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Veröffentlicht am 17.08.2025

Wundervoller Liebesroman in der Stadt die niemals schläft

Acht (un)geplante Tage mit dir
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Acht (un)geplante Tage mit Dir ist ein wundervoller Liebesroman, der nicht nur zu Herzen geht, sondern uns auch noch in die Stadt entführt, die nie schläft.

Vera Conny Jacks Debütroman hat mich überzeugt, ...

Acht (un)geplante Tage mit Dir ist ein wundervoller Liebesroman, der nicht nur zu Herzen geht, sondern uns auch noch in die Stadt entführt, die nie schläft.

Vera Conny Jacks Debütroman hat mich überzeugt, sie schaffte es eine Stimmung zu kreieren, die einen gefangen nimmt und so wird man Teil der Geschichte um Hazel und Lukas. Und genau diese beiden sympathischen Protagonisten tragen die Geschichte. Es sind die Eigenheiten, liebevollen Macken, die schonungslose Ehrlichkeit, der Humor und die Sensibilität, die die beiden einander gegenüber an den Tag legen. Es sind Menschen aus dem wahren Leben. Beide erzählen abwechselnd aus ihrer Ich-Perspektive. Einzig Milena, Lukas Schwester und Hazels beste Freundin hat eine tiefere Bedeutung für die Geschichte, ansonsten kommt der Roman mit sehr wenigen Figuren aus, (von den Statisten einmal abgesehen).

Auch wenn man New York nicht kennt, bekommt man einen guten Eindruck in die quirlige Metropole. Die vielen Sightseeing Highlights werden gut beschrieben, sodass man sofort Filme oder Bilder vor Augen hat. Es ist wie eine kleine Reise nach Big Apple.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht und humorvoll. Die Seiten fliegen nur so dahin und die vielen Dialoge, sorgen dafür, dass es nicht langweilig wird.

Ein Buch passend zur Urlaubszeit, wenn man selbst auf der heimischen Couch oder Balkon / Terrasse sitzt, um sich in eine ferne Metropole zu träumen.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Ein bewegender Roman

Wir sehen uns wieder am Meer
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Ein sehr feinfühliger und tiefgründiger Roman, der das Leben von drei Frauen beleuchtet, die Schreckliches am Ende des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit erleben müssen.

Birgit, die Krankenschwester, ...

Ein sehr feinfühliger und tiefgründiger Roman, der das Leben von drei Frauen beleuchtet, die Schreckliches am Ende des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit erleben müssen.

Birgit, die Krankenschwester, die der russischen Sprache mächtig ist. Nadia, die Zwangsarbeiterin, die aus der Ukraine verschleppt wurde und nun in der Fischfabrik arbeiten muss. Sowie Tekkla, das Deutschenmädchen, die aus Liebe Norwegen verlässt und nach Deutschland geht.

Drei Frauen, drei unterschiedliche Lebenswege am Ende des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit. Drei Schicksale, die die Autorin sensibel und mit viel Fingerspitzengefühl zum Leben erweckt. Die Geschichte ist eindringlich, und man leidet und fiebert mit den Protagonistinnen mit. Yara Blümel spricht das Buch sehr behutsam, dem Thema angepasst und dennoch mit Hoffnung in der Stimme. Für mich eine große Sprecherinnenleistung.

Denn die Themen des Romans sind unbequem: Besatzung, Widerstand, Flucht, Zwangsarbeit, Misshandlungen, Folter – aber auch positive Themen wie Hoffnung, Neuanfang, Schwangerschaft und Aufbruch.

Alle drei Frauen gehen ihren Weg, auch wenn er unbequem und steinig ist. Sie gehen ihn mit Mut und Vertrauen in die eigene Stärke.

Ein bewegender Roman, der noch lange nachhallt und den ich nur allen empfehlen kann, die sich für europäische Zeitgeschichte begeistern können.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Ein düsterer atmosphärischer Thriller

Brackwasser - Stille Wasser sind tief. Und manche sogar tödlich …
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Ein düsterer atmosphärischer Thriller, der mit den Charakteren spielt.

Svea kehrt nach über zwanzig Jahren in ihre alte Heimat zurück. Sie hat an diese keine gute Erinnerung. Aber als die Leiche ihrer ...

Ein düsterer atmosphärischer Thriller, der mit den Charakteren spielt.

Svea kehrt nach über zwanzig Jahren in ihre alte Heimat zurück. Sie hat an diese keine gute Erinnerung. Aber als die Leiche ihrer damals besten Freundin gefunden wird, versucht Svea gegen die Ängste aus der Vergangenheit anzukämpfen. Das Schicksal ihrer Schwester liegt ihr am Herzen und diese führt ein sonderbares abgeschottetes Leben in der Nähe eines Waldes. Ihr Mann Erik, ist ein Mann voller Geheimnisse. Bald merkt Svea, dass sie sich auf gefährlichem Terrain bewegt.

Svea ist ein Charakter, der zwischen starker Frau und führsorglicher Schwester sowie Freundin wankt. Sie hat ihre starken Momente und weiß sich im Leben zu behaupten, aber manchmal sorgen einige Situationen bei ihr für eine innere Überforderung, was mir persönlich gut gefallen hat.

Die zahlreichen Nebencharaktere sind gut in die Handlung eingebaut worden. Dabei ist mir Erik besonders aufgefallen, da dieser durchaus mehr charakterlich aufweist, als man am Anfang des Buches denken mag.

Sehr atmosphärisch und mit düsteren Elementen behaftet ist der Schreibstil der Autorin. Man hat an manchen Stellen das Gefühl, das viel Schlechtes in den Charakteren steckt, was die allgemeine Empfindung beim Lesen noch einmal verstärkt. Es geht in dem Buch auch viel um die Natur und ihre Umgebung, was dem Roman eine zusätzliche Atmosphäre verleiht.

