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Veröffentlicht am 17.08.2025

Der Preis der Magie

Glory Of Broken Dreams (Devil’s Glory 1)
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Hotel Lichtenstein, ein Hotel für die Mächtigen und Reichen, ist bekannt für seine besondere Magie. Als Charlotte eine Stelle im Varieté als Tänzerin erhält, träumt sie davon, dass ihr größter ...

Hotel Lichtenstein, ein Hotel für die Mächtigen und Reichen, ist bekannt für seine besondere Magie. Als Charlotte eine Stelle im Varieté als Tänzerin erhält, träumt sie davon, dass ihr größter Wunsch, auf den Bällen zu tanzen, wahr werden kann. Als sie auf den Showboxer Willem trifft, wählt sie ihn als ihren Partner, denn nur mit Partner darf man an den Bällen teilnehmen. Doch der schweigsame Mann verfolgt seine eigenen Ziele. Und Vorsicht, verlieben kann ins Unglück führen.
Mittlerweile übertreffen sich die Verlage mit der Gestaltung ihrer Bücher und dieses ist auch unter dem Schutzumschlag eine Schönheit.
Ruby Braun schafft es mit ihrem flüssigen, bildhaften Schreibstil eine mystische, geheimnisvolle Atmosphäre zu schaffen.
Das magische Hotel bietet ein einfach mal anderes Setting, wobei gerade die Magie des Hotels nicht schnell klar wurde. Das hätte gerne intensiver erzählt werden können.
Die Handlung hatte mehrere Erzählstränge, die insgesamt spannend waren, ich wollte definitiv wissen, was mit den verschwundenen Mitarbeitern des Hotels passiert ist. Es bleiben auch noch jede Menge Fragen offen, die neugierig auf Band 2 machen.
Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven zwischen Charlotte und Willem. Charlotte ist entschlossen, ihre Träume wahr werden zu lassen. Manchmal ist sie nahezu verbissen, doch sie entwickelt sich durchweg weiter und je näher man sie kennenlernt, desto mehr Verständnis entwickelt man.
Willem ist ein interessanter Charakter, dessen Fähigkeiten man nach und nach kennenlernt. Die Lovestory zwischen den Beiden ist langsam und doch spürbar. Sie haben ihre Päckchen zu tragen, was manches melancholisch wirken lässt.
Mein Fazit: Eine Geschichte mit einer düsteren Atmosphäre, ein wenig Magie, etwas Liebe und auch psychologische Aspekte. Auch wenn es hin und wieder Längen gab, hat mir das Buch gut gefallen. Wer Geschichten wie z.b. Caraval mag, ist hier richtig.

Veröffentlicht am 08.08.2025

Schöne Geschichte mit Tiefe, aber auch Humor

Hello Stranger
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Für Künstlerin Sadie ist es gar nicht so leicht, im Alltag zu überleben, von ihrer Familie erhält sie kaum Unterstützung und auch sonst ist ihr Brotjob nicht sehr ergiebig. Doch dann eröffnet sich ihr ...

