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Veröffentlicht am 03.11.2025

Feen der etwas anderen Art

Emily Wildes Enzyklopädie der Feen
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Dieses Buch soll wohl irgendetwas zwischen Cosy Fantasy und Urban Fantasy mit historischem Setting sein. Ganz so cosy war es aber nicht immer, dafür meist spannend, fesselnd, schauderig und auch ein klein ...

Dieses Buch soll wohl irgendetwas zwischen Cosy Fantasy und Urban Fantasy mit historischem Setting sein. Ganz so cosy war es aber nicht immer, dafür meist spannend, fesselnd, schauderig und auch ein klein wenig romantisch.

Die Geschichte beginnt langsam und doch kann einen der bildhafte Schreibstil unmittelbar fesseln. Was wir hier lesen, sind die Tagebucheinträge von Emily Wilde, die sie zumeist jeden Abend verfasst und die zu unserer Orientierung mit Datum versehen sind. Fußnoten wie in einer wissenschaftlichen Abhandlung gibt es auch ab und an. Das macht uns die sonst eher kühl wirkende Emily trotz ihrer verschrobenen Art sympathisch. Und um den zweiten Protagonisten Wendell Bambleby ins Herz zu schließen, braucht es nicht allzu viel Mithilfe der Autorin. Das schafft sein charmanter, liebenswerter Charakter schon ganz allein.

Ich habe dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite geliebt und kann es jedem ans Herz legen, der eine Kitsch-freie Feengeschichte sucht, die richtig gut durchdacht ist.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Bunte Geschichten mit tollen Botschaften

Wir zwei - Geschichten zum Einkuscheln
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Der Sammelband "Wir zwei - Geschichten zum Einkuscheln" umfasst 11 liebevolle Geschichten vom Hasen und vom Igel für Kinder ab ca. 5 Jahren. In den Geschichten teilen die Freunde mit uns ihre Abenteuer, ...

Der Sammelband "Wir zwei - Geschichten zum Einkuscheln" umfasst 11 liebevolle Geschichten vom Hasen und vom Igel für Kinder ab ca. 5 Jahren. In den Geschichten teilen die Freunde mit uns ihre Abenteuer, aber auch ihre Sorgen. Schlussendlich kommen sie aber immer zu einem positiven Ausklang, der abschließend zum gemütlichen Einkuscheln einlädt. Zum Ende hält das Buch noch zwei Beschäftigungsideen für den nächsten Waldspaziergang bereit.

Dabei vermittelt jede Geschichte für sich auch eine andere bedeutsame Botschaft. So werden hier unter anderem die Themen Hilfsbereitschaft, Mut, Versöhnung, Vielfalt, verborgene Talente und Zusammenhalt thematisiert. Dabei berühren die Geschichten stets die Alltagssituationen der Kinder und werden so für sie greifbar. Eine Geschichte befasst sich mit Trennungssituationen, wie die Kinder es z. B. bereits aus ihrem Kita-Alltag oder vom Übernachten bei den Großeltern kennen. Auf liebevolle Weise wird hier aufgezeigt, wie schnell die Zeit vergehen kann und man obendrauf noch richtig viel Spaß hat, wenn man das Beste aus der Situation macht und die Zeit mit seinen Freunden/Großeltern genießt.
Zudem bettet sich das Buch auch noch perfekt in die herbstliche Jahreszeit ein. So gibt es eine Geschichte, die von den Vorbereitungen auf den Winter handelt und damit zugleich lehrreich ist.

Die Aufmachung und Gestaltung des Buches empfinde ich als herausragend. Immer wieder werden die Geschichten durch kleine, liebevolle Illustrationen ergänzt. Ab und an begegnet uns auch eine seitenfüllende Illustration oder der Hintergrund einer ganzen Doppelseite ist zur Geschichte passend illustriert. Die Farben sind warm und eher etwas dunkler gehalten, auch wieder passend zur herbstlichen Jahreszeit, verleitet aber auch zum Einkuscheln. Die Seitenzahlen im Buch werden ebenfalls größtenteils von kleinen Illustrationen geziert.

Ich habe es sehr genossen diese elf Geschichten vorzulesen, zumal Hase, Igel und ihre Freunde unheimlich tolle Figuren mit klar erkennbaren Charakteren sind. Möglicherweise sind die Geschichten besser verständlich, wenn man wie wir Hase und Igel bereits aus anderen Büchern kennt. Die Altersempfehlung von 5 Jahren sollte hier aber beachtet werden. Darunter sind die Geschichten in diesem Buch tendenziell eher noch zu anspruchsvoll und zum Teil auch zu lang.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Anderssein und (trotzdem) zueinander finden

Stachel und Stunk
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Stachel und Stunk, die beiden Neuen in der Wurzelzwerge-Kita, haben leider keinen leichten Start, da sie im Gegenteil zu den anderen Kita-Tieren ganz schön anecken. Kurz gesagt: Der eine piekst, der andere ...

Stachel und Stunk, die beiden Neuen in der Wurzelzwerge-Kita, haben leider keinen leichten Start, da sie im Gegenteil zu den anderen Kita-Tieren ganz schön anecken. Kurz gesagt: Der eine piekst, der andere stinkt. Doch wie sie bald feststellen, macht es ihnen gegenseitig gar nichts aus. Die beiden werden Freunde und schließlich merken auch die anderen Kita-Tiere, dass Anderssein gar nicht so schlecht ist.

