Zwischen Wahnsinn und Wahrheit
Das SeptemberhausDer Horror blieb leider ziemlich oberflächlich. Klar, es gab brutale Beschreibungen und verstörende Szenen, aber echte Gänsehaut? Fehlanzeige. Auch die Suche nach Margarets verschwundenem Ehemann hat mich ...
Der Horror blieb leider ziemlich oberflächlich. Klar, es gab brutale Beschreibungen und verstörende Szenen, aber echte Gänsehaut? Fehlanzeige. Auch die Suche nach Margarets verschwundenem Ehemann hat mich eher kaltgelassen, weil ziemlich schnell klar wird, dass er nicht unbedingt vermisst werden muss...
Was mich hingegen überzeugt hat, war der Aufbau der Geschichte. Die Rückblicke waren spannend, klug platziert und haben der Handlung spürbar mehr Tiefe gegeben. Der angenehme Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich durch die Seiten geflogen bin und gerade am Anfang kamen bei mir sogar kurz American Horror Story-Vibes auf.
Lange wusste ich nicht, worauf die Story eigentlich hinauswill. Vieles wirkte fast schon zu ruhig für ein Spukhaus. Doch je näher man dem Ende kommt, desto mehr verschwimmen Realität und Wahnsinn.Orlando spielt erst spät, aber dafür umso effektiver mit Wahrnehmung und Wahrheit. Insgesamt hat mich das Buch auf eine ruhige, aber fesselnde Art wirklich gut unterhalten.
Ich hätte mir mehr düstere Atmosphäre gewünscht - mehr Bedrohung, mehr spürbaren Schrecken. Aber dafür hat mich die psychologische Ebene überrascht. Und obwohl es nicht im Fokus stand: An manchen Stellen hat mich die Geschichte emotional wirklich berührt. Kein typischer Haunted-House-Roman - aber definitiv ein ungewöhnlicher.