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Veröffentlicht am 28.08.2025

Familiengeschichte mit Herz

Apfelzeit am Deich
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"Apfelzeit am Deich" ist eine berührende Familiengeschichte, die mitten ins Herz trifft. Frieda Lamberti entführt uns auf einen idyllischen Apfelhof im Alten Land und erzählt von drei Generationen, die ...

"Apfelzeit am Deich" ist eine berührende Familiengeschichte, die mitten ins Herz trifft. Frieda Lamberti entführt uns auf einen idyllischen Apfelhof im Alten Land und erzählt von drei Generationen, die mit Konflikten, alten Geheimnissen und großen Gefühlen ringen und dennoch ihren Zusammenhalt nie verlieren.

Im Mittelpunkt steht Merle, eine wunderbar sympathische und authentische Hauptfigur, die man sofort ins Herz schließt. Ihre Reise ist geprägt von Selbstfindung, Mut und der Suche nach Harmonie. Besonders bezaubernd ist die Figur der Großmutter Grete, die mit ihrer warmherzigen, klugen Art der Geschichte Tiefe und Geborgenheit verleiht. Die Dynamik zwischen den Generationen wird so feinfühlig und realistisch geschildert, dass man sich sofort als Teil dieser Familie fühlt.

Das Buch erzählt nicht nur von Herausforderungen und alten Wunden, sondern vor allem von Hoffnung und Vergebung. Frieda Lamberti gelingt es, eine Atmosphäre zu schaffen, die gleichzeitig berührt und tröstet. Man spürt den Duft von Apfelblüten und das Rauschen des Deiches förmlich zwischen den Seiten.

Fazit: Ein gefühlvoller Roman, der uns daran erinnert, dass Liebe und Zusammenhalt selbst in schwierigen Zeiten alles überwinden können. "Apfelzeit am Deich" ist ein echtes Wohlfühlbuch mit Tiefgang, perfekt für alle, die Familiengeschichten mit Herz lieben.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Tolles Inspirationsbuch

Deftig vegetarisch - Indien
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"Deftig vegetarisch – Indien" ist ein Kochbuch, das mich auf den ersten Blick sofort begeistert hat. Schon beim Durchblättern war ich beeindruckt von der hochwertigen Aufmachung. Die dunklen, stimmungsvollen ...

"Deftig vegetarisch – Indien" ist ein Kochbuch, das mich auf den ersten Blick sofort begeistert hat. Schon beim Durchblättern war ich beeindruckt von der hochwertigen Aufmachung. Die dunklen, stimmungsvollen Foodfotos sind echte Hingucker und vermitteln das Gefühl, mitten in einer indischen Küche zu stehen. Anne-Katrin Weber nimmt einen mit auf eine kulinarische Reise durch verschiedene Regionen Indiens, und man merkt, wie viel Herzblut und Recherchearbeit in diesem Buch steckt. Die Auswahl der Rezepte ist abwechslungsreich, von Klassikern wie Paneer Makhani und Biryani über knusprige Streetfood-Snacks bis hin zu süßen Highlights wie Gulab Jamun. Besonders gefallen hat mir, dass die Gerichte zwar authentisch sind, aber mit klaren Anleitungen beschrieben werden und sich viele Zutaten auch ohne großen Aufwand besorgen lassen.

Beim Kochen habe ich jedoch gemerkt, dass dieses Buch nicht ganz meine persönliche Küche widerspiegelt. Die Gerichte sind oft sehr kräftig gewürzt, reichhaltig und teilweise ölig, was zwar typisch für die indische Küche ist, mich aber schnell überfordert hat. Manche Gewürze und Zutaten sind nur schwer zu bekommen, sodass man schon etwas Planung braucht, um alles nachzukochen. Für mich eignet sich das Buch daher weniger für den Alltag, sondern eher für besondere Anlässe oder Momente, in denen ich Lust habe, etwas Neues auszuprobieren.

