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Veröffentlicht am 06.04.2021

Die Sippe hält zusammen!

Jeder Tag ist eine Schlacht, mein Herz
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Zelda ist 21 Jahre alt und hat die Fetale Alkoholspektrumsstörung (FASD). Trotz ihrer kognitiven Einschränkung will sie ein selbstbestimmtes Leben führen und nach ihren eigenen Regeln leben. Sie bewundert ...

Zelda ist 21 Jahre alt und hat die Fetale Alkoholspektrumsstörung (FASD). Trotz ihrer kognitiven Einschränkung will sie ein selbstbestimmtes Leben führen und nach ihren eigenen Regeln leben. Sie bewundert die Wikinger und beschäftigt sich sehr intensiv mit Wikingersagen und -helden. Ihr Bruder Gert war bisher immer für sie da und ist Zeldas einziges Familienmitglied und zusammen bilden sie eine "Sippe". Als Gert in Schwierigkeiten gerät, beschließt Zelda, jetzt die Rolle der Heldin zu anzunehmen und ihrem Bruder zu helfen.

Meinung:

Die Protagonistin Zelda ist mir ans Herz gewachsen. Sie ist besonders und mutig und stellt sich all den Herausforderungen im Leben. Man darf an ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben teilhaben. Es war eine Freude, ihre Entwicklung mitzuverfolgen. Ihre Sprache und somit auch der Schreibstil dieses Romans passen sehr gut zu Zelda und verleihen dem Roman einen einzigartigen und persönlichen Charakter. Der Roman liest sich sehr schnell und man hat das Gefühl, Teil dieser besonderen Sippe zu sein.

Die Beziehung zwischen Zelda und ihrem Bruder ging mir sehr nahe. Sie halten zusammen und kümmern sich umeinander. Neben ihnen spielen im Roman auch weitere Figuren eine wichtige Rolle, Freunde und Bekannte, die ebenfalls zu Zeldas Sippe gehören. Alle Figuren werden sehr detailliert gezeichnet und bleiben mir sicherlich auch lange nach der Lektüre noch im Gedächtnis. Es geht oft um Wikinger, weshalb ich vor der Lektüre ein wenig unsicher war, ob mir das Buch gefallen würde. Aber letztendlich kann ich sagen, dass es mich überhaupt nicht gestört hat und die Geschichte zu etwas Besonderem gemacht hat.

Die Handlung nimmt zum Ende hin deutlich an Fahrt auf. Ich musste beim Lesen lachen und mitfiebern und war auch an einigen Stellen betrübt. Liebe, Gewalt und Komik treffen hier aufeinander. Der Roman hat einige Längen, aber dennoch ist es eine besondere Geschichte mit einer besonderen Protagonistin, die uns beweist, dass jeder ein selbstbestimmtes Leben führen und der Held seiner eigenen Legende sein kann. Das Ende ist nicht glatt oder beschönigt, was mir ebenfalls gut gefällt.

Fazit:

So ein Buch habe ich noch nie gelesen. Die Geschichte ist besonders und handelt von tollen Figuren, die ihre Ecken und Kanten haben, aber dennoch liebenswert sind. Außerdem lernt man von Zelda sehr viel für das eigene Leben.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Authentisch geschrieben!

Blue Sisters
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Authentisch geschrieben!
Nachdem mich "Cleopatra und Frankenstein" nicht ganz überzeugen konnte, wollte ich Coco Mellors noch eine Chance geben. "Blue Sisters" hat mir ein wenig besser gefallen.

Die Geschichte ...

Authentisch geschrieben!
Nachdem mich "Cleopatra und Frankenstein" nicht ganz überzeugen konnte, wollte ich Coco Mellors noch eine Chance geben. "Blue Sisters" hat mir ein wenig besser gefallen.

Die Geschichte wirkt sehr authentisch, was zum einen daran liegt, dass die Protagonistinnen alle ihre Ecken und Kanten haben und alles andere als perfekt sind. Wenn sie sich treffen und nach dem Tod ihrer Mutter miteinander reden, wird klar, was die Schwestern eigentlich in ihrer Kindheit leisten mussten. Aber über die eigenen Probleme schweigen sie lieber. Hierdurch wird die Geschichte spannend, weil man wissen will, ob sich die Figuren doch noch den anderen Geschwistern öffnen werden. Die Entwicklung der Figuren wird im Verlauf deutlich erkennbar.

Teilweise fand ich die Themen, die im Buch angesprochen werden, sehr hart. Eine angenehme Lektüre war es für mich also nicht. Auch der Schreibstil hat mir nicht sehr gut gefallen. Stellenweise gibt es schöne Beschreibungen, aber oft hat der Schreibstil zur harten Thematik gepasst, was sie authentisch wirken ließ, aber auch das Lesevergnügen vermindert hat.

Zusammengefasst ist die Geschichte authentisch und für diejenigen geeignet, die sich mit komplexen Familiendynamiken gerne auseinandersetzen und keine Scheu davor haben, auch über sehr unschöne Erfahrungen von den Protagonisten zu lesen.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Habe mehr erwartet

Intermezzo
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Habe mehr erwartet
Die Romane von Sally Rooney haben mich immer wegen der inhaltlichen Tiefe und des schönen Schreibstils begeistert. Ums gespannter war ich nun auf "Intermezzo". In diesem Roman geht es ...

Habe mehr erwartet
Die Romane von Sally Rooney haben mich immer wegen der inhaltlichen Tiefe und des schönen Schreibstils begeistert. Ums gespannter war ich nun auf "Intermezzo". In diesem Roman geht es um die Brüder Ivan und Peter, die nach dem Tode ihres Vaters ein wenig den Halt im Leben verlieren. Zudem spielt hierbei die Liebe eine wichtige Rolle, die in vielseitigen Facetten hier thematisiert wird. Das Buch ist aus den Perspektiven der Brüder geschrieben. Ivan ist 32 Jahre alt und ein Anwalt. Ivan ist 22 Jahre alt und ein zurückgezogener Schachspieler.

