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Veröffentlicht am 20.08.2025

Brief an Sybil

Die Briefeschreiberin
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Meine Meinung
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Brief an Sybil

Sybil van Antwerp
17 Farney Road


Liebe Sybil
Danke, dass ich all deine Briefe lesen durfte, die mich bis spät in die Nacht gefesselt haben. Auch die Antworten auf ...

Meine Meinung
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Brief an Sybil

Sybil van Antwerp
17 Farney Road


Liebe Sybil
Danke, dass ich all deine Briefe lesen durfte, die mich bis spät in die Nacht gefesselt haben. Auch die Antworten auf deine Briefe fand ich unheimlich spannend.

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Du hast mich an deinem Leben teilhaben lassen und die großen Fehler, die du gemacht hast, ohne Weichzeichner erzählt. Genau diese Fehler haben dich dazu inspiriert, fast jeden Tag einer nahestehenden Person einen Brief zu schreiben. Du hast dir alles von der Seele geschrieben und so manche Unstimmigkeiten aus der Welt geschafft. Dennoch gibt es ein Ereignis, das dich über Jahrzehnte traurig gestimmt hat. Der Tod deines 8-jährigen Sohnes, der bei einem Badeurlaub ums Leben kam, hat dich in große Depressionen gestürzt und deine Ehe mit Daan ruiniert. Nun bist du 73 Jahre alt und weißt, irgendwann wirst du erblinden.
Gott sei Dank hast du gute Freundinnen. Vor allem einen wirklich tollen Nachbarn, der dir eine große Stütze bei deinen Gartenarbeiten oder Besorgungen ist. Ihr schreibt euch, obwohl ihr Nachbarn seid, regelmäßig Briefe ✉️.

Unstimmigkeiten mit deiner Tochter Fiona belasten dich sehr; aber du hast eine tolle Schwägerin, die dir mal so richtig Klartext geschrieben hat. Ja, nicht nur du bist eine Frau, die ihre ehrliche Meinung äußert.
Aber ist es nicht genau die konstruktive Kritik, die uns im Leben weiterbringt? Den Brief, den du deiner Tochter geschrieben hast, fand ich sehr emotional. Besonders dieser Satz hat mich sehr berührt:

>>Du siehst in mir natürlich nur die Mutter, aber vergiss bitte nicht, im Herzen bin ich auch bloß ein kleines Mädchen. <<
📧💌✉️

Zu deinem älteren Sohn Bruce genießt du ein gutes Verhältnis.
Beruflich hast du mal sehr erfolgreich in einer Anwaltskanzlei gearbeitet. Dein Chef und du waren ein sehr gut eingespieltes Team. Für ihn hast du auf eine große Karriere verzichtet, da es dir nie wichtig war, im Mittelpunkt zu stehen. Leider hatte dein beruflicher Ehrgeiz einmal im privaten Bereich verheerende Folgen. Da war ich echt schockiert! Aber, haben wir nicht alle irgendwann einen großen Fehler gemacht?
Dein Leben war nie leicht. Du bist zwar von einem netten Ehepaar adoptiert worden, wolltest aber insgeheim immer deine richtigen Eltern kennenlernen. Die Chance dazu hast du von deinem Sohn Bruce bekommen. Er hat dir die Mitgliedschaft bei Kindred geschenkt, wo man seine DNA testen lassen kann. Da war ich wirklich sehr gespannt, ob du davon Gebrauch machen
wirst.

📧💌✉️

Irgendwie sind wir Schwestern im Geiste, da wir beide wahnsinnig gerne Bücher lesen. Du schreibst sogar Autor*innen an, um ihnen mitzuteilen, wie dir ein Buch gefallen hat.
Liebe Sybil, du solltest auch ein Buch schreiben, da deine Briefe einem guten Roman ebenbürtig sind. Aber, so viel ich weiß, hast du diesbezüglich eh schon deine Fühler ausgestreckt. Dein Ehrgeiz hat im Alter nicht nachgelassen; besonders seit du weißt, dass du bald blind sein wirst. Die ersten Anzeichen sind seit geraumer Zeit schon da. Normalerweise wolltest du nie mehr verreisen; bevor dein Augenlicht total schwindet, hast du dann doch noch ein paar mal die Koffer gepackt.