Trotzdem hat mich das Buch beeindruckt. Es ist liebevoll gestaltet, voller spannender Rezepte und vermittelt viel Wissen über indische Aromen und Kochtraditionen. Auch wenn ich es nicht regelmäßig zur Hand nehmen werde, blättere ich gern darin und lasse mich inspirieren. Allein schon die Bilder wecken Fernweh und Lust auf Reisen.

Fazit: Für alle, die die indische Küche lieben, mit Gewürzen experimentieren wollen und authentische Rezepte schätzen, ist dieses Buch eine absolute Empfehlung. Für mich persönlich bleibt es eher ein tolles Inspirationsbuch, aber kein täglicher Küchenbegleiter.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Eine wandelnde Gesellschaft

Schatten der Schuld
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Im Zentrum in "Schatten der Schuld" steht Toni Russo, eine vielschichtige und tief bewegende Protagonistin, deren innerer Konflikt im Spiegel einer sich wandelnden Gesellschaft erzählt wird. Die Geschichte ...

Im Zentrum in "Schatten der Schuld" steht Toni Russo, eine vielschichtige und tief bewegende Protagonistin, deren innerer Konflikt im Spiegel einer sich wandelnden Gesellschaft erzählt wird. Die Geschichte spielt in der Silvesternacht 1900/1901 – einer symbolträchtigen Schwelle zwischen Alt und Neu, Vergangenheit und Zukunft, Stillstand und Aufbruch.

Toni ist keine gewöhnliche Figur. Sie trägt eine unsichtbare Last, eine Schuld, die nicht nur persönlicher Natur ist, sondern auch aus den engen gesellschaftlichen Strukturen ihrer Zeit erwächst. Als Frau wird von ihr Anpassung, Schweigen und das Einhalten traditioneller Rollenbilder erwartet. Doch Toni ringt mit genau diesen Erwartungen. Ihre Gedanken kreisen um ein traumatisches Erlebnis, das sie allein mit sich selbst auszumachen versucht – in einer Welt, die für weibliche Selbstbestimmung kaum Raum lässt.

Julia Niermann gelingt es fantastisch, Tonis innere Zerrissenheit und ihren stillen Widerstand darzustellen. Zwischen Schuldgefühlen, Erinnerungen und dem Wunsch nach einem Neuanfang wird Toni zu einer Figur, in der sich viele historische und gesellschaftliche Fragen jener Zeit spiegeln: die Stellung der Frau, die Macht familiärer und sozialer Zwänge, aber auch die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben, Freiheit und Liebe.

Der historische Kontext ist dabei sehr präsent. Niermann lässt das Lebensgefühl um 1900 lebendig werden: Der technische Fortschritt wirft seine Schatten voraus, gesellschaftliche Normen stehen auf wackligen Beinen, und doch ist die alte Ordnung noch mächtig, bedauerlicherweise. In dieser Atmosphäre des Wandels wirkt Tonis persönlicher Kampf besonders intensiv, weil er stellvertretend für viele ist, deren Stimmen zu jener Zeit kaum oder nicht gehört wurden.

Sprachlich überzeugt der Roman durch seine ruhige, präzise und atmosphärische Erzählweise. Niermann schreibt mit großer Empathie, ohne Kitsch und sie lässt die Leser:innen tief in deren Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen.

Fazit: "Schatten der Schuld" ist ein feinfühliger und zugleich kraftvoller Roman über eine junge Frau, die sich in einer von Erwartungen und Konventionen geprägten Welt behaupten muss. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Ich hoffe auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Das Internet vergisst nie

Gerächt sein sollst du
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Im Küstenort Kristinestad bei den Kanuunakallio-Klippen wird die Leiche des jungen Mannes Jonas Snellman gefunden. Die Journalistin Eevi Manner und der Kriminalkommissar Mats Bergholm mit seinem Team versuchen ...

Im Küstenort Kristinestad bei den Kanuunakallio-Klippen wird die Leiche des jungen Mannes Jonas Snellman gefunden. Die Journalistin Eevi Manner und der Kriminalkommissar Mats Bergholm mit seinem Team versuchen gemeinsam, diesen Fall aufzuklären.

