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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.09.2025

Ein bisschen Telenovela, aber trotzdem spannend und vor allem unterhaltend

No Cure for Love
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Eigentlich ist der Wunsch der vierundzwanzig jährigen Ellen, nach ihrem Medizin Studium in die Forschung zu gehen. Als Tochter reicher und hoch renommierter Professoren wird auch genau dies von ihr erwartet, ...

Eigentlich ist der Wunsch der vierundzwanzig jährigen Ellen, nach ihrem Medizin Studium in die Forschung zu gehen. Als Tochter reicher und hoch renommierter Professoren wird auch genau dies von ihr erwartet, zumindest von ihren Eltern. Doch zuvor muss sie für eine Zeit lang als Assistenzärztin an einem Krankenhaus praktische Erfahrung sammeln. Aus diesem Grund beginnt sie ihre Stelle am St. Elias Krankenhaus und bekommt dort gleich eigene Patienten zugeteilt. Zwischen Krankenhausalltag und vielen eigenen Gedanken ist da auch noch Timo, ebenfalls Assistenzarzt, scheinbar sehr von sich überzeugt und doch so charmant, dass Ellen nicht drumherum kommt, mit ihm zu flirten.
Dieses Cover und der Farbschnitt sind traumhaft schön und wecken gleich Neugierde.
Der Einstieg fällt unglaublich leicht, wir begleiten Protagonistin Ellen gleich am ersten Arbeitstag im Krankenhaus. Dabei bekommen wir einen kleinen Einblick in ihren Alltag und lernen mit ihr die neuen Kollegen kennen.
Der Schreibstil liest sich dabei einfach wunderbar leicht und locker, so dass man hier schnell mitten im Geschehen ist.
Die Handlung ist abwechslungsreich, spannend und die Themen sind vielfältig und auch wenn das meiste nur angerissen wird, hat man doch eine ganze Menge zum Nachdenken. Da sind Themen wie Frauen und Beruf und vor allem Karriere, die auch immer noch nicht so richtig zum Kinderwunsch passen. Beziehungen unter Kollegen, Verluste im Krankenhausalltag, den Wunsch nach Anerkennung durch die Eltern und vieles mehr. Das verleiht der Geschichte den nötigen Tiefgang und ein wenig Ernsthaftigkeit.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Protagonistin Ellen. Diese ist unheimlich ehrgeizig und zielstrebig. Liebe hat in ihrem Plan keinen Raum, doch natürlich kommt vieles ganz anders. Denn Ellens Ehrgeiz beruht eher auf den Wunsch der Eltern, allen voran der Mutter. Erst durch den neuen Kollegen Timo beginnt sie immer öfter innezuhalten und über ihre eigenen Wünsche und Pläne nachzudenken. Die Entwicklung, die sie dabei nimmt, fand ich absolut großartig.
Timo ist wundervoll, er hört zu, ist charmant, allerdings hat er ein kleines bisschen das Helfersyndrom und unterstützt schnell, ohne drum gebeten zu werden. Das nervte so ein kleines bisschen und nicht nur mich, sondern auch Ellen. Doch insgesamt kann er mit seinem großen Herzen durchaus überzeugen.
Die Nebencharaktere sind zahlreich und doch bekam hin und wieder mal eineR von ihnen eine größere Rolle. Damit wurden auch diese Charaktere greifbar und lebendig.
Mein Fazit: Ein wunderschönes Buch mit Momenten zum Lächeln, zum Wegschmelzen, aber auch zum Nachdenken. Auch wenn es in erster Linie eher gute Unterhaltung ist, bekommt die Geschichte durch wirklich aktuelle Themen die gewisse Ernsthaftigkeit und regt den Leser zum Mitdenken an. Perfekt zum Abschalten und Abtauchen.

Veröffentlicht am 30.08.2025

Düstere Atmosphäre

Anima Daemonis
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Ausgerechnet Mephisto, dem Dämon aus der Hölle und ein Gefangener der Dämonenkönigin verdankt Änlin ihr Leben. Ironischerweise muss sie sterben, um ihn wiederzufinden und das ausgerechnet in der Hölle. ...