Für Künstlerin Sadie ist es gar nicht so leicht, im Alltag zu überleben, von ihrer Familie erhält sie kaum Unterstützung und auch sonst ist ihr Brotjob nicht sehr ergiebig. Doch dann eröffnet sich ihr eine riesen Chance, ein Wettbewerb, der ihr Einkommen sichern würde. Das Schicksal meint es allerdings nicht gut mit ihr, denn sie erleidet einen Anfall, muss sich einer OP unterziehen und leidet danach an Gesichtsblindheit und das als Porträtmalerin. Ausgerechnet ein Porträt soll sie nun auch beim Wettbewerb malen, zum Glück ist da ihre Freundin an ihrer Seite, die sie unterstützt. Gleichzeitig muss sie aber auch den Tierarzt ihres Hundes erobern und dem nervigen Nachbarn aus dem Weg gehen. Es wird turbulent.
Ich fand das Cover wunderschön und dann dieses Thema, ich glaube, ich habe bisher noch nie dazu irgendetwas gelesen und so war ich schnell neugierig.
Katherine Center schreibt ihre Geschichte Hello Stranger mit sehr viel Herz, aber auch Humor. Diese RomCom lässt schmunzeln, aber auch innehalten und nachdenken, denn allein durch Sadies Krankheit bekommt das Buch Tiefe. Dieses Buch weckt beim Lesen so einiges an Emotionen, von Lachen bis hin zu Tränchen wegblinzeln war alles dabei.
Gesichtsblindheit, habe ich schonmal gehört, ist mir persönlich noch nie begegnet und dementsprechend habe ich auch noch nie darüber nachgedacht. Doch es ist äußerst spannend, denn man erkennt ja nun Menschen nicht mehr an Äußerlichkeiten, sondern an ihrer Art. Spannend, oder?
Sadie steht im Mittelpunkt und damit auch ihre ganz persönliche Entwicklung. Gerade mit ihrem Hintergrund steht sie vor einer riesigen Herausforderung mit ihrer Krankheit umzugehen.
Ansonsten gibt es hier diverse Charakter, von mieser Stiefschwester über zwei Verehrer, einen Hund, Freundin uvm. Was mich persönlich etwas wunderte, ist, dass Sadie nicht gelang, die Menschen an ihrer Stimme zu erkennen. Aber ich glaube, da lassen wir der Autorin künstlerische Freiheiten.
Die Lovestory, bzw. das sich schon im Voraus abzeichnende Liebesdreieck ist eigentlich nicht unbedingt meins. Doch hier sorgt es für weitere Turbulenzen und mehr. Für wen sie sich entscheidet, fand ich allerdings sehr vorhersehbar.
Mein Fazit: Wer eine leichte RomCom mit gewissem Tiefgang sucht, ist mit Hello Stranger von Katherine Center absolut gut bedient. Das Thema Gesichtsblindheit wird hier wirklich gut mit eingebunden und vor allem die Charakterentwicklung der Protagonistin hat mir richtig gut gefallen. Perfekt für gemütliche Lesestunden!

Veröffentlicht am 05.08.2025

Nordische Saga mit der ein oder anderen Schwäche

Broken Souls and Bones - Feind. Beschützer. Geliebter.
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Schon seit sie zurückdenken kann, lebt Lyra versteckt vor dem König und nur wenigen wissen warum. Lyra ist ein Knochenwirkerin, deren Magie nur selten ist und mit der sie Einfluss auf die Heilung eines ...

Schon seit sie zurückdenken kann, lebt Lyra versteckt vor dem König und nur wenigen wissen warum. Lyra ist ein Knochenwirkerin, deren Magie nur selten ist und mit der sie Einfluss auf die Heilung eines Menschen nehmen kann. Als die Schergen des Königs in ihrem Dorf auftauchen, wird ihr klar, dass sie sich nicht länger verstecken kann. Roark, des Königs engster Vertrauter, spürt sofort, was sie ist. Kurzerhand nimmt er sie mit an des Königs Hof, denn dieser will alle magiebegabten an seinem Hof haben. Lyra hasst es am Hofe und eigentlich sollte sie auch Roark hassen, doch stattdessen weckt er ganz andere Gefühle in ihr.
Nordische Mythen und Sagen – allein das reicht aus, um mich auf ein Buch neugierig zu machen und da ich bereits in die Fae Reihe der Autorin gelesen hatte, war ich neugierig.
Der Einstieg fiel mir nicht ganz so leicht, auch wenn am Ende des Buches ein Glossar vorhanden war, hatte ich zunächst das Gefühl, dem Geschehen nicht richtig folgen zu können.
Dabei ist der Schreibstil zum Glück so leicht und flüssig, dass man doch so nach und nach in die Geschichte gezogen wird. Lediglich das bildhafte hat mir ein wenig gefehlt, so dass im Kopf kein richtiges Kopfkino entstand.
Das wurde dann aber so nach und nach besser nachdem sich Lyra dann mit den anderen auf dem Schiff Richtung Königshof befand. Schade fand ich, dass man nicht so viel von der Welt mitbekommen hat. Weite Teile der Handlung spielen auf der Festung.
Die Handlung war mir zu Beginn noch nicht ganz klar und ich habe auch etwas Zeit gebraucht, um mich zurechtzufinden. Das Magiesystem hingegen ist leicht und verständlich und sehr gut mit eingebaut.
Die Spannung war zu Beginn recht hoch, stagnierte hin und wieder ein wenig in der Mitte und doch konnte mich das Buch recht gut fesseln. Der üble Cliffhanger am Ende macht neugierig auf die Fortsetzung.
Die Geschichte wird aus den Perspektiven der Protagonisten Lyra und Roark erzählt, jeweils in der Ich-Form, wobei Lyra deutlich mehr zum Zuge kommt.
Lyra mochte ich durchaus, sie ist stärker als es scheint und hat das Herz am rechten Fleck. Sie lässt sich nicht schnell einschüchtern und sagt, was sie will. Was natürlich Roark, den stummen Krieger durchaus beeindruckt. Seine fehlende Stimme fand ich passend, machte es den geheimnisvollen Mann nicht noch mysteriöser, sondern auch irgendwie spannend.
Nebencharaktere gab es einige, die hier auch aktiv ins Geschehen einflossen und immer mal wieder Abwechslung in die Handlung brachten.
Mein Fazit: Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, dass nordische hätte für meinen Geschmack ruhig noch deutlicher werden können. Die Charaktere mochte ich und habe durchaus mit ihnen mitgefiebert. Der Einstieg fiel mir schwer und das Worldbuilding bleibt leider schwächer, aber trotzdem freu ich mich auf die Fortsetzung und werde durchaus weiterlesen.