✉️📧💌

Den Brief, an deinen schwedischen Ex-Mann, hast du leider nie abgeschickt. Ich kann dich verstehen, da die Situation ausgesprochen schwierig war. Sein Brief an dich hat dich ziemlich erschüttert und mich auch traurig gestimmt. Eine berufliche Fehlentscheidung hat dir nach vielen Jahren Probleme bereitet. Die betroffene Person verwüstete deinen Garten, indem sie bei allen Blumen die Köpfe abriß, dir anonyme Briefe schrieb und scheinbar jeden deiner Schritte verfolgte. Briefe können so viel Positives bewirken. Entschuldigen, Erklärungen und Geständnisse lassen sich viel leichter schreiben, als von Angesicht zu Angesicht zu besprechen. Beim Briefeschreiben fällt einem niemand ins Wort und das Gelesene kann in Ruhe verarbeitet werden, bevor man antwortet.

Fazit
📧💌✉️

Liebe Sybil, mittlerweile bist du ein paar Jahre älter und ich weiß, du hast vielen Menschen deine Briefe gesendet. Ich kann nur jedem empfehlen, sie alle zu lesen. Ich mag Menschen sehr gerne, denen Selbstreflexion kein Fremdwort ist. Du hast mich zum Lachen gebracht und zu Tränen gerührt. Vor allem hast du mich dazu animiert, auch mal wieder einen Brief zu schreiben. Du bist von wunderbaren Menschen umgeben und bist selbst gerne für andere da. Besonders für einen Jungen, der seinen Weg noch nicht gefunden hat.

Danke, Sybil für die tollen Lesestunden. Bestell ein großes Dankeschön, an deine beste Freundin Virginia Evans. Sei so lieb, grüße auch Regina Rawlinson von mir. Ohne ihre Übersetzung hätte ich kein Wort verstanden. Okay, ein paar schon.

Postscriptum: Ich lese gerade "Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt" von Maya Angelou. Was liest du gerade?

Eine klare Empfehlung ❤️✉️📚

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.08.2025

Man muss dieses Genre nicht mögen, um die Geschichte zu lieben

Moonstone
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Meine Meinung


Camille ist ein 16-jähriges, lebensfrohes Mädchen, der ein einziger Kuss mit dem Soldaten Randall, zum Verhängnis wird. Ihre Eltern verbannen sie für ein Jahr zu ihrer Patentante Rowena, ...

Meine Meinung


Camille ist ein 16-jähriges, lebensfrohes Mädchen, der ein einziger Kuss mit dem Soldaten Randall, zum Verhängnis wird. Ihre Eltern verbannen sie für ein Jahr zu ihrer Patentante Rowena, die mit ihrer Tochter Lucy und der Angestellten Bridget ein einsames Leben im Wald führt.

Das verwöhnte Mädchen muss sich erst an das Leben dort gewöhnen, welches so gar nichts mit ihrem luxuriösen Leben daheim gemeinsam hat. Statt edler Kleider trägt sie nun weite Wollkleider um auf dem Hof und dem Gemüseanbau mitzuhelfen. Für die Gemüsefelder ist die resolute Bridget zuständig. Sie baut auch Kräuter an, die der kranken Lucy Linderung verschaffen sollen.

Rowena muss sich und ihre Tochter vor ihrem Ehemann verstecken. Sie verkehrte früher in den besten Kreisen und ist, auch heute noch, die beste Freundin von Camilles Mutter. Warum sie verdammt ist in der Einsamkeit zu leben, ist der spannendste Bestandteil der Geschichte. Sie verlässt den Wald nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt und das in absoluter Finsternis.

Lucy ist ein Mädchen, das bisher nur den Wald und die Felder gesehen hat. Ständig von mysteriösen Anfällen heimgesucht, führt sie ein Leben, welches einem jungen Mädchen nicht gerecht wird.
Trotz ihres kränklichen Aussehens, verfügt sie über Bärenkräfte, die bestimmte Kräutertees in Schach halten sollen.

