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Veröffentlicht am 29.08.2025

Was macht eine Pandemie mit uns, wenn das Virus Glückseligkeit verspricht?

All Better Now
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"All Better Now" war mit Sicherheit nicht das letzte Buch, das ich von Neal Shusterman gelesen habe. Es ist eine außergewöhnliche Geschichte über eine Pandemie, die in Teilen an das erinnert, was wir vor ...

"All Better Now" war mit Sicherheit nicht das letzte Buch, das ich von Neal Shusterman gelesen habe. Es ist eine außergewöhnliche Geschichte über eine Pandemie, die in Teilen an das erinnert, was wir vor ein paar Jahren selbst erleben mussten und doch ganz anders ist.
Wieder breitet sich ein Virus auf der ganzen Erde aus. Ein Virus mit einer hohen Sterblichkeitsrate für gewisse Bevölkerungsgruppen. Doch die Überlebenden sind plötzlich glücklich, selbstlos und auf das Gemeinwohl orientiert. Für einige scheint dies erstrebenswert zu sein. Andere sehen darin nur Gefahren für ihre Unternehmen, ihre Politik oder ihre persönlichen Ziele. Daher wollen sie möglichst schnell einen Impfstoff entwickeln.
Das Ausgangsszenario fand ich direkt faszinierend. Einerseits weil es mich sehr an die Pandemie erinnert hat und ich gleich wusste, wie schnell die unterschiedlichen Meinungen gegeneinander prallen könnten. Andererseits weil diese Pandemie so anders verlaufen könnte, denn die Überlebenden scheinen von Grund auf zufrieden und mit sich im Reinen.
Auch die Umsetzung von Neal Shusterman ist für mich absolut gelungen. Erzählt wird "All Better Now" aus vielen verschiedenen Perspektiven. So erfährt man, wie die Pandemie für Mariel, eine obdachlose junge Frau, verläuft, genauso wie es für den Sohn eines Milliardärs ist, dem eigentlich die besten Voraussetzungen für ein glückliches Leben gegeben sind. Auch weitere spannende Blickwinkel von anderen Personen werden verfolgt. Manche spielen nur am Rande eine Rolle, andere nehmen tatsächlich ganz zentrale Positionen ein.
Die vielen verschiedenen Perspektiven machen das Verfolgen der Geschichte nicht immer einfach. Mir persönlich hat dieser umfängliche Blick jedoch sehr gut gefallen. So wird noch deutlicher, wie die Pandemie von unterschiedlichen Akteuren beeinflusst wird. Gleichzeitig gibt es ganz individuelle Schicksale, die die persönliche Ebene toll eingebunden haben.
Besonders fasziniert hat mich, wie diese Einzelgeschichten auf interessante Weise miteinander verknüpft sind. Das Wettrennen um einen Impfstoff auf der einen Seite und der Wunsch, das Virus möglichst schnell zu verbreiten auf der anderen, machen die Geschichte äußerst spannend.
Ich konnte "All Better Now" einfach nicht beiseite legen, denn die dystopischen und utopischen Elemente haben mich gefesselt und die persönlichen Schicksale haben mich berührt. Daher empfehle ich das Buch allen, die Lust auf eine besondere Pandemie-Geschichte haben, in der es um Weltpolitik, Macht aber auch ganz individuelle Probleme und Entscheidungen geht. Ich habe mich lange gefragt, ob ich mich für oder gegen das Virus entschieden hätte, bis ich das Ende gelesen habe. Da war für mich die Entscheidung ziemlich klar.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Fantastische Geschichte mit realen Bezügen

Dämmernachtstraum
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"Dämmernachtstraum. Das Erbe der Lichtgeister" von Anne Ameling war für mich ein kleines Überraschungsbuch. Denn ich muss gestehen, die ersten paar Seiten, in denen man den Hirten der Tagholde Faradun ...

