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Morlin

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2026

Drei Vögel für Leo

Pina fällt aus
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Wir lernen in dem Buch zunächst die alleinerziehende Pina und ihren 20jährigen Sohn Leo kennen. Leo ist Autist und benötigt dementsprechend eine vollumfängliche Betreuung. Diese erfolgt überwiegend durch ...

Wir lernen in dem Buch zunächst die alleinerziehende Pina und ihren 20jährigen Sohn Leo kennen. Leo ist Autist und benötigt dementsprechend eine vollumfängliche Betreuung. Diese erfolgt überwiegend durch Pina selbst und durch die Arbeit in einer Behindertenwerkstatt. Nur einmal in der Woche, dienstags, lässt Pina Leo bei der älteren Nachbarin Inge. Für genau anderthalb TV-Sendungen. Diese Zeit nutzt Pina für den wöchentlichen Einkauf. Doch an einem dieser Dienstage kommt Pina nicht zurück und Inge ist völlig überfordert. Denn Leon merkt natürlich, dass etwas nicht stimmt und ist kaum zu zügeln. Kurzerhand werden nun die Nachbarn in die Suche nach Pina involviert, ob sie wollen oder nicht. Und als klar wird, dass Pina so schnell nicht wiederkommen kann, beginnt etwas, was in der realen Welt wohl eher ein Traum ist. Die Nachbarn kümmern sich um Leon und es entsteht eine ungewöhnliche Gemeinschaft – drei Vögel für Leo.
Für mich war es das erste Buch der Autorin. Aber es ist absolut klar, dass demnächst ihr Erstlingswerk bei mir einziehen wird. Sprachlich und auch inhaltlich hat mich die Geschichte absolut überzeugt. Ein klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Überraschendes Highlight

Adlergestell
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Was für ein ungewöhnliches Cover dachte ich, als ich das Buch zu ersten Mal gesehen habe. Und dann der Titel – was sich wohl dahinter versteckt?
Kurz gesagt: Ein überraschendes Highlight; zumindest für ...

Was für ein ungewöhnliches Cover dachte ich, als ich das Buch zu ersten Mal gesehen habe. Und dann der Titel – was sich wohl dahinter versteckt?
Kurz gesagt: Ein überraschendes Highlight; zumindest für mich. Und das vor allem aus zwei Gründen.
Zum einen konnte mich die Geschichte richtig gut mitnehmen. Ich war ganz in der Welt der Nachwendezeit gefangen. Die drei Mädchen in ihrem Leben zu begleiten hat mir richtig Spaß gemacht. Und ganz besonders haben mir die Kapitel gefallen, in denen es um die Erwachsenen bzw. um historische Gegebenheiten ging. Vor allem die Geschichte von Eleftheria hat mich emotional richtig mitgenommen. Und das Kapitel Adlergestell war so interessant, dass ich direkt googeln musste.
Was mich aber richtig begeistert hat, war der Aufbau des Buches. Diesen fand ich sehr kreativ und regt dazu an, immer noch einen Abschnitt lesen zu wollen. Man fliegt regelrecht durch die Seiten. Die schwarzen Seiten dazwischen waren dann immer wie ein kleines Bonbon, bevor es wieder weiter ging.
Volle 5 Sterne. Gerne mehr davon!

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Selbstbestimmter Lebensweg

Ja, nein, vielleicht
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Eine Frau in den Fünfzigern stellt sich die Frage, wie sie ihren weiteren Lebensweg gestalten möchte. Die Kinder sind aus dem Haus und die ersten Wehwehchen zeigen ihr auf, dass es körperlich jetzt langsam ...