Die düstere Atmosphäre im Wald beschert Gänsehaut. Der Mond scheint und ein Jaulen und Jammern sorgt zusätzlich für einen Gruselfaktor. Das alles darf Lucy nicht miterleben, da es verheerende Folgen für ihre Gesundheit hätte ...

Lucy hat mich tief berührt und traurig gestimmt. Ihre Abwehrhaltung gegenüber Camille bröckelt mit jedem Tag ein bisschen mehr. Camille will Lucys Freundschaft gewinnen und unbedingt wissen, was es mit der komischen Krankheit auf sich hat. Sie spürt die unendliche Traurigkeit von Lucy, der ein ganz normales Leben verwehrt bleibt. Woher kommen die Klagelaute aus dem Wald? Warum müssen sie alle ein Mondamulett tragen?

Als Lucys Verehrer Randall auftaucht, erhofft sie sich Antworten auf ihre Fragen ...


Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen. Wir hatten alle Vermutungen, worauf das Ganze hinausläuft. Der Weg zum Finale war unheimlich spannend und sehr emotional.

Fazit

Laura Purcell schreibt leidenschaftlich gerne Thriller mit Gruselfaktor, die im viktorianischen England angesiedelt sind. Dieses Mal hat sie sich an einer Gothic-Phantasy-Story versucht, die ihr außerordentlich gut gelungen ist. Mit leisen Tönen schafft sie eine Spannung, die fesselt und die Leser mit den Protagonistinnen
mitleiden lässt.

Die Figuren sind wunderbar gezeichnet und das Setting spiegelt die gewohnt düstere Atmosphäre im viktorianischen Zeitalter wider.

Eine klare Empfehlung. Die Handlung steht den viktorianischen Thrillern in nichts nach.

Danke, Laura Purcell. Ich bin begeistert.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Spannende Romantasy mit vielen Überraschungsmomenten

A Dance of Lies
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Meine Meinung

Spannende Romantasy mit vielen Überraschungsmomenten.

"A Dance of Lies" war bei mir Liebe auf den zweiten Blick. Nein, nicht das Cover hat mich angesprochen. Der Schutzumschlag und der ...

Meine Meinung

Spannende Romantasy mit vielen Überraschungsmomenten.

"A Dance of Lies" war bei mir Liebe auf den zweiten Blick. Nein, nicht das Cover hat mich angesprochen. Der Schutzumschlag und der blumige Farbschnitt haben mich nicht überzeugen können, den Klappentext zu lesen; geschweige denn das Buch. Aber dann habe ich einige positive Kritiken zu dem Buch gesehen, deren Fazite mich dann doch überzeugen konnten.

Brittney Arena hat eine königliche Welt geschaffen, in deren Palästen Intrigen, Rivalitäten und Gewalt herrschen. Wir erfahren das Geschehen aus der Sicht der Tänzerin Vasalie, deren Leidensweg mich mehrere Male zu Tränen gerührt hat.

Von ihrem Vater ist sie geflüchtet und durch Zufall im Palast von König Illian gelandet. Sie ist sein Kleinod und verzaubert ihn und seine zahllosen Gäste, mit ihrem Tanz. Illian macht ihr wertvolle Geschenke und zeigt sich sehr zuvorkommend. Doch dann wird sie des Mordes beschuldigt und kommt in den Kerker. Nach zwei Jahren holt sie Illian wieder heraus und macht ihr ein Angebot. Wenn sie für ihn Informationen zu den Versammlungen der Königreiche sammelt, gewährt er ihr die Freiheit. Er muss sich das Königreich Miridran mit seinen zwei Brüdern teilen. Wenn sie sich seinen Anordnungen widersetzt, landet sie, bis an ihr Lebensende, wieder im Kerker.

Total ausgezehrt und mit verkümmerten Muskeln, trainiert Vasalie, um den Anforderungen des grausamen Königs zu genügen. Sie entwickelt sämtliche Choreografien, um ihre körperlichen Defizite zu kompensieren. Ihr verhärmtes Antlitz überschminkt sie, damit keiner der königlichen Gäste ihren Zustand erkennen kann. Die Gäste sind von ihrer Anmut und Schönheit begeistert.

