Tiefgang fehlt, trotzdem hat es irgendwie Spaß gemacht
Royal HeistEs handelt sich um mein erstes Buch von Lena Kiefer und ich fand es durchaus unterhaltsam, wenn auch nicht ganz so gut, wie der Prolog vermuten lässt.
Der ließ mich glauben, dass das ganze eine Art „Oceans ...
Es handelt sich um mein erstes Buch von Lena Kiefer und ich fand es durchaus unterhaltsam, wenn auch nicht ganz so gut, wie der Prolog vermuten lässt.
Der ließ mich glauben, dass das ganze eine Art „Oceans Eleven“ mit Love Story werden würde. Der charmante Diebstahl zu Beginn wirkte nämlich sehr vielversprechend. Auch noch das erste Aufeinandertreffen von Darcy und den Prinzen war durchaus amüsant. Danach begann das Buch dann jedoch etwas vor sich hinzu plätschern und die richtig große Spannung wollte nicht aufkommen. Dennoch ertappte ich mich dabei, mich aufs nächste Mal lesen zu freuen, auch wenn ich wirklich nicht den Finger drauf legen kann woran es lag.
Denn im Laufe der Story muss man dann doch auch seine Logikloch-Detektoren ausschalten. Die blinken nämlich bei der ein oder anderen Begebenheit ziemlich rot. Auch der Zufall ist den Hauptfiguren wirklich mehr als einmal sehr, sehr hold. Aber was mich wirklich, wirklich aufgeregt hat: Der Motor von Darcy und ihrer Crew ist der Hass auf die Königsfamilie, weil die ihre Familie zerstört hat. Schön und gut. Aber dieser Hass ist absolut nicht zu rechtfertigen, wenn man bedenkt, dass die Kinder der Queen damals selbst Kinder waren. Ich werde hier jetzt nicht ins Detail gehen, weil der ein oder andere das ja sicher selbst entdecken will, nur so viel: Für mich war das einfach nur total überzogen und kein glaubwürdiger Antrieb. Klaut nicht die Krone, geht lieber zur Therapie! Ehrlich!
Speaking of Characters: Die Charaktere blieben eher blaß. Natürlich bis auf Darcy und Tristan, aus deren Sicht abwechselnd erzählt wird.
Darcys Crewmitglieder waren wirklich alles andere als mehrdimensional. Da hätte ich mir doch ein wenig mehr Beteiligung gewünscht. Der einzige der etwas mehr Zeit im Buch bekam war Darcys Bruder, der sich allerdings als absoluter Unsympath entpuppte. Auch eine entsprechende Background Story warum gerade die beiden jetzt so absolut geniale Trickbetrüger wurden fehlt.
Ebenso erging es mir mit der Königsfamilie. Sie waren, bis auf den Protagonisten Tristan, nicht wirklich greifbar für mich als Figuren. Nette Staisten, damit es nicht so leer wirkt und die Hauptfiguren Reibungspunkte haben, mehr zum Großteil dann leider auch nicht. Schade, dabei wäre die Queen sicher sehr interessant gewesen. Aber vielleicht kommt das ja auch noch in einem der Folgebände.
Der Kronprinz hatte dann noch das Attribut „nicht ganz so sympathisch“ ab einem gewissen Punkt. Vielleicht fühlen sich Darcy und Tristan ja wegen ihrer nicht ganz immer so netten Brüder zueinander hingezogen...
Und trotzdem konnte ich nicht mich eines gewissen Sogs der Geschichte nicht entziehen. Ob ich die weiteren Bücher allerdings lesen werde bleibt fraglich, wobei ich mich nach dem Ende jetzt schon sehr frage, wie es wohl weitergeht.
Alles in allem ein solides Buch mit wenig Tiefgang bei dem man bei einigen Storyelementen und der Frage nach: „Würde das so klappen?“ und „Warum machen die denn jetzt das?“ einfach am besten beide Augen ganz fest zukneift.