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Veröffentlicht am 25.08.2025

Ein fesselnder Reihenauftakt mit lebendigen Figuren

Rachesommer
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Inhalt: Die junge Anwältin Evelyn Meyers hat es mit einem seltsamen Fall zu tun: Ein Mann hat die Absperrungen einer Baustelle überwunden, ist dort in einen Kanalschacht gekrochen, steckengeblieben und ...

Inhalt: Die junge Anwältin Evelyn Meyers hat es mit einem seltsamen Fall zu tun: Ein Mann hat die Absperrungen einer Baustelle überwunden, ist dort in einen Kanalschacht gekrochen, steckengeblieben und letztendlich ertrunken - weshalb seine Ehefrau nun Evelyns Klienten wegen Fahrlässigkeit verklagt hat. Während ihrer Recherchen stößt Evelyn überraschend auf ähnlich irritierende Todesfälle… In Leipzig wird Kommissar Walter Pulaski in eine psychiatrische Klinik gerufen. Eine Patientin soll Selbstmord begangen haben. Doch als Pulaski sich die Leiche näher anschaut, erkennt er Unstimmigkeiten…

Persönliche Meinung: “Rachesommer” ist ein Thriller von Andreas Gruber. Es handelt sich um den Auftakt der Quadrologie um Walter Pulaski und Evelyn Meyers. Erzählt wird die Handlung wechselweise aus den personalen Perspektiven der beiden Protagonisten. Während Meyers und Pulaski zunächst unabhängig voneinander ermitteln, finden sich, je weiter die Handlung voranschreitet, immer mehr Überschneidungen, ehe sie den Fall gemeinsam aufklären. Sowohl Meyers als auch Pulaski sind sehr dreidimensionale Protagonisten: Beide hatten keine leichte Vergangenheit. Beispielsweise ist Pulaski zu einem Zyniker geworden, nachdem seine Frau gestorben ist (die Vergangenheit von Meyers möchte ich hier nicht spoilern; da müsst ihr schon selbst lesen (subtiler Kaufhinweis Ende 🙃)). Trotz aller Ecken und Kanten haben beide Protagonisten das Herz am rechten Fleck und lassen sich nicht von Anderen von dem Gefühl, das “Richtige” tun zu wollen, abbringen. Die Handlung ist aufgrund der beiden (zunächst) getrennten Ermittlungen sehr abwechslungsreich und fesselnd: Mehrfach finden sich in beiden Ermittlungen Merkwürdigkeiten und Figuren, deren genaue Intention man bis zur Auflösung nicht wirklich einschätzen kann (Die Ermittlungen laufen dabei in einem schönen Tempo, sodass der Thriller trotz seiner 400 Seiten sehr kurzweilig ist!). Auch die Auflösung konnte mich überzeugen, da sie, obwohl man mit der Zeit ahnt, in welche Richtung es ungefähr geht, trotzdem einige Überraschungen bereithält. Der Schreibstil von Andreas Gruber ist anschaulich und sehr flüssig zu lesen. Insgesamt ist “Rachesommer” ein fesselnder Reihenauftakt mit lebendigen Protagonisten.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Eine würdige und stimmige Ausgabe für den Meister des Unheimlichen

Der Doppelmord in der Rue Morgue
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“Der Doppelmord in der Rue Morgue und andere Kriminalgeschichten” versammelt sechs Kriminalgeschichten (im weiteren Sinne) von Edgar Allan Poe. Den Auftakt macht die Kurzgeschichte “Der Goldkäfer”, die ...