>>Dabei bin ich von Natur aus nicht einmal besonders hübsch; ich habe eben nur gelernt, wie ich es werde. << Seite 51
Vasalie kann es nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren, als Illians Anweisungen immer brutaler werden. Von Mord war eigentlich nie die Rede. Sie sucht sich Hilfe bei Illians Bruder, König Anton. Doch, kann sie dem charmanten, lebenslustigen Anton trauen? Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder sie bekommt Hilfe oder sie muss die Grausamkeiten ausführen, um nicht wieder in dem dunklen Kerkerverlies ein menschenunwürdiges Leben zu führen.

>>Ich bin an den Schatten erstickt und atme nun Finsternis. << Seite 275
Von Anfang an hat die Geschichte, die mittelalterlich wirkt, einen Sog entwickelt, dem ich mich nicht entziehen konnte. Das Setting spiegelt prunkvolle Paläste wider, deren besonderen Charme Glasbilder und verborgene Gänge ausmachen. Die Liebesszenen sind perfekt integriert und lassen Raum für die eigene Fantasie. Der Fantasyteil sorgt für einen Cliffhanger am Ende.

Die Figuren sind gut gezeichnet und haben absoluten Erkennungswert. Ich wusste lange nicht, wem Vasalie wirklich trauen kann. Vasalies Leben ist von starken Schmerzen und Erschöpfung geprägt. Sie hat gelernt, damit umzugehen und sich zu behaupten. Ein paar Menschen begegnen ihr liebenswert und aufrichtig. Einigen davon muss sie übel mitspielen, um zu überleben. Diese Gewissenskonflikte empfindet sie schlimmer, als ihre körperlichen Defizite. Wegen eines Mordes, den sie nicht begangen hat, war sie zwei Jahre eingesperrt. Und nun soll sie guten Freunden in den Rücken fallen?

Von einer Person war ich schwer enttäuscht. Nie hätte ich gedacht, dass sie sich als Verräter entpuppt und Vasalie ans Messer liefert.



Fazit

Eine klare Empfehlung, für dieses komplexe Romantasy-Debüt. Besonders das Nachwort hat mir Gänsehaut beschert.

Danke, Brittney Arena. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Liebe, Verständnis und Musik sind die stärksten Instrumente in einem sinnlosen Krieg

Maikäferjahre
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Meine Meinung


1945 Dresden

Anne hat ihre gesamte Familie verloren. Ihr Vater ist zwar nicht in den Krieg gezogen, aber dennoch einen Heldentod gestorben. Er hat dem halbjüdischen Jahrhundertgeiger ...

Meine Meinung


1945 Dresden

Anne hat ihre gesamte Familie verloren. Ihr Vater ist zwar nicht in den Krieg gezogen, aber dennoch einen Heldentod gestorben. Er hat dem halbjüdischen Jahrhundertgeiger Adam das Leben gerettet und das hat ihm sein eigenes gekostet. Ihre Mutter kam bei einem schweren Bombenangriff ums Leben. Der ältere Bruder ist gefallen und von ihrem Zwillingsbruder Tristan hat sie schon ewig nichts mehr gehört. Auf ein Lebenszeichen von ihrem Ehemann Fritz wartet sie schon lange vergeblich. Im Schutzkeller begegnet sie Adam, der von nun an sie und ihr Baby beschützt.

1945 England

Der Luftwaffenpilot Tristan überlebt bei einem Absturz schwer verletzt und kommt in englische Kriegsgefangenschaft. Er wird von der Krankenschwester Rosalie gesund gepflegt und beide verlieben sich ineinander.

Von Anfang an wurde ich in das Geschehen gezogen und habe viele schreckliche, sowie positive Abenteuer erlebt, wie sie nur ein Krieg zustande bringen kann. Die Flucht von Anne zu ihren Schwiegereltern in die Tiroler Alpen, wird ein sehr schweres Unterfangen, in dem besetzten Deutschland. Adam und Anne retten sich mehrmals gegenseitig das Leben. Adam kümmert sich um Annas Baby, als ob es sein Eigenes wäre. Das kleine Mädchen durfte, trotz der widrigen Umstände, viel Nestwärme erfahren.

