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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2025

Stürmisch, hart und dennoch voller Gefühl

Windstärke 17
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Nach dem ersten Roman von Caroline Wahl lag die Latte recht hoch. Der zweite Teil um Tildas Schwester Ida hält was „22 Bahnen“ versprochen hat. Ja, das Buch ist anders. Der Schreibstil ist wieder sehr ...

Nach dem ersten Roman von Caroline Wahl lag die Latte recht hoch. Der zweite Teil um Tildas Schwester Ida hält was „22 Bahnen“ versprochen hat. Ja, das Buch ist anders. Der Schreibstil ist wieder sehr direkt, sehr nah an den Figuren. Viele Gedanken, viele im Kopf formulierte Sätze. Gesagtes und Gedachtes. Ida ist erwachsen geworden. Nachdem Tilda zum Studium nach Berlin gegangen ist, musste sie allein klarkommen bzw. allein mit ihrer alkoholabhängigen Mutter. Nach deren Tod verlässt sie Hals über Kopf die Stadt und flieht nach Rügen. Dort findet sie bei Knut und Marianne eine Zuflucht. Die Annäherung der scheuen Ida an den wortkargen Knut und die liebevolle Marianne rührt mich sehr. Ida verliebt sich und scheint langsam wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Doch immer wieder fällt sie hin, steht sich selbst im Weg oder begegnen ihr Leid und Trauer. Dennoch zeigt sie eine unglaubliche Stärke. Die Liebesgeschichte zwischen Ida und Leif ist sehr bewegend, ohne schwülstig zu sein. Man ahnt auch hier die Gefahr, das Fragile. Tilda kommt seltsamerweise etwas muttihaft und bevormundend rüber, was nicht so richtig zu ihr passt. Doch auch das starke Band zwischen den Schwester ist noch da, wenn auch durch das Leben gedehnt und strapaziert. Mir fehlt in diesem sehr gefühlvollen zweiten Teil nur etwas der Witz von „22 Bahnen“, der sich in manchen, auch nachdenklichen Momenten anschlich, z.B. wenn Tilda die Einkäufe über die Kasse zieht und auf den Einkäufer schließt. Doch auch „Windstärke 17“ überzeugt mich wieder mit diesem ungewöhnlichen Schreibstil und der Nähe zu den Figuren.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Beeindruckend

Hochmair, wo bist du?
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Die Biographie von Philipp Hochmair hat mich sehr beeindruckt. Ein faszinierender Schauspieler, ob auf der Bühne oder vor der Kamera. Diese Energie, der Drang, auf der Bühne alles zu geben und so das Publikum ...

Die Biographie von Philipp Hochmair hat mich sehr beeindruckt. Ein faszinierender Schauspieler, ob auf der Bühne oder vor der Kamera. Diese Energie, der Drang, auf der Bühne alles zu geben und so das Publikum mitzureißen, eine magische Verbindung zu schaffen, ist im Buch sehr greifbar. Seine Entwicklung aus der Enge des Elternhauses auf die großen Bühnen, die Initialzündung Schauspielschule, der Weg von Engagement zu Engagement sind mitreißend geschildert. Ein Getriebener, der Erfüllung in jeder neuen Rolle findet. Manchmal fällt es schwer zwischen Figuren und Rollen den echten Hochmair zu finden, auch dieser Zwiespalt ist gut beschrieben. Ein Buch über einen Künstler, der alles gibt, nicht rastet und seine Liebe zur Kunst bis in jede Faser lebt. Absolut mitreißend.

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Eine Bar mit Geschichte

Der Barmann des Ritz
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Das Hotel Ritz in Paris ist eine Legende, ein Ort, an dem sich die Schönen, Reichen und in den 20er und 30er Jahren auch Intellektuellen trafen. Ein elitärer, sagenumwobener Ort. In diesem Roman steht ...

