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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.08.2025

Ein Buch, das zum Diskutieren anregt

1000 und ich. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
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Für 8 ist jeder Tag gleich und sie führt ein sehr strenges Leben, in dem jeder aussieht wie sie und sich alle gleich zu verhalten haben. Doch 8 fühlt sich anders und das ist in Surdus verboten. 8 findet ...

Für 8 ist jeder Tag gleich und sie führt ein sehr strenges Leben, in dem jeder aussieht wie sie und sich alle gleich zu verhalten haben. Doch 8 fühlt sich anders und das ist in Surdus verboten. 8 findet jemanden, der auch anders ist und zusammen wollen sie aus den strengen Strukturen ausbrechen.

1000 und ich von Yorick Goldewijk ist ein Werk, dessen Beurteilung mir unheimlich schwer fällt. Ich habe mich mit dem Schreibstil und der Perspektive 8s unheimlich schwer getan, es wirkt schwerfällig, abgehakt und auf eine emotionslose Art monoton. Gleichzeitig war dieser Aspekt inklusive des Titels für mich schnell ein Indiz dafür, welche Perspektive wir hier wirklich einnehmen und wie alles aufgelöst wird. Jetzt könnte man natürlich sagen, dass es dadurch weniger spannend war, aber gleichzeitig bin ich der Meinung, dass dem Autor der Blickwinkel dadurch unfassbar gut gelang. Wenige Kapitel außerhalb 8s Perspektive zeigen auch, dass Goldewijk durchaus auch einen lebendigeren Schreibstil aufgreifen kann, der auch deutlich einfacher zu lesen ist.

Inhaltlich fehlt es mir an Substanz, was das Buch zu einem unheimlichen guten Buch für Diskussionsanregungen macht. Ich glaube, dass viele Jugendliche/Erwachsene mit unterschiedlichen Gedanken, Gefühlen und Ideen aus diesem Buch rausgehen und es dadurch nicht nur viele unterschiedliche Interpretationen gibt, sondern auch eine Menge Diskussionsstoff und -bedarf.

Veröffentlicht am 20.08.2025

Roulette des Lebens

Very Bad Widows
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Pam, Nancy und Shalisa erfahren, dass ihre Männer eine hohe Lebensversicherung auf sich abgeschlossen haben. Nachdem die Drei vor Jahren ihre gemeinsame Rentenkasse geplündert haben und sich der Lebensstandard ...

Pam, Nancy und Shalisa erfahren, dass ihre Männer eine hohe Lebensversicherung auf sich abgeschlossen haben. Nachdem die Drei vor Jahren ihre gemeinsame Rentenkasse geplündert haben und sich der Lebensstandard drastisch verändert hat, beginnen die drei Frauen einen Plan zu schmieden, um die Lebensversicherung ihrer Männer zu erhalten.

Very Bad Widowsvon Sue Hincenbergs erleben wir aus verschiedenen Perspektiven, wobei wir nur eine Perspektive der Frauen einnehmen und ich bin froh, dass diese die von Pam war. Pam war mir von allen Frauen noch die sympathischste, wenngleich auch sie teilweise wirklich abstruse Gedanken hatte. Dennoch blitzte bei ihr, nicht nur in ihren Gedanken, sondern auch in ihren Handlungen, weiterhin die Liebe zu ihrem Mann durch. Deutlich sympathischer waren mir indes die Männer der Frauen, die damals zwar einen großen Fehler gemacht haben, aber nie an ihrer Liebe zweifelten. Besonders Hank mochte ich. Diese Sympathieverteilung hat mir den Einstieg ins Buch jedoch erschwert und die Hälfte empfand ich doch sehr zäh und vorhersehbar.

Mit etwa der Hälfte des Geschehens und den vorhersehbaren Entwicklungen, war es jedoch ganz interessant zu sehen, was die Autorin aus dieser Lage anstellt und dieses Interesse trug mich dann auch schneller durch die Geschichte. Zwar blieb es weiterhin kein spannungsgeladener Roman, Überraschungen blieben komplett aus und auch der Humor war mir meistens zu flach, dennoch hatte ich ab diesen Punkt meinen Spaß, auch wenn es inhaltlich kein Feuerwerk wurde.

