Die eigentliche Krimi-Handlung kommt zu kurz
MörderwalzerAuch sein inzwischen bereits 11. Fall führt Kommissar Merana an einen außergewöhnlichen Tatort: Im Park von Schloss Leopoldskron wird eine Leiche gefunden: Die bekannte Aufdecker-Journalistin Leona Trill ...
Auch sein inzwischen bereits 11. Fall führt Kommissar Merana an einen außergewöhnlichen Tatort: Im Park von Schloss Leopoldskron wird eine Leiche gefunden: Die bekannte Aufdecker-Journalistin Leona Trill wurde während des Festes einer Wohltätigkeitsorganisation erschlagen. Angeblich will keine der 163 anwesenden Personen etwas bemerkt haben. So tappen Merana und seine Kollegen erstmal einige Zeit im Dunkeln, bis sich schließlich doch gleich mehrere Mordmotive auftun.
Im Gegensatz zu den letzten Bänden der Merana-Reihe hat der Autor diesmal auf politische Anspielungen weitgehend verzichtet. Ansonsten folgt er seinem bewährten Muster und verbindet die Beschreibung von Landschaften und Sehenswürdigkeiten mit einem Kriminalfall. Für meinen Geschmack war es hier jedoch in punkto „Sightseeing“ ein bisschen zu viel des Guten. So interessant die Informationen rund um Schloss Leopoldskron und dessen Verbindung zu Max Reinhardt (dem Begründer der Salzburger Festspiele) auch sind, treten dadurch doch die Mordermittlungen zu sehr in den Hintergrund.
Erst weit nach der Hälfte des Buches wird es doch etwas spannender und es tauchen ein paar Tatverdächtige und mögliche Motive auf. Diese beruhen allerdings nicht gerade auf besonders spektakulären Entwicklungen oder überraschenden Wendungen. Außerdem ist die Auflösung ziemlich vorhersehbar.
Anders als vom Klappentext suggeriert, gibt es so gut wie keinen Bezug zu aktuellen Themen: Dinge wie Energieknappheit oder schwindende Ressourcen werden höchstens mal in einem Nebensatz erwähnt und es werden auch keine wirklichen „Abgründe“ aufgedeckt.
Insgesamt ein gut geschriebener, jedoch nicht besonders packender Regionalkrimi. Für Salzburg- und Kultur-Interessierte dennoch ganz lesenswert.