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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2018

Die Entscheidung weiterzugehen

Morgen soll wieder mir gehören
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Alyssa Quilala ist mit ihrem dritten Kind schwanger. Auf dem Heimweg von einem Familienausflug wundert sie sich darüber, dass sie schon eine ganze Weile keine Bewegungen ihres Kindes gespürt hat. Im Krankenhaus ...

Alyssa Quilala ist mit ihrem dritten Kind schwanger. Auf dem Heimweg von einem Familienausflug wundert sie sich darüber, dass sie schon eine ganze Weile keine Bewegungen ihres Kindes gespürt hat. Im Krankenhaus stellt der Doktor fest, dass das Kind tot ist. Am nächsten Tag soll die Geburt des toten Kindes eingeleitet werden. Freunde beten mit ihnen um ein Wunder, aber es bleibt dabei; nach einer sehr anstrengenden Geburt wird Jethro tot geboren.

Alyssa macht anschließend verschiedene Phasen durch. Zuerst bestimmt die Trauer ihr ganzes Leben, bis sie merkt, dass ihre Familie darunter leidet. Stück für Stück lernt sie trotz dieses schweren Schicksals weiterhin Gott zu vertrauen. In ihrem Vertrauen wird sie auch ein Vorbild für andere.

In jedem Kapitel geht es um ein wichtiges Thema, rund um Verlusterfahrungen. Alyssa schreibt, unter anderem, über die Rolle von Freundschaften, über ihren Umgang mit der Angst, über ihre Ewigkeitshoffnung und über ihre Ehe. Ihre Erkenntnisse lassen sich auch leicht auf andere Verlusterfahrungen übertragen. Dabei ist der Grundtenor des Buchs ihr Vertrauen auf Gott, selbst wenn er unsere Gebete anders erhört als wir wollten. Das Wissen, das ihr Sohn im Himmel auf sie wartet, tröstet und ermutigt Alyssa und ihrem Mann, Chris.

Bei Schicksalsschlägen können wir selbst entscheiden, ob wir daran zerbrechen, oder ob wir trotzdem hoffnungsvoll in die Zukunft gehen. Diese wichtige Aussage betont die Autorin immer wieder.

Dieses Buch lässt sich schnell lesen. Die vielen eingestreuten Beispiele aus Alyssas eigenem Leben lockern die theoretischen Gedanken auf. Trotz mancher Wiederholungen ist dieses trostreiche und hilfreiche Buch lesenswert, vor allem für Menschen, die nach Verlusterfahrungen mit Gott hadern.

Veröffentlicht am 17.01.2018

Witze und viel mehr

Lache, solange du noch Zähne hast
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Arno Backhaus hat viele Gaben. Den Älteren und den Jüngeren ist er vielleicht entweder als Teil des Musik-Duos „Arno und Andreas“ bekannt, oder als E-fun-gelist, der die christliche Botschaft auf ungewöhnliche ...

Arno Backhaus hat viele Gaben. Den Älteren und den Jüngeren ist er vielleicht entweder als Teil des Musik-Duos „Arno und Andreas“ bekannt, oder als E-fun-gelist, der die christliche Botschaft auf ungewöhnliche Weise weitergibt, als T-Shirt Gestalter, oder als Witze-Erzähler. Mit seinen Witzen hat er auch schon den ersten Platz in einer Fernsehsendung gewonnen. Wer könnte also besser eine Sammlung von Witzen herausgeben?

Aber in diesem Buch steckt viel mehr. Zwischen vielen Witzen finden sich auch Texte zum Nachdenken, vor allem über den christlichen Glauben. Es ist eine bunte Sammlung von Gedankenanstößen, sortiert in verschiedene Lebensbereiche, die ich mir gut als Einstieg in eine Predigt oder Bibelarbeit vorstellen könnte.