Dies ist der Auftakt zu der neuen finnischen Kriminalreihe über die Die Morde von Kristinestad.

Wir lernen die Journalistin Eevi Manner und den Kriminalkommissar Mats Bergholm kennen. Beide sind sehr sympathisch gezeichnet und ich habe sie sofort ins Herz geschlossen. Mats und Eevi haben eine Vergangenheit und fühlen sich nach all den Jahren immer noch zueinander hingezogen. Alles wurde diesbezüglich noch nicht offenbart, da wird noch einiges kommen in den folgenden Teilen. Bezüglich Eevi wird angedeutet, dass sie sexuell missbraucht wurde, aber halt nichts konkretes auf den Punkt gebracht. Und dass beide eigentlich nicht in ihre Heimat zurückkehren wollten, sagt ja auch einiges aus. Sie müssen sich ihrer Vergangenheit stellen. Neben den wechselnden Perspektiven gibt es ebenfalls Tagebucheinträge, bei denen erst relativ zum Schluss klar wird, von welcher Person diese stammen.

Die Autorin konzentriert sich vor allem auf die Themen Suizid, Missbrauch und Kinderlosigkeit und die damit einkehrenden Gefühle und Gedanken. Der Schreibstil war fesselnd, sehr einfach und gut verständlich, was mir gut gefallen hat. Das Cover passt zur Geschichte und ist irgendwie typisch für nordische Krimis.

Fazit: Der Reihenauftakt hat mir gut gefallen und ich bin gespannt auf die kommenden Teile. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Willkommen in North Falls

Dunkle Sühne
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Madison Dalrymple und ihre beste Freundin Cheyenne Baker verschwinden während der Feierlichkeiten am 4. Juli. Deputy Emmy Clifton und ihr Vater Gerald, der Sheriff, folgen den Spuren und schnell steht ...

Madison Dalrymple und ihre beste Freundin Cheyenne Baker verschwinden während der Feierlichkeiten am 4. Juli. Deputy Emmy Clifton und ihr Vater Gerald, der Sheriff, folgen den Spuren und schnell steht fest, dass die beiden Mädchen entführt wurden. Für Emmy wird der Fall persönlich, da Madison die Stieftochter ihrer besten Freundin Hannah ist.

Dies ist der Reihenauftakt zur neuen Thriller-Reihe von Karin Slaughter, die in der Kleinstadt North Falls spielt.

Ich mag es gar nicht zugeben, aber für mich war es das erste Buch von Karin Slaughter. Da es ein Auftakt ist, dachte ich mir, es wäre eine gute Gelegenheit, endlich mal ein Thriller von ihr zu lesen. Und was soll ich sagen... Einfach nur wow!

Die Geschichte war von Anfang an schockierend und sehr temporeich. Ich kann eine Erzählung versprechen, in der es um Schuldzuweisungen, Verzweiflung und Schuldgefühle geht. Des Weiteren aber auch um den Missbrauch von Machtpositionen, was der erschütterndste Teil dieser Geschichte war. Menschen in Positionen, von denen aus sie Menschen unterstützen und helfen sollten, aber das Gegenteil machten. Neben der erschreckenden Story um die beiden Mädchen und den Geheimnissen einer verschwörten Gemeinde, rückt auch die Familie von Emmy immer wieder in den Mittelpunkt. Und innerhalb dieser Familie kommt ebenfalls einiges zu Tage.

Emmy war mir sehr sympathisch. Sie ist eine starke, aber ebenso verletzliche Frau. Dazu eine ausgezeichnete Polizistin. Ihre verletzliche Seite wurde immer wieder deutlich in Zusammenhang mit ihrer Freundin Hannah oder der verschwundenen Madison. Die Szenen mit ihrem Vater Gerald fand ich sehr berührend. Sie verstanden sich quasi blind.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch wenn er mir hin und wieder zu ausschweifend war. Er war fesselnd, gut verständlich, vor allem sehr lebendig und bildhaft.

Fazit: Ein sehr spannender Thriller mit ständigen Wendungen und Überraschungen, aber auch einigen Längen. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

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