Für Fans von Abenteuerromanen
Tankred: Weihrauch und SchwertOstfränkisches Reich im Jahr 882: Der Überfall der Dänen auf Kloster Prüm ist für Tankred einerseits ein Schock, letztlich aber auch eine Befreiung. Denn so sehr er auch in seiner Tätigkeit als Bibliothekar ...
Ostfränkisches Reich im Jahr 882: Der Überfall der Dänen auf Kloster Prüm ist für Tankred einerseits ein Schock, letztlich aber auch eine Befreiung. Denn so sehr er auch in seiner Tätigkeit als Bibliothekar aufgeht, befindet er sich doch nicht freiwillig im Kloster, sondern wurde vor zwölf Jahren nach einem Aufsehen erregenden Skandal dorthin verbannt.
Bevor er sich Gedanken über seine eigene Zukunft machen kann, muss er jedoch erst seiner Schwester Judith zu Hilfe eilen. Denn diese befand sich in Aachen, das ebenfalls von den Dänen verheert wurde. Und Tankred ist – aus gutem Grund - der Einzige in seiner Familie, der weiß, dass Judith noch am Leben ist.
Am Anfang hat mir der Roman richtig gut gefallen. Tankred ist ein sympathischer Held, der in Ich-Form und mit einigem Humor von seinen Erlebnissen erzählt. Wie der Autor im Nachwort eingesteht, liegt er mit seiner kritischen Einstellung zur Religion und seinem Rationalismus am Rand des für einen Menschen der damaligen Zeit denkbaren, doch macht ihn dies auch nahbar und seine Gedankengänge weitgehend nachvollziehbar.
Mit der Zeit wird die Handlung jedoch immer eintöniger. Tankred reist durch entvölkerte und vielfach von den Dänen verwüstete Landstriche, fragt (mit wechselndem Erfolg) so ziemlich jeden nach seiner Schwester, nimmt an der einen oder anderen Schlacht teil etc. Die Geschichte dreht sich über weite Strecken im Kreis. Echte Spannung kommt nicht auf und es gibt auch keine Überraschungen. Das Ende kommt dann zu abrupt.
Immerhin treten viele interessante Personen auf. Über manche hätte ich gern mehr erfahren, aber vielleicht kommt das ja noch in den Fortsetzungen.
Insgesamt ein ganz gelungener Abenteuerroman, in den auch ein paar Informationen zum historischen Hintergrund eingearbeitet wurden. Wirklich begeistern konnte er mich jedoch nicht. Mir hat das „gewisse Etwas“ gefehlt.