Ein Beispiel für einen Text zum Nachdenken:
Der Erweckungsprediger Moody wurde einmal von einer Dame angesprochen: „Ihre Methode, Menschen für Jesus zu gewinnen, finde ich nicht gut.“ Darauf Moody: „Ich kann sie gerne ändern, sagen Sie, wie viele Menschen haben Sie mit Ihrer Methode zum Glauben geführt? Dann nehme ich die.“ Die Dame etwas irritiert: „Niemanden.“ Darauf Moody: „Dann finde ich meine Methode doch besser.“

Und eines der Witze:
Nach der Kreuzigung Christi kommt Nikodemus zu Josef von Arimathäa und bittet ihn sein Grab für Jesus zur Verfügung zu stellen. Doch der ersinnt Ausflüchte: „Ich brauche das Grab für mich und meine Familie.“ Darauf Nikodemus: „Stell dich nicht so an – es ist doch nur übers Wochenende!“

Ein Buch, in dem man gerne blättern und schmökern wird, und es ist sicher für jeden Geschmack Einiges dabei.

Veröffentlicht am 15.01.2018

Familie neu definiert

Lied der Weite
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Dieses Buch beschreibt das Leben in einer Kleinstadt in Amerika. Zwei Brüder, die vor der Schule die Zeitung austragen. Ihr Vater, ein Lehrer, der trotz Druck von oben gerechte Noten vergeben ...

Dieses Buch beschreibt das Leben in einer Kleinstadt in Amerika. Zwei Brüder, die vor der Schule die Zeitung austragen. Ihr Vater, ein Lehrer, der trotz Druck von oben gerechte Noten vergeben will. Ihre Mutter, gefangen in einer Depression. Ein schwangeres Teenagermädchen, das von ihrer Mutter rausgeschmissen wird. Zwei alleinstehende, ältere Männer, deren ruhiges Leben auf den Kopf gestellt wird. Eine Lehrerin, die versucht zu helfen und zu vermitteln.

Die Geschichten dieser Menschen stehen teilweise nebeneinander, teilweise sind sie miteinander verwoben. Der Leser begleitet diese sympathischen Menschen durch ihren Alltag. Dabei kommt dieses Buch mit wenigen dramatischen Wendungen aus, aber weil die Menschen darin dem Leser so ans Herz wachsen, ist das Lesen dieses Buchs ein Genuss.

In ruhigen, fast melancholischen Tönen werden die ländliche Umgebung und die alltäglichen Geschehnisse geschildert. Die Bewohner dieser Kleinstadt wachsen zusammen, und werden sich gegenseitig zur Familie. Trotz der nüchternen Sprache, erlebt der Leser die Entwicklung der Charaktere dieses Buchs. Mir sind vor allem die älteren Brüder ans Herz gewachsen, die ihr Zuhause öffnen, um ein heimatloses Mädchen aufzunehmen. Sie sind zu allem bereit, damit diese junge Frau sich bei ihnen wohl fühlt. Ihre große Liebe und Großzügigkeit äußern sie recht unbeholfen, was sie nur noch liebenswerter macht.

Ein wirklich gelungenes Buch. Ich möchte auf jeden Fall noch mehr von diesem Autor lesen!

Veröffentlicht am 11.01.2018

Zwei Autorinnen an einem Schreibtisch

Ein Schreibtisch voller Träume
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Um das Leben von zwei Frauen, deren Leidenschaft das Schreiben ist, geht es in diesem Buch. Rund hundert Jahre trennen sie, aber sie arbeiten am selben Schreibtisch, einem Schreibtisch voller Träume.

Tenley ...

Um das Leben von zwei Frauen, deren Leidenschaft das Schreiben ist, geht es in diesem Buch. Rund hundert Jahre trennen sie, aber sie arbeiten am selben Schreibtisch, einem Schreibtisch voller Träume.

Tenley hat einen Bestseller geschrieben, aber kurz vor dem Abgabetermin ihres nächsten Buchs kann sie einfach nicht mehr schreiben. Widerwillig besucht sie ihre krebskranke Mutter, die sich schon früh aus ihrem Leben verabschiedet hatte. Dafür lässt sie auch ihren Verlobten zurück. Im Haus ihrer Mutter entdeckt sie den alten Schreibtisch, und hofft dass er sie inspirieren wird. Der Abstand von ihrem Verlobten hilft ihr diese Beziehung zu überdenken, und gleichzeitig findet sie neue, gute Freunde. Ob sich daraus mehr entwickeln wird? Tenley kommt auch dem Geheimnis des Schreibtischs auf der Spur, und erfährt mehr über das Leben der letzten Besitzerin, Birdie.