Eine Frau in den Fünfzigern stellt sich die Frage, wie sie ihren weiteren Lebensweg gestalten möchte. Die Kinder sind aus dem Haus und die ersten Wehwehchen zeigen ihr auf, dass es körperlich jetzt langsam bergab gehen wird. Was erwartet sie von ihrer Zukunft? Einfach nur Ruhe und Frieden? Oder eine neue Beziehung? Ja, nein, vielleicht? Aber will sie ihr Leben wirklich wieder einem Mann anpassen? Die Freiheit die sie jetzt hat wieder aufgeben?
Ich habe mich in der Protagonistin wieder gefunden. Nicht immer, aber überraschend oft. Sie war mir mit ihren Gedanken, Sorgen und Freuden sehr nahe. Fast wie eine gute Freundin. Manches hätte ich bestimmt anders gemacht, anderes genauso.
Auch sprachlich hat mich das Buch überzeugt. Es gab wunderbare Sätze zu entdecken. Zum Beispiel dieser Satz: Die Schönheit meines Daseins, sie ist für andere unsichtbar, aber für mich ist sie alles. Mit einem Satz kann Doris Knecht wahnsinnig viel ausdrücken.
Am Ende habe ich das Buch mit einem glücklichen Aufseufzen zugeschlagen. Auf jeden Fall ein Jahreshighlight. Volle fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Ein berührendes Drama

Wie Risse in der Erde
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Ich schreibe eher selten etwas zum Cover eines Buches. Aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme. Wie schön kann ein Cover sein? Was für ein Blickfang!

Aber jetzt zum Buchinhalt. Auf einer der ersten ...

Ich schreibe eher selten etwas zum Cover eines Buches. Aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme. Wie schön kann ein Cover sein? Was für ein Blickfang!

Aber jetzt zum Buchinhalt. Auf einer der ersten Seiten findet sich ein Satz, den ich extrem passend finde: Zwei Möchtegernautoren, zwei Träumer, zwei einsame Teenager, die darauf warten, dass ihr Leben anfängt. Damit sind Beth und Gabriel gemeint, die sich im Sommer 1955 kennen lernen. Die erste große Liebe, die aber bald schon zerbricht.

Dreizehn Jahre später treffen die beiden wieder aufeinander. Beide haben mittlerweile eine eigene Familie und beide haben ihre ganz persönlichen Schicksalsschläge zu verarbeiten. Und jetzt stehen sie sich gegenüber und die Gefühle von damals gewinnen Oberhand.

Man könnte jetzt denken, dass ist die klassische Dreiecksgeschichte. Meiner Meinung nach ist es aber viel mehr. Zwar hatte ich mit zur Mitte des Buches immer wieder Probleme das Verhalten der ein oder anderen Person nachzuvollziehen. Doch dann gab es für mich als Leser eine Schlüsselszene, die das alles erklärt hat. Und ich habe die Protagonisten plötzlich mit ganz anderen Augen gesehen.

Es war dramatisch, es war berührend und auf jeden Fall ein tolles Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Tolles Buch, volle fünf Sterne

Hier draußen
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Die Sehnsucht nach dem idyllischen Landleben treibt Lara zu einem Umzug von Hamburg in ein kleines Dorf in Holstein. Ehemann Ingo und die beiden Kinder ziehen natürlich mit, das wird bestimmt schön, dachten ...

Die Sehnsucht nach dem idyllischen Landleben treibt Lara zu einem Umzug von Hamburg in ein kleines Dorf in Holstein. Ehemann Ingo und die beiden Kinder ziehen natürlich mit, das wird bestimmt schön, dachten sie.

Doch wirklich zufrieden sind Lara und Ingo dann doch nicht. Das hatten sie sich anders vorgestellt. Ingo pendelt jeden Tag nach Hamburg und ist eigentlich nur noch zum Schlafen zu Hause.

Laras Vorstellung einer schönen Dorf-Gemeinschaft geht auch nicht auf. In dem recht abgeschiedenen Bauernhaus zu leben, so völlig unbeobachtet und ohne ständige Kontrolle der Nachbarn, war ja eigentlich genau was sie wollte. Doch jetzt ängstigt und isoliert sie das eher.

Und auch die anderen eingesessenen Dorfbewohner, die wir als Leser nach und nach kennenlernen, sind alles andere als zufrieden.

Und dann baut Ingo auch noch einen Unfall, bei der eine weiße Hirschkuh getötet wird. Und jeder im Dorf weiß, das bringt großes Unglück. Binnen eines Jahres, so wird prophezeit, wird der Verursacher sterben. Glaub Ingo daran?

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Die Erzählweise ist langsam und ruhig. Wir tauchen in das Leben und Schicksale vieler Dorfbewohner ein. Es war, als würde ich über dem Dorf schweben und die Figuren durch ihr Leben begleiten. Ein Buch, so ganz nach meinem Geschmack. Volle fünf Sterne!

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