Ein warmherziger kleiner Katzenkrimi
Alle Jahre wieder mit Elvis Nein, nicht der. Der schwarz-weiße Kater Elvis ist gemeint. Der lebt nämlich ein abenteuerliches Leben mitten in der Stadt und löst nebenbei Mordfälle - wenn er nicht gerade Rakete fliegt ...
Ein Mord ...
Nein, nicht der. Der schwarz-weiße Kater Elvis ist gemeint. Der lebt nämlich ein abenteuerliches Leben mitten in der Stadt und löst nebenbei Mordfälle - wenn er nicht gerade Rakete fliegt ...
Ein Mord passiert und die Ermittlungen laufen. Doch die Polizei ist nicht so schnell wie die Samtpfoten vovn nebenan. Kater Elvis ermittel in seinem zweiten Fall, mitten in der Adventszeit, was einem schon mal das Weihnachtsfest vermaseln kann. Damit das nicht passiert, versucht Elvis alles, um den Täter zu finden.
Ja, ich liebe Katzenkrimis seit ich damals, beinahe scheints wie in einem anderen Leben, Felidae in die Finger bekam. Ich hab die ganze Reihe durchgelesen und bin immer noch ein Fan von Francis und seinen Abenteuern. Ich versuchte mich auch an einigen anderen Fellnasen-Krimis, doch meist ist dort die Rolle der Katze als ein Nebenher zusammengeschrumpft, keine so tragende Rolle wie in Pirinccis Büchern. Irgendwann gab ich auf - bis ich bei Lovelybooks auf eine kleine Leserunde stieß, die ich zuerst mindestens zehnmal übersehen hatte. Ich bewarb mich so ziemlich in letzter Sekunde und hatte tatsächlich Glück - im doppelten Sinn. Elvis ist nicht nur ein Stand-in, damit man den Roman zum Katzenkrimi erklären kann, nein, er hat die tragende Rolle.
Aber im einzelnen: Ein Mord geschieht im Nachbarhaus. Elvis und seine Freundin, die Kätzin Chloe, erfahren davon. Erst einmal nichts ungewöhnliches, Morde passieren immer mal wieder. Doch der Mord geschah gerade in dem Haus, dass Kater Oskar seit Monaten beobachtet - weil er spannend findet, was die Menschen so treiben. Das weckt natürlich Elvis' Neugier und bald ist er mittendrin in den Ermittlungen.
Eines ist mir sofort im ersten Kapitel aufgefallen, mit wie viel Warmherzigkeit die Autorin hier zu Werke geht. Jede Katze hat ihre eigenen Persönlichkeit und es gibt kein Fauchen und auch keine Revierkämpfe (wie sie regelmäßig unter meinem Balkon stattfinden). Die Katzen sind eine weit verstreute, aber eingeschworene Gemeinschaft. Fragt einer, helfen die anderen. So ist Elvis in der Lage, mit seinen Ermittlungen voranzukommen.
Was auch lobend erwähnt sein sollte ist der herrliche Humor, mit dem der Roman gewürzt wurde. Man hat die entsprechenden Szenen im berühmten Kopfkino und lacht herzlich mit, wenn Elvis sich in einen McDonald's schleicht und sich unter der Friteuse versteckt, um mitlauschen zu können. Ja, Katzen quetschen sich in das kleinste Loch, darin sind sie groß. Nur manchmal ist das Loch dann doch zu klein ... Lassen wir das, ich könnte da einige Schoten von mir geben über meine beiden verstorbenen Fellnasen.
Was mir ebenso gefiel waren die eingesponnenen Kapitel, die aus der Sicht der verschiedenen Verdächtigen geschrieben wurden. So bleibt es spannend bis zum Ende, denn diese Gedanken könnten allesamt auch von einem Täter gesponnen worden sein, der sich vielleicht gerade einreden will, geistig umnachtet gewesen zu sein.
Alles in allem bleibt ein warmherziger kleiner Roman, der mehr Aufmerksamkeit verdient. Nicht nur empfehlbar zur Weihnachtszeit, doch ich denke, meine diesjährige Adventslektüre wird bereichert werden durch ein zweites Lesen.