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Veröffentlicht am 08.02.2026

Tiefgang fehlt, trotzdem hat es irgendwie Spaß gemacht

Royal Heist
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Es handelt sich um mein erstes Buch von Lena Kiefer und ich fand es durchaus unterhaltsam, wenn auch nicht ganz so gut, wie der Prolog vermuten lässt.
Der ließ mich glauben, dass das ganze eine Art „Oceans ...

Es handelt sich um mein erstes Buch von Lena Kiefer und ich fand es durchaus unterhaltsam, wenn auch nicht ganz so gut, wie der Prolog vermuten lässt.
Der ließ mich glauben, dass das ganze eine Art „Oceans Eleven“ mit Love Story werden würde. Der charmante Diebstahl zu Beginn wirkte nämlich sehr vielversprechend. Auch noch das erste Aufeinandertreffen von Darcy und den Prinzen war durchaus amüsant. Danach begann das Buch dann jedoch etwas vor sich hinzu plätschern und die richtig große Spannung wollte nicht aufkommen. Dennoch ertappte ich mich dabei, mich aufs nächste Mal lesen zu freuen, auch wenn ich wirklich nicht den Finger drauf legen kann woran es lag.

Denn im Laufe der Story muss man dann doch auch seine Logikloch-Detektoren ausschalten. Die blinken nämlich bei der ein oder anderen Begebenheit ziemlich rot. Auch der Zufall ist den Hauptfiguren wirklich mehr als einmal sehr, sehr hold. Aber was mich wirklich, wirklich aufgeregt hat: Der Motor von Darcy und ihrer Crew ist der Hass auf die Königsfamilie, weil die ihre Familie zerstört hat. Schön und gut. Aber dieser Hass ist absolut nicht zu rechtfertigen, wenn man bedenkt, dass die Kinder der Queen damals selbst Kinder waren. Ich werde hier jetzt nicht ins Detail gehen, weil der ein oder andere das ja sicher selbst entdecken will, nur so viel: Für mich war das einfach nur total überzogen und kein glaubwürdiger Antrieb. Klaut nicht die Krone, geht lieber zur Therapie! Ehrlich!

Speaking of Characters: Die Charaktere blieben eher blaß. Natürlich bis auf Darcy und Tristan, aus deren Sicht abwechselnd erzählt wird.
Darcys Crewmitglieder waren wirklich alles andere als mehrdimensional. Da hätte ich mir doch ein wenig mehr Beteiligung gewünscht. Der einzige der etwas mehr Zeit im Buch bekam war Darcys Bruder, der sich allerdings als absoluter Unsympath entpuppte. Auch eine entsprechende Background Story warum gerade die beiden jetzt so absolut geniale Trickbetrüger wurden fehlt.
Ebenso erging es mir mit der Königsfamilie. Sie waren, bis auf den Protagonisten Tristan, nicht wirklich greifbar für mich als Figuren. Nette Staisten, damit es nicht so leer wirkt und die Hauptfiguren Reibungspunkte haben, mehr zum Großteil dann leider auch nicht. Schade, dabei wäre die Queen sicher sehr interessant gewesen. Aber vielleicht kommt das ja auch noch in einem der Folgebände.
Der Kronprinz hatte dann noch das Attribut „nicht ganz so sympathisch“ ab einem gewissen Punkt. Vielleicht fühlen sich Darcy und Tristan ja wegen ihrer nicht ganz immer so netten Brüder zueinander hingezogen...
Und trotzdem konnte ich nicht mich eines gewissen Sogs der Geschichte nicht entziehen. Ob ich die weiteren Bücher allerdings lesen werde bleibt fraglich, wobei ich mich nach dem Ende jetzt schon sehr frage, wie es wohl weitergeht.

Alles in allem ein solides Buch mit wenig Tiefgang bei dem man bei einigen Storyelementen und der Frage nach: „Würde das so klappen?“ und „Warum machen die denn jetzt das?“ einfach am besten beide Augen ganz fest zukneift.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Ein Roman, der nicht laut, aber ehrlich berührt

Junge Frau mit Katze
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In Danliela Dröschers autofiktionalem Werk geht es um das Zusammenspiel von familiärer Prägung, Körper, Seele und den äußeren Umständen. Sensibel und einprägsam berichtet Dröscher dabei aus Sicht von Ela ...