Das Ende war für mich überraschend, aber ich hatte auch eine leichte Vorahnung. Ein spannender Thriller, der mich gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Ein Buch was sich wie Urlaub anfühlt

Zypressensommer
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“Nur wenn wir uns erinnern, können wir die Fehler der Vergangenheit meiden. […] Denn die Schatten der Vergangenheit lösen sich nicht auf, indem man die Augen vor ihnen verschließt.” (S. 273)

Ein Buch, ...

“Nur wenn wir uns erinnern, können wir die Fehler der Vergangenheit meiden. […] Denn die Schatten der Vergangenheit lösen sich nicht auf, indem man die Augen vor ihnen verschließt.” (S. 273)

Ein Buch, dass sich wie Urlaub anfühlt und doch so viel mehr zu erzählen hat. Im Mittelpunkt des Romans stehen zwei mutige Frauen, Julia auf der Zeitebene 1998 und Giulia 1943-1945.

Julias Großvater hat ihr ein Vermächtnis hinterlassen, welches sie in seine alte Heimat Italien führt. Dort kommt sie einem Familiengeheimnis auf die Spur, was nicht nur für sie sehr überraschend ist. Giulia muss die letzten Kriegstage miterleben, doch sie will nicht tatenlos zusehen, wie die Deutschen ihre Heimat drangsalieren. Sie schließt sich mit einigen anderen, dem Widerstand an. Die Resistenza hat eine wichtige Rolle gespielt. Auf der anderen Seite werden Italiener nach Deutschland verschleppt und dort als “Arbeitssklaven” missbraucht. Zudem buhlen gleich drei Männer um ihre Liebe, doch ihr Herz gehört nur einem und der wurde nach Deutschland verschleppt.

Über die IMI, die italienischen Militärintervenierten, sind wenig bekannt, dennoch gibt es dieses Schicksal und Teresa Simon setzt ihnen mit dieser Geschichte ein Denkmal. Zudem ist der Roman gespickt mit vielen kleinen Details über das Leben in Italien zur Zeit des zweiten Weltkriegs, aber auch in den 90er Jahren. Kulinarisch bietet der Roman auch so einiges und man bekommt direkt Lust durch die engen Gassen zu schlendern und das Leben in Italien zu feiern.

Um so richtig in Urlaubstimmung zu kommen, gibt es im Anhang viele Rezepte, die man nachkochen kann. Ein Nachwort rundet das gute Gesamtbild ab und erklärt noch einmal ein paar wichtige Dinge zum historischen Hintergrund.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen, die vielen italienischen Ausdrücke fördern die Authentizität, aber auch wer nicht des Italienischen mächtig ist kann dem Roman problemlos folgen, da die meisten Sätze übersetzt werden bzw. in Gedanken auf deutsch wiederholt werden. Der Roman wird größtenteils aus drei Perspektiven erzählt.

Für mich mal wieder ein überzeugender Roman aus der Feder von Brigitte Riebe / Teresa Simon, der direkt Lust macht auf den nächsten Italien Urlaub.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Düsterer dreckiger spannender Krimi

Die schwarze Stunde
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Ein etwas dreckiger, aber sehr atmosphärischer Krimi mit einem sehr eigenwilligen Ermittler der zwischen Bewunderung und Belauerung im Leben hin und her schwankt.

Im Juli 2007 ermittelt Rocco vor seiner ...

Ein etwas dreckiger, aber sehr atmosphärischer Krimi mit einem sehr eigenwilligen Ermittler der zwischen Bewunderung und Belauerung im Leben hin und her schwankt.

Im Juli 2007 ermittelt Rocco vor seiner Versetzung in das Aostal noch in seiner Heimat in Rom. Dort wird er eines Tages zu der Leiche eines jungen Mannes in einem Steinbruch gerufen. Der junge Mann wurde brutal ermordet. Als ein paar Tage später ein weiterer junger Mann tot aufgefunden wird, beginnt eine Spirale der Ermittlung und Verfolgung quer durch Rom, die auch Rocco für immer verändern wird.

Rocco ist ein sehr interessanter, aber zwielichtiger Charakter. Er hat seine eher kriminelle Vergangenheit offiziell abgelegt, aber der Umgang mit seinem “alten Freundeskreis” deutet darauf hin, dass er nicht komplett sein altes Leben einfach abstreifen kann. Er wirkt nach außer sehr hart und etwas ungehobelt, aber tief im Inneren ist er ein liebenswürdiger, leidenschaftlicher Charakter, der alles tut, damit seine Frau und große Liebe Marina glücklich ist.

Seine Freunde Furio, Brizio und Sebastiano sind sehr gute Nebencharaktere und sorgen für so einige interessante Situationen im Roman. Sebastiano war dabei mein Lieblingsnebencharakter, vielleicht auch weil er der Zwielichtige von allen ist. Die Spannung der Geschichte ist sehr gut konstruiert und im Laufe der Erzählung steigert sich diese noch ein wenig.

Der Roman lebt von seiner Atmosphäre und der Autor schafft es fast so eine Art “Italo-Western-Atmosphäre” zu schaffen. Sehr gut beschreibend sind die einzelnen Handlungsorte in Rom und als lesende Person macht man einen interessanten Roadtrip durch die ewige Weltmetropole. Das Ende ist sehr interessant und dramatisch was mir sehr gut gefallen hat. Ein rundum gelungener Krimi einer Reihe die ich definitiv weiterverfolgen werde.

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