Ausgerechnet Mephisto, dem Dämon aus der Hölle und ein Gefangener der Dämonenkönigin verdankt Änlin ihr Leben. Ironischerweise muss sie sterben, um ihn wiederzufinden und das ausgerechnet in der Hölle. Doch um diesen zu finden, muss sie mit der Dämonen Nephtys durch die Hölle reisen und wird dort mit Grausamkeiten konfrontiert. Doch Nephtys spielt ihre Spiele mit Änlin und eines ist klar, in der Hölle kann man nichts verheimlichen.
Optisch ist Anima Daemonis ein absoluter Hingucker und erweckte gleich meine Aufmerksamkeit.
Mandy Rauch wirft ihre Leser gleich zu Beginn mitten in die Handlung. Dabei ist ihr Schreibstil wirklich sehr bildhaft und malerisch, was bei der eher düsteren Atmosphäre schon besonders wirkt.
Das Worldbuilding – die Hölle – beruht zwar im Grunde auf bekannte Züge, doch die Idee dahinter ist frisch und neu. Denn die Dämonen in der Hölle sind gar nicht alle so schrecklich, vielmehr sind es die menschlichen Seelen, die das Leben in der Hölle zur Hölle werden lassen. Diese kleine Kritik an die Menschlichkeit kann ich tatsächlich so unterschreiben.
Die Atmosphäre ist passend, einfach so, wie man sich die Hölle auch vorstellt. Doch die Vorstellungen und Ideen, die Mandy Rauch hier einbringt, machen das Buch halt zu etwas Neuem. Düster und mit Wesen, bei denen man nie so genau weiß, ob man ihnen trauen kann. Aber auch die Menschen sind hier nicht ohne.
Die Handlung ist interessant, abwechslungsreich und ebenfalls neu. Leider gibt es hin und wieder kleinere Längen, doch die kann man bei einem Debüt durchaus verzeihen.
Aus Änlins Sicht erleben wir die Handlung, aber auch Mephisto kommt hin und wieder zu Wort. Auch erhält der Leser den ein oder anderen Rückblick in Änlins Vergangenheit, so dass wir diese intensiver kennenlernen.
Änlin und Mephisto sind interessante Charaktere, die für mich gerne noch etwas mehr Tiefgang hätten bekommen können. Doch insgesamt konnte ich ihre Handlungen gut nachvollziehen.
Mein Fazit: Ein Debüt, das mit seiner ungewöhnlichen Idee und seiner Atmosphäre punkten kann. Allein der Gedanke rund um die Seelen der bösen Menschen fand ich wirklich gelungen und glaubhaft. Der Schreibstil ist wirklich schön und anders, ich brauchte ein bisschen, konnte aber schnell davon abgeholt werden. Mein Highlight des Buches war ein ganz bestimmter Plottwist. Welcher? Das müßt ihr natürlich selber lesen. Wer es gerne düster und atmosphärisch mag, sollte einmal hier reinschnuppern und ich bin gespannt, welche Ideen Mandy Rauch noch so in petto hat.

Veröffentlicht am 26.08.2025

Witzig und sarkastisch

Staying Alive
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Als frischgebackene Assistenzärztin beginnt Nicki ihre neue Stelle in der Notaufnahme. Hier trifft sie nicht nur auf übervolle Wartezimmer und kuriose Patienten und deren Fälle, sondern auch auf Micha, ...