Veröffentlicht am 30.07.2025

Spannender Jugendthriller

Friends and Liars
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Um die Sommerferien vor ihrem Abschlussjahr gebührend ausklingen zu lassen, bittet Jake seine Freundin Jessica, sie zur Fete bei Tegan zu begleiten. Jessica hat eigentlich gar keine Lust, denn Tegan ist ...

Um die Sommerferien vor ihrem Abschlussjahr gebührend ausklingen zu lassen, bittet Jake seine Freundin Jessica, sie zur Fete bei Tegan zu begleiten. Jessica hat eigentlich gar keine Lust, denn Tegan ist Jakes Exfreundin und ihre ehemals beste Freunden, doch Jake zuliebe geht sie mit. Doch die Party läuft anders als erwartet, Jake betrinkt sich und begleitet Tegan auf ihr Zimmer. Tegan setzt alles daran Jake zu verführen, was Jake nicht weiß, er wird dabei gefilmt und dieses wird live ins Wohnzimmer übertragen, wo nicht nur alle Partygäste, sondern auch Jessica zuschauen. Doch schon am nächsten Tag fehlt von Tegan jede Spur und Jake kann sich an nichts mehr erinnern.
Der Klappentext hat mich hier unheimlich neugierig gemacht, klang der Inhalt des Buches doch so ein kleines bisschen nach Pretty Little Liars und ja, im Grunde passt das hier auch wirklich super.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig und passt auch perfekt zur Zielgruppe der jüngeren Leser um die 16. Jahre. Als Erwachsene habe ich mich hier aber keinesfalls gelangweilt, denn all die Lügen und Intrigen, die die Jugendlichen hier gegeneinander spinnen, haben mir wirklich gut gefallen.
Das Setting, die kleine Stadt Crystal Cove direkt am Meer bietet das perfekte Setting, die Wärme des Sommers ist spürbar und die Atmosphäre, dass hier einfach etwas nicht stimmt, macht das Buch zu einem spannenden Jugendthriller.
Das Tempo ist zunächst noch recht ruhig, mehr ein Teenie Drama mit dem ein oder anderen Ereignis der Vergangenheit, doch nach und nach spitzt sich die Situation zu, jeder verbirgt scheinbar etwas und so richtig trauen kann man hier auch niemanden. Das macht die Geschichte recht unvorhersehbar und spannend.
Erzählt wird das Ganze aus drei unterschiedlichen Perspektiven, jeweils in der Ich-Form. In der Gegenwart, ab dem Vorfall auf der Party bis jetzt, erzählen Jake und Jessica, in Rückblicken erleben wir Tegan.
Wir lernen die Teenager dadurch aber trotzdem nur recht oberflächlich kennen, denn sie kämpfen durchweg mit ihren Gedanken und unterschiedlichen Problemen.
Bei Tegan ahnt man, dass sie nicht das oberflächliche Püppchen ist, allein die Dinge, die ihre eigene Mutter ihr an den Kopf war, ließen mein Herz bluten. Also hinter Tegans Fassade geschieht einiges und in ihrem Umfeld gibt es auch mehrere Personen, die durchaus auch Gründe hätten, Tegan verschwinden zu lassen.
Einer der Jugendlichen wird zum Hauptverdächtigen und für ihn spitzt sich die Situation immer mehr zu, dass war absolut gelungen gezeichnet und man hat selbst immer wieder gerätselt.
Mein Fazit: Ein kurzweiliges und spannendes Jugendbuch, bzw. ein Jugendthriller, der den Leser miträtseln und mitfiebern lässt, wer sagt die Wahrheit, wer lügt? Ich habe lange gegrübelt, wer und was dahintersteckt und einen Hauptverdächtigen gehabt. Ob es dann so war verrate ich nicht. Ein lesenswerter Jugendthriller mit Pretty Little Liars Vibes.

