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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2025

Gymnastisch!

Gym
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Pushen bis ans Limit: In Verena Kesslers Roman „Gym“ erfährt die Protagonistin genau das! Eine witzige und gleichzeitig reflektierende Erzählung über eine Geschichte von skurrilen Situationen und interessanten ...

Pushen bis ans Limit: In Verena Kesslers Roman „Gym“ erfährt die Protagonistin genau das! Eine witzige und gleichzeitig reflektierende Erzählung über eine Geschichte von skurrilen Situationen und interessanten Figuren.

Darum gehts: Die Ich-Erzählerin hat einen neuen Job - im Mega-Gym. Da schnell auffällt, dass sie kaum diesem Gym-Lifestyle entspricht, überlegt sie sich eine Ausrede. Trotzdem überreden ihre Gym-Kolleginnen sie, auch mit dem Training anzufangen. Und so trainiert sie, stellt ihre Ernährung um, bestellt hautenge Leggins mit Scruncheffekt - alles, um ihren Körper zu optimieren. Jedoch entwirrt sich langsam ihr Netz der Lügen und ihre Vergangenheit kommt immer mehr zum Vorschein.

Ich habe Gym wirklich so gerne gelesen! Es war witzig, hat aber trotzdem unterschwellig ziemlich viel rund um die Gym-Bubble reflektiert und kritisiert. Die Figuren sind wirklich interessant und verschieden, vor allem die Protagonistin ist mir nicht super sympathisch gewesen. Im Laufe des Romans erfährt man immer mehr über sie, ihre Beziehungen und ihre schwierige Vergangenheit - somit ist als Leser
in selbst unklar, wie viel man über die Protagonistin weiß.

Ich kann Gym wirklich empfehlen, wenn man eine absurde und etwas knallige Geschichte sucht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.08.2025

Intim und wild!

Auf allen vieren
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Was passiert, wenn man sich in einer wirklich langen Ehe mit Kind befindet, doch plötzlich ein neues Begehren hat? So geht es der Protagonistin in „Auf allen Vieren“ von Miranda July (deutsche Übersetzung ...

Was passiert, wenn man sich in einer wirklich langen Ehe mit Kind befindet, doch plötzlich ein neues Begehren hat? So geht es der Protagonistin in „Auf allen Vieren“ von Miranda July (deutsche Übersetzung von Stefanie Jacobs).

Ursprünglich sollte die namenslose Künstlerin eine Art Road-Trip nach New York machen, den sie sich selbst geschenkt hat. Doch nach ungefähr 30 Minuten Fahrtweg von ihrem Haus, ihrem Mann, ihrem Kind, hält sie an und mietet sich ein Motelzimmer. Sie verliebt sich in einen Mann namens Dawey, der zufällig an der Tankstelle ihre Autoscheibe geputzt hat. Ganz zufällig lässt sie sich außerdem von eine Raumdesignerin ihr Motelzimmer umgestalten - nämlich von Daweys Frau. Sie verbringt die 14 Tage im Motel, nur ihre beste Freundin Jordi weiß davon. Während ihres Aufenthaltes entwickelt sich eine aufreibende Beziehung zu Dawey, die unsere Protagonistin in ein Hinterfragen ihres bisherigen Lebens und eine Angst vor den Wechseljahren und Veränderungen stürzen. Sie weiß: Sie muss zurück und etwas muss sich ändern.

Der Roman wird wirklich durch die Entscheidungen, Gefühle und Gedanken der Protagonistin bestimmt. Man fühlt sich, als würde man an einem ganz fremdem Leben teilnehmen. Vor allem Sexualität und Lust spielen eine große Rolle, was immer wieder deutlich zum Ausdruck kommt. Es passiert nicht immer super viel, aber das war hier auch passend, Was ich besonders mochte ist, wie über Queerness im Buch gesprochen wurde. Die Protagonistin selbst ist queer, sie hat ein nicht-binäres Kind und generell wird in der Geschichte so unfassbar echt darüber berichtet.

