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Veröffentlicht am 24.08.2025

Was bist bereit zu opfern um dazu zu gehören?

The Goldens
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Dieses Buch hier finde ich für ein Jugendbuch schon echt heftig, das sind nicht mehr bloß mean girl Vibes; die hier beschriebenen Beziehung sind wahnsinnig toxisch und die Story fast schon verstörend. ...

Dieses Buch hier finde ich für ein Jugendbuch schon echt heftig, das sind nicht mehr bloß mean girl Vibes; die hier beschriebenen Beziehung sind wahnsinnig toxisch und die Story fast schon verstörend.

Chloe ist unsicher und eine klassische Mitläuferin, geradezu schmerzlich sehnt sie sich nach Claras Aufmerksamkeit und dem Lebensstil, den diese zu bieten hat, was Clara schamlos für sich ausnutzt. Claras Leben ist glamourös und extravagant, erinnert ein bisschen an Gossip Girl und zieht andere dadurch an. Aber sie ist auch eine chronische Lügnerin und das Leben mit Clara schwankt für Chloe zwischen den Highs und Lows, hauptsächlich befeuert vom elitären Luxus von Claras Familienanwesen.

Die schillernde reiche-Mädchen-Welt hat schon einen gewissen Reiz und Anziehungskraft. Die Geschichte wartet in dem Sinne mit einer Sogwirkung auf, dass vermutlich jeder diese beliebten Cliquen kennt, zu denen man vllt gerne gehört hätte, die man aber zumindest vom Hörensagen kannte.

Der Plot ist auf völlig abstruse Art unvorhersehbar und hat mich an einigen Stellen wirklich geschockt. Brainwashing ist hier definitiv ein Thema und darin liegt vermutlich auch die Perfidität der Geschichte. Denn die Interaktionen zwischen Chloe und Clara, sowie Claras generelles Verhalten anderen gegenüber tun beim Lesen fast schon körperlich weh so platt und klischeehaft sind Claras egozentrische Gemeinheiten.

Ich fand quasi alles an dem Buch grenzwertig, moralisch verwerflich und menschlich eher verachtenswert, aber man, hab ich das Buch weggesuchtet. Leseerlebnis war schon wirklich stark, auch wenn die Handlung selbst gar nicht mal so spektakulär ist. Die Interaktionen zwischen den Mädchen, das Machtgefüge und kollektive Abdriften sind aber absolut fesselnd.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Rekapitulation einer Liebe

Spät am Tag
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Ich mag ja solche Geschichten, wo mit der Weisheit und Erfahrung eines Lebens eine Rückschau und ein Resümee erfolgt, auf all das was schön war, was erfüllend war, aber auch auf das was schmerzte. Und ...

Ich mag ja solche Geschichten, wo mit der Weisheit und Erfahrung eines Lebens eine Rückschau und ein Resümee erfolgt, auf all das was schön war, was erfüllend war, aber auch auf das was schmerzte. Und genau so eine Geschichte ist das hier- der Abriss einer Liebe, eines gemeinsamen Lebens mit Höhen und Tiefen.

Die Geschichte hat einen ruhigen Erzählstil, ein Wechsel aus Erinnerungen und sanfter Alltagserlebnisse, ein Weitermachen nach dem größten Verlust, den das Leben zu bieten hat. So stelle ich es mir vor, wenn man am Ende des Lebens tatsächlich seine Memoiren schreiben würde- ein Aufblitzen der Momente, die nachhallten, hängen blieben, uns definierten.

Was mir gut gefallen hat war, wie wir offen und ehrlich auf diese Beziehung und die gemeinsamen Jahren geblickt wurde. Dabei wurde auch schnell klar, dass durchaus nicht alles eitel Sonnenschein war, vor allem durch die stetige Anwesenheit von Mikaels Exfrau. Die Beziehung war jetzt nicht diese große kitschige Liebe, die man aus Filmen kennt, sie war bodenständig, leise, manchmal aufbrausend.

Ich mochte vor allem die szenische Erzählweise, die rauen, stimmungsvollen Beschreibungen und das Gesamtambiente der Geschichte. Das ist für mich so Buch, dass eher durch die Erzählart Eindruck hinterlässt, statt durch den Inhalt.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Richtig starker Auftakt, perfider Fall

Dunkle Sühne
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Karin Slaughter ist für mich eine der besten Thrillerautorinnen und ihre Bücher sind ein Garant für bitterböse Unterhaltung, die thematisch aber gerne mal an die Nieren geht. So auch hier: thematisch absolut ...

Karin Slaughter ist für mich eine der besten Thrillerautorinnen und ihre Bücher sind ein Garant für bitterböse Unterhaltung, die thematisch aber gerne mal an die Nieren geht. So auch hier: thematisch absolut grausig und beängstigend. Es raubt einem den Schlaf.

Das Setting ist mal wieder erstklassig: ein kleiner Ort, perspekivlose Trostlosigkeit und Bewohner, die einiges zu verbergen haben. Vor diesem Hintergrund verschwinden zwei Mädchen und die Ermittlungen lassen keinen Stein auf dem anderen. Ich glaube thematisch beschreibt dieses Buch den Albtraum vieler Eltern: die eigenen Kinder kaum zu kennen, machtlos zu sein und sie Menschen anzuvertrauen, die es nicht gut mit ihnen meinen. Absolut beängstigend und aufwühlend. Und was hier an Geheimnissen offenbart wird, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.