Das Hotel Ritz in Paris ist eine Legende, ein Ort, an dem sich die Schönen, Reichen und in den 20er und 30er Jahren auch Intellektuellen trafen. Ein elitärer, sagenumwobener Ort. In diesem Roman steht das Hotel und insbesondere die Bar im Mittelpunkt, ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der Herrscher über die Geheimnisse der Cocktails, aber auch der Gäste ist Frank Meier, ein österreichischer Jude, der sein Geheimnis auf keinen Fall enthüllen darf. Die Handlung spielt hauptsächlich zwischen 1940 und 1944, der Zeit der deutschen Besetzung von Paris. Das Hotel ist Aufenthaltsort vieler deutscher Soldaten und Offiziere. Hinter den schönen und eleganten Kulissen verbergen sich Geheimnisse, Intrigen, Affären und auch immer wieder Kollaboration. Der Weg von Gehorsam und Zwang zu Kooperation und Fraternisierung ist nicht weit. Wer steht letztlich auf welcher Seite? Neben der Hauptfigur sind auch die anderen Charaktere sehr interessant gezeichnet und offenbaren nach und nach versteckte Seiten. Aus Feinden werden Verbündete. In der Bar trifft die künstlerische Elite auf Soldaten und Offiziere, man arrangiert sich. Besonders interessant sind auch die Schilderungen kurz vor der Befreiung durch die Alliierten. Den verhassten Beherrscher noch im Haus, beginnt man nach und nach mit Schadensbegrenzung. Unter dem Brennglas der engen Grenzen der Bar scheint sich ganz Paris zu vereinen. Der Schreibstil zwischen sachlicher Präzision und absolut packender Dramaturgie fesselt ungemein. Ein wirklich eindringlicher, fundierter Roman, der mich sicher noch länger beschäftigen wird.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Raffiniert gestrickt

Der dunkle Sommer
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Ich bin total begeistert. Dieser Thriller überrascht mich immer wieder. Mit unvorhergesehenen Wendungen, offenen Kapitelenden und einem wirklich überraschenden Finale. Einen Teil der Lösung habe ich schon ...

Ich bin total begeistert. Dieser Thriller überrascht mich immer wieder. Mit unvorhergesehenen Wendungen, offenen Kapitelenden und einem wirklich überraschenden Finale. Einen Teil der Lösung habe ich schon recht früh erraten, aber das große Ganze offenbart sich erst nach und nach. Die Spannung ist hoch, der Schreibstil und die kurzen Kapitel sorgen für Spannung und die unterschiedlichen Perspektiven enthüllen nach und nach die Geheimnisse der Bewohner des unheimlichen Bergdorfes. Auch die Figuren gefallen mir, haben verschiedene Facetten und ich folge ihnen gern. Die Hintergrundgeschichte der Entführungen in Sardiniens Vergangenheit war mir neu und beschäftigt mich auch nach dem Lesen noch. Das Nachwort gibt hier auch noch einmal eine interessante Einordnung. Für mich definitiv eib Höhepunkt in diesem Jahr, trotz des für mich entbehrlichen Farbschnittes.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Toller zweiter Teil

Spiel der Lügner
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Auch der zweite Teil um die Ermittler Leo und Ffiom begeistert mich. Das Setting in Wales ist wie schon beim ersten Teil sehr stimmungsvoll beschrieben. Dieses Mal steht eine Gruppe Reality-Darsteller ...

Auch der zweite Teil um die Ermittler Leo und Ffiom begeistert mich. Das Setting in Wales ist wie schon beim ersten Teil sehr stimmungsvoll beschrieben. Dieses Mal steht eine Gruppe Reality-Darsteller im Mittelpunkt. Jeder hat etwas zu verbergen, wer lügt am besten und welches Geheimnis der anderen gilt es zu lüften, um das eigene zu schützen? Die Idee der Reality Show ist makaber, aber originell und meiner Meinung nach nicht weit hergeholt. Nach und nach verschwinden Personen aus dem Umfeld des Casts und schließlich wird der verhasste Produzent ermordet. Die Kommissare drehen jeden Stein um, stehen dennoch vor einem Rätsel. Die Story ist packend erzählt. Die private Geschichte um Leo und Ffion ebenfalls sehr gut eingebunden. Auch die Figuren wie George oder Ffions Umfeld sind gut gezeichnet. Ich freue mich schon auf Teil 3, der Ende des Jahres erscheint.

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