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Samira0112

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2025

Zwischen Wahnsinn und Wahrheit

Das Septemberhaus
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Der Horror blieb leider ziemlich oberflächlich. Klar, es gab brutale Beschreibungen und verstörende Szenen, aber echte Gänsehaut? Fehlanzeige. Auch die Suche nach Margarets verschwundenem Ehemann hat mich ...

Der Horror blieb leider ziemlich oberflächlich. Klar, es gab brutale Beschreibungen und verstörende Szenen, aber echte Gänsehaut? Fehlanzeige. Auch die Suche nach Margarets verschwundenem Ehemann hat mich eher kaltgelassen, weil ziemlich schnell klar wird, dass er nicht unbedingt vermisst werden muss...

Was mich hingegen überzeugt hat, war der Aufbau der Geschichte. Die Rückblicke waren spannend, klug platziert und haben der Handlung spürbar mehr Tiefe gegeben. Der angenehme Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich durch die Seiten geflogen bin und gerade am Anfang kamen bei mir sogar kurz American Horror Story-Vibes auf.

Lange wusste ich nicht, worauf die Story eigentlich hinauswill. Vieles wirkte fast schon zu ruhig für ein Spukhaus. Doch je näher man dem Ende kommt, desto mehr verschwimmen Realität und Wahnsinn.Orlando spielt erst spät, aber dafür umso effektiver mit Wahrnehmung und Wahrheit. Insgesamt hat mich das Buch auf eine ruhige, aber fesselnde Art wirklich gut unterhalten.

Ich hätte mir mehr düstere Atmosphäre gewünscht - mehr Bedrohung, mehr spürbaren Schrecken. Aber dafür hat mich die psychologische Ebene überrascht. Und obwohl es nicht im Fokus stand: An manchen Stellen hat mich die Geschichte emotional wirklich berührt. Kein typischer Haunted-House-Roman - aber definitiv ein ungewöhnlicher.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Düster, kreativ, anders – eine Halloweenstraße voller Geheimnisse

Red River Lane
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Red River Lane hat mich mit seiner düsteren Atmosphäre und dem kreativen Aufbau sofort neugierig gemacht. Zehn Geschichten, die sich wie Kapitel lesen, unterschiedliche Perspektiven zeigen und gemeinsam ...

Red River Lane hat mich mit seiner düsteren Atmosphäre und dem kreativen Aufbau sofort neugierig gemacht. Zehn Geschichten, die sich wie Kapitel lesen, unterschiedliche Perspektiven zeigen und gemeinsam das düstere Bild einer Straße zeichnen, in der an Halloween alles anders ist.
Zu Beginn war ich wirklich begeistert! Besonders die wiederkehrenden Figuren haben mir total gefallen, das hat die Welt lebendiger wirken lassen. Ich fand es spannend, wie einige Charaktere in anderen Geschichten erneut auftauchen und sich das Bild der Straße nach und nach weiter entfaltet. Die vielfältigen Geschichten und die immer wieder auftauchenden Details haben die Atmosphare enorm verstärkt.
In der Mitte gab es dann Momente, in denen die Geschichten etwas isoliert wirkten und ich den roten Faden kurz verlor. Manche Handlungsstränge erschienen mir zu überdreht und passten nicht ganz ins Gesamtbild. Auch das Ende zog sich ein wenig - mit weniger Seiten hätte es für mich mehr Wirkung entfaltet. Trotzdem fand ich die Idee, die Geschichten miteinander zu verknüpfen, gut umgesetzt.
Die kreativen interaktiven Elemente wie der QR-Code, der eine Mail auf dem Handy zeigt, haben das Leseerlebnis noch spannender gemacht.
Was mir jedoch fehlte, war eine Content Note.
Gerade bei Gewalt an Tieren hätte ich mir eine Vorwarnung gewünscht.
Besonders schön finde ich, dass das Buch mit einer wichtigen Botschaft endet: Alle Gewinne gehen an die DKMS, was mir sehr am Herzen liegt, da ich selbst Mitglied bin.
Trotz dieser Kritikpunkte bleibt „Red River Lane" ein spannendes, atmosphärisches Projekt. Band 2 steht auf meiner Wunschliste!

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Thriller mit starkem Ende & kleinen Schwächen

Villa Obscura
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Ich bin mit der Erwartung an einen packenden Jugendthriller in Villa Obscura gestartet - bekommen habe ich etwas, das mich zwiegespalten zurücklässt.

Schon früh fiel mir auf, dass die Charaktere für mich ...

Ich bin mit der Erwartung an einen packenden Jugendthriller in Villa Obscura gestartet - bekommen habe ich etwas, das mich zwiegespalten zurücklässt.

Schon früh fiel mir auf, dass die Charaktere für mich nicht wie Jugendliche wirkten. Ihre Art zu sprechen und zu handeln ließ sie deutlich älter erscheinen, sodass ich nach etwa 15 % des Buches nochmal den Klappentext gelesen habe - einfach, weil ich nicht glauben konnte, dass sie wirklich als Jugendliche gedacht waren.

Auch atmosphärisch hätte ich mir gerade am Anfang mehr gewünscht. Eine abgelegene Villa im Harz an Halloween? Das schreit doch eigentlich nach Gänsehautstimmung! Stattdessen blieb das Setting für mich etwas blass. Die Spannung kam jedoch spätestens dann ins Rollen, als die Geheimnisse der Charaktere ans Licht kamen. Anfangs wirkten diese noch wie Dinge, die man Fremden einfach nicht erzählt - aber als sie sich schließlich entfalteten, wurde es richtig packend.