In Danliela Dröschers autofiktionalem Werk geht es um das Zusammenspiel von familiärer Prägung, Körper, Seele und den äußeren Umständen. Sensibel und einprägsam berichtet Dröscher dabei aus Sicht von Ela wie es ist wenn der eigene Körper nicht mehr mitspielt, in Flammen zu stehen scheint und es (zunächst) keine Erklärung gibt.
Irgendwie entfaltete der Roman dabei eine gewisse Sogwirkung auf mich, auch wenn ich nicht recht den Finger auf das Element legen kann an dem es letztendlich lag, dass ich Seite um Seite gelesen habe und plötzlich viel mehr gelesen hatte als ich wollte.
Ja, der Schreibstil ist eindringlich, gar stellenweise poetisch und wird durch immer wieder eingestreute Wörterbuch Wörter wundervoll ergänzt.
Doch die Story gerät an der ein oder anderen Stelle ins Stocken, dennoch faszinierte mich Elas Suche nach sich selbst und den Ursachen ihres Leidens.
Für mich handelt es sich hier um keinen Roman der lange und intensiv in mir nachhallt, so wie manch anderer, aber auch keiner, der gar nichts in mir bewegt. Eher war es ein leises Anstupsen. Halt etwas dazwischen.
Die Geschichte brachte mich jedenfalls zum Nachdenken und Reflektieren über familiäre Muster und den Druck den sich jeder selber macht.
Ob sie einen allzu intensiven Eindruck hinterlässt liegt sicherlich an jedem einzelnen Leser/jeder einzelnen Leserin.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Rache deluxe, Tiefgang light

Hustle
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Irgendwie hatte ich mir mehr versprochen von Julia Bährs Roman Hustle. Das Cover ist stark, der Klappentext macht neugierig:
„Doch nach einer Weile kommen ihr Zweifel: Wie viel Geld braucht man wirklich ...

Irgendwie hatte ich mir mehr versprochen von Julia Bährs Roman Hustle. Das Cover ist stark, der Klappentext macht neugierig:
„Doch nach einer Weile kommen ihr Zweifel: Wie viel Geld braucht man wirklich für ein gutes Leben? Und wie viel Risiko ist sie bereit, dafür einzugehen?“

Ich hatte erwartet, dass die Story genau diesen Fragen nachgeht, dass das Risiko wirklich ausgeleuchtet wird und Leoni am Ende zu einem greifbaren Ergebnis kommt. Leider blieb das für mich eher oberflächlich.
Die Protagonistin Leoni ist zunächst eine reizvolle Figur mit spannenden Charakterzügen. Besonders die immer wieder eingestreuten naturwissenschaftlichen Themen fand ich interessant und eine tolle Abwechslung. Vor allem ihr Hobby, die Schleimpilze, hat mich fasziniert.
Ihre Clique und ihr bester Freund blieben für mich dagegen etwas blass, hier hätte ich mir mehr Tiefe und Entwicklung gewünscht. Auch die Eltern waren für mich nicht ganz so ausgearbeitet (was nicht dramatisch ist bzw wäre, hätten sie nicht auch irgendwie einen gewissen Plot bekommen)
Leonis Nebenverdienst mit den Rachatkionen war zunächst spannend und witzig beschrieben. Und auch die Sozialkritik, die durch einige Gespräche unter den Figuren geäußert wurde ist super eingearbeitet. Allerdings bleibt diese für mich zu sehr an der Oberfläche hängen und wiederholt eher bekannte Plattitüden (etwa das Beispiel mit dem Hundefutter und den Babyglässchen). Teilweise fand ich die moralischen Aussagen sogar fragwürdig, wenn z. B. Diebstahl bei großen Konzernen quasi fast schon abgenickt wird. Auch bei den Racheaktionen und Geschäften der Clique hätte ich mir deutlich mehr Reflexion bzw Entwicklung gewünscht.
Viele angerissene Themen und Szenen wurden leider nicht konsequent weitergeführt, obwohl darin viel Potenzial steckte. (SPOILER: Leoni wird einmal fast erwischt, aber wirkliche Konsequenzen oder Entwicklung bleiben aus./Ihre Eltern sind nur am Streiten plötzlich nicht mehr, wie kommts?/Wer klaut im Museum und warum? SPOILER ENDE).
Insgesamt wirkt die Handlung dadurch etwas richtungslos, und das Ende bricht eher ab, ohne eine spürbare Spannungskurve aufzubauen.
Der Schreibstil selbst ist großartig: Flüssig, leicht, die Seiten fliegen nur so dahin. Lesen macht definitiv Spaß, aber inhaltlich hätte ich mir mehr Tiefe, Entwicklung und weniger lose Handlungsfäden gewünscht.
Alles in allem ein Roman, den man durchaus mal zwischendurch lesen kann, aber nicht unbedingt muss.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Ein wilder Ritt

Gym
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In Verena Keßlers Roman Gym begleitet man eine Protagonistin, deren Namen man nie erfährt. Was man stattdessen aus nächster Nähe kennenlernt, ist ein Kopf und zwar einer, der in einer Welt voller „Höher, ...