Normalerweise mag ich den Schreibstil von Sally Rooney. Sie verwendet bei der direkten Rede keine Anführungszeichen, was das Lesen manchmal etwas anspruchsvoller gestaltet. Bisher hat mich das nie gestört- In diesem Roman fiel mir das Lesen dadurch aber deutlich schwerer. Zudem haben mich die abgehackten Sätze, vor allem bei Peter, ein wenig gestört.

Die Geschichte nimmt leider nur langsam Fahrt auf. Es gab doch viele lange Passagen, die für mich eher langweilig waren. Zwischendurch gibt es immer wieder tiefgründige und poetische Sätze, die mir gefallen haben. Die Handlung an sich konnte mich größtenteils nicht packen. Zum Ende hin nimmt die Geschichte ein wenig Fahrt auf. Daher glaube ich, dass die Geschichte auch ein wenig kürzer hätte sein können, um die Spannung etwas höher zu halten.



Fazit:

Das Buch punktet durch den poetischen Schreibstil und durch tiefgründige Dialoge. Die Handlung an sich war für mich ein wenig zäh und langgezogen. Teilweise haben einige Sätze durch die Wortstellung oder abgehackte Sätze den Lesefluss gestört.

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Veröffentlicht am 13.01.2024

Interessante Thematik, aber etwas brutal

Julia
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Sandra Newman hat 1984 von George Orwell aus der Perspektive der Frauenfigur Julia geschrieben. Ich hatte mich sehr auf eine feministische Sichtweise auf Orwells Welt gefreut. Einiges wusste ich bereits ...

Sandra Newman hat 1984 von George Orwell aus der Perspektive der Frauenfigur Julia geschrieben. Ich hatte mich sehr auf eine feministische Sichtweise auf Orwells Welt gefreut. Einiges wusste ich bereits über den Klassiker. Ich habe ihn aber nicht gelesen.

Nun, so richtig feministisch erschien mir der Roman nicht. Das hat mit einigen Entscheidungen und Denkweisen von Julia zu tun, die meiner Meinung nach nicht wirklich feministisch waren. Außerdem hat sie mich des öfteren durch ihre Entscheidungen verärgert.

Teilweise gibt es sehr brutale Szenen in diesem Buch, die ich nicht gerne gelesen habe, und mit denen ich zuvor auch nicht gerechnet hatte. Dennoch finde ich positiv, dass die Atmosphäre durch Newmans Schreibstil sehr düster und realistisch dargestellt wurde.

Es gab auch einige sehr spannende Stellen, die mich dann letztendlich doch dazu gebracht haben, das Buch zu Ende zu lesen.

Insgesamt war die Geschichte interessant, aber mich konnte es nicht ganz überzeugen. Vielleicht sollte man davor das Original lesen, um besser in die Geschichte reinzukommen.

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Veröffentlicht am 27.07.2021

Hinterlässt Fragezeichen

Auszeit
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Inhalt:
Nach einer Abtreibung hinterfragt Henriette ihr Leben, genauer gesagt hat sie keinen Halt mehr. Sie fährt mit ihrer Freundin Paula in den Wald, um in einem Ferienhaus etwas Zeit gemeinsam zu verbringen. ...

Inhalt:
Nach einer Abtreibung hinterfragt Henriette ihr Leben, genauer gesagt hat sie keinen Halt mehr. Sie fährt mit ihrer Freundin Paula in den Wald, um in einem Ferienhaus etwas Zeit gemeinsam zu verbringen. Henriette denkt dabei über ihr Leben und ihre Vergangenheit nach. Später erhalten sie auch von Paulas Freund Tom Besuch.

Meinung:
Zu Beginn war ich wirklich begeistert, wie nah ich mich der Protagonistin gefühlt habe. Ihre Gedanken und Gefühle, ihre Sorgen und Ängste kamen sehr gut rüber, sodass ich in einen zügigen Lesefluss geraten bin. Ungefähr ab der Mitte hat das Buch angefangen, Fragezeichen bei mir zu hinterlassen. Einiges wird nicht ganz deutlich beschrieben und einige Ereignisse schienen mir unlogisch zu sein. Das erstere passt zum Zustand der Protagonistin, die scheinbar eine Depression hat und die Abtreibung bereut. Sie denkt darüber nach, wie es soweit kommen konnte und befindet sich in einer Art nebligem Zustand. Auch mit ihrer Dissertation kommt sie nicht voran. Dazu passen einige Sinnesbrüche und Unklarheiten. Beim zweiten Punkt war ich ein wenig enttäuscht. Für mich hat die Verbindung zu Werwölfen nicht wirklich gepasst, es hatte für mich keinen Mehrwert. Außerdem hat mich das Ende unbefriedigt gelassen. Die Wende kam sehr abrupt und unrealistisch.

Zu Paula und Henriette konnte ich somit zum Ende hin nicht wirklich eine Bindung aufbauen. Dennoch wurde Henriettes Zustand gelungen dargestellt. Die Sprache hat mir sehr gut gefallen! Einige Gedanken werden sehr treffend in Worte gefasst und sind mir jetzt noch in Erinnerung geblieben.

Fazit:
Die Sprache und die Darstellung von Henriettes Innenleben haben mir gut gefallen. Leider hat besonders das Ende viele Fragezeichen bei mir hinterlassen, sodass ich ihm nicht viel abgewonnen habe. Talent zum Schreiben ist auf jeden Fall vorhanden und ich bin gespannt, welche Romane die Autorin noch verfassen wird.

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