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Mirja103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2025

Abschied vom Leben?

Haus zur Sonne
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Der Erzähler hat eine bipolare Störung und leidet seit vielen Jahren unter den Symptomen und den Folgen. Während der letzten Manie hat er bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Kontakte verloren und viel Schlimmes ...

Der Erzähler hat eine bipolare Störung und leidet seit vielen Jahren unter den Symptomen und den Folgen. Während der letzten Manie hat er bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Kontakte verloren und viel Schlimmes gemacht. Aus der anschließenden Depression findet er nicht mehr heraus. Er hat keine Kraft mehr, erneut neu anzufangen. Da erscheint ihm das Haus Sonne wie die perfekte Lösung: Dort soll man seine Träume ausleben und dann mühelos aus dem Leben scheiden können. Doch ist das wirklich so einfach? Nach und nach verstärken sich Zweifel beim Erzähler. Das Personal überzeugt ihn aber doch wieder, dass er den richtigen Weg gewählt habe. Wird er den Weg bis zum Ende gehen?

Der Autor vermittelt sehr gute Einblicke in die Welt eines psychisch kranken Menschen. Eindrücklich geschilderte Szenen sorgen dafür, dass man das Leben mit der Krankheit und deren Auswirkungen ansatzweise nachempfinden kann. Das hat mich sehr beeindruckt, zumal vermutlich viel Persönliches enthalten ist. Vor allem die Scham und die Schwere der Depression sind gut spürbar. Die Zweifel sind sehr gut und nachvollziehbar geschildert. Aufgrund der Beschreibungen hat man das Haus zur Sonne und die Personen gut vor Augen. Ich war gespannt, wie es am Ende ausgeht.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Schonungsloser Blick auf die Familie und Alkoholismus

Das Schwarz an den Händen meines Vaters
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Die Ich-Erzählerin Motte berichtet über ihre Kindheit und ihr aktuelles Leben. Sie hat einerseits eine enge Beziehung zu ihrem Vater, andererseits ist er ihr fremd, wenn er getrunken hat. Schon früh achtet ...

Die Ich-Erzählerin Motte berichtet über ihre Kindheit und ihr aktuelles Leben. Sie hat einerseits eine enge Beziehung zu ihrem Vater, andererseits ist er ihr fremd, wenn er getrunken hat. Schon früh achtet sie darauf, wann und ob er nachts nach Hause kommt. Über den Konsum wird in der Familie nicht offen gesprochen, sondern die Spuren beseitigt. Später wird deutlich, dass auch Motte mit Alkohol nicht umgehen kann. Wenn sie trinkt, dann sehr viel und hemmungslos. Auch der Großvater und der zweite Mann der Großmutter waren Alkoholiker. Trotzdem oder sogar vor allem deswegen wird nie über das Thema gesprochen. Auch nach dem Tod des Vaters wird der Blick nur auf schöne Erinnerungen gerichtet. Wenn Motte auch die andere Seite anspricht, will das niemand hören.

Ich fand das Buch sehr eindringlich. Ein schonungsloser Blick auf eine Familie mit Alkoholikern und wie dies das Leben aller beeinflusst. Mottes Feststellung, dass sie zwei Väter hat und der eine irgendwann verschwunden ist, fand ich sehr treffend.

Der Schreibstil ist sehr passend. Keine blumigen Ausschmückungen sondern kurze treffende Beschreibungen. Manchmal war wir das Spribgen zwischen Gegenwart und Vergangenheit etwas schnell.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Auseinandersetzung mit sich selbst

Junge Frau mit Katze
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Ela kämpft mit verschiedenen körperlichen Symptomen. Sie will nicht akzeptieren, dass sie Ruhe braucht, weil sie lernen und arbeiten muss. Sie scheint Freizeit nicht genießen zu können. Nun bremst der ...

