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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2025

Rache als Beruf

Hustle
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"Hustle" von Julia Bähr ist ein Roman, den ich mit viel Vergnügen gelesen habe.
Leonie is eine Protagonistin, die ich sehr gerne begleitet habe und ihre Entwicklung mit Staunen verfolgt. Nach einer sehr ...

"Hustle" von Julia Bähr ist ein Roman, den ich mit viel Vergnügen gelesen habe.
Leonie is eine Protagonistin, die ich sehr gerne begleitet habe und ihre Entwicklung mit Staunen verfolgt. Nach einer sehr kreativen Racheaktion bei ihrem Chef findet sie keinen Job mehr in ihrer Branche und entwickelt aus der Not ihre eigene Geschäftsidee, mit genau dieser Grundlage, Rache, kleine Streiche, aber schnell auch mal größere Aktionen.
Sie findet neue Freundinnen und gerade die Aktionen und Gespräche in dieser Gruppe zu verfolgen, hat mir sehr gefallen. Das ist mit sehr viel Humor geschrieben. Auch die Formen, die ein Leben annehmen kann, was es kostet, Spaß zu haben, alles das ist hier gut verpackt, mit Sarkasmus und Augenzwinkern.
Sehr schnell werden die Aktionen nicht nur illegal sondern wirklich kriminell und Leonie kommt ins Grübeln.
An vielen Stellen hätte das Buch für mich noch tiefer gehen können, gerade auch an den gesellschaftspolitischen. Vieles wird angesprochen und bleibt dann trotzdem sehr oberflächlich.
Auch die Protagonistinnen bleiben, bis auf Leonie, leider etwas lass und fremd. Leonie, mit ihren ungewöhnlichen Mitbewohnern, ist mir im Laufe der Geschichte aber ans Herz gewachsen.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Gut aufgebaut

Der Trailer
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"Der Trailer" von Linus Geschke bildet den Auftakt einer geplanten Trilogie, der Donkerbloem-Reihe.
Donkerbloem ist ein Campingplatz in Belgien, auf dem der Wohnwagen steht. Von dort verschwand vor 15 ...

"Der Trailer" von Linus Geschke bildet den Auftakt einer geplanten Trilogie, der Donkerbloem-Reihe.
Donkerbloem ist ein Campingplatz in Belgien, auf dem der Wohnwagen steht. Von dort verschwand vor 15 Jahren eine Frau namens Lisa.
Durch einen Podcast und die suspendierte Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke, die Lisa persönlich kannte, kommen die Ermittlungen wieder in Gang.
Wout Meertens war ebenfalls auf dem Campingplatz, als Lisa verschwand, und auch für ihn wird durch den Podcast die Vergangenheit wieder lebendig. Er möchte die Wahrheit herausfinden, jedoch ohne Beteiligung der Polizei. Unterstützung erhält er von seinem Freund Tayfun und seiner Untermieterin Kathinka.
Die Protagonisten sind äußerst vielschichtig und es bereitet Freude, sie nach und nach kennenzulernen.
Das Buch ist von der ersten Seite an fesselnd, der Autor überzeugt mit präzisen Schilderungen. Die Geschichte wird aus multiplen Blickwinkeln erzählt.
Es ist nicht mein erstes Buch des Autors und meiner Meinung nach auch nicht sein bestes, dennoch ein durchweg spannender und stimmiger Thriller, der mich gut unterhielt.
Der Fall ist in sich abgeschlossen, die Fortsetzungen werde ich aufgrund der Charaktere dennoch lesen und ich blicke ihnen erwartungsvoll entgegen.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Mal etwas anderes

Shark Heart
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"Shark Heart" von Emily Habeck ist thematisch und stilistisch ein außergewöhnliches Werk.
Die Geschichte ließe sich fast als Dystopie einordnen, da in dieser Welt Menschen offenbar häufig zu verschiedenen ...