Endlich in Tirol angekommen, stoßen sie auf Annas hilfsbereiten Cousin; Adam erfährt aber von anderen Ortsbewohnern enorme Feindseligkeit. Anne und ihr Kind bleiben erst mal bei den Schwiegereltern und Adam zieht vorerst weiter ....

Selbst nach Kriegsende erfährt Adam noch Ablehnung. Das ist etwas, das ich nie verstehen werde. Die Vorbehalte der Schwiegereltern konnte ich anfangs noch nachvollziehen, da Anne die Ehefrau ihres verschollenen Sohnes ist, und sie immer noch auf seine Rückkehr hofften.

Anne und Adam mussten mehr wie einmal die Entscheidung treffen, ob sich ihre Wege nicht besser trennen sollten. Wäre da nur nicht die große Anziehungskraft zueinander. Adam: >>Man muss wissen, wann es Zeit ist zu gehen.<<

>>Und manchmal musste man wissen, wann es Zeit war zu bleiben. << (Adam, Seite 332)

Tristan ist in England nicht gerne gesehen und vielen Anfeindungen ausgesetzt. Ein Priester und seine Familie erweisen sich als Retter in der Not. Adam und Rosalie kämpfen um ihre Liebe.

Ich konnte die Vorbehalte gegenüber Tristan verstehen, da die Deutschen sehr viel Leid über die Menschen gebracht haben. Daher war das Verhalten der Engländer eine wirklich große Geste. Die verletzten Deutschen wurden gesund gepflegt und nicht alle Engländer begegneten ihnen feindlich. Vielmehr verstanden sie, dass der Krieg für die sinnlosen Morde verantwortlich war und nicht jeder Deutsche von dieser Politik überzeugt war. Ich kann nur immer wieder den empathischen Priester Thomas Montgomery erwähnen, der den Glauben nicht nur gepredigt, sondern auch gelebt hat.
>>Nur die Sieger, die fähig sind, ihre einstigen Feinde zu umarmen, haben ihren Sieg wirklich verdient. << (Seite 230)
Diese Geschichte enthält so viel mehr, als ich Euch erzähle. Es gibt auch einige schöne Momente und humorvolle Szenen.

Der Weg beider Paare ist weit und voller Hürden. Wird die Liebe gewinnen? Finden Anne und Tristan wieder zusammen? Das solltet ihr unbedingt selbst erkunden. Wie das Wort Maikäferjahre entstanden ist, fand ich total süß und ist ebenfalls wert, entdeckt zu werden. Adams Geigenspiel erweist sich so manches Mal als hilfreich.

Fazit

Obwohl ich schon viele Bücher über die Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg gelesen habe, hat mich diese Geschichte besonders berührt. Zwischen Zerstörung und Tod habe ich sehr viel Menschlichkeit und Liebe erlebt. Die Figuren sind wunderbar gezeichnet und konnten mich auf ganzer Linie überzeugen. Der bildliche Schreibstil liest sich wie Butter und geht runter wie Sahne. Viele wunderbare Zitate laden zum Nachdenken ein.


Eine klare Empfehlung, für diese spannende und emotionale Geschichte, die im Zweiten Weltkrieg und Kriegsende spielt.

Danke, Sarah Höflich. Ich habe jedes Wort genossen.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Spannend und sehr emotional

Himmelerdenblau
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Meine Meinung


Es geht um Julie, die seit 20 Jahren vermisst wird. Ihr demenzkranker Vater Theo möchte noch einmal versuchen, seine Tochter zu finden. In lichten Momenten hat er ein schlechtes Gewissen, ...