Ela kämpft mit verschiedenen körperlichen Symptomen. Sie will nicht akzeptieren, dass sie Ruhe braucht, weil sie lernen und arbeiten muss. Sie scheint Freizeit nicht genießen zu können. Nun bremst der Körper sie aus und sie muss sich mit sich selbst auseinandersetzen. Was will ihr Körper ihr sagen? Welcher Arzt und welches Medikament können ihr helfen? Ist ihre Mutter eine Unterstützung oder muss sie sich noch mehr von ihr abnabeln? Was möchte sie zukünftig machen?

Es fällt Ela schwer zu akzeptieren, dass manche Medikamente notwendig sind und sie lernen muss, dass das Leben nicht nur aus Arbeit besteht.

Trotz des eher schweren Themas lässt sich das Buch aufgrund des Schreibstil sehr gut lesen. An manchen Stellen hätte ich Ela gern geschüttelt, weil ich ihr Verhalten nicht nachvollziehen konnte. Es gibt aber auch Szenen, in denen ich mich wiederfinden konnte. Die Auseinandersetzung mit such selbst und den Beziehungen zu anderen ist sehr gut und anschaulich dargestellt. Der lange Weg zur richtigen Diagnose ist leider realistisch.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Interessante Einblicke in die Psyche und die Psychiatrie

Botanik des Wahnsinns
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Der Erzähler setzt sich intensiv mit seiner Familiengeschichte auseinander. Da viele Verwandte psychisch erkrankt sind, ist er überzeugt, dass er es auch werden wird. Die Frage sei nur, was es für eine ...

Der Erzähler setzt sich intensiv mit seiner Familiengeschichte auseinander. Da viele Verwandte psychisch erkrankt sind, ist er überzeugt, dass er es auch werden wird. Die Frage sei nur, was es für eine Erkrankung sein wird und wann es losgeht. Diese Angst begleitet ihn sehr lang. Er kommt schließlich in die Psychiatrie aber als Psychologe nicht als Patient. Er berichtet aus der Gegenwart und erzählt, was er und Familienmitglieder in der Vergangenheit erlebt haben. Dabei bekommt man sehr interessante Einblicke in die Entwicklung der Psychiatrie. Wie wurden Diagnosen entwickelt? Welche Behandlungsansätze gab es? Wie können sich psychische Erkrankungen entwickeln?

Ich fand das Buch sehr interessant. Der Autor geht sehr respektvoll mit den Figuren um und sorgt für spannende Einblicke. Ich bin mir aber unsicher, ob man auch alles gut verstehen kann, wenn man sich mit diesem Thema noch nie beschäftigt hat.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Gewalt

Unsere letzten wilden Tage
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Das Leben im Sumpf ist geprägt durch Gewalt: die Gewalt der Natur aber auch der Menschen. Loyal kehrt zurück in ihre Heimat, um sich um ihre kranke Mutter zu kümmern. Sie will sich näher langer Zeit mit ...

Das Leben im Sumpf ist geprägt durch Gewalt: die Gewalt der Natur aber auch der Menschen. Loyal kehrt zurück in ihre Heimat, um sich um ihre kranke Mutter zu kümmern. Sie will sich näher langer Zeit mit ihrer besten Freundin versöhnen, aber dazu kommt es nicht mehr. Cutters Leiche wird gefunden. Für Loyal steht fest, dass es kein Suizid gewesen sein kann und einen Unfall hält sie auch für unrealistisch. Gemeinsam mit ihrem Kollegen von der Zeitung will sie aufklären, was mit Cutter passiert ist. Dabei stoßen sie auf mehrere Spuren, die zunächst nicht zusammen zu passen scheinen. Aber nach und nach verdichtet sich alles. Aber wer ist tatsächlich Cutters Mörder?

Die Geschichte ist spannend geschrieben. Etwas weniger Verstrickungen und Gewalt hätten vielleicht auch ausgereicht. Die Mutter spielt nur am Rand eine Rolle, dient vor allem als Grund, warum Loyal zurückkehrt. Das Verhalten der Polizei fand ich stellenweise sehr erschreckend, scheint ja aber leider realistisch zu sein.

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