Als frischgebackene Assistenzärztin beginnt Nicki ihre neue Stelle in der Notaufnahme. Hier trifft sie nicht nur auf übervolle Wartezimmer und kuriose Patienten und deren Fälle, sondern auch auf Micha, ihrem neuen Vorgesetzten. Während sie immer wieder im Chaos der Notaufnahme zu versinken droht, verliebt sie sich auch noch ausgerechnet in Micha. Schlimmer geht also immer.
Ich fand ja das Cover irgendwie besonders, es machte mich auf jeden Fall neugierig genug, um den Klappentext zu lesen und das klang wirklich witzig.
Mit ganz viel Humor erzählt Autorin Eva Mirasol vom Alltag einer Assistenzärztin in der Notaufnahme. Sarkasmus kommt hier auf keinen Fall zu kurz. Ich habe auf jeden Fall so manches Mal schmunzeln müssen und irgendwie glaube ich, geht es teilweise wirklich so zu in der Notaufnahme.
Die Handlung ist spritzig und flott und dank des leichten Schreibstils fliegen die Seiten nur so vorbei. Wir nehmen live teil an den Ereignissen in der Notaufnahme, Nicki wird gleich auf sich allein gestellt und in den Nachtdienst geworfen. Übermüdet, mit teils wirklich launischen Patienten und einer Oberschwester mit Haaren auf den Zähnen kämpft sich Nicki durch ihren neuen Alltag.
Doch trotz allem Humor entwickelt man auch ganz viel Mitgefühl mit den Schwestern und Ärzten, deren Alltag wir miterleben.
Nicki mochte ich sehr und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Gerade auch was ihre Selbstironie betrifft, konnte ich mich gut mit ihr identifizieren. Als Ich-Erzählerin führt sie den Leser durch die Geschichte und lässt das Erlebte lebendig werden.
Die Liebesgeschichte ist dann leider ein wenig klischeehaft, junge Assistenzärztin verliebt sich in den Oberarzt. Das war so der Part der Geschichte, der für mich persönlich eher Längen hatte.
Mein Fazit: Insgesamt ist Staying Alive ein Buch voller Humor, Situationskomik und ganz viel Sarkasmus. Autorin Eva Mirasol erzählt locker und lustig von einem Alltag in einer Notaufnahme, der einen teils mit Kopfschütteln, teils fassungslos macht. Für locker-leichte Lesestunden perfekt geeignet.

Veröffentlicht am 26.08.2025

Spannend, mit schwieriger Lovestory

Rose in Chains
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Um den Frieden zwischen den Reichen Evermore und Bomard zu wahren, besuchten die Kinder der Häuser ein gemeinsames Internat. Doch als die Bomards die Evermores überfielen, änderte sich alles. Ein Krieg ...

Um den Frieden zwischen den Reichen Evermore und Bomard zu wahren, besuchten die Kinder der Häuser ein gemeinsames Internat. Doch als die Bomards die Evermores überfielen, änderte sich alles. Ein Krieg bricht aus und dabei wird der König Evermores getötet und Rory, Sohn des Königs und dessen Zwillingsschwerster Briony stehen nun an der Spitze. Doch bei einer entscheidenden Schlacht fällt Rory und die Frauen der Evermores werden gefangen genommen und bei einer Auktion verkauft. Ausgerechnet Toven Hearst, mit dem Briony schon in der Schule aneinandergeraten ist, erhält den Zuschlage und Briony ist gezwungen, ihn auf das Anwesen seiner Familie zu begleiten.
Ich liebe das wunderschön gestaltete Cover und das es hier um eine Dramione Fanfiction geht, war mir im ersten Moment gar nicht so bewusst. Hätte ich nicht darüber gelesen, hätte diese Geschichte auch absolut für sich selbst stehen können.
Der Einstieg fällt leicht, der Schreibstil ist leicht gehalten und flüssig zu lesen und so bildhaft, dass man ein gelungenes Kopfkino beim Lesen erhält.
Das Worldbuilding bleibt einfach, aber gut vorstellbar. Warum die beiden Parteien miteinander verfeindet sind, kristallisiert sich erst nach und nach heraus, ist aber durchaus glaubwürdig umgesetzt.
Die Handlung ist spannend und überraschend, vor allem was die Brutalität angeht, war ich immer wieder aufs Neue erstaunt. Es geht hier um den Wunsch nach Freiheit, gleichzeitig gibt es eine Kritik ans Patriarchat, denn im Reiche Rosewood regieren die Männer und Frauen haben, egal ob sie talentierter sind, nichts zusagen. Das hat mir sehr gut gefallen, doch dieser Umschwung der Unterdrückung im Sinne der Sklaverei durch die Bomards, die genau das Patriarchat eigentlich verurteilen, geben der Geschichte einen bitteren Beigeschmack.
Erzählt wird das ganze auf mehreren Zeitebenen, wir erleben die Gegenwart und blicken hin und wieder zurück an die Schule, bevor es zum Aufstand durch die Bomards kam.
Briony, deren Sicht wir hier miterleben, ist eigentlich eine tolle Protagonistin, die clever ist und deren magische Fähigkeiten übermäßig stark sind. Trotzdem fand ich sie in manchen Momenten sehr naiv, dabei ist sie in anderen wiederum kämpferisch und stark. Doch sobald es um Toven Hearst geht, ist sie anders. Toven hingegen mochte ich über weite Teile des Buches hin überhaupt nicht. Er ist verschlossen, hackt unter anderem auf Briony rum und auch wenn er ein sehr guter Beobachter ist und bei so manchen Ereignissen ein sehr gutes Gefühl hat, fand ich ihn alles andere als sympathisch. Erst im Laufe der Geschichte wird er minimal nahbarer, spielt aber weiterhin die Rolle des Unnahbaren.
Brionys Leidenschaft oder eher noch woher diese kam, ist für mich ein Rätsel. So wie er Briony schon an der Schule behandelt hat, wäre dieser Typ für mich ein No go gewesen. Damit kommen wie auch zur Kritik an der Geschichte, auch wenn ich die Anziehungskraft zwischen den Charakteren nach und nach deutlicher spüren konnte, ist die Beziehung toxisch und für mich ist keine Liebe spürbar. Ich bin definitiv gespannt, wie sich das im nächsten Band ändern wird.
Mein Fazit: Das Buch hätte für mich ein absolutes Highlight werden können, denn von der Spannung und der Grundidee fand ich es große Klasse. Mein Manko war die Lovestory, die ich persönlich null fühlen konnte und die ich nicht nachvollziehen konnte. Nichtdestotrotz möchte ich wissen wie es weitergehen wird und bin gespannt auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 17.08.2025