Ein Punkt, der mich besonders bewegt hat, war das Thema sexueller Missbrauch. Ich kann nicht genau sagen, ob mich das nur persönlich getriggert hat oder ob es einfach sehr gut umgesetzt wurde - aber es hat mich emotional getroffen.

Was „Villa Obscura" aber definitiv auszeichnet, sind die unvorhersehbaren Wendungen. Die Plottwists haben mich immer wieder überrascht, und das Finale war so spannend, dass ich richtig mitgefiebert habe.

Das Ende? Passend und rund.

Besonders mochte ich auch den Schauplatz. Ich war noch nie im Harz, aber das Buch hat mir einige Eindrücke mitgegeben, die neugierig machen.

Insgesamt ein solider Thriller mit starkem Ende, aber kleinen Schwächen in der Charakterdarstellung und Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Langsamer Einstieg, starkes Finale

Der Fluch von Ashburn House
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Das Buch hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Der Anfang zieht sich ziemlich, das Pacing ist sehr langsam und es dauert eine ganze Weile, bis wirklich Spannung aufkommt. Adrienne wirkt für mich oft zu ...

Das Buch hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Der Anfang zieht sich ziemlich, das Pacing ist sehr langsam und es dauert eine ganze Weile, bis wirklich Spannung aufkommt. Adrienne wirkt für mich oft zu passiv und flach, gerade weil man die ganze Zeit aus ihrer Perspektive liest und sich die meiste Zeit nur im Haus aufhält, hätte ich mir mehr Einblicke in sie gewünscht. Das Buch ist aus der dritten Person geschrieben, was ich grundsätzlich interessant finde, aber bei dem langsamen Tempo hätte es für mich mehr Tiefe gebraucht, um die Handlung fesselnder zu machen.

Die Atmosphäre ist auf jeden Fall düster und unheimlich, aber ich hätte mir noch mehr Beschreibungen gewünscht, die das Haus und die Umgebung richtig lebendig und bedrückend machen. Wolfgang, Adriennes Katze, mochte ich richtig gern, er bringt kleine Highlights zwischen all der Bedrohung und Unheimlichkeit.

Nach der Hälfte nimmt das Buch dann endlich Fahrt auf, und besonders das Ende hat mich richtig überrascht. Es ist spannend, gruselig und unheimlich, genau das, was ich mir von einem Horrorbuch erhoffe. Trotzdem reicht das tolle Finale für mich nicht aus, um den langsamen, zähen Anfang und die Mitte komplett auszugleichen.

Das Buch hat seine Stärken, aber auch seine Schwächen. Wer geduldig ist, wird am Ende mit Spannung und Horror belohnt, aber der langsame Einstieg und Adriennes passive Art machen es stellenweise schwer, dranzubleiben.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Gute Idee, mäßige Umsetzung

A Dance of Lies
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Zu Beginn hat mich das Buch positiv überrascht. Vasalie ist keine typische starke Heldin, sondern macht die Geschichte durch ihre körperliche Einschränkung interessant. Das Thema der Tänze ist erfrischend ...

Zu Beginn hat mich das Buch positiv überrascht. Vasalie ist keine typische starke Heldin, sondern macht die Geschichte durch ihre körperliche Einschränkung interessant. Das Thema der Tänze ist erfrischend anders und gibt der Geschichte eine schöne Atmosphäre. Die Spannung entsteht durch die langsam enthüllte Vergangenheit und die geheimnisvollen Beziehungen zwischen den Figuren. Auffällig ist, dass die Fantasy-Elemente eher zurückhaltend sind, was mich persönlich aber nicht gestört hat.

Im Verlauf wurden einige Entwicklungen für mich weniger glaubwürdig. So scheint es fast schon zu einfach, dass sich gleich mehrere wichtige Männer sehr schnell zu Vasalie hingezogen fühlen. Das wirkte für mich wenig nachvollziehbar. Außerdem wirkt es oft so, als würden die Figuren ihr zu schnell verzeihen und vertrauen, trotz der Folgen, die sie verursacht hat. Das Schwarz-Weiß-Denken hat die Tiefe der Charaktere für mich etwas geschmalert. Dazu kam dann noch der Kosename „Mäuschen", den ich unangenehm fand.

Auch der körperliche Zustand von Vasalie, der anfangs noch präsent und bedeutsam wirkte, spielt später kaum noch eine Rolle, was ich schade fand. Die Liebesgeschichte war für mich nicht stimmig, die Beziehungen fühlten sich oft konstruiert an. Das Tanzen bleibt trotz der zentralen Rolle eher eine schöne Kulisse, ohne ganz in die Tiefe zu gehen.

Sprachlich punktet das Buch mit einem atmosphärischen Stil, der viele Szenen lebendig macht. Einige Momente haben mich wirklich gepackt und für Spannung gesorgt. Das Ende wirkte für mich jedoch etwas gehetzt und emotional distanziert.

Insgesamt ist es eine Romantasy, die sich durch interessante Ideen und eine ungewöhnliche Heldin vom Genre abhebt, mich aber nicht allen Punkten überzeugt hat.

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