Ein Buch für alle, die sich auf eine intime Reise einer spannenden Figur begeben wollen, ohne zu wissen, was sie erwartet.

Insgesamt: 4 von 5⭐️

Veröffentlicht am 25.08.2025

Euphoria-Vibes

Top Girls
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Party und Glitzer treffen auf Individualitätsverlust und das Erwachsenwerden: In Ana Drezgas Debütroman begleiten wir Liv, die am Theater arbeitet und ihr Leben in Wien verbringt.

Livs aktuelles Leben ...

Party und Glitzer treffen auf Individualitätsverlust und das Erwachsenwerden: In Ana Drezgas Debütroman begleiten wir Liv, die am Theater arbeitet und ihr Leben in Wien verbringt.

Livs aktuelles Leben ist geprägt von Feiern, von Theaterproben und auch irgendwie von der Suche nach sich Selbst. Zusammen mit Nore und Dana wohnt sie in einer WG in Wien, alle arbeiten auf irgendeine Weise am Theater. Diese Arbeit nimmt alle Figuren ziemlich ein, denn „ER“ ist ein sehr herrischer und bestimmter Mensch, der seine Visionen genau umsetzen will. Kann Liv diesem Druck standhalten?

Im Roman befinden wir uns immer wieder in Livs Gedankenstrudel - sie beobachtet intensiv, schweift ab, holt Erinnerungen hervor und befindet sich wie in einer Schwebe. Durch diese Schreibweise lassen sich ihre Gedanken meist gut nachvollziehen, insbesondere der Trauerprozess und die Verarbeitung einiger traumatischer Ereignisse.

Besonders auffällig im Roman war für mich der Aspekt des Individualitäts- und Identitätsverlusts: So werden die Top Girls nur als Top Girls beschrieben, Rollen im Theater werden doppelt besetzt. Die Beziehungen, die Liv führt, sind geprägt von Unsicherheit, gleichzeitig Vertrauen und Unterstützung.

Der Schreibstil des Romans ist ziemlich poetisch und melancholisch. Teilweise findet man eine sehr organische und körperbezogene Teilweise. Manchmal hätte ich mir bei einigen Figuren, wie Dana, noch mehr Hintergrundgeschichte und Tiefe gewünscht. Trotzdem eine Empfehlung für alle, die sich in das schwingende Leben einer jungen Frau in einer Großstadt begeben wollen!

Veröffentlicht am 22.08.2025

Trödelig!

Die Sekundenochs
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Die kleine Smilla träumt vom Trödeln: das, was die Sekundenochs eigentlich den ganzen Tag machen! Überraschenderweise bekommt sie Besuch von einem der Sekundenochs, nämlich Tjörge, und dabei ...

Die kleine Smilla träumt vom Trödeln: das, was die Sekundenochs eigentlich den ganzen Tag machen! Überraschenderweise bekommt sie Besuch von einem der Sekundenochs, nämlich Tjörge, und dabei gerät ihr strukturierter Alltag ganz ins Wanken!

Zunächst möchte ich etwas zur Gestaltung sagen. Das Buch ist wirklich extrem liebevoll und schön gestaltet. Es stecken auf jeder Seite so viele Details, die man entdecken kann. Die Schriftgröße und Textmenge auf jeder Seite sind wirklich sehr gut ausgewogen und passend für junge Lesemäuse.

Die Geschichte ist natürlich sehr witzig. Man lernt Smilla in ihrem Alltag kennen, indem sie oft "Mach das schneller" zuhören bekommt - doch Tjörge ändert das, denn er kann ihren Stress gar nicht verstehen! Gemeinsam lernen die beiden voneinander und Smilla hilft Tjörge, zurückzukommen.

Das Buch ist ingesamt sehr niedlich und liebevoll, es wird sicher viele Kinder ansprechen und das Poster ist auch sehr schön!