Trockener Überblick über die Geschichte der Geologie
Die geologische RevolutionDie Einleitung wäre vielversprechend: Der Autor konstatiert, dass sich das Weltbild auch der gebildetsten Menschen des 17. Jahrhunderts (trotz unserer scheinbaren Nähe zu dieser Zeit) sehr von dem heutigen ...
Die Einleitung wäre vielversprechend: Der Autor konstatiert, dass sich das Weltbild auch der gebildetsten Menschen des 17. Jahrhunderts (trotz unserer scheinbaren Nähe zu dieser Zeit) sehr von dem heutigen unterschied und im Wesentlichen auf der christlichen Schöpfungslehre beruhte. Davon ausgehend möchte er zeigen, wie die Entstehung der Wissenschaft der Geologie durch ihren „Blick in die Tiefe der Zeit“ zu einer nachhaltigen Änderung des allgemeinen Lebensgefühls führte.
Davon „spürt“ man beim Lesen der darauf folgenden Ausführungen aber relativ wenig. Es handelt sich um eine einigermaßen chronologisch geordnete Aneinanderreihung von bedeutenden Persönlichkeiten und Entwicklungen auf diesem Gebiet, beginnend mit den Kuriositätensammlungen des 16. Jahrhunderts bis zu Entdeckungen wie Plattentektonik und Klimawandel.
Dass dabei häufig (übersetzte) Originalzitate aus diversen Publikationen eingefügt werden, wirkt zwar auf den ersten Blick so, als wäre man hier am Puls der Forschung, wird mit der Zeit aber ermüdend und soll eventuell den mangelnden inhaltlichen Tiefgang verschleiern. Denn tatsächlich wird vieles nur oberflächlich dargestellt. Wichtige Durchbrüche und Kontroversen werden benannt, jedoch nicht sonderlich detailliert beschrieben.
Zudem ist der Text ziemlich trocken und sachlich, sodass auch auf diese Weise keine Begeisterung für das Thema aufkommen kann. Immerhin tragen viele Bilder und Grafiken zur Anschaulichkeit bei.
Ansonsten ist dieses Werk höchstens dazu geeignet, sich einen allgemeinen Überblick zu verschaffen. Auch das ist für Einsteiger in die Materie allerdings nur bedingt möglich. Mir hat eine übersichtliche Zusammenfassung und Synthese der (zu verschiedenen Zeiten und aus unterschiedlichen Anlässen gewonnenen) Forschungsergebnisse gefehlt.