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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.12.2025

Nicht ganz nach meinem Geschmack

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Natalie und ihre beste Freundin Cara feiern in einem Club. Irgendwann geht Cara mit einem Fremden mit und am nächsten Morgen liegt sie im Krankenhaus – im Koma. Die Polizei ist ratlos, aber Natalie ist ...

Natalie und ihre beste Freundin Cara feiern in einem Club. Irgendwann geht Cara mit einem Fremden mit und am nächsten Morgen liegt sie im Krankenhaus – im Koma. Die Polizei ist ratlos, aber Natalie ist fest entschlossen, den Mann zu finden, der dafür verantwortlich ist. Dann entdeckt sie zufällig, dass Geoffrey Rosenberg, ein superreicher Unternehmer, der Mann ist, mit dem Cara mitgegangen ist. Kurz darauf bekommt sie die Gelegenheit für ihn zu arbeiten. Doch alle, die für Geoffrey Rosenberg arbeiten, müssen spezielle Regeln einhalten und sein gesamtes Personal wirkt seltsam angespannt sowie ängstlich. Zudem gehen in der Villa des Exzentrikers merkwürdige Dinge vor sich …

Ich empfand die Protagonistin als naiv und ihr Verhalten während der Undercover-Nachforschungen als Hausangestellte wirkte auf mich kopf- bzw. planlos: mal stellt sie sich klug an, mal unklug und sie geht unnötige Risiken ein. Das hat mich irritiert, ergibt allerdings Sinn, da normale Menschen nun einmal nicht wissen, wie man ermittelt, und sich damit übernehmen, Fehler machen, sich in Gefahr bringen.

Der lebendige Erzählstil, die rätselhaften Geschehnisse und die verschiedenen Perspektiven sind mitreißend. Zudem hat “Der Boss — ist er ein Monster oder ein Genie?” einige überraschende Wendungen sowie erschütternde Enthüllungen zu bieten. Ich empfand die Handlung bzw. das Verhalten der Figuren jedoch immer wieder wenig glaubwürdig gestaltet und das Ende war mir persönlich irgendwie zu kitschig. Die Umsetzung der Grundidee, die ich großartig finde, traf einfach nicht meinen Geschmack!

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Nicht ganz mein Geschmack

House of Rayne
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Salem wurde kurz vor der Hochzeit verlassen und sie will den damit verbundenen Scherbenhaufen hinter sich lassen. Sie hat sich Urlaub genommen, um tagsüber Zeit in der Natur zu verbringen, abends zu entspannen, ...

Salem wurde kurz vor der Hochzeit verlassen und sie will den damit verbundenen Scherbenhaufen hinter sich lassen. Sie hat sich Urlaub genommen, um tagsüber Zeit in der Natur zu verbringen, abends zu entspannen, sich neu zu orientieren, weshalb sie sich ein Zimmer in einem B&B auf einer abgelegenen Insel mit atemberaubender Natur reserviert hat. Doch auf Blackridge Island erlebt sie einige Überraschungen: sie fühlt sich unwiderstehlich zu der Eigentümerin Rayne hingezogen und auf der Insel gehen höchst merkwürdige Dinge vor sich …

Die religiösen Inselgemeinschaft begegnet Salem feindselig und die seltsamen Begebenheiten im sowie um das B&B beunruhigen sie, genau wie die sich häufenden Vermisstenfälle. Aber die Zweisamkeit mit Rayne ist ihr all das Wert, denn mit ihr kann sie Fantasien ausleben, für die sie sich bisher geschämt hat bzw. beschämt worden ist.

Man ist sofort mitten im Geschehen, der Erzählstil ist ungemein atmosphärisch, Salems und Raynes Innenleben werden ausdrucksstark, manchmal herrlich selbst-ironisch, beschrieben und die Handlung ist ereignisreich, rätselhaft sowie unheimlich - absolut mitreißend!

Was hat es mit der Bedrohung auf sich, die mit dem ersten November kommt? Welche Rolle spielt die eigentümlich religiöse Inselgemeinschaft?

