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Veröffentlicht am 15.08.2025

Zeitreise mit Familienanschluss

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
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Henning Sußebach versucht mit diesem Buch seiner Urgroßmutter - die er nie kennengelernt hat - ein schriftliches Denkmal zu setzen.
Anna wird 1867 in eine aus heutiger Sicht frauenfeindliche Welt hineingeboren. ...


Henning Sußebach versucht mit diesem Buch seiner Urgroßmutter - die er nie kennengelernt hat - ein schriftliches Denkmal zu setzen.
Anna wird 1867 in eine aus heutiger Sicht frauenfeindliche Welt hineingeboren. Schon früh entflieht sie den schwierigen Familienverhältnissen, um Lehrerin zu werden. Ein Beruf, der damals nur unverheirateten Frauen zugestanden wurde. Mit einer späteren Hochzeit verloren die Frauen automatisch ihren Arbeitsplatz und auch sämtliche Rentenansprüche. Respekt konnten sich die Frauen nur durch eine "harte Hand" (Schläge gegen die Schüler/innen) verschaffen. Aber Anna beißt sich durch und darf nach 12jähriger heimlicher Liebe ihren Clemens heiraten mit den zuvor genannten Einschränkungen. Nach seinem Tod darf Anna aufgrund seiner testamentarischen Verfügung sämtliche Geschäfte seiner Familie übernehmen. Dieser Umstand und auch, dass Anna nach Clemens' Tod einen Sohn zur Welt bringt, wird von der Familie ihres verstorbenen Mannes nicht gern gesehen. Aber Anna ist hart im Nehmen und trotzt allen Feindseligkeiten.
Henning Sußebach schafft es mit den ihm von seiner Urgroßmutter gebliebenen Fotos, Postkarten und Gegenständen Annas Lebenslauf in groben Zügen nachzuvollziehen. Dabei hilft ihm vor allem seine Vorstellungskraft. Die eingestreuten, seinerzeit aktuellen wirtschaftlichen und politischen Ereignisse helfen dem Leser sich in die damalige Zeit hineinzuversetzen.
Der durchaus lesenswerte Bericht über eine starke Frau, die es verstanden hat, sich über die damaligen Konventionen hinwegzusetzen.
Von mir eine klare Lesepfehlung.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Schwarze Pädagogik

Am Meer ist es schön
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Susanne Lach, eines von vielen Millionen (!) Kindern, die zwischen 1950 und 1980 in Kurheime verschickt wurden. Dieser Roman über Susannes Schicksal und ihrer Freunde ist beispielhaft für das, was viele ...


Susanne Lach, eines von vielen Millionen (!) Kindern, die zwischen 1950 und 1980 in Kurheime verschickt wurden. Dieser Roman über Susannes Schicksal und ihrer Freunde ist beispielhaft für das, was viele Kinder während dieser sogenannten Kuren erleiden mussten. Jedes noch so kleine Aufbegehren gegen die strengen Reglementierungen wurde zum Teil mit unmenschlichen Methoden hart bestraft. Besonders schwer zu ertragen und völlig unverständlich ist, dass all' diese Taten gegenüber wehrlosen Kindern von den sogenannten "Tanten" vollzogen wurden.
Barbara Leciejewski hat diesen Roman nach ausführlicher Recherche sehr eindringlich geschrieben. Das Schicksal dieser Kinder ist schwer zu ertragen und es verwundert nicht, dass sie für ihr späteres Leben traumatisiert sind. In dieser Geschichte wiegt besonders schwer, dass Susanne nach ihrer Rückkehr Lügen und blühende Fantasie unterstellt werden, als sie von den Gräueltaten erzählt.
Erholsam fand ich, dass die Berichte aus der Verschickungszeit sich mit den Erzählungen der erwachsenen Susanne abwechselten.
Barbara Leciejewski gibt mit ihrem Buch allen Kindern eine Stimme, die damals diese oder ähnliche Dinge während ihrer Verschickung erleben mussten.
Ein unbedingt lesenswertes Buch!

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Fake News

Reset
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Das auffällige Cover hat mich neugierig auf dieses Buch gemacht und ich wurde nicht enttäuscht.
Was passiert, wenn die Welt mit Fake News überrollt wird? Wenn man keiner Nachricht, keinem Video, keinem ...