Veröffentlicht am 26.07.2025

Berührend

Lonely Hearts Club. Healing
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Musikstudentin Clara ist sich bewusst, dass es ihr psychisch nicht gut geht und bekommt, auf eigenen Wunsch, psychische Hilfe. Doch trotz des Wunsches nach Hilfe, bricht sie die Therapie ab und kehrt zurück ...

Musikstudentin Clara ist sich bewusst, dass es ihr psychisch nicht gut geht und bekommt, auf eigenen Wunsch, psychische Hilfe. Doch trotz des Wunsches nach Hilfe, bricht sie die Therapie ab und kehrt zurück nach Hause, obwohl sie im Lonely Hearts Club Gleichgesinnte trifft.
Zu Hause wartet Austauschschüler Emilian, Milly, der sein letztes Schuljahr an der französischen Küste verbringen will. Die Beiden verlieben sich ineinander, dabei sind sie so unterschiedlich wie Feuer und Wasser. Doch während Milly mit seinen Problemen im Elternhaus abschließen kann, sinkt Clara immer wieder in ein tiefes Loch, dabei möchte sie doch auch nur glücklich sein.
Die New Adult Bücher des GU Verlags sind etwas Besonderes, denn sie beschäftigen sich oft auch um mentale Gesundheit und lassen tief blicken.
Auch der Lonely Hearts Club ist so ein besonderes Buch, dass auch mit seiner wunderschönen Gestaltung Aufmerksamkeit erweckt.
Autorin Nasanin Kamani ist selbst im psychiatrischen Bereich tätig und ich fand genau diesen Aspekt extrem interessant, den Mental Health Punkt durch einen Profi zu erleben.
Die Geschichte wird sehr emotional erzählt und das in eher ruhigen Tönen, die ich aber absolut passend empfand. Es gab starke Entwicklungen in der Handlung, die Protagonisten mussten durch Höhen und Tiefen und dabei auch lernen, dass sie sich auch selber helfen können.
Ein zentrales Thema des Buches ist die Selbstfindung und der Weg dorthin. Beide Charaktere bekommen dadurch wirklich viel Tiefe und schaffen es, ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
Das Setting des Buches ist ebenfalls wunderbar beschrieben und ich fühlte mich Dank der bildhaften Beschreibungen direkt vor Ort versetzt.
Die beiden Protagonisten Clara und Milly könnten kaum unterschiedlicher sein und doch wirken beide auf ihre Art absolut authentisch und als Leser kann man ihre Handlungen stets nachvollziehen. Milly ist der Sunshine Part in dieser Geschichte, doch auch wenn er zunächst ein wenig wie der Held herüberkommt, muss auch er lernen, dass er Clara nicht helfen kann, sondern sie unterstützen muss auf ihrem Weg.
Clara ist die, die immer wieder in die Dunkelheit rutscht. Ihre Liebe zum Klavierspielen holt sie jedoch immer wieder zurück und gibt ihr Halt.
Die Chemie zwischen den beiden Protagonisten war wundervoll beschrieben. Vor allem die Dialoge verliehen der Geschichte noch einmal mehr Lebendigkeit. Ich mochte beide sehr und habe sie gerne bei ihrem Weg begleitet.
Mein Fazit: Mit Lonely Hearts Club hat Autorin und Psychologin Nasanin Kamani eine wundervolle Geschichte erzählt, bei der man die Protagonisten auf ihrem Weg zur Selbstfindung begleitet. Ein ganz zentraler Punkt, der mir besonders gut gefallen hat, ist der Moment, in dem man realisiert, dass man nicht allein ist, auch wenn man sich so fühlt und man doch selbst für sein eigenes Glück Verantwortung trägt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.