Veröffentlicht am 16.08.2025

Pures Glück oder großer Verlust?

All Better Now
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Die Welt wird von einem neuen Virus eingenommen, die Todeszahlen steigen, aber wer die Crown Royal überlebt, der kennt nur noch eine Gefühlslage: Glück. Doch nicht jeder möchte, dass die Krankheit sich ...

Die Welt wird von einem neuen Virus eingenommen, die Todeszahlen steigen, aber wer die Crown Royal überlebt, der kennt nur noch eine Gefühlslage: Glück. Doch nicht jeder möchte, dass die Krankheit sich verbreitet und die Menschen glücklich macht, denn Glück sorgt nicht für Umsatz und so machen sich einige auf die Suche nach dem Impfstoff.

Mariel lebt mit ihrer Mutter in einem Ford Fiesta, ihr Leben ist geprägt von Ängsten und auch Rón kennt die negativen Gefühle, obwohl sein Vater zu den reichsten Menschen gehört, fühlt Rón sich nicht glücklich und ausgerechnet er gehört zur Risikogruppe des neuen Virus’.

All better now von Neal Shusterman ist der erste Teil einer Dilogie für Jugendliche, welcher aus hauptsächlich drei Perspektiven erlebt wird. (1) Mariel lebt mit ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen und hat die Schattenseiten des Lebens bereits früh kennengelernt. (2) Rón muss sich finanziell wenig sorgen machen, gilt sein Vater als einer der reichsten Männer der Welt und doch ist auch Rón nicht glücklich. (3) Morgan hat sich bereits in jungen Jahren viel erarbeitet und plötzlich bekommt sie ein sagenhaftes Angebot, das sie in eine hohe Position bringen könnte. Alle drei Protagonist:innen sind jung und damit ein erstes Indiz für ein Jugendbuch, dennoch sind die Figuren nicht eindimensional, haben Ecken und Kanten und sind nicht nur schwarz/weiß gezeichnet. Besonders zu Beginn mochte ich die Facetten der Charaktere und dass ihr Handeln nicht nur als böse oder gut betrachtet werden konnten.

Crown Royal klang bereits im Klappentext sehr spannend und ich habe mich vor allem darauf gefreut, zu erfahren, was das Virus mit den Erkrankten bzw. Genesenen anstellt und an dieser Stelle kommt für mich leider das sehr große Manko des Buchs, denn diese Frage blieb für mich bis zum Ende offen. Es wird zwar gesagt, dass die Menschen glücklich sind, aber das kam für mich an keiner Stelle rüber. Ich habe nicht mitbekommen, was Crown Royal mit den Genesenen auf der Gefühlsebene anstellt und wie dieses Gefühl die Menschen verändert. Dementsprechend wirkten die Handlungen der Genesenen weitestgehend nicht greifbar und streckenweise willkürlich. Aus diesem Grund kam ich auch nur sehr langsam durch die Geschichte und dort auch nie so richtig an.

Da ich zu Beginn dachte, dass es ein Einzelteil ist und mich das Buch inhaltlich auch nicht komplett überzeugen konnte, war ich gespannt auf das Ende. Dies hat mich insofern positiv gestimmt, weil ich nach Abschluss nicht zwingend das Gefühl habe, dass ich unbedingt weiterlesen muss. Ja, es bleiben viele Fragen offen und doch ist es ein Abschluss, den man auch nur als ziemlich offen betrachten und durch eigene Gedanken beenden kann. Gleichzeitig ist das Ende wiederum eine weitere geniale Idee, die Shusterman aufbaut und die einen interessanten Fortgang verspricht, aufgrund der für mich fehlenden Tiefe bin ich mir jedoch nicht sicher, ob ich diesen Teil auch lesen werde/möchte.