Erzählt wird abwechselnd aus Salems und Raynes Perspektive. Ich empfand beide bzw. Ihre (erotische) Beziehung als eher schablonenhaft gezeichnet. Salem wurde in ihrer letzten Beziehung respektlos behandelt und sie begibt sich diesbezüglich mMn zu sehr in eine Operrolle. Ihre Passivität hat mich innerlich zusammenzucken lassen, denn an einer Stelle heißt es sinngemäß, dass sie sich das gefallen ließ, weil sie Angst hatte, sonst verlassen zu werden – sie ist Ende zwanzig, weshalb es mich ehrlich gesagt traurig und wütend gemacht hat, dass ihre Angst vor dem Verlassenwerden stärker war als ihr Selbstwertgefühl. Ich hätte mir mehr “Autonomie” gewünscht, z. B, dass sie irgendwann aufgewacht ist und ihn verlassen hat. Rayne war für der Typ “Harte Schale, weicher Kern”: Sie hat eine tragische Familiengeschichte, tut jedoch lange so, als wäre es keine große Sache. Sie gibt den Ton an, agiert sehr selbstsicher und versucht ihre Emotionen zu kontrollieren. Auf ihre Art ist sie allerdings auch schnell offen und verletzlich.

“House of Rayne” ist eine wunderbar mysteriöse Grusel-Geschichte mit großartigem Setting - die abgeschiedene Insel und das B&B, ein über hundert Jahre altes, efeubedecktes Herrenhaus, das von einem dichten Waldgebiet umgeben ist, sind der perfekte Rahmen für die spannenden, geheimnisvollen Geschehnisse.

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Veröffentlicht am 26.09.2025

kreativ, bewegend & spannend, aber für mich nicht immer stimmig.

Glory of Broken Dreams (Devil's Dance 1)
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Charlie, eine junge Tänzerin, die nach einigen Fehltritten einen Neuanfang sucht, möchte sich ganz auf ihre Karriere konzentrieren, um groß rauszukommen. Da sie als mittelmäßig gilt bzw. sich selbst so ...

Charlie, eine junge Tänzerin, die nach einigen Fehltritten einen Neuanfang sucht, möchte sich ganz auf ihre Karriere konzentrieren, um groß rauszukommen. Da sie als mittelmäßig gilt bzw. sich selbst so sieht, nimmt sie eine Stelle als Varietétänzerin im sagenumwobenen Hotel Lichtenstein an - einem Ort, an dem Wünsche wahr werden können …

Auch der junge Willem, ein verschlossener Showboxer, ist neu im Hotel, um die Gäste zu unterhalten. Anders als Charlie strebt er keinen Ruhm an – sein Beweggrund bzw. Wunsch ist zutiefst persönlich und von seiner dunkelschwarzen Vergangenheit geprägt.

Die Prämisse ist geheimnisvoll sowie wunderbar einfalls- und ereignisreich gestaltet. Willem und einige Nebenfiguren fand ich sehr interessant, auch wenn ich Willem und Charlie als Paar nicht so sehr mochte.

Charlie war mir insgesamt zu naiv, obwohl sie auch anders sein kann und sich weiterentwickelt. Die Beziehung zu Willem ging in eine Richtung, die ich stellenweise ein bisschen stereotyp sowie sehr gefühlsbetont fand (was sicher beabsichtigt ist, aber für mich etwas zu viel des Guten war). Ich hatte den Eindruck, dass einige Handlungsstränge rund um Charlie die Bedeutung von Selbstermächtigung und Unabhängigkeit hervorheben, weshalb ich ihr Verhalten Willem gegenüber manchmal als unstimmig empfand.

Der eindrückliche Schreibstil, der von psychologischem Feingefühl geprägt ist, die Magie und die verschiedenen gesellschaftskritischen Untertöne haben mich restlos begeistert. Die eine oder andere dramatische Begebenheit fand ich nicht ganz überzeugend gestaltet, weshalb diese Szenen für mich ein wenig an Wirkung eingebüßt haben. Die Wendung zum Ende hin war wirklich unerwartet, hat mich aber auch etwas ratlos zurückgelassen – ich hatte das Gefühl, dass entscheidende Elemente ins Leere laufen, hoffe aber, dass Band zwei meine vielen offenen Fragen beantwortet!

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Packend!

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Die Buchhalterin Dawn ist anders – ich vermute, sie soll als neurodivergent gelten, möglicherweise mit einer Persönlichkeit aus dem Autismus-Spektrum – und aufgrund ihrer Eigenheiten ist sie im Büro sehr ...