Emmy ist eine coole Protagonistin, die selbst keinen leichten Stand hat und auch ihre Familiengeschichte lässt einiges an Schmerz und Leid erahnen. Trotzdem ist sie tough unf lässt nicht locker. Ungefähr in der Mitte der Buches gab es aber eine Entwicklung rund um Emmy und ihre Familie, die mich irgendwie ein bisschen aus der Handlung rausgerissen hat. Plötzlich wurde da eine völlig neue Baustelle eröffnet, die ich absolut nicht gebraucht hätte.

Spannungstechnisch wär sicherlich mehr möglich gewesen und vor allem der Zeitsprung von über einem Jahrzehnt ist nicht so ganz nach meinem Geschmack. Da der Plot aber insgesamt stimmig konstruiert und die Geschichte dadurch sehr rund ist, hats mir trotzdem gut gefallen. Und ich könnte mir das perfekt verfilmt vorstellen, weil die Geschichte sehr szenisch und bildhaft geschrieben ist

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Verfall

Junge Frau mit Katze
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Betrogen vom eigenen Körper, im Zustand stetiger Ungewissheit, weitergereicht innerhalb des Gesundheitssystems- das ist vermutlich ein Zustand in dem sich der eine oder andere wiedererkennt. Wir leben ...

Betrogen vom eigenen Körper, im Zustand stetiger Ungewissheit, weitergereicht innerhalb des Gesundheitssystems- das ist vermutlich ein Zustand in dem sich der eine oder andere wiedererkennt. Wir leben immer länger, aber auch besser? Ich mochte den Schreibstil dieses Buches richtig gern und der Erzählstil- das Rätsel eines Körpers, die Geschichte einer jungen Frau, ihrer Mutter und den Beziehungen zueinander und zum weiblichen Körper- hat mir ziemlich gut gefallen.

Die Protagonistin bewegt sich in einem Zustand zwischen Panik und Resignation was ihr körperliches und seelisches Befinden angeht. Als gebe es nur genau diese zwei Zustände- nichts tun oder von einem Arzt zum nächsten Hetzen wie ein Teil einer medizinischen Schnitzeljagd. Thematisch eher nicht so leicht, aber verständlich und nahbar rübergebracht. Denn was kann es schlimmeres geben, als dem eigenen Körper beim Verfall und sich selbst beim Sterben zu beobachten?!

Die Geschichte beleuchtet wie Elas Gesundheitszustand nicht nur ihr eigenes Leben belastet und beeinträchtigt, sondern auch das ihres Umfeldes, der Menschen die für sie da sind und die ihrerseits auf Ela zählen. Es wird immer die Frage aufgeworfen, ob es bei Elas Symptomen einen kausalen Zusammenhang gibt. Bestimmt der Körper die Psyche oder die Psyche den Körper? Oder bedingen sie sich gegenseitig in einem riesigen Teufelskreis, der droht Elas Leben entgleiten zu lassen und sie in einen Strudel aus Angst, Verzweiflung, Schuld und Wut zu reißen.

Das Ende fand ich zwar etwas ungelenk, weil die finale Erklärung etwas weit hergeholt fand, aber insgesamt war das ein super starker Roman darüber, was es bedeutet krank zu sein und über die Suche nach Antworten.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

auf sanfte Art verheißungsvoll

Öffnet sich der Himmel
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James spürt nach seinem Coming out eine gewisse Distanz: zu seinem Heimatort, seinen Eltern, den Klassenkameraden. Seine Begierden kann er sich nur heimlich eingestehen, ein Ausleben dessen scheint unmöglich. ...

James spürt nach seinem Coming out eine gewisse Distanz: zu seinem Heimatort, seinen Eltern, den Klassenkameraden. Seine Begierden kann er sich nur heimlich eingestehen, ein Ausleben dessen scheint unmöglich. Die Begegnung mit Luke wird zu einem Schlüsselmoment, einer Manifestation von James Sehnsüchten.

Es ist eine Coming of Age Story, ein überstürztes Erwachsenwerden, die Schwelle der Kindheit noch nicht ganz verlassend. Die verheißungsvolle Stimmung einer ersten, leicht obsessiven Verliebtheit ist deutlich spürbar. Aber da ist noch viel mehr als nur unerwiderte Liebe. Da ist eine besondere Freundschaft, ein inneres sich gegenseitig erkennen und verstehen.

James und Luke sind beide auf ihre jeweils eigene Art Außenseiter. Auch die Familienverhältnisse der beiden sind, obwohl unterschiedlich, gleichwohl schwierig wie angespannt. So finden die beiden Jungen ineinander die Art Freund, die sie so dringend brauchen.

Ich mochte den teilweise schon vorsichtigen, sanften Erzählstil, die innere Unruhe von James bzgl. seinen Gefühlen für Luke wird toll rübergebracht. Die Geschichte flirrt vor kleinen Momenten, die bedeutungsschwer und doch auf bittersüße Art nichtig sind. Liest sich einfach wirklich toll und fängt den Vibe dieser gemeinsamen Zeit zwischen James und Luke gut ein.

Ein feinfühliger Roman, der die Jugend, die Liebe und die Suche nach dem Selbst gut einfängt.

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