Birdie lebt um das Jahr 1900 als Tochter einer wohlhabenden Familie. Auf ihr ruhen die Hoffnungen der Mutter. Durch eine standesgemäße Heirat soll die gesellschaftliche Stellung der Familie sich verbessern. Birdie hat jedoch ihr Herz an einen anderen verloren. Darüber schrieb sie auch ein Manuskript, das aber verloren gegangen ist.

Obwohl rund hundert Jahre diese beiden Frauen trennen, haben sie viel gemeinsam. Beide sind sich unsicher in ihrer Partnerwahl, beide versuchen ihren Platz als Autorinnen zu finden, und beide haben eine schwierige Beziehung zu ihrer Mutter. Während Birdie von Anfang an sehr sympathisch ist, dauert es länger sich mit Tenley anzufreunden, wegen ihrer exzentrischen Lebensweise und wegen ihren unklugen Entscheidungen. Als schließlich die Lebensgeschichten beider Frauen zusammengeführt werden, wächst Tenley als Person. Sie trifft bessere und mutige Entscheidungen.

Dieser spannende Roman hat viele spannende Aspekte, besonders interessant sind die Parallelen zwischen zwei Frauen, die in ganz unterschiedliche Epochen leben. Leider ist eines dieser Frauen nicht besonders sympathisch, das trübt ein wenig den Lesespaß. Am Rande der Handlung taucht immer wieder kurz der christliche Glaube auf, hauptsächlich als Trost in schweren Zeiten. Die Entscheidung Tenleys mit Gott zu leben hat aber zunächst keine lebensverändernde Auswirkungen, das ist schade.

Fazit: Mit einer Prise Humor und der Vermittlung wichtiger Werte, wie Ehrlichkeit, Familiensinn und Vergebungsbereitschaft, ist dieses Buch eine lohnende und entspannende Lektüre.

Veröffentlicht am 02.01.2018

Letzte Reise

Das Leuchten der Erinnerung
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Ella und John, ein liebenswertes Ehepaar, sind seit mehr als 60 Jahren verheiratet. Beide sind nun sehr krank, John leidet unter Alzheimers, und Ella ist an Krebs erkrankt. Entgegen den Wünschen ihrer ...

Ella und John, ein liebenswertes Ehepaar, sind seit mehr als 60 Jahren verheiratet. Beide sind nun sehr krank, John leidet unter Alzheimers, und Ella ist an Krebs erkrankt. Entgegen den Wünschen ihrer Kinder, unternehmen sie eine letzte, gemeinsame Reise mit ihrem Wohnmobil. Entlang einer denkwürdigen, alten Straße namens Route 66, kommen bei dieser Reise Erinnerungen an ihr gemeinsames Leben und an Urlaube mit ihren Kindern hoch.

Jeden Tag legen sie eine kurze Etappe ihrer Reise zurück, die quer durch dieses große Land führt. Oft kommen sie nicht so weit wie geplant, da ihre Beschwerden ihnen zu schaffen machen. Ein letztes Mal möchte Ella das Meer sehen und Disneyland besuchen. Das Ehepaar erlebt schöne Abende vor ihrem Wohnmobil, und beim Anschauen von Dias kommen auch beim dementen John Erinnerungen hoch. Sie erleben aber auch Pannen und scheinbar aussichtslose Situationen. Von Tag zu Tag schwinden ihre Kräfte mehr, und beim Lesen fragt man sich gespannt, ob sie ihr Ziel erreichen werden.

So verrückt und vielleicht auch unverantwortlich Ellas Idee ist, gefällt es mir, dass sie sich entscheidet ihre letzten Tage nach ihrer eigenen Vorstellungen zu gestalten. Sie ist mutig, aber auch sehr eigenwillig. Es ist auch schön zu sehen, wie Ella und Johns langjährige Liebe trotz allem immer wieder hindurchstrahlt. Das Buch wirkt fast wie ein Reisebericht, darum fehlt auch manchmal die Spannung. Schade finde ich, dass der Gedanke an ein Jenseits Ella gar nicht beschäftigt, es interessiert sie nur das Hier und Jetzt.

Eine mutige, kranke Frau und ihr dementer Ehemann feiern auf einer letzten Reise ihre große Liebe.