Insgesamt ist All better now für mich eine wirklich geniale Idee, die sehr viel Potenzial hat und sehr interessante Charaktere (auch Nebenfiguren) beinhaltet. Doch am Ende hat es mir an Tiefe gefehlt, um richtig in die Geschichte eintauchen zu können.

Veröffentlicht am 14.08.2025

Sperrnächte in Tremorglade

Bite Risk – Kein Entkommen
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Seit vor 25 Jahren das Virus „Corpus pilori“ die Stadt Tremorglade erreicht hat, mutieren Erwachsene in jeder Vollmondnacht zu Werwölfen und es sind die Kinder, die dafür sorgen müssen, dass die Sicherheitsvorkehrungen ...

Seit vor 25 Jahren das Virus „Corpus pilori“ die Stadt Tremorglade erreicht hat, mutieren Erwachsene in jeder Vollmondnacht zu Werwölfen und es sind die Kinder, die dafür sorgen müssen, dass die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Doch das ist nicht das einzige Ungewöhnliche in Tremorglade, mittlerweile spielen Tauben verrückt und Drohnen fallen vom Himmel. Sel möchte dem ungewöhnlichen Treiben auf die Spur kommen und sucht mit seinen Freunden nach der Lösung.

Bite Risk - Kein Entkommen von S.J. Willis ist eine Horror-Comedy, bei der mir etwas der Horror gefehlt hat. Der aber dennoch ein tolles Setting, einen interessanten Aufbau und tollen Schreibstil aufweist und einen gut durch die Geschichte transportiert.

Am Ende hat mir leider der gruselige Flair, den ich mir erhofft hatte, weitergehend gefehlt. Vielleicht, weil der Fokus für meinen Geschmack zu stark auf der Verschwörungstheorie lag, vielleicht fehlte mir aber auch lediglich etwas mehr Tempo. Vor allem zu Beginn fand ich die Atmosphäre jedoch sehr stark und auch die Einführung in die Sperrnächte konnte dies untermauern, gegen Ende verlor sich das dann für mich. An dieser Stelle hat sich für mich das Hörbuch gelohnt, das durch den Sprecher Arash Marandi diese Atmosphäre wieder erzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Die drei ??? sind zurück!

Die Auferstehung
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Vor vielen Jahren verschwand eine junge Frau im Regenwald, nun taucht sie plötzlich wieder auf. Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews haben den drei ??? mittlerweile den Rücken gekehrt, sind Erwachsen ...

Vor vielen Jahren verschwand eine junge Frau im Regenwald, nun taucht sie plötzlich wieder auf. Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews haben den drei ??? mittlerweile den Rücken gekehrt, sind Erwachsen und alle in unterschiedlichen Bereichen tätig. Doch der Fall der Auferstandenen kommt bei allen Dreien auf den Tisch und so finden sie einander wieder, um einen neuen Fall zu lösen, der sie in die eigene Vergangenheit befördert.

Die Auferstehung von Andreas Eschbach ist eine Reunion der drei ??? in ihren 50er Jahren, deren Freundschaft vor einiger Zeit in die Brüche ging und die nun doch wieder zusammen finden. Der Bruch zwischen den Dreien ist auch lange ein großes Thema, weswegen der Fall selbst nur langsam ins Rollen kommt und erst sehr spät konnten allen Fakten präsentiert werden. Vielleicht liegt es auch daran, dass mir das drei ??? Universum nicht so geläufig ist, aber alles rund um die Freundschaft war für mich leider weniger interessant und ich hätte gerne mehr Spannung im Bezug auf den Fall gehabt. Dieser war für mich jedoch sehr vorhersehbar und konnte mich leider nicht vom Hocker hauen.

Mir gefiel die Idee, die drei ??? zurückzuholen und sie als Erwachsene zu zeigen. Die Beschreibung der einzelnen Charaktere und ihre Entwicklung hat mir sehr gut gefallen, aber der Zwist zwischen ihnen war weniger meins und ich hätte stattdessen lieber mehr Twists im Fall gehabt. Auch hier gefiel mir zwar die Idee, jedoch war es mir zu vorhersehbar.

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