"Dämmernachtstraum. Das Erbe der Lichtgeister" von Anne Ameling war für mich ein kleines Überraschungsbuch. Denn ich muss gestehen, die ersten paar Seiten, in denen man den Hirten der Tagholde Faradun kennenlernt, ließen mich zunächst ein wenig irritiert zurück. Ich ahnte nicht, was das für eine fantastische Geschichte werden würde.
Das lag vor allem an der sehr starken Hauptfigur: Lilimott Förster, die als "Große Retterin" die Lichtgeister befreien soll und den Streit zwischen Tagholden und Nachtspinsten schlichten muss, um die ganze Stadt zu retten. Es ist eine sehr magische Geschichte, die allerdings viele Bezüge zu realen Problemen aufweist und in unser ganz normalen Realität verortet sein könnte.
Lilimott ist zuerst so gut wie unsichtbar, will nicht auffallen und bleibt an der Eliteschule für sich, da sie als Kind aus einem ärmeren Viertel nie das Gefühl hat, bei den reichen Kindern dazuzugehören. Doch mit dem Erscheinen der Lichtgeister ändert sich für Lilimott alles. Sie muss schwierige Entscheidungen treffen, ihre eigenen Grenzen überwinden und Vertrauen in andere Menschen, Wesen und sich selbst fassen.
Lilimotts sozialer Hintergrund, als Kind, das in einer Hochhaussiedlung aufwächst, mit einer alleinerziehenden Mutter, die sich mit ihrer harten Arbeit so gerade über Wasser halten kann, kommt immer wieder klar heraus. Vorurteile und Schwierigkeiten, die Menschen in solchen Vierteln begegnen können, werden durch Lilimotts Geschichte für alle Leserinnen und Leser erleb- und nachvollziehbar.
Gleichzeitig entspannt sich eine fantastische Geschichte mit mystischen Wesen. Anne Amelings Schreibstil bringt eine ganz besondere Atmosphäre mit sich und schafft es dabei, alle besonderen Wesen und Geschehnisse vor dem inneren Auge erscheinen zu lassen. Die magischen Elemente der Geschichte sind faszinierend und zeigen gleichzeitig auf, wie wichtig Natur auch in der modernen Welt ist.
Dabei ist es dann schön zu lesen, welche positiven Entwicklungen Lilimott und mit ihr auch die ganze Hochhaussiedlung durchmacht. Wie sich zwischen all den düsteren Entwicklungen in der ganzen Stadt dieser zuvor trübe Ort wandelt. Es sendet die schöne Botschaft, dass die Herkunft eines Menschen nichts über dessen Charakter, Fähigkeiten oder Lebensträume aussagt.
In "Dämmernachtstraum" steckt eine ganz besondere Geschichte, voller Magie und mystischer Wesen, aber auch ganz realer Probleme wie die Zerstörung der Natur oder soziale Konflikte. Die Altersempfehlung ab 10 Jahren passt daher sehr gut. Alle Kinder, die gerne magische Geschichten mit einem Bezug zu realen Problemen lesen, werden das Buch lieben.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Lustige Freundschaftsgeschichte mit vielen Tieren zum Vor- oder Selberlesen

Schule mit Juli
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Ich freue mich immer riesig, wenn wir eine neue Kinderbuch-Reihe für uns entdecken, von der es schon ein paar Bände gibt. Mein 8-Jähriger und ich haben gerade "Schule mit Juli" von Petra Eimer gelesen ...

Ich freue mich immer riesig, wenn wir eine neue Kinderbuch-Reihe für uns entdecken, von der es schon ein paar Bände gibt. Mein 8-Jähriger und ich haben gerade "Schule mit Juli" von Petra Eimer gelesen und wir wollen unbedingt mehr von Juli lesen. In diesen sechsten Band kann man problemlos ohne Vorwissen einsteigen, aber Achtung: Er macht Lust auf mehr!
Im Buch wird vorweg erklärt, wie das Pferd Juli zu Paul kam und wer alle anderen Charaktere sind. Man merkt gleich, dass es eine lustige Truppe ist, bei der nicht immer alles nach Plan verläuft. Diesmal muss aber alles gut gehen, denn Max' Versetzung ist gefährdet und seine letzte Chance ist eine sehr gute Präsentation bei der Projektwoche zum Thema "Was wir von Tieren lernen können".
Zum Glück ist Max nicht alleine und kann sich der Unterstützung seiner Freunde Paul und Anna sicher sein. Auch die Pferde Juli und Juno und der Hund Watson helfen natürlich fleißig mit. Dabei entstehen einige sehr lustige Szenen. Mein Sohn und ich haben wirklich viel gelacht und uns über den Verlauf der Geschichte gefreut.
Besonders hervorzuheben sind die ganz tollen Illustrationen der Autorin, die wirklich jede Doppelseite auflockern und witzige, aber auch ernste Momente der Geschichte eindrücklich zeigen. Diesmal habe ich die Geschichte vorgelesen, aber für Kinder ab 8 Jahren ist die Gestaltung des Buches wirklich sehr gut, da die Textmenge durch die Bilder nicht so groß wirkt und beim Betrachten der Bilder immer wieder kleine Lesepausen zur Entspannung eingelegt werden können.
Auch die Story selbst hat uns sehr gut gefallen. Es ist eine tolle Freundschaftsgeschichte, in der sich die Kinder gegenseitig helfen. Es wird aber auch gezeigt, wie Lernen Spaß machen kann und dass es in Ordnung ist, wenn nicht alles so läuft, wie geplant und auch mal Fehler passieren. Außerdem stehen natürlich die Tiere ganz groß im Fokus. Sie bringen Ruhe, wenn die Kinder aufgeregt sind und unterstützen sie. Dafür müssen aber auch die Kinder gut auf die Tiere und ihre Signale achten.
Für Kinder ab 8 Jahren ist es eine sehr schöne Freundschaftsgeschichte mit vielen Tieren, die sie meist schon ganz alleine lesen können. Aber auch für jüngere Grundschulkinder ist dieser Juli-Band beim Vorlesen toll, denn es zeigt, wie Schule Spaß machen kann und wie wichtig und schön es ist, Freunden zu helfen.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Faszinierende Dystopie mit virtuellen Welten