Dieses Buch behandelt gleich mehrere wichtige Themen: Es zeigt, dass Anderssein nichts Schlechtes ist, sondern ganz im Gegenteil eine Gruppe sogar bereichern kann. Außerdem erzählt es uns eine Geschichte über das Freundschaftschließen, auch wenn man auf den ersten Blick keinen guten Start hatte. Es zeigt, wie wichtig es ist, hinter die Fassade zu gucken und nicht vorschnell zu urteilen. Und es zeigt, dass sich eine gute Freundschaft dadurch auszeichnet, den anderen so zu akzeptieren wie er ist. Und letztendlich finden auch Stachel und Stunk jeder für sich zu mehr Selbstvertrauen und Selbstakzeptanz.

Die Illustrationen sprühen vor Humor. Es gibt einzelne Sprechblasen, die die Geschichte um kleine Dialoge bzw. Ausrufe ergänzen. Insgesamt sind die Illustrationen sehr dynamisch und lebendig gestaltet und passen in ihrem Stil hervorragend zur Geschichte. Hier wird nicht auf Niedlichkeit gesetzt, dafür werden treffsicher die verschiedenen Charaktere dargestellt.

Fazit: Eine unterhaltsame Geschichte, die wichtige und tolle Botschaften vermittelt und einen gleichzeitig zum Schmunzeln bringt.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Hier werden Kinder zu Entdeckern

Guck mal, wer da ist! Das Leben im Teich
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Die Reihe „Guck mal, wer da ist!“ entführt uns in verschiedene Naturwelten und macht sie für die Kinder greifbar – wortwörtlich, denn dank der Klappen und Gucklöcher können die Kinder selbst Entdecker ...

Die Reihe „Guck mal, wer da ist!“ entführt uns in verschiedene Naturwelten und macht sie für die Kinder greifbar – wortwörtlich, denn dank der Klappen und Gucklöcher können die Kinder selbst Entdecker spielen.

So auch bei dem Buch „Das Leben im Teich“. Mit realitätsgetreuen Farben und detaillierten Bildern lernen wir hier das Leben im Teich kennen und nehmen dabei selbst die kleinsten Teichbewohner unter die Lupe. Sogar ich kannte nicht alle Teichbewohner und habe beim Lesen noch etwas dazu gelernt.

Manche Kinder haben in diesem Alter noch Schwierigkeiten, den Inhalt von Sachbüchern in vollem Umfang zu erfassen, so sicherlich nicht bei diesem Buch. Die Texte sind sehr kurzgehalten und trotzdem ist alles verständlich und nachvollziehbar. Die Illustrationen tragen maßgeblich dazu bei. Das große Highlight des Buches: Mit den Klappen können die Kinder den Teich selbst erforschen und zum Beispiel herausfinden, wer hinter dem Stein schläft oder unter der Seerose sitzt. Die Kinder können hier also spielerisch lernen, so bleibt das Gelesene auch nachhaltig im Kopf. Bei uns werden definitiv noch mehrere Bände der Reihe einziehen.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Hier bei uns im Kartoffelland

People Pleaser
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Seitdem Nina ihre beste Freundin Teo kennt, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, sich um sie zu kümmern. Und als Teo sich Hals über Kopf in Aleks, den Badboy der Schule verliebt, nimmt Nina sich vor, seine ...

Seitdem Nina ihre beste Freundin Teo kennt, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, sich um sie zu kümmern. Und als Teo sich Hals über Kopf in Aleks, den Badboy der Schule verliebt, nimmt Nina sich vor, seine Probleme zu lösen, damit er für Teo so perfekt wie möglich wird. Womit Nina jedoch nicht rechnet, sind ihre eigenen Probleme, die dabei ans Licht kommen.

Nina ist ein People Pleaser. Oder anders gesagt: Sie hat das Helfersyndrom. Was das genau bedeutet, wurde mir erst im Laufe des Romans bewusst. Denn was zunächst wie eine liebenswerte Eigenschaft klingt, offenbart bei näherem Hinschauen Ninas eigentliche Schwächen: Selbstwertzweifel, der Wunsch nach Bestätigung und der innere Zwang, von außen kommenden Erwartungen gerecht zu werden. Bis Nina selbst zu dieser Erkenntnis kommt, ist es jedoch ein weiter Weg, der uns offenbart, dass auch ihre Freunde mit ihren eigenen Konflikten zu kämpfen haben. Hier kommen unter anderem die Themen psychische Gesundheit, toxische Männlichkeit und Leistungsdruck aus dem familiären Umfeld zum Tragen.
So unterschiedlich die Themen, so unterschiedlich auch die Figuren in diesem Roman. Nina kann als Hauptprotagonistin identifiziert werden. Daneben gibt es jedoch auch wenige Kapitel aus den Perspektiven von Aleks und Finn. Obwohl wir somit drei verschiedene Ich-Erzähler haben, wirken alle Perspektiven authentisch und differenziert. Irgendwo findet wahrscheinlich jeder auch ein Stück von sich selbst in den Figuren wieder.
Gemeinsam mit Teo wirken die Protagonisten wie ein Querschnitt der Generation Z, mitsamt all ihrer Sorgen, Bedürfnisse und der teils klischeehaften Erwartungen an sie.

Und obwohl der Roman so viele wichtige Botschaften in puncto Selbstliebe und Freundschaft transportiert, ist er voller Humor und Sarkasmus und konnte mich mit seiner guten Story wirklich gut unterhalten, zeitgleich aber auch immer zum Nachdenken anregen.
Auch das Erzähltempo ist absolut stimmig und sorgt sogar für eine
People Pleaser ist ein Roman, der mich emotional abgeholt hat. Und obwohl es ein Coming-of-Age-Roman mit Jugendslang ist, fühlte ich mich zu keinem Zeitpunkt zu alt dafür. Absolut lesenswert!

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