“Der Doppelmord in der Rue Morgue und andere Kriminalgeschichten” versammelt sechs Kriminalgeschichten (im weiteren Sinne) von Edgar Allan Poe. Den Auftakt macht die Kurzgeschichte “Der Goldkäfer”, die als rätselhafte Abenteuergeschichte beginnt: Der Freund des Ich-Erzählers scheint nach dem Fund eines bisher unbekannten Käfers von krankhaften Vorstellungen geleitet zu werden. Spannend an dieser Geschichte ist, dass man sich permanent fragt, warum der Freund so handelt, wie er handelt; die Auflösung, die bereits auf das deduzierende Denken, das in den folgenden Geschichten prominent vertreten ist, verweist, ist dabei interessant wie aufschlussreich. Es folgt “Du bist der Mörder!”, in dem der Mord eines reichen Mannes thematisiert wird. Zwar ist die Auflösung (mit heutigen Leseerfahrungen) recht vorhersehbar. Wie sie erfolgt, ist hingegen außergewöhnlich, wodurch sie an Poes Schauergeschichten erinnert. Die dritte Geschichte “Der Mann in der Menge” ist eine prosaische physiognomische Studie, in der ein Ich-Erzähler einen ihm auffälligen Mann näher betrachtet. Die drei folgenden Geschichten sind Poes berühmte "Kommissar Dupin”-Detektivgeschichten. Die bekannteste, “Der Doppelmord in der Rue Morgue”, ist ein meisterhaft konstruierter Locked-Room-Krimi mit einer (eigentlich) überraschenden Auflösung (Da diese Geschichte tief in der Populärkultur verankert ist, weiß man vermutlich - ohne die Geschichte jemals gelesen zu haben - wie sie endet. Trotzdem ist sie außerordentlich lesenswert, da hier das Prinzip der Deduktion literarisch für folgende Generationen implementiert wird). Die zweite Dupin-Geschichte ist “Das Geheimnis um Marie Rogêt”. Spannend ist hieran, dass sie auf dem realen, ungeklärten Mordfall der Mary Rogers basiert, quasi True Crime im 19. Jahrhundert. Innerhalb der Erzählung wird dieser reale Fall zunächst mit Zeitungsartikeln rekonstruiert; in einem zweiten Schritt dekonstruiert Dupin die Inhalte der Artikel und gibt Hinweise, welche Schritte erfolgen müssen, um den Täter zu fassen. Den Abschluss bildet “Der entwendete Brief”. Die Geschichte dreht sich, wie der Titel schon sagt, um einen gestohlenen Brief, den Dupin auffindbar macht. Sie lässt sich in zwei Teile unterteilen: Im ersten Teil wird Dupin von dem Verschwinden des Briefes sowie erfolglosen Wiederbeschaffungsversuche erzählt, im zweiten Teil berichtet Dupin, wie er den Brief gefunden hat. Insgesamt also keine übermäßig spannungsgeladene, raffinierte oder spektakuläre Handlung, weshalb sie für mich auch die schwächste Dupin-Geschichte ist. Hervorzuheben an der Ausgabe des Coppenrath Verlags ist auch die grandiose Aufmachung des Buches: Hardcover in Lederoptik, Lesebändchen, Farbschnitt und viele zum Inhalt der jeweiligen Kurzgeschichte passende Schmuckseiten im Schauerstil. Zudem finden sich zwischen den Seiten immer mal wieder schöne Beilagen. Dabei handelt es sich um Hintergründe zu den Geschichten (ursprüngliche Fassungen, zeitgenössische Darstellungen zu behandelten Themen), überblicksartige Sachinformationen (zum Schatz des Captain Kidd oder den Beginn modernen Polizeiarbeit) oder kleine Eastereggs, die auf die jeweilige Geschichte verweisen (bspw. Rätsel oder fiktive Zeitungsartikel). Den Abschluss des Bandes bildet ein kurzes Nachwort, das die langfristige Wirkmächtigkeit von Poes Kriminalgeschichten beleuchtet. Kurz: Eine würdige und stimmige Ausgabe für den Meister des Unheimlichen, an dem Poe sicherlich seine Freude gehabt hätte.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Spannend, wendungsreich und sehr durchdacht

Ausweglos
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Inhalt: Vor Jahren trieb ein Serienmörder sein Unwesen in Hamburg: Seinen Opfern schnitt er den Ringfinger ab und hinterließ blutige Nachrichten. Kommissar Elias Blom setzte alle Hebel in Bewegung, um ...

