Ein Roman über Freundschaft, Loyalität und Macht
RabenthronÜber Freundschaft, Loyalität und Macht: Ein Roman, der mich wieder mitten ins 11. Jahrhundert katapultiert hat und den ich kaum aus der Hand legen konnte.
Rebecca Gablé zählt seit Jahren zu meinen Lieblingsautorinnen. ...
Über Freundschaft, Loyalität und Macht: Ein Roman, der mich wieder mitten ins 11. Jahrhundert katapultiert hat und den ich kaum aus der Hand legen konnte.
Rebecca Gablé zählt seit Jahren zu meinen Lieblingsautorinnen. Ich habe jedes Buch von ihr gelesen und geliebt, und so war natürlich klar, dass ich auch ihr neuestes Werk lesen musste. Auf diesen Roman war ich besonders gespannt, da er zeitlich vor den anderen Bänden der Helmsby-Reihe spielt. Wird sie es wieder schaffen, Figuren zu erschaffen, die man lieben und hassen kann, mit denen man mitfiebert? Wird man erneut Teil der Helmsby-Familie?
Mit Aelfric und Penda von Helmsby hat sie zwei wirklich nahbare Charaktere geschaffen. Vater und Sohn verbindet ein enges Band, doch die Loyalität und Ergebenheit zur englischen Krone trennt die beiden. Und natürlich gibt es auch wieder eine Reihe von Antagonisten, Figuren, die einem so richtig unsympathisch sind und die man im Laufe der Geschichte teilweise sogar zu hassen lernt.
Die Charakterzeichnung ist eine der großen Stärken der Autorin. Ihre Figuren sind facettenreich, lebendig und vielschichtig, und man kann nur sagen: Chapeau. Ebenso gelingt es ihr, historische Persönlichkeiten mit fiktiven Charakteren agieren zu lassen. Genau diese Mischung macht den besonderen Reiz ihrer Romane aus. Meine Lieblingsfigur neben Aelfric und Penda ist zweifellos Königin Emma, eine beeindruckende Frau, Ehefrau zweier englischer Könige, klug, würdevoll und stark.
Der Roman entfaltet einen ungemeinen Sog aus persönlichen Schicksalen und politischen Vorkommnissen. Geschichte wird hier lebendig, nahbar und berührend, und ich habe beim Lesen wieder viel gelernt. Es geht um Macht und Thronfolge, um Liebe, Freundschaft und Loyalität. Der Roman zeigt, dass manche Themen auch nach Jahrhunderten noch erstaunlich aktuell sind.
Der Schreibstil der Autorin ist wie immer flüssig und bildhaft, man fliegt nur so durch die Seiten. Natürlich braucht man für die knapp 900 Seiten etwas Zeit, doch am Ende bleibt ein Gefühl von Wehmut, weil man sich nur schwer von dieser Welt trennen möchte.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die historische Romane lieben, und für alle, die es vielleicht erst noch werden wollen.