Cryptos
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„Cryptos“ von Ursula Poznanski stand schon eine Weile auf meiner Wunschliste. Jetzt im Urlaub bin ich endlich dazu gekommen, das Buch zu lesen.
Jana ist Designerin alternativer, virtueller Welten, in denen ...

„Cryptos“ von Ursula Poznanski stand schon eine Weile auf meiner Wunschliste. Jetzt im Urlaub bin ich endlich dazu gekommen, das Buch zu lesen.
Jana ist Designerin alternativer, virtueller Welten, in denen die Menschen Zuflucht vor der harten Realität finden. Die meisten Menschen verbringen nur wenige verpflichtende Minuten in der echten Welt, denn die ist durch Klimakatastrophen weitgehend zerstört. Jana erschafft friedliche Welten, doch als es in einer ihrer Welten zu immer mehr Ausfällen kommt und ein echter Mord passiert, muss sie herausfinden, was dahinter steckt.
Ich war direkt total fasziniert von der Idee, die in dem Buch steckt: alternative, virtuelle Welten - mal Fantasy, mal historisch, paradiesisch oder wie die Hölle. Die Umsetzung ist fantastisch, denn jede Welt, die Jana betritt, ist total greifbar. Obwohl sie manche Orte nur ganz kurz aufsucht, war alles ganz klar vor meinen Augen.
Der Plot ist - wie bei der Autorin nicht anders zu erwarten - spannungsvoll, temporeich, mit interessanten Wendungen. Ich konnte das Buch nicht weglegen.
Auch die Charaktere sind super angelegt. Jana, anfangs noch etwas naiv dem System gegenüber, wird immer stärker und mutiger, beginnt zu hinterfragen und stellt sich natürlich auf die richtige Seite. Ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind größtenteils eher Randfiguren, aber dennoch interessant.
Ich bin wirklich froh, dieses Buch endlich gelesen zu haben und werde mir auf jeden Fall noch einmal die anderen Bücher von Ursula Poznanski, die ich noch nicht kenne, anschauen. Bisher hat sie mich immer begeistert. Wer also Lust auf eine gut durchdachte Dystopie mit Bezügen zu virtuellen Welten und Gesellschaftskritik hat, sollte „Cryptos“ unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Schöne Geschichte für das Herz zum Vorlesen

Thua und ihr Elefant
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Manchmal sind es ganz unscheinbare Bücher, die meinen Kindern und mir besonders gut gefallen. Diesmal war es die Geschichte „Thua und ihr Elefant“ von Randal P. Harris, die uns richtig gut gefallen hat.

Thua ...

Manchmal sind es ganz unscheinbare Bücher, die meinen Kindern und mir besonders gut gefallen. Diesmal war es die Geschichte „Thua und ihr Elefant“ von Randal P. Harris, die uns richtig gut gefallen hat.

Thua ist ein junges Mädchen, das beobachtet, wie zwei Männer einen Elefanten quälen und gleichzeitig auch noch gemein zu armen Menschen sind. Kurzerhand beschließt sie, den Elefanten zu befreien. So beginnt eine kleine Reise durch Chiang Mai und die Umgebung, bei dem Thua und ihr Elefant auf viele verschiedene Menschen trifft, die ihnen meist helfen.

Es gibt viele witzige Szenen, wenn Thua und ihr Elefant vor den beiden Männern abhauen, aber auch bewegende und spannende Momente. Durch einige thailändische Aussprüche und Szenen, in denen die thailändische Kultur eine Rolle spielt, spürt man beim Lesen sehr gut, dass die Geschichte in einem anderen Land spielt. Das hat uns wirklich sehr gefallen.

Die Geschichte spricht auch durchaus ernste Themen wie die Situation von Elefanten in Thailand oder arme Kinder und Schulbildung an. Dabei bleibt es allerdings kindgerecht, sodass man das Buch sehr gut auch schon jüngeren Kindern im Grundschulalter vorlesen kann.

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