Die Buchhalterin Dawn ist anders – ich vermute, sie soll als neurodivergent gelten, möglicherweise mit einer Persönlichkeit aus dem Autismus-Spektrum – und aufgrund ihrer Eigenheiten ist sie im Büro sehr unbeliebt. Als sie eines Morgens nicht zur Arbeit erscheint und sich auch nicht krank meldet, wird ihre Kollegin Natalie misstrauisch - schließlich gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass Dawn Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist. Dann häufen sich seltsame Begebenheiten und Natalie gerät in ein Netz aus dunklen Geheimnissen, Lügen sowie Gefahr ...

Ich fand die Handlung von Anfang an spannend und rätselhaft! Der Erzählstil hingegen wirkte auf mich eher schlicht – für meinen Geschmack fehlten Atmosphäre sowie Ausdrucksstärke. Die Figuren waren mir eher unsympathisch, was jedoch vermutlich beabsichtigt ist!?

„Die Kollegin“ ist ein ereignisreicher, fesselnder Thriller, auch wenn ich einiges als konstruiert bzw. wenig plausibel empfand. Ich (eine seeehr erfahrene Krimi- und Thriller-Leserin) habe ich viele Wendungen vorhergesehen – aber viele auch nicht. In puncto Spannung und Überraschungen kann man sich wirklich auf Freida McFadden verlassen!

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Ein Buch für eine Nacht!

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Julia und Nicki sind beste Freundinnen, doch seit knapp einem Jahr haben sie aus verschiedenen Gründen kaum noch Kontakt. Dann taucht Nicki plötzlich auf, um Julia zu einem Junggesellinnenabschied der ...

Julia und Nicki sind beste Freundinnen, doch seit knapp einem Jahr haben sie aus verschiedenen Gründen kaum noch Kontakt. Dann taucht Nicki plötzlich auf, um Julia zu einem Junggesellinnenabschied der besonderen Art zu “entführen” - nur sie beide auf dem abgelegenen Kungsleden-Wanderweg für eine Woche. Die Stimmung zwischen den beiden ist allerdings angespannt und als die Freundinnen sich schließlich aussprechen wollen, werden sie unterbrochen. Kurz darauf Nicki ist weg und Julia verläuft sich - ohne Wasser, Karten, Kompass, Wechselkleidung und ausreichend Nahrung muss sich allein in der feindlichen Natur zurechtfinden, mit der nagenden Frage, was mit Nicki passiert ist.

Erzählt wird aus zwei Perspektiven: aus Julias und in Form von Tagebucheinträgen aus Nickis. Die beiden könnten kaum unterschiedlicher sein, Julia ist harmoniebedürftig und entsprechend fügsam. Sie gibt schnell nach, macht was andere wollen. Nicki ist sie selbst, auch wenn es für andere unangenehm ist und sie weiß sich durchzusetzen, meistens jedenfalls ...

Der atmosphärische, bildstarke Schreibstil, die rätselhafte Dynamik zwischen Julia und Nicki und die ereignisreiche Handlung sind absolut packend! Es gibt “verdächtige” Ereignisse, beunruhigende Andeutungen sowie offene Fragen, die wirklich neugierig machen, weshalb ich das Buch in zwei Zügen innerhalb eines Abends bzw. einer Nacht verschlungen habe! Das Setting ist genial: Der einsame Kungsleden-Wanderweg in Schwedens wilder, rauer Natur im Herbst ist der perfekte Rahmen für einen Survival-Thriller, und die Autorin schöpft das Potential voll aus! Die eindringlichen Schilderungen der Umgebung (ich konnte den kalten Wind und den Regen fast spüren) sowie Julias Leid angesichts ihrer Lage kommen hautnah an!

“Der Weg” ist ein nervenaufreibender Thriller voller düsterer Geheimnisse, entsetzlicher Erkenntnisse sowie erschütternder Wendungen, die meisten empfand ich jedoch als wenig glaubwürdig gestaltet, was mein Leseerlebnis zum Ende etwas trübte. Die unerwarteten Twists an sich sind großartig, ich finde nur, dass sie wenig plausibel umgesetzt sind.

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