In Verena Keßlers Roman Gym begleitet man eine Protagonistin, deren Namen man nie erfährt. Was man stattdessen aus nächster Nähe kennenlernt, ist ein Kopf und zwar einer, der in einer Welt voller „Höher, Schneller, Weiter“ gefangen zu sein scheint. Die Geschichte taucht tief ein in eine obsessive Innenwelt, die von Selbstoptimierung, Körperkult und Leistungsdruck geprägt ist.
Aufgrund des Klappentextes hatte ich einen zynischen,vielleicht sogar leichtfüßigen und humorvollen Text erwartet, eine bissige Abrechnung mit der Fitness-Gym-Welt und deren Idealvorstellungen. Und ja, an vielen, vielen Stellen blitzt das durchaus auf. Aber wer sich auf leichte Unterhaltung mit ein bisschen erhobenem Zeigefinger einstellt, wird überrascht. Gym ist kein ironischer Seitenhieb, es ist vielmehr ein klug komponiertes Psychogramm. Das MEGA Gym nur eine Bühne für die Show der heutigen Leistungsgesellschaft.
Sympathisch war mir die Protagonistin nicht. Und trotzdem hat mich der klare, strukturierte, fast kalte Stil hineingezogen, mitten hinein in ihre Gedankenwelt. Ein Ort, den ich leider in Teilen nur zu gut kenne. Auch ich war mal Teil der Fitness-Bubble, auch ich hatte Angst um mein Aussehen, um mein Wirken, um meine vermeintliche Stärke und die Angst vor dem Verlust selibger. Es war nie so extrem wie hier, aber nah genug, um zu verstehen, wie sich diese Perspektive anfühlt.
Ich will gar nicht zu viel verraten, weil ich finde, dass gerade die Unvorhersehbarkeit ein großer Reiz des Buches ist und auch viele kritische Gedanken spoilern würden.
Am Ende blieb ich jedenfalls mit einem Gefühl zurück, das sich am ehesten so beschreiben lässt: Was zur Hölle habe ich da gerade gelesen? Das war ein wilder Ritt.

Warum „nur“ drei Sterne? Es ist ein Gefühl. Das Buch ist gut, keine Frage, aber es hat mich nicht so sehr gepackt wie andere. Die Hauptfigur bleibt sperrig, die Erwartungshaltung (bedingt durch den Klappentext) wurde für mich nicht erfüllt oder besser gesagt: auf eine Weise gebrochen, die mich in Teilen eher irritiert als begeistert hat.
Und trotzdem: Gym ist auf seine Art beeindruckend. Nur eben nicht bequem.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Sieben Tage, viele Fragen – Ein Thriller mit Holprigkeiten

Not Quite Dead Yet
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Ein Buch über eine sterbende Protagonistin, die ihren eigenen Mord aufklärt? Klingt spannend!
Eins vorweg: Ich habe bisher keines der Bücher der Autorin gelesen.
Der Schreibstil ist mitreißend, flüssig ...

Ein Buch über eine sterbende Protagonistin, die ihren eigenen Mord aufklärt? Klingt spannend!
Eins vorweg: Ich habe bisher keines der Bücher der Autorin gelesen.
Der Schreibstil ist mitreißend, flüssig und durchaus spannend. Nachdem man sich durch das für mich extrem wirre erste Kapitel gearbeitet hat, fliegt man beim Lesen förmlich durch die Seiten. Was das Beenden dieses Buches durchaus erleichtert hat (keine Sorge, dazu kommen wir noch).
Die Protagonistin Jet ist nicht das typische „good girl“, wie es wohl ihre Vorgängerin dem Titel nach war. Das macht sie interessant, und es hat mir wirklich Spaß gemacht, ihr zu folgen. Alle anderen Figuren? Leider blieben sie für mich blass. Keine bekam die Tiefe, die nötig gewesen wäre, um wirklich mitzufühlen. Und doch möchte man natürlich gemeinsam mit Jet ihren Mord aufklären. Immerhin hat sie nur noch sieben Tage Zeit.
Also begibt man sich mit ihr auf die Suche. Zunächst langsam, Spannung steigernd und dann. Ja, dann wird es leider immer unlogischer. Es gibt etliche Plotholes, in die unsere Hauptfiguren hätten fallen können. Das wäre nicht einmal schlimm, hätte es nicht zunehmend haarsträubendere Verwicklungen, „Zufälle“ und Situationen gegeben, bei denen man nur noch die Augen rollen konnte. Konkrete Beispiele lasse ich hier weg, um nicht zu spoilern.
Das ganze Buch liest sich ein wenig wie eine Telenovela auf Speed. Unterhaltsam, ja, das will ich gar nicht bestreiten, aber gerade gegen Ende, wenn sich alles zuspitzt, passieren so viele aus meiner Sicht unlogische Dinge, dass ich das Buch einfach nicht mehr ernst nehmen konnte. Vom etwas fragwürdigen Moralkompass einmal ganz abgesehen (der immerhin zu Jets Charakter passt).
Deshalb tue ich mich mit einer Bewertung schwer. Es hat mich bis zu einem gewissen Punkt gut unterhalten, und die Autorin kann definitiv schreiben. Aber es gab einfach zu viele Punkte, die mich irritiert oder gestört haben. Daher gibt es von mir „nur“ 2,5 bis 3 Sterne.

Das Buch ist sicherlich für jeden etwas, der einfach nur gute Unterhaltung möchte, ohne dabei allzuviel auf Logik und Realität geben zu müssen. Wer das einfach ausblendet, wird hier sicher seine Freude haben. Ab und zu darf es halt auch mal eine Telenovela sein, die unterhalten ja auch.

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