ablehnung medizinischer Praktiken, gekonnt beleuchtet.
James als Hauptfigur überzeugt mit Tiefe. Ein junger Mann zwischen zwei Welten, adlig, aber anders, neugierig, aber naiv – seine Entwicklung vom schüchternen Außenseiter zum selbstbestimmten Charakter ist glaubwürdig und berührend. Auch emotional entfaltet die Geschichte ihre Wirkung, besonders zum dramatischen Höhepunkt hin, der spannend, unerwartet und schließlich versöhnlich ausklingt.

Fazit:
Ein atmosphärisch dichter, historischer Roman mit einem spannenden Plot, Humor und einer starken Hauptfigur. Wer medizinische Geschichte, düstere Geheimnisse und emotionale Entwicklungen liebt, wird an diesem Buch seine Freude haben. Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Düsteres und aufregende Neuerzählung

Feenfluch – Dein Wunsch soll erfüllt werden ...
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In dieser Märchenadaption von Dornröschen ist die Hauptprotagonistin nicht die Prinzessin,sondern ihre beste Freundin Kaelith,die als einzige Schlossbewohnerin dem Fluch entgangen ist.
Schon seit 7 Jahren ...

In dieser Märchenadaption von Dornröschen ist die Hauptprotagonistin nicht die Prinzessin,sondern ihre beste Freundin Kaelith,die als einzige Schlossbewohnerin dem Fluch entgangen ist.
Schon seit 7 Jahren ist das Schloss dornenverhangen und deren Bewohner in einem tiefen Schlaf.
Kaelith kann die Vergangenheit nicht hinter sich lassen und trauert immer noch ihren Eltern und der Prinzessin hinterher.
Als eine Wahrsagerin ihr den Hinweis gibt,dass es eine Möglichkeit gibt,den Fluch zu brechen,ist sie sofort Feuer und Flamme.

Das Märchen beginnt direkt an dieser Stelle.
Christian Handel redet nicht viel um den heißen Brei herum und lässt seine Heldin sich direkt ins Abenteuer stürzen.
Mit der Hilfe einiger fantastischer Wesen,deren Beschreibungen sehr bildlich sind,begibt sie sich auf den Weg,die böse Hexe bzw. hier: die Feenkönigin der Rosen und Dornen herauszufordern.
Dafür muss sie gefährliche Wege beschreiten und sich fast unmöglichen Aufgaben stellen.
Darüberhinaus die wohlmöglich schwerste Wahl in ihrem Leben treffen.
Die Geschichte war von Anfang an stimmig und entblößte so einige Überraschungen,mit denen ich nicht gerechnet hatte.

Auch die gelungene Haptik war Grund für das verzauberte Lesen in dieser Märchenwelt.
Wer denkt das Märchen schon zu kennen, der irrt,denn der Autor hat einige spannende Zusammenhänge und Hintergründe eingebaut,ist dem Grundmärchen aber treu geblieben.


Fazit: Eine spannende,aber auch emotionale Märchenadaption mit Witz,interessanten Charakteren und einer schönen Neuerzählung.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Düsteres Märchen mit Moral

Das Dreizehnte Kind
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Da sich Hazels Eltern ihren Unterhalt nicht leisten können, wird sie bereits vor ihrer Geburt an einen Gott verkauft – ausgerechnet an den Endgültigen, den Tod selbst. Als dreizehntes Kind soll sie mit ...

Da sich Hazels Eltern ihren Unterhalt nicht leisten können, wird sie bereits vor ihrer Geburt an einen Gott verkauft – ausgerechnet an den Endgültigen, den Tod selbst. Als dreizehntes Kind soll sie mit einer besonderen Gabe gesegnet sein, die der Gott für seine eigenen Zwecke nutzen will: Hazel soll als Heilerin in die Welt hinausgeschickt werden. Doch schnell zeigt sich, dass die Vorstellungen der Götter und die der Menschen kaum miteinander vereinbar sind.

Hazel entdeckt bald, dass ihre Heilkräfte nicht nur Leben retten, sondern auch über Tod und Schicksal entscheiden können. Diese Verantwortung überfordert sie, und die Folgen ihrer Handlungen ziehen weitreichendes Leid und Chaos nach sich. Getrieben von Schuldgefühlen, ringt Hazel mit sich selbst und ihrer Gabe – und mit der Frage, was es wirklich bedeutet, Leben zu schenken oder zu nehmen.

Die Geschichte ist eindringlich erzählt und entfaltet die düstere, geheimnisvolle Atmosphäre eines dunklen Märchens. Besonders gelungen ist die tiefgehende moralische Ebene, die den Leser zum Nachdenken bringt: über Macht, Verantwortung und den Preis, den man für beides zahlen muss. Der Schreibstil ist fesselnd, die Figuren wirken lebendig, und die Spannung bleibt bis zum Ende erhalten.

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen – es ist nicht nur spannend, sondern auch nachdenklich stimmend. Ich hoffe sehr, dass die Autorin bald weitere Werke in diesem Stil veröffentlicht.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Spannend und düster

Todeskälte
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Die Geschichte rund um die Entführung des Jugendlichen Lucas hat mich von Beginn an in ihren Bann gezogen. Was zunächst wie eine klassische Vermisstenermittlung wirkt, entwickelt sich bald zu einem tiefgründigen ...

Die Geschichte rund um die Entführung des Jugendlichen Lucas hat mich von Beginn an in ihren Bann gezogen. Was zunächst wie eine klassische Vermisstenermittlung wirkt, entwickelt sich bald zu einem tiefgründigen Psychothriller, der durch seine düstere Atmosphäre und komplexe Figuren überzeugt.

Sheriff Cohen, der mit dem Fall betraut ist, kämpft nicht nur gegen die Zeit, um Lucas zu finden, sondern auch mit seinem eigenen Leben, das langsam aus den Fugen gerät. Finanzielle Sorgen, persönliche Verluste und die Aussicht auf eine hohe Belohnung machen die Suche für ihn zur inneren Zerreißprobe. Wie weit würde man gehen, wenn das eigene Leben am Abgrund steht?

Der flüssige und spannungsgeladene Schreibstil sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Gleichzeitig streut der Autor gekonnt viele unerwartete Wendungen ein und lässt einen immer wieder an den eigenen Vermutungen zweifeln. Nichts ist vorhersehbar, und genau das macht diesen Thriller so stark.
Durch die wechselnde Perspektiven entsteht ein vielschichtiges Bild – man erlebt sowohl die Belastung der Ermittler als auch das Umfeld des Opfers hautnah mit. Themen wie Mobbing, Hilflosigkeit und moralische Entscheidungen werden eindringlich behandelt. Die Figuren sind nie eindimensional, sondern tragen Widersprüche in sich,was diese umso realistischer macht.

Besonders gut hat mir das überraschende Ende, das mit einem Schlag vieles in neuem Licht erscheinen lässt. Der Autor führt seine Leser bewusst auf Abwege,was diesen Thriller zu einem echten Highlight macht.

Fazit:
Ein düsterer, intensiver Thriller mit psychologischer Tiefe, harten Themen und einem Spannungsbogen, der bis zur letzten Seite trägt. Nichts für schwache Nerven, aber eine klare Empfehlung für Fans anspruchsvoller Spannungsliteratur.

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