Inhalt: Vor Jahren trieb ein Serienmörder sein Unwesen in Hamburg: Seinen Opfern schnitt er den Ringfinger ab und hinterließ blutige Nachrichten. Kommissar Elias Blom setzte alle Hebel in Bewegung, um den Serienmörder zu fassen, doch die Ermittlungen zogen sich - was letztlich zu Bloms Entpflichtung von dem Fall sowie zu seiner Versetzung führte. Nun scheint der Täter erneut aufgetaucht zu sein, abermals fehlt dem Opfer der Ringfinger, es findet sich wieder eine grausige Botschaft. Blom, der sich ohne Befugnis in den Fall einklinkt, ist zuversichtlich, diesmal den Täter fassen zu können. Denn: Dieses Mal gibt es einen Zeugen, der direkt neben dem Opfer wohnte…

Persönliche Meinung: “Ausweglos” ist ein Thriller von Henri Faber. Erzählt wird die Handlung aus drei Ich-Perspektiven: Elias Blom, Noah (der Nachbar des Opfers) sowie Linda (die Frau von Noah). Alle drei Figuren sind lebendig dargestellt: Während Elias von der Schuld geplagt wird, vor Jahren bei den Ermittlungen im Serienmörderfall versagt zu haben, wartet Noah auf seinen schriftstellerischen Erfolg. Linda hingegen belastet ein unerfüllter Kinderwunsch, für den sie sich verantwortlich macht. Neben diesen findet sich eine weitere Ich-Perspektive, deren Identität erst zum Ende der Handlung offenbart wird. Die Handlung selbst ich hochspannend: Schnell wird klar, dass einige der Figuren etwas zu verbergen haben; mehrere Figuren besitzen Züge einer unzuverlässigen Erzählinstanz, sodass man, je weiter man liest, umso weniger weiß, wem man glauben schenken darf - und wem nicht. Zudem ist der Thriller ungemein wendungsreich und unvorhersehbar - bis zum großen Finale, das mit mehreren Twists auftrumpft, die ich in meinen kühnsten Träumen nicht erahnt hätte (Aus der Retrospektive zeigt sich abschließend einerseits wie komplex der Thriller ist, andererseits wie stimmig durchdacht er ist. Wirklich meisterhaft geplant von Henri Faber!). Der Schreibstil ist anschaulich und lässt sich flüssig lesen, sodass “Ausweglos” zusätzlich zur fesselnden Handlung ein richtiger Pageturner ist. Insgesamt ist “Ausweglos” ein höchst spannender, perfekt konstruierter Thriller, der mit mehreren nicht zu erahnenden Wendungen auftrumpft.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Ein Muss für Fans von blink-182

Fahrenheit-182
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“Fahrenheit-182” ist die Autobiografie des Musikers, Songwriters und Produzenten Mark Hoppus, bekannt als Bassist der US-amerikanischen Pop-Punk-Band “blink-182”. Hoppus erzählt hier u.a. von der Kindheit ...