Meine Meinung


Es geht um Julie, die seit 20 Jahren vermisst wird. Ihr demenzkranker Vater Theo möchte noch einmal versuchen, seine Tochter zu finden. In lichten Momenten hat er ein schlechtes Gewissen, weil er wegen seines anspruchsvollen Berufes viele Ereignisse seiner beiden Töchter versäumt hat. Stets vertröstete er sie mit den gleichen Worten:

>>Ich bin nun mal der Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, das ist nun mal mein Job , nein, das ist mehr als nur ein Job. Dem Tod ist es egal, ob Weihnachten ist oder Ostern oder Urlaub oder Abschlussball.<< (Seite 333)

Er muss sich beeilen, da sein Geist sich mit jedem Tag mehr von dieser Welt verabschiedet. Das Ganze hat die True Crime Podcasterin Liv in Gang gesetzt, nachdem sie sich mit dem ehemaligen Professor der Charité, in Verbindung gesetzt hat.
Womit Liv nicht gerechnet hat; der Fall berührt sie sehr und weckt viele Emotionen in ihr. Sie entwickelt Theo gegenüber einen Beschützerinstinkt, was für ihren Podcast und Lebenspartner Phil nicht nachvollziehbar ist, da er mit diesem Fall den großen Durchbruch als Podcaster erzielen möchte.

Romy Hausmann hat hier einen wirklich spannenden Thriller geschrieben, der ohne großes Blutvergießen auskommt. Vielmehr besticht er durch die leise Spannung und der sensiblen Darstellung des demenzkranken Theo, der mit aller Kraft gegen das endgültige Vergessen ankämpft.

Ich hatte ziemlich schnell einen Verdacht, wer für das Verschwinden der damals 16-jährigen Julie verantwortlich sein könnte. Meine Vermutungen kamen aber mehrmals ins Schwanken, da Julies Ex-Freund Daniel, mit seinem eigenartigen Verhalten, auch sehr verdächtig wirkt. Irgendwie war mir das zu einfach und ich wurde das Gefühl nicht los, auf eine falsche Fährte gelockt zu werden.
Julies jüngere Schwester Sophia leidet selbst nach 20 Jahren noch unter dem großen Verlust. Die zarte, feinfühlige Frau hat Angst, dass ihr kranker Vater die ganzen Aufregungen nicht verkraftet. Aus ihrem anfänglichen Misstrauen gegenüber Liv, wächst langsam Vertrauen.

Es gibt viele Schreibfehler, die einzig Theos Demenz geschuldet sind und dadurch Authentizität verleihen sollen. Da ich immer wieder mal ehrenamtlich mit dieser Krankheit zu tun habe, erschließt sich mir eine Sache nicht komplett. Demente Menschen vergessen Ereignisse und Wörter. Jedoch habe ich noch nie erlebt, dass ein Betroffener die Wörter total falsch ausspricht; eher ein falsches Wort benutzt. Anderseits bin ich weder Ärztin,- noch Pflegerin, die wesentlich mehr mit dieser Krankheit konfrontiert sind. Die lichten Momente von Theo kann ich sehr gut nachvollziehen. Es gibt hochgradig demente Menschen, die die Telefonnummern ihrer Kinder auswendig wissen.

Fast jedes Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt und endet meist mit einem Cliffhanger. Das steigert die Spannung kontinuierlich.
True Crime Podcaster können sehr hilfreich zur Auflösung jahrelanger, ungeklärter Fälle sein, aber, sie können auch immensen Schaden anrichten ....

Fazit

Es gibt Bücher, da reagiert man bei jeder Unterbrechung richtig genervt. Himmelerdenblau ist ein Thriller, der mich für ein paar Stunden den zur Eremitin gemacht hat. Ich wollte mit niemandem reden und einfach nur für mich sein, um diesen spannenden, ruhigen Thriller zu genießen.
Das Thema Demenz hat Romy Hausmann sehr gut herübergebracht und spiegelt sich exakt im Text wider.
Die Figuren sind gut gezeichnet und haben Erkennungswert. Mit jeder gelesenen Seite wächst die Anzahl der Verdächtigen.

Einen demenzkranken Arzt und eine True Crime Podcasterin auf Verbrecherjagd zu schicken ist ein Geniestreich, den ich so noch nie gelesen habe.

Mein Verdacht hat sich bestätigt und ich empfehle Euch, die Story selbst zu erkunden. Das Ende enthält viele Überraschungsmomente.

Eine klare Empfehlung von mir. Danke, Romy Hausmann.

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