"Shark Heart" von Emily Habeck ist thematisch und stilistisch ein außergewöhnliches Werk.
Die Geschichte ließe sich fast als Dystopie einordnen, da in dieser Welt Menschen offenbar häufig zu verschiedenen Wildtieren mutieren. Ein grausames Schicksal für die Betroffenen und ihre Angehörigen, die sie pflegen müssen – so wie Wren, die ihren Ehemann Lewis an das Leben als Weißen Hai verliert. Die philosophischen Reflexionen der beiden machen die Handlung noch tragischer. Man fühlt sich unmittelbar mitgerissen.
Besonders reizvoll ist der Schreibstil, der zwischen Theatertext und Prosa oszilliert und dabei beide Welten ideal verbindet.
Lediglich die Unterteilung in zwei Teile empfand ich als Bruch. Der experimentelle Erzählstil hätte eine engere Verknüpfung und Durchmischung der Handlungsstränge ermöglicht.
Dennoch ein literarisches Vergnügen für alle, die sich auf Außergewöhnliches einlassen möchten und schonmal eine Empfehlung wert.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Ein Leben in Songs

Deep Cuts
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"Deep Cuts" von Holly Brickley ist ein tolle Geschichte. Sie regt zum Nachdenken an und die beiden Protagonisten Percy Marks und Joe Morrow werden mir noch länger im Gedächtnis bleiben.
Joe ist am Anfang ...

"Deep Cuts" von Holly Brickley ist ein tolle Geschichte. Sie regt zum Nachdenken an und die beiden Protagonisten Percy Marks und Joe Morrow werden mir noch länger im Gedächtnis bleiben.
Joe ist am Anfang seiner Karriere als Musiker und hat noch nicht mal eine Band. Polly ist Studentin und sucht noch nach ihrem Platz im Leben, eindeutig ist, sie liebt Musik über alles.
Als sie sich kennengelernt haben nimmt Polly einen Song von Joe komplett auseinander und sie machen gemeinsam etwas besseres daraus. Die beiden werden beste Freunde und sind immer wieder kurz vor einer echten und tiefen Beziehung. Irgendetwas steht immer zwischen ihnen, oftmals sogar die Musik, die beide lieben und über die sie sich identifizieren. Zwei starke Persönlichkeiten, deren Wege immer wieder voneinander angezogen werden. Man spürt die Anziehung zueinander beim lesen förmlich, das ist gut beschrieben.
Ich mochte auch die passende Playlist zum Buch sehr, starke Songs, die genau im Buch erwähnt werden. Und das ist auch mein Kritikpunkt, viele Gedanken und Gespräche werden von Liedzeilen getragen, das hätte irgendwie, auch in Klammern oder so, übersetzt werden sollen. Mich hat das übersetzen, mit App oder auch anders immer wieder aus dem Lesefluss gerissen.
Ich mochte das Buch sehr, die Musik als ein Lebensgefühl, die jeweils ihre Generationen prägt und vieles erhält und trägt.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Urlaubsinsel

The Island - Auf der Flucht
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Nicola Martins Thriller „The Island“ entpuppte sich als komplexer, als ich zunächst dachte. Die Protagonistin Lola, Hotelmanagerin in einem karibischen Luxusresort, verdankt ihre Stelle ihrem Bekannten ...

Nicola Martins Thriller „The Island“ entpuppte sich als komplexer, als ich zunächst dachte. Die Protagonistin Lola, Hotelmanagerin in einem karibischen Luxusresort, verdankt ihre Stelle ihrem Bekannten Moxham und ihrer hastigen Flucht aus Hongkong nach einem beruflichen und privaten Desaster. Doch das Unglück holt sie ein: Kurz nach ihrer Ankunft stirbt Moxham. Der Roman war nicht durchgehend spannend, der Mittelteil zog sich etwas, was mich jedoch nicht störte, da ich detaillierte Schilderungen mag. Nicht alles wirkte schlüssig, doch die Grundidee war faszinierend. Die Charaktere wirkten authentisch, mit Fehlern und zwar nicht alltäglich, aber zum Setting passend. Ein unterhaltsamer Urlaubsroman mit unerwarteten Wendungen.
Ich habe ihn gerne gelesen und kann ihn auch mit den genannten Einschränkungen weiter empfehlen.

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