Das auffällige Cover hat mich neugierig auf dieses Buch gemacht und ich wurde nicht enttäuscht.
Was passiert, wenn die Welt mit Fake News überrollt wird? Wenn man keiner Nachricht, keinem Video, keinem Telefonat mehr vertrauen kann. Irreale Situationen erscheinen plötzlich real.
Peter Grandl erzählt in "Reset" was passieren könnte, wenn man keiner digital erstellten Mitteilung vertrauen kann und auch nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen kann.
Schon die ersten Seiten lassen den Leser nicht los. Es beginnt damit, dass ein ziviles Passagierflugzeug von einem Piloten der deutschen Luftwaffe aufgrund von Falschmeldungen abgeschossen wird. Und dies ist nur der Beginn von weltumspannenden Falschmeldungen, die die Welt in ein Chaos stürzen, aus dem es scheinbar kein Zurück gibt.
Und doch kommen ein paar Experten zusammen, um einen Weg aus dieser Misere zu finden. Besonders drei Frauen lassen sich trotz Rückschlägen und widriger Umstände nicht beirren, ihr Ziel, zu einem normalen Leben zurückzufinden, zu erreichen: Seiko Ito, Camille Milloz und Jill Jones. Diese drei Frauen und ihre Mitstreiter arbeiten mit Fachkompetenz, Willensstärke und Überzeugungskraft daran,das Chaosknäuel zu entwirren. In die unterschiedlichen Charaktere kann sich der Leser gut hineinversetzen und es wundert nicht, dass sich eine Zusammenarbeit zwischen Seiko Ito und Camille Milloz anfangs schwierig gestaltet.
Peter Grandl versteht es gekonnt, die Spannung bis zum Schluss aufrechtzuerhalten. Kann ein Reset gelingen und wird es den gewünschten Erfolg bringen?
Alles in allem ein Buch über ein Szenario, das hoffentlich nie eintreten wird. Ein aufregender, interessanter Thriller, der zum Ende etwas unglaubwürdig und merkwürdig daher kommt. Dies tut dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch. Verdiente fünf Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Ungewöhnliche Mordserie

Aschesommer
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Nachdem mich "Krähentage" begeistert hatten, war ich gespannt auf die Fortsetzung mit "Aschesommer".
Die Gruppe 4, im Vordergrund Jacob Krogh und Mila Weiss, ist inzwischen eingespieltes Ermittlerteam. ...


Nachdem mich "Krähentage" begeistert hatten, war ich gespannt auf die Fortsetzung mit "Aschesommer".
Die Gruppe 4, im Vordergrund Jacob Krogh und Mila Weiss, ist inzwischen eingespieltes Ermittlerteam. In Aschesommer muss die Gruppe 4 in einem ungewöhnlichen Fall ermitteln. Ungewöhnlich deshalb, weil der Hauptverdächtige seit mehreren Jahren in einer psychiatrischen Klinik lebt und diese nicht verlassen darf. Er kann sehr manipulativ auf Menschen einwirken. Darum werden die in seiner unmittelbaren Umgebung tätigen Menschen häufig ausgewechselt, um sie vor seiner Beeinflussung zu schützen. Für Mila und Jacob steht bald fest, dass dieser Psychopath für die Morde verantwortlich ist. Aber wie ist das möglich, wenn er die Klinik nicht verlassen kann? Versuche, ihm in mehreren Vernehmungen Hinweise zu entlocken, schlagen fehl. Und so ist das gesamte Team der Gruppe 4 gefordert, das Rätsel zu lösen und den möglichen Helfershelfer zu finden.
Ein spannender Thriller, den man nicht aus der Hand legen kann. Für Krimifans ein Muss.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Familiäre Spurensuche

Die Verlorene
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Ein interessantes Cover und ein Titel, den ich lange nicht einordnen konnte, haben mich dieses Buch in die Hand nehmen lassen. Und dann hat mich die Geschichte von Änne, Luise, Ellen und Laura so fasziniert, ...


Ein interessantes Cover und ein Titel, den ich lange nicht einordnen konnte, haben mich dieses Buch in die Hand nehmen lassen. Und dann hat mich die Geschichte von Änne, Luise, Ellen und Laura so fasziniert, dass ich es nicht wieder beiseite legen konnte.
Änne und Luise sind Zwillingsschwestern und erleben als ganz junge Frauen die Kriegszeiten auf dem Pappelhof in Schlesien. Sie sind, wie es häufig bei Zwillingen es der Fall ist, unzertrennlich. Trotz ihrer äußerlichen Ähnlichkeit sind sie charakterlich völlig verschieden und doch kann die eine nicht ohne die andere sein. Die Erlebnisse während der Kriegszeiten hinterlassen allerdings ihre Spuren und verändern auf einem alles.
Ca. 75 Jahre später versuchen Ellen und ihre Tochter Laura nach dem Tod ihrer Mutter bzw. Großmutter, die vielen verschwiegenen Familiengeheimnisse zu lüften. Sie reisen schließlich nach Schlesien, finden den Pappelhof und hoffen, dort Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.
Miriam Georg erzählt abwechselnd in zwei Zeitebenen was Änne und Luise widerfährt und wie viel Ellen und Laura herausfinden. Damit und mit ihrem flüssigen Erzählstil schafft sie es spielend, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und den Leser zu fesseln.
Ein Buch, dass ich trotz all der tragischen Ereignisse darin gern gelesen habe und es nur weiterempfehlen kann.

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