“Fahrenheit-182” ist die Autobiografie des Musikers, Songwriters und Produzenten Mark Hoppus, bekannt als Bassist der US-amerikanischen Pop-Punk-Band “blink-182”. Hoppus erzählt hier u.a. von der Kindheit als Sohn geschiedener Eltern, dem Werdegang der Band blink-182 (inklusive Formierung, Erfolgen, Auflösung, Comeback und Trennungen von verschiedenen Mitgliedern) sowie seiner Krebserkrankung. Bei allem berichtet Hoppus abgeklärt und selbstkritisch, insgesamt mit sich selbst im Reinen. Für Fans von blink-182 besonders spannend sind Insights in die Entstehung der Hitalben: So schildert Hoppus, wie er gemeinsam mit Tom DeLonge und Travis Barker an Songs feilte und wie die bekannten Musikvideos entstanden (z. B. “Whats my age again?” oder “Adams Song”). Interessant sind auch Hoppus Berichte über das Zusammentreffen mit Größen der Musikwelt wie Green Day (die Beziehung zwischen blink-182 und Green Day charakterisiert Hoppus als ambivalent) oder Robert Smith von “The Cure” (auf einem Konzert kam es zu einer denkwürdigen Begegnung zwischen Hoppus und Smith). Gleichzeitig beleuchtet Hoppus in “Fahrenheit-182” auch die Schattenseiten des Erfolgs: Offen berichtet er über seine Depressionen und die Entwicklung einer Zwangsstörung, die sich beide intensivierten, je bekannter blink-182 wurde. Einen vergleichsweise großen Raum nimmt auch Hoppus` Krebserkrankung ein, die er eindrücklich darlegt. Sowohl Positives wie auch Negatives erzählt Hoppus mit einer (mal kleinerer, mal größeren) Prise Humor. Abgerundet wird die Biografie durch eine Vielzahl von Bildern, die Hoppus und seine Weggefährten im Laufe der Jahre zeigen. Insgesamt ist “Fahrenheit-182” für mich eine schöne Reise in die Vergangenheit der Band, die mich am meisten geprägt hat. Teilweise hätte man sich vielleicht mehr Erklärungen gewünscht (z.B. zur Auflösung von blink-182 2005 oder zum Comeback 2023), aber letztlich ist es auch Hoppus` gutes Recht, das zu erzählen, was er erzählen möchte/kann.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Eine eher ernste Mumin-Geschichte

Die Mumins (8). Mumins wundersame Inselabenteuer
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Inhalt: Der Muminvater möchte nicht mehr im Mumintal leben. Alles scheint ihm eintönig; es scheint alles gemacht, was man machen kann. Jetzt möchte Muminvater sich einen Traum erfüllen: das Leben auf einer ...

Inhalt: Der Muminvater möchte nicht mehr im Mumintal leben. Alles scheint ihm eintönig; es scheint alles gemacht, was man machen kann. Jetzt möchte Muminvater sich einen Traum erfüllen: das Leben auf einer Insel mit Leuchtturm. Kurzerhand setzten Muminvater, Muminmutter, Mumin und Klein Mü die Segel - doch in der neuen Heimat ist nicht alles so leicht, wie anfangs gedacht…

Persönliche Meinung: “Mumins wundersame Inselabenteuer” ist der achte Band der Mumin-Reihe. Er bildet (zusammen mit Band 9 “Herbst im Mumintal”, der parallel zur Handlung des achten Bandes spielt) den Abschluss der Reihe, sodass es sinnvoll ist, zunächst die anderen Bände der Reihe gelesen zu haben. Die Figuren des achten Bandes wirken ernster/erwachsener als noch zu Beginn der Reihe: Muminvater scheint einer Midlife Crisis verfallen zu sein (sofern Mumins darunter leiden können); Mumin löst sich von seiner Familie, indem er sich eine eigene Wohnstätte sucht. Auch die Handlung wirkt düsterer bzw. unheimlicher. Figuren, wie die Morra oder der undurchschaubare, abweisende Fischer, der auf der Leuchtturminsel lebt, sorgen für einen latenten Grusel. Auf der Insel geht zudem Merkwürdiges vor: So findet die Muminfamilie mehrere Vogelskelette nahe des Leuchtturms und die Bäume auf der Insel scheinen sich nachts zu bewegen - was natürlich für Spannung sorgt, da man sich permanent fragt, warum Unheimliches auf der Insel geschieht. Für Auflockerungen sorgt Klein Mü, die immer einen kessen, witzigen Spruch auf den Lippen hat und sich nicht von den unheimlichen Begebenheiten auf der Insel aus der Ruhe bringen lässt. Zum Ende hin wird die Handlung auch wieder leichter und erinnert an die ersten Bände der Reihe. Der Schreibstil von Tove Jansson ist anschaulich und lässt sich sehr flüssig lesen. Insgesamt ist “Mumins wundersame Reise” ein spannend erzählter Mumin-Band, der zwischen Kinderbuch und Roman für Erwachsene changiert.

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