Sehr fesselnd

Ihr werdet sie nicht finden
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Sieben Jahre ist es her, dass die damals sechzehnjährige Isabell von einer Party spurlos verschwand. Jonas, ihr Vater und Polizist sucht nach seiner Tochter, doch kann sie nicht finden. Als er am Hauptverdächtigen ...

Sieben Jahre ist es her, dass die damals sechzehnjährige Isabell von einer Party spurlos verschwand. Jonas, ihr Vater und Polizist sucht nach seiner Tochter, doch kann sie nicht finden. Als er am Hauptverdächtigen Selbstjustiz beginnt, muss er ins Gefängnis, wird aber sechs Jahre später wieder entlassen. Zu der Zeit beginnt Privatermittlerin Franca mit ihrer Suche nach Silvi, die Enkelin einer reichen Witwe. Als sie zufällig auf Isabells alten Fall stößt, trifft sie Jonas. Welche Verbindung gibt es zwischen den beiden jungen Frauen? Hängt all das zusammen? Jonas und Franca beginnen gemeinsam zu ermitteln.
Was für ein unglaublich gelungener Einstieg. Autor Andreas Winkelmann gelingt es hier den Leser vom ersten Augenblick an mitten in seine Story zu ziehen. In gewohnt flüssigem und mitreißendem Schreibstil fesselt er an die Seiten seines neuesten Thrillers.
Das Tempo ist vom ersten Moment an hochgehalten, kurze Kapitel aus wechselnden Perspektiven und auf unterschiedlichen Zeitebenen, am Ende immer gerne mit einem Cliffhanger versehen, machen das Buch zum Pageturner. Als Mutter einer Tochter im ähnlichen Alter wie die verschwundene Isabell, gehen mir solche Themen natürlich nah.
Beim Hin- und Herspringen zwischen den Zeiten erleben wir die beiden Protagonisten intensiv und lernen sie kennen.
Diese fand ich beide unheimlich sympathisch. Mit Jonas konnte ich so unglaublich intensiv mitfühlen. Das er nicht aufgeben will, nach seiner Tochter zu suchen, macht ihn nur noch greifbarer.
Franca ist eine sehr lebendige und sympathische Frau, die mir vom ersten Augenblick an gut gefallen hat.
Der Fall selber ist spannend, aufwühlend, bewegend. Dabei wirklich sehr vielschichtig aufgebaut und absolut nachvollziehbar.
Mein Fazit: Mit diesem Buch hat Autor Andreas Winkelmann absolut meinen Geschmack getroffen und mich an die Seiten seines Buches fesseln können. Gerade als Mutter berühren mich solche Geschichten ganz besonders intensiv. Klar zu empfehlender Pageturner.